Polizeieinsatz Wuppertal
Polizei Wuppertal: 22-Jährige schlug Beamtin unvermittelt in den Bauch

Wuppertal – In den sozialen Medien ist seit einigen Tagen ein Video eines Polizeieinsatzes im Umlauf, in dem mehrere Beamte offenbar unverhältnismäßig gegen eine kopftuchtragende Frau mit Kinderwagen vorgehen. In dem Video ist zu sehen wie die Frau auf dem Boden fixiert und ihr Handschellen angelegt werden. Nach Angaben des Passanten, der das Video aufgenommen haben soll, hätten die Polizisten die Frau angegriffen, weil sie keine Maske trug, als sie mit dem Kinderwagen die Zahnarztpraxis verließ. Man habe ihr dabei so den Arm verdreht, dass sie schrie. Die Polizei Wuppertal äußerte sich am Donnerstag in einer Pressemitteilung zu dem Fall: „Am Dienstag, 22.12.2020, gegen 14:30 Uhr, wurde eine 22-jährige Wuppertalerin auf der Straße Turmhof von zwei Polizeibeamtinnen darauf hingewiesen, dass im Fußgängerzonenbereich in Elberfeld ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden müsse. Die junge Frau reagierte umgehend mit Beleidigungen gegenüber den Polizistinnen. Aufgrund der Beleidigungen sowie der Ordnungswidrigkeit, die diesen vorausging, sollten die Personalien der Frau aufgenommen werden. Dieser Maßnahme entzog sie sich, indem sie rennend in Richtung Wall flüchtete. Während der kompletten Zeit schob sie einen Kinderwagen. Am Wall wurde sie angehalten und gab ihre Ausweispapiere heraus, nicht jedoch ohne weiterhin die Beamtinnen sowie hinzugezogene Kollegen anzuschreien. Während der Personalienfeststellung schlug die 22-Jährige unvermittelt einer Beamtin in den Bauch. Dieser tätliche Angriff führte dazu, dass die Frau zunächst zu Boden gebracht wurde und ihr Handfesseln angelegt wurden. Nachdem die Frau sich beruhigt hatte, wurden ihr die Handfesseln wieder abgenommen, damit sie ihr Kind versorgen konnte. Das Kind wurde während des gesamten Einsatzes nicht gefährdet. Neben Strafanzeigen wegen Beleidigung und Widerstandes gegen Polizeibeamte sowie einer Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung, sprachen die Beamten einen Platzverweis aus.“      

Weihnachten 2020
Türkei: Erdogan wünscht Christen ein frohes Weihnachtsfest

Ankara – Auch in diesem Jahr hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan allen Christen zum Weihnachtsfest gratuliert.

„Ich gratuliere unseren christlichen Bürgern von ganzem Herzen zum Weihnachtsfest“, so Erdogan.

Erdogan weiter: „Das Land, in dem wir leben, ist seit Tausenden von Jahren das Land des Friedens, der Gelassenheit und der vertrauenswürdigen Menschen und die Heimat einer alten Zivilisation, die auf Liebe und Respekt basiert, unabhängig von Religion, Sprache oder Rasse“. Als Mitglieder dieser einzigartigen alten Zivilisation, betrachte man die verschiedenen Kulturen in der Region als einen unvergleichlichen Reichtum der Zivilisation.

„So wie wir im Laufe der Geschichte zusammen und vereint gelebt und unsere Ländereien innerhalb der von uns gegründeten Staaten entwickelt haben, werden wir heute und in der Zukunft unsere Unterschiede als Reichtum betrachten und beharrlich daran arbeiten, unsere Zukunft auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und in größerem Wohlstand aufzubauen.“

Der türkische Staatschef wünsche, dass von den christlichen Bürgern der verschiedenen Traditionen und Kirchen des Christentums das Weihnachtsfest im Einklang mit ihrem Glauben gefeiert wird und zur Stärkung des Klimas der Solidarität in der Türkei führen möge. „Mit diesen Gefühlen und Gedanken gratuliere ich noch einmal allen unseren christlichen Bürgern und der gesamten christlichen Welt zum Weihnachtsfest und wünsche ihnen Frieden, Glück und Wohlergehen“, so Erdogan.

