Kommentar
„PKK-Präsenz im EU-Parlament verrät arrogante Sichtweise gegenüber Türkei“

Das Europäische Parlament war vor wenigen Tagen Gastgeber einer beispiellosen Skandalveranstaltung unter dem Titel „Die Europäische Union, die Türkei, der Nahe Osten und die Kurden“, an der auch mit internationalem Haftbefehl gesuchte Terrorchefs der PKK wie Remzi Kartal, Adem Uzun oder Zübeyir Aydar teilnahmen.

Teilen

Ein Gastkommentar von Kemal Bölge – kboelge@web.de

Das Europäische Parlament war vor wenigen Tagen Gastgeber einer beispiellosen Skandalveranstaltung unter dem Titel „Die Europäische Union, die Türkei, der Nahe Osten und die Kurden“, an der neben EU-Abgeordneten, Politikern, Akademikern und anderen Personengruppen die mit internationalem Haftbefehl gesuchten Terrorchefs der PKK wie Remzi Kartal, Adem Uzun oder Zübeyir Aydar teilnahmen.

Allein der Titel dieser als „Konferenz“ getarnten Propagandasitzung, verrät die arrogante koloniale Sichtweise dieser EU gegenüber der Türkei und den Ländern in dieser Region. Die führenden Verbrecher der PKK haben Tausende unschuldige Menschenleben auf dem Gewissen und das Europäische Parlament hat nichts Besseres zu tun, als diesen Mördern ein Podium zu bieten.

Mit welchem Recht erdreistet sich das Europaparlament mit Steuergeldern Terrorismus zu sponsern? Mit welchem Recht wird die von Deutschland und den EU-Staaten als Terrororganisation anerkannte PKK auf eine Konferenz des Europäischen Parlaments eingeladen und ein Forum für Terrorismus geboten? Diese Sitzung des EU-Parlaments ist ein ungeheuerlicher Skandal, weil es gegen internationale Normen und Gesetze zur Terrorismusbekämpfung verstößt. Wie kann es sein, dass ein führendes Organ der EU, die Legislative, existierende Gesetze missachtet und sich daran nicht hält?

Die EU veröffentlicht jedes Jahr einen Fortschrittsbericht zu den EU-Beitrittskandidaten und fordert diese auf sich an die EU-Kriterien zu halten. Wer sich als EU-Parlament an keine Gesetze und Normen hält, hat meiner Ansicht nach kein Recht von anderen Ländern Kriterien einzufordern. Wer Terrororganisationen gesetzlich verbietet, darf dann nicht hergehen und Terrorbarone der PKK ins Europaparlament einladen. Die Türkei hat durch den blutigen Terror der PKK über 40.000 Menschen verloren und statt Verständnis für den Kampf der Türkei gegen den PKK-Terrorismus zu zeigen, unterstützt das EU-Parlament und zahlreiche EU-Mitgliedsstaaten offen die Terrororganisation PKK.

Von den europäischen und US-amerikanischen Medien wurde immer wieder und wieder das Märchen vom „Kampf gegen den IS“ der PKK/YPG vorgetragen. Nur entspricht das in keiner Weise der Wahrheit, sondern war bis ins letzte Detail geplant. Die Gebiete, die die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien besetzte, wurde von der US-Luftwaffe so lange bombardiert, bis sprichwörtlich kein Stein mehr auf dem anderen übrigblieb und erst dann rückte die PKK/YPG ein.

Jahrelang betonten und unterstrichen amerikanische Präsidenten und auch europäische Regierungsmitglieder stets die Mär vom „Kampf der PKK/YPG gegen den IS“ und nur wenige wussten was eigentlich damit gemeint ist. Beim „Kampf gegen IS“ handelt es sich um ein Codewort für die Errichtung eines unabhängigen kurdischen Staates.

Nur konnten und wollte das kein US-Amerikanischer oder europäischer Verantwortlicher gegenüber der Türkei offen zugeben. Erst als die Türkei kurz nach dem Putschversuch 2016 in Syrien militärisch intervenierte, wurde das ganze Ausmaß der PKK-Unterstützung seitens der USA, Saudi-Arabien, Israel, VAE und der EU-Staaten ganz deutlich. Die Türkei hat den Plan zur Errichtung eines kurdischen Staates in Nordostsyrien erst einmal vereitelt, aber der Kampf dagegen geht weiter, weil die Unterstützer-Staaten der PKK/YPG weiterhin beistehen.

