Energie
Türkei: Energiexporte steigen um 560 Prozent

Die Türkei hat einen bemerkenswerten Meilenstein in ihrem Energiesektor erreicht: Die Erdgasexporte sind in den letzten Jahren um 560 % gestiegen

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Ankara – Die Türkei hat einen bemerkenswerten Meilenstein in ihrem Energiesektor erreicht: Die Erdgasexporte sind in den letzten Jahren um 560 % gestiegen, was vor allem auf die rasche Erschließung des Sakarya-Gasfeldes im Schwarzen Meer zurückzuführen ist.

Dieser Anstieg unterstreicht das wachsende Bestreben der Türkei, ein regionales Energiezentrum zu werden und ihre Abhängigkeit von ausländischen Energieimporten zu verringern.

Das Sakarya-Gasfeld, das im August 2020 von der Turkish Petroleum Corporation (TPAO) entdeckt wurde, ist mit geschätzten Reserven von 710 Milliarden Kubikmetern (bcm) der größte Erdgasfund des Landes.

Seit Beginn der Förderung im April 2023 hat das Feld seine Produktion erheblich gesteigert und erreichte im April 2025 9,5 Millionen Kubikmeter pro Tag, genug, um etwa 4 Millionen Haushalte zu versorgen, so der Minister für Energie und natürliche Ressourcen Alparslan Bayraktar.

Diese Produktionssteigerung hat nicht nur die Energiesicherheit im eigenen Land erhöht, sondern auch zu einem dramatischen Anstieg der Exporte geführt. Im vergangenen Jahr unterzeichnete die Türkei Erdgas-Exportvereinbarungen mit mehreren europäischen Ländern, darunter Bulgarien, Ungarn, Rumänien und Moldawien, und profitierte dabei von der Produktion aus dem Sakarya-Feld.

Der Anstieg der Exporte um 560 % spiegelt sowohl die wachsende Kapazität des Feldes als auch den strategischen Vorstoß der Türkei wider, ihren Einfluss auf den regionalen Energiemärkten auszuweiten.

„Das Sakarya-Gasfeld ist ein entscheidender Faktor für die Türkei“, sagte Minister Bayraktar kürzlich auf einer Pressekonferenz in Giresun. 2028 erwarten wir eine Tagesproduktion von 40 Millionen Kubikmetern, die den Erdgasbedarf aller türkischen Haushalte decken und die Türkei als wichtigen Energielieferanten in der Region positionieren wird.

Die Entwicklung des Feldes wurde durch erhebliche Investitionen in die Infrastruktur unterstützt, darunter ein Unterwasser-Produktionssystem, Pipelines, die das Feld mit der Filyos-Erdgasaufbereitungsanlage verbinden, und die Ankunft der ersten schwimmenden Produktions-, Speicher- und Entladeeinheit (FPSO) der Türkei im September 2024.

Das FPSO, das 2026 in Betrieb genommen werden soll, wird die Produktionskapazität voraussichtlich verdoppeln und das Exportpotenzial weiter erhöhen.

Zur Energiestrategie der Türkei gehört auch die Ausweitung von Explorationen und Partnerschaften. Das Land arbeitet mit Bulgarien im Schwarzen Meer zusammen, erkundet Möglichkeiten im Kaspischen Meer und verfolgt Öl- und Gasprojekte im Irak.

Darüber hinaus hat Präsident Recep Tayyip Erdoğan am 17. Mai 2025 die Entdeckung einer Erdgasreserve von 75 Mrd. Kubikmetern im Schwarzen Meer bekannt gegeben, die den Bedarf der Haushalte für 3,5 Jahre decken könnte, was die Energieaussichten der Türkei weiter verbessert.

Der Exportanstieg kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da Europa angesichts der geopolitischen Spannungen und des Strebens nach Energieunabhängigkeit versucht, seine Energiequellen zu diversifizieren. Die Nähe der Türkei zu den europäischen Märkten und ihre wachsenden Produktionskapazitäten machen sie zu einem attraktiven Partner.

Allein das Sakarya-Feld deckte im vergangenen Jahr 6,6 % des türkischen Gasverbrauchs von 53 Mrd. m3, und es wird erwartet, dass seine Erweiterung bis zum Ende des Jahrzehnts 30 % des nationalen Bedarfs decken wird.

Präsident Erdoğan bekräftigte das Bekenntnis der Türkei zur Energieunabhängigkeit und erklärte: „Wir werden nicht aufhören, bis die Türkei völlig energieunabhängig ist“. Die Vision der Regierung sieht vor, die jährliche Gasproduktion bis 2050 auf 13 Mrd. Kubikmeter zu steigern, wobei das Schwarze Meer eine zentrale Rolle spielen soll.

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