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– Kommentar – „Was, Ihr verbringt Weihnachten in der Türkei?“

Die moderne Türkei des Jahres 2017 heißt Menschen mit anderen Glaubensbekenntnissen sehr herzlich willkommen. Ich selber als ein protestantischer Christ habe mich nie ausgegliedert gefühlt, wurde selten gefragt wie mein Glauben denn eigentlich aussieht… ob in eher ländlichen Regionen oder den tollen Metropolen dieses immer faszinierenden Landes: was mir immer gesagt wurde war „Klaus, wie können wir Dir helfen Weihnachten so zu feiern wie Du es gewohnt bist?“

„Was, Ihr verbringt Weihnachten in der Türkei?“

ESC 2021
Anxhela Peristeri vertritt Albanien beim Eurovision Song Contest 2021

Tirana – Anxhela Peristeri hat am Mittwochabend den albanischen Vorentscheid „Festivali i Kenges“ gewonnen und darf damit Albanien beim Eurovision Song Contest 2021 vertreten. Die 31-jährige Sängerin wird bei der Eurovision, die 2021 in Rotterdam stattfinden wird, mit dem Lied „Karma“ auftreten. Dem Finale vorausgegangen sind zwei Halbfinale am Montag und Dienstag. Das albanische Fernsehen RTSH hat in diesem Jahr trotz Corona an der Tradition des jährlichen Festivali i Këngës festgehalten – auch wenn das hieß, die Shows im Freien und ohne Publikum stattfinden zu lassen, berichtet ESC-Kompakt. Peristeri veröffentlichte 2004 ihr erstes Album Anxhela per ju. Seitdem ist sie in der albanischen Musikszene aktiv und ist auf vielen Festivals und Veranstaltungen aufgetreten. Im Jahr 2018 hatte sie ihr erstes Solokonzert, Reflektim. 2001 nahm sie erstmals am Festivali i Kenges teil. Anxhela stammt ursprünglich aus Korce, einer Stadt, die für ihre Musiker bekannt ist.   https://youtu.be/EwJwe6Ac4YE

Rentenpolitik
Rentenversicherung lehnt jeden vierten Antrag auf berufliche Rehabilitation ab

Die Deutsche Rentenversicherung lehnt nach einem Bericht der „Saarbrücker Zeitung“ jeden vierten Antrag auf berufliche Rehabilitation ab. Demnach wurden bei der Rentenversicherung im vergangenen Jahr rund 403.500 Anträge für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben abschießend bearbeitet. Davon wurden 24,8 Prozent nicht anerkannt, schreibt das Blatt unter Berufung auf aktuelle Daten der Bundesregierung, die die Sozialpolitikerin der Linken, Sabine Zimmermann, abgefragt hatte. Betroffene haben allerdings gute Chancen, abgelehnte Bescheide der Rentenversicherung erfolgreich anzufechten. Den Daten zufolge liegt die Erfolgsquote der eingelegten Widersprüche bei 28,6 Prozent. Nach Angaben eines Sprechers der Rentenversicherung sind die Gründe für eine Ablehnung breit gefächert. Für den Betroffenen könne zum Beispiel ein anderer Sozialleistungsträger zuständig sein. Auch könne sich die Leistung aus medizinischer Sicht erübrigen, etwa dann, wenn die bisherige berufliche Tätigkeit weiterhin möglich sei. Abgelehnt würden Reha-Leistungen auch, wenn die Vorversicherungszeit dafür nicht erfüllt sei, so der Sprecher. Zimmermann kritisierte, dass Betroffene „in einer ohnehin schwierigen Lebensphase durch die komplizierte Rechtslage und die uneinheitliche Praxis der verschiedenen Träger zusätzlich verunsichert werden“. Sinnvoll sei ein kostenträgerübergreifendes Reha-Gesetz für alle Versorgungsbereiche anstelle des jetzigen „Flickwerks“. Aus arbeitsmarktpolitischer Sicht brauche es auch eine „großzügigere Bewilligungspraxis“, so die Linken-Politikerin.

