Studie
Zehn Jahre Rauchverbot: Das sagen die Deutschen heute

Vor zehn Jahren wurde ein neues Nichtraucherschutzgesetz verabschiedet. Je nach Bundesland wurde es unterschiedlich strikt gehandhabt. Inzwischen wird das Rauchverbot in Gaststätten überall weitestgehend umgesetzt.

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Wie sich Gaststätten und Gäste mit dem Nichtraucherschutzgesetz arrangiert haben

Düsseldorf (ots) – Vor zehn Jahren wurde ein neues Nichtraucherschutzgesetz verabschiedet. Je nach Bundesland wurde es unterschiedlich strikt gehandhabt. Inzwischen wird das Rauchverbot in Gaststätten überall weitestgehend umgesetzt. Im Rahmen ihrer allgemeinen Markt- und Gesellschaftsforschung wollte die ARAG gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest von über 1.000 Deutschen wissen, ob sie sich über die frische Luft in ihrer Stammkneipe oder der Pizzeria um die Ecke freuen oder sich in ihrem Recht auf blauen Dunst beschnitten fühlen.

Große Akzeptanz in der Bevölkerung

Ursprünglich sollte die Änderung des Nichtraucherschutzgesetzes hauptsächlich dem Personal im Hotel- und Gaststättengewerbe gesündere Bedingungen an ihrem Arbeitsplatz bescheren. Zehn Jahre nach der Einführung des Rauchverbotes sind 86,5 Prozent aller Befragten überzeugt, dass es einen Nutzen hat. Nur 10,5 Prozent der Befragten wollen sich mit dem Rauchverbot gar nicht anfreunden und sind der Ansicht, es nütze niemandem und schränke die Bürger nur in ihrer Freiheit ein.

– 86,5 Prozent sind vom Nutzen des Nichtraucherschutzgesetzes überzeugt – 14,1 Prozent der Erwachsenen gehen seit dem Rauchverbot häufiger in Kneipen als früher – 33,1 Prozent der Raucher würden gerne weniger rauchen oder aufhören

Kneipensterben durch Rauchverbot?

Schon vor der Änderung des Nichtraucherschutzgesetzes wurde das grundsätzliche Rauchverbot in Gaststätten lautstark diskutiert. Die Tabakindustrie sah den paffenden Staatsbürger entmündigt, der deutsche Hotel- und Gaststättenverband befürchtete eine Pleitewelle in der Gastronomie-Branche und der Gast konnte sich sein Bierchen ohne Kippe kaum vorstellen. Zehn Jahre später haben sich die Gemüter längst beruhigt. Das befürchtete Kneipensterben ist ausgeblieben. Raucher wie Nichtraucher haben sich an die frische Luft in den Gasträumen von Kneipen und Restaurants nicht nur gewöhnt, sie genießen sie sogar. So sind 14,1 Prozent der befragten Erwachsenen jetzt häufiger in Gaststätten anzutreffen als noch zur Zeit des ungehemmten Tabakkonsums. 67,2 Prozent gehen heute genauso oft in Kneipen und Restaurants wie vor dem Rauchverbot. Nur 5,1 Prozent, also gerade einmal jeder Zwanzigste, hat ohne Zigarette seltener Lust auf einen Kneipen- oder Restaurantbesuch.

Was sagen Raucher zum Rauchverbot?

45,6 Prozent aller Raucher sind der Ansicht, dass das Rauchverbot allen Beteiligten nützt: Die Wirte machen mehr Umsatz, das Personal arbeitet rauchfrei und die Gäste genießen ihr Essen ohne unerwünschten Beigeschmack. Und vielleicht erleichtert es ja sogar denjenigen den Weg in die Kneipe, die 2017 das Rauchen aufgeben oder wenigstens einschränken wollten – laut ARAG Trend immerhin 33,1 Prozent. Obwohl das Nichtraucherschutzgesetz offensichtlich bei Rauchern, Nichtrauchern sowie Noch-Rauchern angekommen ist und weitestgehend akzeptiert wird, wollen CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen es in seiner jetzigen Form kippen. Ob diese Wiederbelebung einer längst beigelegten Diskussion den Oppositionsparteien zum Erfolg verhilft, wird die Landtagswahl am 14. Mai 2017 zeigen.

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