Wirtschaft
Ende der Iran-Sanktionen: Milliardengeschäfte für Deutschland

Mehr als 100 Milliarden US-Dollar an eingefrorenen Vermögenswerten im Ausland werden frei und der Iran wird wieder unbeschränkt Öl und Gas exportieren können.

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Berlin (nex) – Der Wegfall der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran im Zuge des Atomdeals mit der 5+1-Gruppe lässt auch deutsche Unternehmen auf einen neuen Absatzmarkt hoffen. Es gibt allerdings auch noch Widerstände gegen die Vereinbarung.
Der Deal der 5+1-Gruppe mit dem Iran, der den zwölf Jahre dauernden Atomstreit beenden soll, lässt nicht nur Politiker, sondern vor allem auch Unternehmen in aller Welt aufatmen. Die geplante Aufhebung der vom Westen und vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gegen die Islamische Republik verhängten Wirtschaftssanktionen könnte in dem Land einen Wirtschaftsaufschwung nach sich ziehen, der nicht zuletzt auch deutschen Unternehmen Hoffnung auf Milliardengeschäfte macht. Wie die „tagesschau“ berichtet, sollen mehr als 100 Milliarden US-Dollar an eingefrorenen Vermögenswerten im Ausland wieder frei werden und der Iran könnte wieder unbeschränkt Öl und Gas exportieren.

Im Land selbst warten ein Markt mit 80 Millionen Menschen und eine Wirtschaft mit dringendem Modernisierungsbedarf an allen Ecken und Enden auf Investoren. Entsprechend positiv ist auch die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Aus den Verbänden heißt es, dass sich für deutsche Konzerne mittelfristig die Chance auf ein Exportvolumen eröffnen könnte, das einem Gegenwert von zehn Milliarden Euro entspräche. Damit rechnet zumindest der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dessen Vorsitzender Ulrich Grillo vor allem auf den Maschinen- und Anlagenbau einträgliche Zeiten zukommen sieht. Aber auch der Automobilbau, die Chemieindustrie, die Gesundheitswirtschaft sowie der Ausbau erneuerbarer Energien bergen Grillo zufolge eine Reihe von Marktchancen in sich. Die Baubranche sieht ebenfalls eine Chance auf Aufträge, so ein Sprecher des Branchenverbandes HDB. Allerdings müsse diese mit harter Konkurrenz durch Anbieter aus Ländern wie Frankreich, China oder den USA rechnen.

Auch die Russische Föderation und die Türkei, die bereits zu Zeiten aufrechter Sanktionen einen betont pragmatischen Umgang mit dem Iran gepflegt hatten, können darauf hoffen, vom Sanktionsabbau zu profitieren. Russland, das andererseits infolge der Lockerung der Iran-Sanktionen einen sinkenden Ölpreis auf dem Weltmarkt zu befürchten hätte, habe dem US-Präsidenten Barack Obama zufolge einen entscheidenden Beitrag zum Abschluss des bis zuletzt auf Messers Schneide stehenden Deals geleistet. Ob die Vereinbarung allerdings langfristig halten wird, ist noch ungewiss. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu kündigte an, Gespräche mit US-Kongressabgeordneten führen zu wollen mit dem Ziel, eine Mehrheit für den Vertrag im Senat und Repräsentantenhaus zu verhindern. Sowohl aufseiten der Republikaner als auch bei den Demokraten gibt es mächtige Gegner einer Verständigung mit dem Iran. Sollte das Abkommen im Kongress scheitern, könnte der Amtsnachfolger Barack Obamas dieses per Federstrich wieder außer Kraft setzen.

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