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Türkischer Hubschrauber Atak T-129 an Streitkräfte übergeben

Der türkische Luft- und Raumfahrtkonzern Turkish Aerospace Industries Inc. (TAI) in Ankara hat eine weitere erweiterte Version des Kampfhubschraubers Atak T-129 FAZ-II an die türkischen Landstreitkräfte übergeben.

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Von Kemal Bölge

Der türkische Luft- und Raumfahrtkonzern Turkish Aerospace Industries Inc. (TAI) in Ankara hat eine weitere erweiterte Version des Kampfhubschraubers Atak T-129 FAZ-II an die türkischen Landstreitkräfte übergeben. Mit dieser Lieferung beläuft sich die Zahl der an die Truppe übergebenen Atak Kampfhubschrauber auf 63. Das türkische Heer verfügt über 54 Kampfhubschrauber des Typs Atak, während neun Helikopter sich im Inventar des Innenministeriums (für den Einsatz bei der Polizei u. der paramilitärischen Gendarmerie) befinden. Letztes Jahr wurde damit begonnen, die ersten Exemplare der Atak an die Generalkommandantur der Gendarmerie auszuliefern, die insgesamt 15 Luftfahrzeuge bestellt haben.

Kampfhubschrauber bewährte sich bei Anti-Terror-Operationen

Der Atak Kampfhubschrauber entstand aus einem Joint Venture zwischen TAI und dem italienischen Rüstungskonzern Augusta Westland. Ihren Jungfernflug hatte die T-129 am 17. August 2011.  Das anschließende Test- und Erprobungsprogramm durchlief der Helikopter ohne Probleme. Seit 2014 ist der Kampfhubschrauber bei der türkischen Armee im Einsatz und hat sich zu einem der erfolgreichsten Waffensysteme bei Anti-Terror-Operationen im Osten der Türkei und bei grenzüberschreitenden Operationen entwickelt.

Zur Übergabe des neuen Atak Kampfhubschraubers an die Streitkräfte veröffentlichte das Direktorat der Türkischen Verteidigungsindustrie (SSB) eine kurze Mitteilung. Darin heißt es: „Wir steigern die Dominanz unserer Streitkräfte am Himmel. Vor Kurzem haben wir ein weiteres Exemplar des Atak T-129 an unsere Heeresleitung übergeben.“

Neue Version des Atak T-129 besitzt hoch entwickeltes System zur elektronischen und taktischen Kriegsführung

Das erste Modell der Atak T-129 war mit einer 20 mm Kanone und 70 Millimeter-Raketen ausgerüstet und die Hubschrauber wurden mit einer FAZ-1 Konfiguration ausgeliefert. Dieses Modell kann mit lasergesteuerten UMTAS, Cirit- und Mizrak-O-Panzerabwehrraketen von Roketsan sowie Stinger-AA-Raketen bewaffnet werden. Der entscheidende Unterschied zur bisherigen FAZ-1 Konfiguration: Die Modelle mit der der neuen Konfiguration besitzen hoch entwickelte Systeme zur elektronischen und taktischen Kampfführung.

Zahlreiche Länder hatten Interesse am Kauf des Kampfhubschraubers bekundet. Pakistan hatte über den Kauf von 30 Atak Kampfhubschraubern einen Vertrag mit TAI unterzeichnet, da aber das Triebwerk von der Light-Helicopter Turbine Engine Company stammt und von der britischen Rolls-Royce und dem US-Unternehmen Honeywell entwickelt wurde, hatte die US-Regierung einer Auslieferung von Triebwerken für einen Verkauf an Pakistan nicht zugestimmt.

Philippinen kaufen sechs Atak-Kampfhubschrauber

Die Philippinen hatten bereits 2018 einen Vertrag zum Kauf der T-129 abgesegnet. Im Mai teilte das Verteidigungsministerium der Philippinen mit, dass von den insgesamt sechs bestellten Helikoptern bei TAI zwei im September 2021, zwei im Februar 2022 und die übrigen zwei im Februar 2023 an die philippinische Luftwaffe ausgeliefert würden. Das Auftragsvolumen für die sechs Hubschrauber beläuft sich nach Angaben des philippinischen Verteidigungsministeriums auf 269, 38 Mio. Dollar.

Der türkische Luft- und Raumfahrtkonzern arbeitet bereits an der Produktion des Nachfolgemodells der Atak T-129. Der türkische Hubschrauber wird der gleichen Klasse angehören wie der in den USA hergestellte Boeing AH-64 Apache und der russische Mi-28NM Night Hunter. Er wird ein maximales Abfluggewicht von 10 Tonnen und eine Nutzlast von über 1200 kg haben. Der Hubschrauber soll mit einer 30-mm-Kanone, einer Raketenbewaffnung der neuesten T129-Versionen und moderner Avionik ausgestattet sein.

Der ATAK 2 wird Berichten zufolge auf der Grundlage der in Syrien gewonnenen Kampferfahrungen entwickelt. Er wird einen besseren Schutz für den Piloten, moderne Elektronik und eine große Auswahl anhängenden Waffen bieten.

Das Projekt für Angriffshubschrauber der schweren Klasse wurde gestartet, um die Bedürfnisse der türkischen Streitkräfte in diesem Bereich zu erfüllen. Mit dem Projekt wird ein effektiver und abschreckender Angriffshubschrauber geschaffen, der eine hohe Nutzlast tragen kann, widerstandsfähig gegen schwierige Umweltfaktoren ist, mit fortschrittlicher Technologie für Zielverfolgungs- und Bildgebungssysteme, elektronische Kriegsführungssysteme, Navigationssysteme, Kommunikationssysteme und Waffensysteme ausgestattet ist sowie eine hohe Manövrierfähigkeit und Leistung hat.

Aufbau der Rüstungsindustrie nach Zypern-Sanktionen 1974

Nachdem die Türkei 1974 in Zypern militärisch intervenierte, beschlossen die USA ein Waffenembargo gegen Ankara. Als Reaktion wurden in der Türkei Stiftungen und Rüstungsunternehmen gegründet, die die Entwicklung von eigenen Waffensystemen unterstützen sollten.

„Das größte Verteidigungsunternehmen der Türkei gehört heute zu den einhundert größten der Welt. Im Zuge des Zypernkonflikts ab 1974 erlebte das türkische Militär zahlreiche Nachschub- und Ausrüstungsprobleme, die Ankara dazu veranlassten, die heimische Rüstung zu entwickeln. ASELSAN ist das Ergebnis dieser Politik. Heute exportiert das Unternehmen Systeme in die ganze Welt, darunter Kommunikations- und Radarsysteme, aber auch Raketensuchköpfe“, Yusuf Akbaba von SSD gegenüber Eurasianews. 

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