Start Politik Deutschland Kükenschreddern Künast: Kükentöten ist „Agrarkriminalität“

Kükenschreddern
Künast: Kükentöten ist „Agrarkriminalität“

Die frühere Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast hat Amtsinhaberin Julia Klöckner aufgefordert, klare Fristen für einen Ausstieg aus der massenhaften Tötung männlicher Eintagsküken zu setzen.

(Symbolfoto: pixa)
Teilen

Die frühere Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast hat Amtsinhaberin Julia Klöckner aufgefordert, klare Fristen für einen Ausstieg aus der massenhaften Tötung männlicher Eintagsküken zu setzen.

„Meiner Meinung nach ist das Kükentöten mit Blick auf das Grundgesetz und das Tierschutzgesetz als Agrarkriminalität zu bezeichnen“, sagte die Grünen-Politikerin dem Berliner „Tagesspiegel“. „Dabei darf nicht unverbindlich auf bezahlbare Technik gewartet werden.“

Künast kritisierte das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das am Donnerstag das Kükenschreddern vorläufig weiter erlaubt hatte.

„Ich bin entgeistert, welche Pirouetten da gedreht werden“, sagte die Juristin.

„Einerseits sind wirtschaftliche Interessen kein „vernünftiger Grund“ des Kükentötens, andererseits soll es als mögliche Alternative nur eine in einigen Jahren erwartete teure technische Lösung geben, weshalb das Kükenschreddern vorerst erlaubt bleibt.“

Mögliche Alternativen wie das früher übliche Zweinutzungshuhn und die Bruderhahninitiative habe das Gericht zudem völlig außer Acht gelassen, kritisierte die Bundestagsabgeordnete.

Das Bundesverwaltungsgericht hat das massenhafte Töten männlicher Küken in der Legehennenzucht am Donnerstag vorerst noch als rechtmäßig bestätigt. Bis zur Einführung von alternativen Verfahren dürften Brutbetriebe männliche Küken weiter töten.

Wie die Tagesschau weiter berichtet, hatten die Richter abzuwägen, ob Brutbetrieben die Aufzucht der Tiere wirtschaftlich zuzumuten oder ob das Töten der Küken ethisch vertretbar ist.

Die Richter haben heute entschieden, dass allein die wirtschaftlichen Interessen der Brütereien kein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes seien. Bis Alternativen zur Verfügung stünden, sei die Fortsetzung der Praxis allerdings noch rechtmäßig.

Derzeit werden jährlich bis zu 50 Millionen männliche Küken in Deutschland unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet. Ihre Aufzucht rentiert sich für Geflügelhalter nicht, da die Brüder der Legehennen weder Eier legen können noch schnell genug Fleisch ansetzen.

Facebook Kommentare