Rechtsextremismus
Mölln 1992: Neonazis ermorden drei Türkinnen

Heute jährt sich zum 25. Mal der Brandanschlag von Mölln, dessen Ziel zwei türkische Familien gewesen waren. Bei der Attacke im Jahr 1992 waren drei Menschen getötet und neun schwer verletzt worden.

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Mölln (nex) – Der damals 19-jährige Lars C. und der 25-jährige Michael P. werfen Brandsätze in zwei Häuser in Mölln, die von türkischen Familien bewohnt werden. In einem der Häuser sterben zwei Mädchen – die 14-jährige Ayse Yilmaz und die zehnjährige Yeliz Arslan – sowie die 51 Jahre alte Bahide Arslan. Neun Menschen werden bei den Bränden schwer verletzt.

In Mölln kamen heute Hinterbliebene, Politiker und Kirchenvertreter zum Gedenken zusammen. Darunter waren die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), und der türkische Botschafter in Berlin, Ali Kemal Aydin.

„Die entsetzlichen Brandanschläge in meiner Heimatstadt Mölln haben unsere Stadt verändert und mich persönlich politisch sehr geprägt. Rechtsextremistische Gewalt ist leider auch heute wieder ein großes Problem, dem wir uns als Gesellschaft mit aller Entschiedenheit entgegenstellen müssen“, so Grünenpolitiker Konstantin von Notz gegenüber LOZ News am Donnerstag.

In der Nacht des 23. November 1992 hatten zwei Neonazis zwei Häuser im Zentrum von Mölln in Brand gesetzt, dessen Ziel die türkischen Bewohner der Häuser gewesen waren.

Die Täter, Lars Christiansen und Michael Peters, riefen unmittelbar nach dem Anschlag stolz bei der Polizei an. Ihre Bekenneranrufe beendeten sie mit „Heil Hitler“. Beide Männer sind längst wieder auf freiem Fuß.

Der Anschlag in Mölln ist der erste rassistisch motivierte Anschlag im vereinigten Deutschland, bei dem Menschen sterben. Am 29. Mai 1993 folgten die tödlichen Anschläge im nordrhein-westfälischen Solingen, bei denen fünf Menschen ums Leben kamen. Jedoch sei es laut Mustafa Yeneroğlu, dem Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses der Großen Nationalversammlung der Türkei, bereits im Jahre 1982 in der Stadt Wolfenbüttel zu einem Brandanschlag gekommen, bei der eine türkische Mutter und ihre drei Kinder ums Leben kamen.

„Leider ist diese Katastrophe in Mölln weder die erste noch die letzte. Am 22. November 1982 kamen in Wolfenbüttel nach einem Brandanschlag eine türkische Mutter und drei Kinder ums Leben, drei weitere Menschen wurden bei dem Anschlag schwer verletzt“, so Yeneroglu in einer Mitteilung.

Drei Monate vor den Anschlägen in Mölln hatten rechte Randalierer bei Ausschreitungen in der ostdeutschen Stadt Rostock zudem ein überfülltes Asylbewerberheim belagert und schließlich unter dem Applaus von Anwohnern Brandsätze auf ein Ausländerwohnheim geworfen.

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