Aachen
Erdogan-Kritiker Ex-St. Pauli-Profi Deniz Naki in U-Haft

Aachen – Er war von seinen Fans als „Erdogan-Kritiker“ gefeiert worden, und als sein Auto im Januar 2018 auf der A4 bei Düren beschossen wurde, machte er in einem Interview mit der WELT den türkischen Geheimdienst MIT für den Anschlag verantwortlich. Erdogan versuche ihn zum Schweigen zu bringen. „Es war ein feiger Versuch, mich in Deutschland zu ermorden“, schrieb der 31-Jährige in einem Statement, das er damals auf sozialen Netzwerken in türkischer Sprache veröffentlichte. Nun berichtet die WELT, dass der Ex-Bundesligaprofi eine „kriminelle Kurden-Gang“ angeführt haben soll. Nach Informationen der Zeitung befindet sich der Deutsch-Türke mit kurdischen Wurzeln seit Monaten in Untersuchungshaft. Am vergangenen Freitag nahmen Ermittler demnach eine weitere Person fest, die Nakis kurdisch geprägte Gruppe mit angeführt haben soll. Der kriminellen Vereinigung werden Schutzgelderpressung, Raubüberfälle und Rauschgifthandel vorgeworfen. Es soll zudem Verbindungen zur Terrororganisation PKK geben. Naki wurde in der Türkei 2018 mit dem Vorwurf der „Terrorpropaganda“ vom Fußballverband lebenslang gesperrt.

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Assyrisch-christlicher Journalist: Westliche Medien lassen keine kritischen Fragen über PKK oder YPG zu

Assyrische Christen und Aramäer sind frustriert über die Berichterstattung westlicher Medien zur Terrororganisation PKK und ihrem syrischen Ableger YPG. Die Berichte entsprächen nicht der Realität und wer Fragen stelle oder Einwände habe, werde in Europa nicht erhört.

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Balkan
„Zeichen der Freundschaft“: Türkei baut in Albanien Häuser für Erdbebenopfer

Laç – „Die von TOKİ zu bauenden Häuser werden eine neue Manifestation der Freundschaft zwischen der Türkei und Albanien sein“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in einer Ansprache per Videokonferenz zur Grundsteinlegung der 522 Häuser in Laç, die von der staatlichen Wohnungsbaubehörde TOKİ in Albanien gebaut werden sollen. „Diese Häuser werden eine neue Manifestation der Freundschaft zwischen der Türkei und Albanien sein. Wir werden, so Gott will, die erste Phase der Häuser so schnell wie möglich fertigstellen und damit beginnen, sie an unsere Brüder und Schwestern zu liefern, die ihre Häuser bei dem Erdbeben verloren haben“, so der türkische Staatchef am Mittwoch. Am 26. November 2019 ereignete sich um 03:54 Uhr Ortszeit etwa 30 Kilometer nordwestlich der albanischen Hauptstadt Tirana ein Beben der Stärke 6,4. Zahlreiche Nachbeben folgten. Es gab 51 Todesopfer, viele Verletzte und Schäden an zahlreichen Häusern.

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– Türkisch-albanische Beziehungen – Kooperationsabkommen: Türkei soll Albaniens Militär modernisieren

Albaniens Parlament hat am Donnerstag eine Vereinbarung für ein militärisches Kooperationsabkommen mit der Türkei verabschiedet. Das Abkommen wurde mit 105 Ja- und 4 Nein-Stimmen bei 4 Enthaltungen beschlossen.

