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VPN: So umgehen Sie Geoblocking und Länderrestriktionen

Geoblocking und andere länderspezifische Restriktionen sind für grenzenlos aufgestellte Internetnutzer vor allem eines: Lästig. Mit einem VPN lassen sich die Sperren jedoch umgehen.

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Geoblocking und andere länderspezifische Restriktionen sind für grenzenlos aufgestellte Internetnutzer vor allem eines: Lästig. Mit einem VPN lassen sich die Sperren jedoch umgehen. Wir erklären, wie es geht.

Was ist Geoblocking?

Überzeugte Anhänger von Streamingdiensten kennen das Problem: Ein neuer Film oder eine neue Serie ist endlich verfügbar – nur leider nicht in Deutschland, sondern lediglich in den USA. Wie unfair!

Dass Streamingdienste wie Netflix und Co. die Verfügbarkeit ihrer Inhalte nach Ländern steuern können, lässt sich auf eine bestimmte Technik zurückführen: Geoblocking. Geoblocking bezeichnet die regionale Sperrung von Internetinhalten durch Anbieter. Gründe dafür gibt es viele, etwa Lizenzvereinbarungen, Urheberrechtsstreitigkeiten oder auch gesetzliche Einschränkungen.

Geoblocking führt jedem Nutzer vor Augen, dass das Internet längst nicht so frei und grenzenlos ist wie oft behauptet. Der Grund dafür ist die IP-Adresse jedes Internetnutzers. Wer sich mit dem Internet verbindet, benötigt einen Internet-Service-Provider (ISP). Dieser Provider teilt jedem Nutzer eine weltweit einmalige Nummer zu: Die IP-Adresse. Diese stellt gewissermaßen die individuelle Adresse des Nutzers im Netz dar. Die IP-Adresse verrät nicht nur den Nutzer, sondern auch dessen Aufenthaltsort. Streamingdienste und andere Anbieter können deshalb Inhalte für bestimmte IP-Adressen sperren.

Geoblocking umgehen: Funktionsweise eines VPN in Kurzform

Die Lösung für das Problem: Verwenden Sie ein VPN, um Ihre Daten zu schützen und Ihren Standort zu verschleiern! Ein VPN (virtuelles privates Netzwerk) funktioniert wie eine Art geschützte Verbindung innerhalb öffentlicher Netzwerke. Sie benötigen also keine zusätzliche Hardware.

Das VPN verschlüsselt den gesamten ein- und ausgehenden Datenverkehr inklusive Protokollen wie zum Beispiel Cookies und Suchverlauf. Dies ist zunächst ein wesentlicher Sicherheitsvorteil: Dritte wie wie zum Beispiel Hacker oder auch Internet-Service-Provider können nicht sehen, wo Sie sich im Netz bewegen, welche Daten Sie eingeben etc. Die Nutzung eines VPNs verbessert ihre Privatsphäre ganz erheblich.

Dies ist jedoch nicht der einzige Vorteil. Wenn Sie ein VPN nutzen, bewegen Sie sich über einen speziellen Remote Server im Netz. Dieser dient gewissermaßen als Vermittler und ist die letzte auf sie zurückführbare Quelle. Ihre eigene IP-Adresse ist für Dritte nicht sichtbar.

Der Trick: Die meisten VPN Provider betreiben Remote Server in zahlreichen Ländern weltweit. Darunter sind üblicherweise alle wichtigen Standorte wie zum Beispiel die USA. Wenn Sie sich in ein VPN einwählen, können Sie dies über einen US Server tun – und gelten aus Sicht von Streamingdiensten wie Netflix dann als US Kunde. Prompt können Sie alle US Inhalte sehen. Dieser Trick funktioniert auch für andere Länder. Sie können beispielsweise auf Auslandsreisen durch ein VPN die deutschen Inhalte sehen.

Geoblocking ausschalten: Wie ist die Rechtslage?

Rechtlich gehen Sie mit dieser Vorgehensweise kein großes Risiko ein. Zwar verstoßen Sie möglicherweise gegen die Nutzungsbedingungen von Streamingdiensten oder anderen Anbietern. Es ist jedoch bislang nicht bekannt, dass die Anbieter Kunden deshalb gekündigt hätten. Vielmehr versuchen Netflix und Co., mit Proxysperren gegen VPN Nutzer vorzugehen. Mit einem geeigneten VPN können Sie die Inhalte jedoch sehen.

In der EU ist Geoblocking grundsätzlich untersagt. Allerdings gelten einige Ausnahmen für Filme, TV-Sender und Inhaber von Übertragungsrechten. Ein für Privatpersonen rechtlich relevanter Verstoß gegen das Urheberrecht liegt nach geltender Auffassung nicht vor.

Weitere Vorteile von VPNs

Auch wenn die Möglichkeit zur Umgehung von Geoblocking einen wesentlichen Vorteil für VPN Nutzer darstellt, ist Datenschutz zumeist die Hauptmotivation für die Nutzung der Dienste. Insbesondere, wenn Sie in öffentlichen Netzwerken surfen, sollten Sie stets ein VPN nutzen. In diesen Netzwerken sind Ihre Daten sonst unverschlüsselt für jeden einsehbar, der Zugang zum Netzwerk hat.

Besonders wichtig ist eine sichere Verbindung bei Remote Work. Wenn Sie sensible Daten Ihres Arbeitgebers oder Auftraggebers via E-Mail senden oder auf einen Server hochladen, sollten Sie dies keinesfalls über eine ungesicherte Verbindung tun. Sonst verstoßen Sie möglicherweise gegen ihren Arbeits- oder Werkvertrag.

Was macht gute VPNs aus?

Wenn Sie ein VPN nicht zuletzt zur Umgehung von Geoblocking nutzen möchte, sollten Sie einen Blick auf die Politik des VPN Providers in dieser Hinsicht werfen. Gute Anbieter umgehen Proxysperren von Streamingdiensten und Co. immer wieder aufs Neue.

Achten Sie ansonsten auf eine No-Log-Politik, Zwei Faktor Authentifizierung, Kill Switch Feature und eine effektive Verschlüsselung von Cookies.

No-Log-Politik bedeutet, dass der VPN Provider keinerlei Daten zu seinen Kunden speichert – etwa zu Bewegungen im Netz. Werden Daten nicht gespeichert, können sie im Zweifel auch nicht an Dritte wie z.B. Behörden herausgegeben werden.

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung schützt den Zugang zum VPN – zum Beispiel mit einer TAN, die nach der Eingabe des korrekten Passworts aufs Handy gesandt wird und zusätzlich am Bildschirm einzugeben ist.

Ein Kill Switch Feature beendet vordefinierte Programme, wenn die VPN Verbindung aus irgendeinem Grund plötzlich abbricht. So unterbinden sie ungewollte Datenlecks.

Die effektive Verschlüsselung von Cookies ist besonders wichtig, weil über Cookies sensible Daten wie Finanzinformationen und andere Inhalte zu Webseitenbetreibern gelangen können.

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