Ukraine-Krieg
Kommentar: 157 Staaten betreiben Handel mit Russland

Von den westlichen Ländern mal abgesehen, gibt es insgesamt 193 Staaten, die in Russland nach wie vor Handel betreiben.

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Ein Gastkommentar von Nabi Yücel

Während hiesige Medien in Zusammenhang mit der Türkei und deren Sanktionsgebaren gegen Russland die nächste Sau durchs Dorf treiben, importieren ungeachtet neuer EU-Sanktionen gegen den Handel mit fossilen Brennstoffen aus Russland, europäische Tanker weiter Erdöl-Produkte – und füllen damit selbst die russische Staatskasse.

Westliche Sanktionen verpuffen

Ungeachtet der EU-Embargos exportieren europäische Schiffe also noch immer Millionen Tonnen fossiler Brennstoffe aus Russland und finanzieren so maßgeblich Wladimir Putins Angriffskrieg in der Ukraine mit. Die Sanktionen gelten seit Anfang Dezember. Das Embargo bleibt also weitgehend wirkungslos.

Von den europäischen oder amerikanischen Unternehmen, die in Russland nach wie vor Handel betreiben mal abgesehen, gibt es insgesamt 157 Staaten, die mit Russland mehr oder weniger Geschäftsbeziehungen unterhalten. Die Türkei setzt nur Sanktionen um, die vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen UN verhängt wurden, nicht solche, die von Ländern wie den USA verhängt wurden.

Dennoch schießt man sich auf die Türkei ein, eines der 157 Staaten der Vereinten Nationen, die sich derzeit nicht gänzlich oder ganz an die westlichen Sanktionen beteiligen. Lediglich 36 Länder – darunter die 27 EU-Mitgliedsstaaten – haben seit Beginn des Ukraine-Krieges Sanktionen gegen Russland beschlossen und setzen es mehr schlecht als recht durch.

Ukraine-Krieg und die Sanktionen

Das Vereinigte Königreich, die EU und die USA fühlen sich zunehmend wohl dabei, die Ukraine mit Panzern und Waffen mit größerer Reichweite zu versorgen. Man spricht bereits über die Notwendigkeit der Lieferung von Kampfflugzeugen, was wiederum in den Mainstream-Medien breitgetreten wird. Offensichtlich fühlt man den Puls der europäischen Gesellschaft, um auch das beizeiten durchzusetzen.

Aber aus irgendeinem Grund haben diese Staaten in Zusammenhang mit Sanktionen eine Scheu davor, die iranischen Revolutionsgarden, geschweige denn die iranische Chamenei-Regierung in dem Maße zu sanktionieren, wie sie der Türkei damit ständig mit dem Zaunpfahl zuwinken.

Im Falle des Iran oder Armenien belässt es man bei den Sanktionen bei punktuellem Vorgehen gegen Einzelpersonen. Dabei geht es beim Iran um einen direkten Kontrahenten, der Waffen sowie Munition, aber auch Hightech-Vorprodukte von Drittstaaten einkauft und an Russland ausliefert.

Zudem gefährdet der Iran den neuen Energiekorridor über Aserbaidschan in die EU in Zusammenhang mit dem Bergkarabach-Konflikt, in dem es Armenien direkt beisteht und deren Maximalposition gegen sein Nachbarland aufrechterhält.

Reisewarnungen aus heiterem Himmel

Stattdessen werden aus heiteren Himmel Reisewarnungen in Zusammenhang mit Koran-Verbrennungen in Europa gegenüber der Türkei ausgesprochen, wo man zunächst annehmen würde, die Gewaltwelle müsste sich gegen westliche Botschaften in Afghanistan, Pakistan oder Iran richten.

Es gibt darunter Länder, die Botschaften anderer Länder aufforderten: „Wir haben geschlossen, schließen sie auch ihre [Botschaften]“. Diese Informationen liegen uns vor.

Mevlüt Çavuşoğlu, türkischer Außenminister

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als US-amerikanische Mainstream-Medien wie ABC News behaupteten, Türken würden in Syrien „kurdische Zivilisten abschlachten“, indem sie einen Videoclip von einem Schießstand in Kentucky verwendeten, in der Leuchtspurmunition verwendet wurde? Tja, da war mir auch erst einmal klar, woran man dran ist!

Was ergibt das also für einen Sinn, ausgerechnet in der Türkei, vor dessen Vertretung in Schweden ein Exemplar des Korans verbrannt wurde, einen Anschlag zu verüben, wenn es doch in den europäischen Gefilden eher Aufmerksamkeit erhaschen würde? Vor allem, warum informiert man die Türkei nicht über nachrichtendienstliche Hinweise und übergeht sie damit nicht nur, sondern stößt sie damit vor den Kopf?

Aus eben diesen unerfindlichen Gründen gibt es in diesem Zusammenhang von diesen westlichen Regierungen auch keine einzige Reisewarnung gegen andere Länder, außer der Türkei. Und deshalb bereitet man sich auch darauf vor bzw. gibt der Türkei auch zu verstehen, dass Sanktionen gegen sie ausgesprochen werden, wenn sie sich nicht schleunigst als 37-zigstes Land an den Sanktionen ohne Wenn und Aber beteiligt.

Türkei, Handlanger des Beelzebub?

Das von sogenannten Bündnispartnern zu hören, die seit Jahren eine völlig verkorkste Beziehung mit der Türkei unterhalten, ist schon aberwitzig, wenn nicht irre. Das konnte man auch an der Reaktion des türkischen Innenministers erkennen, der gegen die westliche Anmache harsche Worte fand. Jetzt hetzen westliche Medien gegen die Türkei in Zusammenhang mit deren Handel mit Russland, weil das US-Finanzministerium erneut die Daumenschraube anzieht. Man ist dagegen, dass die Türkei Tomaten und Zitronen nach Russland exportiert.

Irgendetwas läuft hier völlig aus dem Ruder!

 


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


 

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