Kooperationsabkommen: Türkei soll Albaniens Militär modernisieren
 

Islamfeindlichkeit
Göppingen: 26-jähriges Moscheemitglied brutal erschlagen

Ebersbach – Am Montagabend wurde ein 26-jähriger Moslem aus mutmaßlich islamfeindlichen Motiven in Ebersbach an der Fils (Kreis Göppingen) brutal ermordet. Der pakistanischstämmige Nawaz Qadri Sahib befand sich am Montagabend gegen 18 Uhr mit seiner Frau auf einem Spaziergang an der Fils, so eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft Ulm. Nahe der Unterführung unter der Albstraße, näherten sich zwei Unbekannte dem Paar und schlugen grundlos brutal auf den 26-Jährigen ein. Danach flüchteten die unbekannten Täter. Sahib starb trotz Reanimierungsversuchen noch am Tatort. Seine Frau überstand den Angriff mit leichten Verletzungen. Die Polizei leitete sofort eine Fahndung und intensive Ermittlungen ein. Sie bildete eine Sonderkommission, um die Tat aufzuklären. Die Polizeikräfte suchten die Umgebung um den Tatort intensiv nach Spuren ab. Die Obduktion an der Leiche ergab, dass der Mann durch massive Gewalt gegen den Kopf verstorben ist. Womit diese schweren Verletzungen verursacht wurden, ist den Ermittlern bislang nicht bekannt. Die Ermittler haben bislang auch keine konkreten Hinweise auf ein mögliches Motiv. Wie die 30-Jährige gegenüber der Polizei angab, waren die Täter zwei dunkel gekleidete und maskierte Männer. Einer der beiden ist groß und schlank. Der andere ist kleiner und eher kräftig mit heller Haut. An ihm sei der Frau seine große weiße Nase aufgefallen. Eine nähere Beschreibung der Männer liegt bislang nicht vor. Die Polizei bittet jetzt weiter um Hinweise von Zeugen. Das zuletzt gesuchte Paar, das unmittelbar nach der Tat mit der Frau sprach, hat sich mittlerweile gemeldet. Die Ermittler suchen noch immer nach einem Mann, der sich gegen 16 Uhr in der Nähe des Tatorts, im Bereich Gentenriedweg, Kanalstraße und Fils, aufhielt. Er trug eine grüne Jacke und eine Mütze. Der Mann ist etwa 40 bis 50 Jahre alt und etwa 1,75 m groß. Außerdem such die Polizei einen weiteren Mann, der gegen 18 Uhr in diesem Bereich an einem Brückenabgang gesehen wurde. Er trug einen brauen Mantel. Diese Personen könnten für die Ermittler wichtige Zeugen sein. Möglicherweise wurde das Paar auch schon auf dem Weg von der Wohnung in der Innenstadt von Ebersbach zur Fils von jemandem verfolgt. Deshalb richten sich die Ermittler auch an Zeugen, die sich nicht in der Nähe des Tatorts aufgehalten haben. Sie fragen:

– Wer hat am Montag, zwischen 17.00 und 18.30 Uhr, in der Innenstadt von Ebersbach sowie im Bereich Gentenriedweg, Kanalstraße und Fils verdächtige Personen gesehen? Wem sind dort verdächtige Fahrzeuge aufgefallen? Trugen die Personen möglicherweise Gegenstände mit sich?

– Wer hat zu dieser Zeit zwei dunkel gekleidete und eventuell maskierte Männer im Bereich Gentenriedweg, Kanalstraße und Fils gesehen? – Wer kennt diese beiden möglichen Zeugen oder kann Hinweise auf sie geben: Ein Mann mit einer grünen Jacke und einer Mütze. Der Mann ist etwa 40 bis 50 Jahre alt und etwa 1,75 m groß. Außerdem ein Mann mit einem brauen Mantel. Näheres zu ihm ist nicht bekannt.

– Wer hat im Bereich Gentenriedweg, Kanalstraße und Fils, insbesondere zwischen 17.30 und 18.30 Uhr, sonst Auffälliges beobachtet? – Wer kann sonst sachdienliche Hinweise geben?

Hinweise bitte an die Kriminalpolizei unter der Telefon-Nr. 0731/1880.    

