Forschung
Durchbruch in der Zahnmedizin: Japanische Forscher lassen Zähne nachwachsen

Das von der Biotech-Firma Toregem Biopharma entwickelte Präparat befindet sich derzeit in der klinischen Testphase am Menschen.

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Tokio – Gute Nachrichten für Menschen mit Zahnverlust. Einem japanischen Forschungsteam gelang die Entwicklung eines Medikaments, das verloren gegangene Zähne nachwachsen lassen könnte. Das von der Biotech-Firma Toregem Biopharma entwickelte Präparat befindet sich derzeit in der klinischen Testphase am Menschen.

Bislang mussten Menschen mit fehlenden Zähnen auf teure Alternativen wie Implantate oder Prothesen zurückgreifen. Diese bieten zwar Ersatz, können aber das natürliche Gefühl echter Zähne nicht vollständig ersetzen.

Angray Kang, Professor für Zahnmedizin an der Queen Mary University of London, kennt nur ein weiteres Team, das ein ähnliches Ziel verfolgt, nämlich die Verwendung von Antikörpern zum Nachwachsen oder zur Reparatur von Zähnen.

„Ich würde sagen, dass die Gruppe von Takahashi führend ist“, sagte der Immunotechnologie-Experte, der mit der japanischen Forschung nicht in Verbindung steht, gegenüber der Nachichtenagentur AFP.

Takahashis Arbeit sei „aufregend und wert, weiterverfolgt zu werden“, sagte Kang, auch weil ein Antikörper-Medikament, das auf ein mit USAG-1 fast identisches Protein abzielt, bereits zur Behandlung von Osteoporose eingesetzt wird.

Das neue Medikament zielt auf ein spezifisches Protein ab, das normalerweise das Zahnwachstum stoppt. Durch die Deaktivierung dieses Proteins, Uterine Sensitization-Associated Gene-1 (USAG-1) genannt, soll der Körper quasi die „Bremse“ für die Zahnentwicklung lösen. In erfolgreichen Tierversuchen an Mäusen und Frettchen wuchsen nach der Behandlung tatsächlich neue Zähne nach, ohne dabei ernsthafte Nebenwirkungen zu verursachen.

Die klinischen Studien am Menschen starteten im September 2024. Zunächst wird die Sicherheit des Medikaments an 30 gesunden Männern getestet. In Phase 2 der Studie, die für 2025 geplant ist, soll die Wirkung dann an Kindern zwischen 2 und 7 Jahren mit angeborenem Zahnverlust erprobt werden.

Sollte sich das Medikament in den Studien als sicher und wirksam erweisen, könnte es in Zukunft die Art und Weise der Zahnbehandlung revolutionieren. Experten gehen davon aus, dass das Medikament bis 2030 für den allgemeinen Gebrauch verfügbar sein könnte.

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