"Hitler die Stirn bot"
Zweiter Weltkrieg: Russland beklagt „geschichtlichen Gedächtnisschwund“

80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs hat Russland eine verschobene Sicht auf die damaligen Ereignisse beklagt.

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Vor 80 Jahren marschierte die Wehrmacht in Polen ein

Osnabrück – 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs hat Russland eine verschobene Sicht auf die damaligen Ereignisse beklagt. In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ erklärte der Berliner Botschafter Sergej Netschajew, „es war die UdSSR, die dem Aggressor Adolf Hitler die Stirn bot, die den Nationalsozialismus um einen grauenvollen Preis zerschlug und Europa von der braunen Pest befreite“. Diese Fakten seien unstrittig. „Doch, um es mit den Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow zu sagen, je höher die Ziffern der Gedenktage sind, desto häufiger hat man mit geschichtlichem Gedächtnisschwund zu tun“, erklärte Netschajew.

Botschafter betont Rolle und Opfer der UdSSR

Der Diplomat sieht einen „künstlichen entfachten Streit“ über Grundursachen und Folgen des Krieges. Des politischen Vorteils wegen versuche man, „Verlauf und Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges einer Revision zu unterziehen, den entscheidenden Anteil der Roten Armee am Sieg gegen den Nationalsozialismus herunterzuspielen oder gar weiszumachen, dass die UdSSR die Verantwortung für Kriegsausbruch mit dem Dritten Reich teilen würde“, beklagte der Vertreter der Russischen Föderation. Dabei greife man einzelne Entwicklungen aus dem historischen Kontext im eigenen Ermessen heraus.

„Wir rufen zu einem ehrlichen und sorgsamen Umgang mit der gemeinsamen Geschichte auf“, erklärte Netschajew. „Es gilt die schrecklichste Lektion aus dem 20. Jahrhundert zu lernen und die gemachten Erfahrungen zu nutzen, damit das nie wieder passiert. Dies ist vor allem für die junge Generation vonnöten, die die Verantwortung für unsere gemeinsame friedliche Zukunft trägt“, sagte der Botschafter.

Die ganze Welt erinnere sich an diesem Wochenende an eines der dunkelsten Kapitel der Vergangenheit. Mit dem Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen an diesem Sonntag vor 80 Jahren „begann der Zweite Weltkrieg, der blutigste und verheerendste Konflikt in der Menschheitsgeschichte. Es will einem nicht in den Sinn, dass jemand die Verbrechen des NS-Regimes, dessen mörderische Maschinerie auf Unterjochung und Auslöschung ganzer Völker abzielte, mit der Befreiungsmission der Sowjetunion vergleichen mag“, erklärte Netschajew.

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