Apropos Terrororganisation IS: Die Türkei ist der Staat, der im Kampf gegen diese Terrorgruppe am erfolgreichsten war. Bei der Militäroperation „Schutzschild Euphrat“ vom August 2016 wurden insgesamt 2.705 IS-Terroristen außer Gefecht gesetzt und davon 2.288 getötet. Bei dieser Operation wurden 344 PKK-Terroristen außer Gefecht gesetzt und 322 davon getötet. Beim Kampf gegen den IS fielen 600 Soldaten der Freien Syrischen Armee (FSA) und 67 türkische Soldaten. Allein aus diesen Zahlen wird deutlich welches Land die Terrororganisation IS wirklich bekämpft.


Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


Auch interessant

– „Back to Turkey“ –
Karriere: Türkischer Rüstungskonzern ASELSAN wirbt um Deutschtürken

Der türkische Rüstungskonzern ASELSAN (Askeri Elektronik Sanayii A.S.) möchte ausgewanderte türkische Ingenieure wieder zurückgewinnen und startet deshalb jetzt eine Kampagne.

Karriere: Türkischer Rüstungskonzern ASELSAN wirbt um Deutschtürken

Auch interessant

Wirtschaftsministerin Reiche: „Wir brauchen die Türkei“

Ankara / Berlin – Inmitten schwerer geopolitischer Verwerfungen setzt die Bundesregierung auf eine drastische Vertiefung der wirtschaftlichen und strategischen Allianz mit Ankara. Bei ihrem ersten...

US-Journalistin Ana Kasparian: Ich traue den Israelis nicht

New York / London – Die bekannte US-Journalistin und Co-Moderatorin des progressiven Nachrichtenformats The Young Turks (TYT), Ana Kasparian, sorgt erneut mit scharfer Kritik...

Zentralrat der Juden sieht „neue Normalität“ des Judenhasses in Deutschland

Berlin - Angesichts neuer Zahlen zu antisemitischen Straftaten in Deutschland hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, vor einer gesellschaftlichen...

Kommentar: „Ist die Türkei ein Rechtsstaat?“

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel In der Türkei kristallisieren sich zwei Lager, die sich nicht nur in einem Punkt vehement widersprechen. Das erste Lager sagt: „Die Justiz...

UN: 37 bis 42 Millionen Kinder und Jugendliche waren 2024 weltweit auf der Flucht

Berlin - 37 bis 42 Millionen Kinder und Jugendliche waren 2024 laut UN-Angaben weltweit auf der Flucht. Doch das sind nur grobe Schätzungen. Zum...

Headlines

Wirtschaftsministerin Reiche: „Wir brauchen die Türkei“

Ankara / Berlin – Inmitten schwerer geopolitischer Verwerfungen setzt die Bundesregierung auf eine drastische Vertiefung der wirtschaftlichen und strategischen...

Ex-US-Abgeordnete Greene: Israel bombardiert Christen

Washington – Mit einer schweren Anschuldigung gegen die israelische Regierung sorgt die prominente US-Politikerin Marjorie Taylor Greene für massives...

US-Journalistin Ana Kasparian: Ich traue den Israelis nicht

New York / London – Die bekannte US-Journalistin und Co-Moderatorin des progressiven Nachrichtenformats The Young Turks (TYT), Ana Kasparian,...

Kommentar: „Ist die Türkei ein Rechtsstaat?“

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel In der Türkei kristallisieren sich zwei Lager, die sich nicht nur in einem Punkt vehement widersprechen. Das...

Meinung

Warum der „nützliche Migrant“ im Sport ein Trugschluss ist

Ein Gastkommentar von Aras Karasun Wer wirklich hofft, dass Menschen in Deutschland durch Fußball und den Migrantenanteil in der Nationalmannschaft, gemeinsames Feiern automatisch zusammenfinden, sollte...

Wirtschaftsministerin Reiche: „Wir brauchen die Türkei“

Ankara / Berlin – Inmitten schwerer geopolitischer Verwerfungen setzt die Bundesregierung auf eine drastische Vertiefung der wirtschaftlichen und strategischen Allianz mit Ankara. Bei ihrem ersten...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Geleceğin Cumhurbaşkanı: Hakan Fidan

Polat Karaburan Recep Tayyip Erdoğan, yarım asrı aşkın bir süredir Türkiye’nin siyasi hayatına yön veriyor. 1976 yılında merhum Necmettin Erbakan’ın siyasi hareketinde filizlenen bu yolculuk,...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...