Der "Totengräber Jugoslawiens"
Serbien: Vereinigung fordert Milosevic-Denkmal

Der heute vor zwölf Jahren verstorbene serbische Politiker Slobodan Milosevic könnte in der Hauptstadt Belgrad bald eine nach ihm benannte Straße, einen Platz, oder ein Denkmal bekommen. 

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Belgrad (nex) – Der heute vor zwölf Jahren verstorbene serbische Politiker Slobodan Milosevic könnte in der Hauptstadt Belgrad bald eine nach ihm benannte Straße, einen Platz, oder ein Denkmal erhalten.

Auf Initiative des Ehrenpräsidenten und Gründers der Sozialistischen Partei Serbiens (SPS), Milutin Mrkonjic, hat am Freitag eine Gruppe von jungen Parteiaktivisten und Vertretern der Bürgervereinigung „Sloboda“ einen solchen Antrag beim Rathaus dem Gemeinderat eingereicht. Das berichtet die serbische Tageszeitung Vecernje Novosti.

Der Zeitung zufolge wurde die Initiative am Freitagmittag an die Stadtverwaltung übergeben sowie auch an die serbische Präsidentschaft weitergeleitet.

„Ich stimme der Idee zu, das letzte Wort wird aber der Gemeinderat haben“, sagte der SPS-Vorsitzende und amtierende Außenminister Serbiens, Ivica Dacic, der Zeitung.

Den Initiatoren nach war Milosevic „einer der größten Staatsmänner des modernen Serbiens“. Er habe es „niemanden erlaubt, das serbische Volk zu demütigen“ und habe das Land vor der NATO verteidigt. Zudem habe er ein Mehrparteiensystem eingeführt. Es gebe eine moralische Verpflichtung für die Bürger Serbiens, ihre Dankbarkeit zu zeigen.

Im Zusammenhang mit dem Kosovokrieg wurde Milosevic 1999 als erstes Staatsoberhaupt noch während seiner Amtsausübung von einem UN-Kriegsverbrechertribunal wegen Völkermordes angeklagt. 2001 wurde er auf Betreiben des damaligen serbischen Ministerpräsidenten Zoran Dinđić verhaftet und an Den Haag ausgeliefert.

Er soll für die Deportation von fast 200.000 Kroaten und anderen Nichtserben sowie für den Tod von 9000 Menschen in Bosnien verantwortlich sein. Allein bei den Massakern in Srebrenica seien unter seiner Führung 7000 Zivilisten getötet worden. Zudem sei er für die Vertreibung von über 750.000 Zivilisten aus dem Kosovo und fast 900 Toten während des Kosovo-Krieges (1999) verantwortlich.

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