Kommentar
Willkommenskultur: „Der 1.FC Köln verdient eine Auszeichnung“

Köln ist wie fast keine andere Stadt bekannt für ihre Vielfältigkeit, Toleranz und Weltoffenheit. Die Rheinmetropole, die mehr als eine Million Einwohner zählt, steht mit diesen Tugenden ganz weit vorne in Deutschland. Auch der bekannteste Fußballverein der Stadt, der 1.FC Köln, steht für die Werte des Miteinanders, der Verschiedenheit und der Offenheit.

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Moschee auf dem Trikot: Eine starke Geste des 1.FC Köln

Von Yasin Baş

Köln ist wie fast keine andere Stadt bekannt für ihre Vielfältigkeit, Toleranz und Weltoffenheit. Die Rheinmetropole, die mehr als eine Million Einwohner zählt, steht mit diesen Tugenden ganz weit vorne in Deutschland. Auch der bekannteste Fußballverein der Stadt, der 1.FC Köln, steht für die Werte des Miteinanders, der Verschiedenheit und der Offenheit.

Die Willkommenskultur ist sogar Teil der Charta des 1.FC Köln: „Herzlich Willkommen in der schönsten Stadt Deutschlands – egal, woher du kommst, was du glaubst, was du hast oder bist, wie du lebst und wen du liebst“. Genau diese Willkommenskultur hat der traditionsreiche Verein mit dem Geißbock als Logo erst kürzlich wieder unter Beweis gestellt.

Dom, Rhein und Moschee Seit‘ an Seit‘

Auf dem aktuellen hellroten Auswärtstrikot des Bundesligaklubs für die Saison 2020/2021 ist in dunkelroter Farbe die Kölner Skyline eingearbeitet. Darauf zu sehen ist nicht nur der Kölner Dom und der Rhein, sondern auch die große Zentralmoschee der Stadt.

Der 1.FC Köln mit über 111.000 Mitgliedern der sechstgrößte Sportverein Deutschlands, zeigt damit: Diese Moschee ist ein selbstverständlicher Teil unserer Stadt. Und damit nicht genug: Auch die Muslime, Türken, Deutschtürken und alle Menschen, die sich mit der Moschee identifizieren können, sind ein Teil des 1.FC Köln und dieser Stadt.

Der „FC“ verdient mit diesem Zeichen der Toleranz eigentlich eine offizielle Auszeichnung. Auch wenn es für manche Politiker derzeit äußerst unpopulär sein mag: Diese mustergültige Handlung des 1.FC Köln verdient eine ebenbürtige Würdigung vonseiten der Landesregierung, ja sogar der Bundesregierung.

Wehrle: „Unverwechselbarer Teil der Kölner Skyline“

Alexander Wehrle, Geschäftsführer des Vereins erläuterte die Idee, die Moschee auf der Skyline abzubilden: „Die Moschee steht symbolisch für die große türkische Community in Köln, in der es sehr viele eingefleischte FC-Fans gibt. Und sie ist ein unverwechselbarer Teil der Kölner Skyline geworden. Daher war für uns eindeutig, dass die Moschee auf einer aktuellen Abbildung der Skyline auf dem Trikot des 1. FC Köln dazugehört.“

(Foto: Bas)

Meilenstein für ein selbstbewusstes Miteinander

Nach dem scheinbar revolutionären, zugleich aber selbstverständlichen Bekenntnis des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff, dass auch der Islam zu Deutschland gehöre, ist diese Geste des 1.FC Köln ein weiterer Meilenstein für ein selbstbewusstes Miteinander aller Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.

Dass Deutschland nicht für Einfalt, sondern für Vielfalt steht, ist Realität. Das darf gerne lauter als bisher kommuniziert werden. Und zwar auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. Genau das hat der 1.FC Köln mit seinen neuen Auswärtstrikots geschafft. Die internationalen Pressestimmen bestätigen dies.

Integrationspolitik verliert an Kraft

Die Bundesregierung aber auch einige Landesregierungen, deren Integrations- und Beteiligungspolitik in den letzten Jahren leider teilweise stagnieren, dürfen sich gerne einen Teil dieser symbolischen Gesten abschauen und zu eigen machen.


Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


Yasin Baş

Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”.

 

 

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