Humanitäre Katastrophe
Hilfsorganisation: 4,5 Millionen Südsudanesen auf der Flucht

Die humanitäre Situation im Südsudan verschärft sich weiter. Im fünften Konfliktjahr haben mittlerweile 2,5 Millionen Südsudanesen in den Nachbarländern Uganda, Kenia, Sudan, Äthiopien, in der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik Schutz vor Gewalt und Vertreibung gesucht.

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Bonn (ots) – Die humanitäre Situation im Südsudan verschärft sich weiter. Im fünften Konfliktjahr haben mittlerweile 2,5 Millionen Südsudanesen in den Nachbarländern Uganda, Kenia, Sudan, Äthiopien, in der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik Schutz vor Gewalt und Vertreibung gesucht.

Zwei Millionen Südsudanesen sind Vertriebene im eigenen Land. Die Gesamtzahl von 4,5 Millionen entwurzelter Menschen bedeutet, dass ein Drittel der sudanesischen Bevölkerung auf der Flucht ist.

Nahrungsmittelknappheit bedroht Millionen Menschen

Während der zwei Jahre Krieg und Gewalt haben die Bauern im Südsudan ihre Felder nicht bestellt. Nun herrscht Hunger im Land und zwingt immer mehr Menschen zur Flucht. Die akute Unterernährung ist extrem hoch.

„Der Hunger und die Kämpfe wurden immer schlimmer und es gab absolut nichts mehr zu essen,” erzählt Nyepach Benyluok, die mit 30 anderen Flüchtlingen, meist Mütter mit Kleinkindern, im Lager ankam. “Wir hatten keine Wahl als hierher zu kommen.”

Zusammen liefen sie eine Woche lang fort von einer Region, in der 750.000 Menschen hungern und sich zumeist von Wildpflanzen, Wasserlilien und Sumpffischen ernähren.

UNHCR rechnet mit weiteren Flüchtlingen

Nach den Jahren der Gewalt ist das Leben vieler Südsudanesen zerstört. Der brutale Konflikt hat bereits zehntausende Todesopfer gefordert und zentrale Teile des Landes vernichtet. Für viele Flüchtlinge bedeutet der Konflikt Gewalt, Missbrauch, Vertreibung und Verlust der Lebensgrundlage. Und so lange dieser Konflikt andauert, werden die Flüchtlingszahlen weiter ansteigen.

Aufgrund der katastrophalen Lage haben am 1. Februar der Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, und der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock (UNOCHA) einen Hilfsappell für den Südsudan gestartet. Darin wird die internationale Gemeinschaft um insgesamt 3,2 Milliarden US-Dollar (2,56 Mrd. Euro) gebeten, um die Not leidenden Flüchtlinge und Vertriebenen unterstützen zu können.

„Dieses Geld wird dringend benötigt. Fast 90 Prozent der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Ihr Leid ist unvorstellbar. Frauen berichten von Vergewaltigungen. Ihre Männer wurden getötet, viele Kinder auf der Flucht entführt. Fast alle Familien haben Verwandte verloren“, sagt Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) wird auch in diesem Jahr die lebensrettende Südsudan-Hilfe fortsetzen. UNHCR-Helfer registrieren ankommende Flüchtlinge, sorgen für Schutz, Unterkünfte, sauberes Trinkwasser, ärztliche Versorgung und verteilen Basisgüter.

Vor allem in Uganda, wo inzwischen mehr als eine Million Südsudanesen leben. Infolge der Massenflucht aus dem Südsudan ist Uganda zum größten Aufnahmeland in Afrika geworden und braucht daher verstärkt internationale Hilfe. Derzeit leben in diesem Land 1,4 Millionen Flüchtlinge.

Aufgrund der dramatischen Unterfinanzierung der Südsudan-Hilfe – bis Ende 2017 sind nur ein Drittel der benötigten Gelder eingegangen – ruft die UNO-Flüchtlingshilfe, der deutsche Partner des UNHCR, dringend zu Spenden auf.

Hilfe für Vertriebene und Flüchtlinge im Südsudan: Spendenkonto UNO-Flüchtlingshilfe Sparkasse Köln-Bonn IBAN: DE78 3705 0198 0020 0088 50 – BIC: COLSDE33 Stichwort: Nothilfe Südsudan

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