Corona-Pandemie
Erneut weitere Corona-Mutation in Großbritannien entdeckt

London – Wie der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Mittwoch bekannt gab, ist in Großbritannien eine weitere Mutation des Coronavirus aus Südafrika aufgetaucht. Diese sei abermals ansteckender. „Diese neue Variante ist höchst besorgniserregend, weil sie noch schneller übertragen wird. Es scheint so, als habe sie noch weiter mutiert als die neue Variante, die in Großbritannien entdeckt wurde“, so Hancock. Der Gesundheitsminister forderte auch jeden, der in den letzten zwei Wochen aus Südafrika nach Großbritannien gereist ist, auf, sich selbst zu isolieren. „Und als Teil unserer Überwachung und dank der beeindruckenden genomischen Fähigkeiten der Südafrikaner, haben wir zwei Fälle einer anderen neuen Variante des Coronavirus hier in Großbritannien entdeckt. Beide sind Kontaktpersonen von Fällen, die in den letzten Wochen aus Südafrika eingereist sind. Bereits am Samstag hatten Forscher in Großbritannien und auch in Südafrika neue Varianten des Coronavirus nachgewiesen.    

Corona-Pandemie
Corona-Impfungen: WHO trainiert mit deutscher Hilfe Spezialisten

Mit Unterstützung des deutschen Hasso-Plattner-Instituts (HPI) hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt damit begonnen, medizinisches Personal aller Mitgliedsländer für schnelle und sichere Impfungen gegen das Coronavirus zu trainieren. Auf der Internet-Lernplattform OpenWHO, die das Potsdamer Institut bereitstellt und betreut, schaltete die Genfer Organisation dazu einen zweistündigen Kurs in englischer Sprache frei. Er soll die notwendigen Grundkenntnisse und Fertigkeiten vermitteln, um besonders Gefährdete umgehend als erste gegen Covid-19-Erkrankungen zu impfen – je nach den Prioritätsregeln der Staaten. Nicht nur Beschäftigte des Gesundheitswesens, sondern jeder Interessierte hat nach Anmeldung Zugriff auf die mittlerweile insgesamt 267 Angebote der Plattform OpenWHO. Dazu gehören in Kürze neben einem weiteren Kurs, der Anleitungen zum Erarbeiten nationaler Pläne für Impfungen gegen das Corona-Virus bereitstellt, auch eine so genannte Wissensbasis. Die darin versammelten Informationen auf wissenschaftlicher Grundlage sollen Verantwortlichen helfen, auf Ereignisse in ihren Ländern einzugehen, „die das Vertrauen in Impfungen und begleitende Kommunikation untergraben könnten“. „Wir sind froh es geschafft zu haben, dass die WHO mit unserer Plattform-Technologie durch derartige Kurse bereits mehr als zwei Millionen Experten des Gesundheitswesens aller Mitgliedsländer direkt erreichen und schnell schulen kann“, sagt HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel. „Seit Dezember 2019 schnellten die Nutzungszahlen in die Höhe – auf nunmehr gut 4,6 Millionen Kurseinschreibungen“, berichtet der Institutsleiter. Die WHO sprach auf einer Tagung des Hasso-Plattner-Instituts im Oktober 2020 von einem Wachstum um rund 2.000 Prozent. Für die massiv ausgeweitete Nutzung der OpenWHO-Plattform müssen die HPI-Server in Spitzenzeiten 30.000 Anfragen pro Minute „schultern“. Stresstest mit 2.000 Prozent Wachstum bestanden „Diesen Stresstest während der Pandemie hat das offene Onlinekurs-Angebot der Weltorganisation genauso bestanden wie auch openHPI, unsere seit acht Jahren existierende eigene Lernplattform, welche die Technologie-Basis liefert“, freut sich der Potsdamer Informatikwissenschaftler. Schon am 26. Januar, als das neuartige Virus noch gar keine offizielle Bezeichnung trug, habe bereits der erste OpenWHO-Kurs zu der Erkrankung online gehen können, so Meinel. Sein Team am HPI-Fachgebiet Internet-Technologien und -Systeme betreut für die Weltorganisation auch den Helpdesk. Seit Januar sind dort rund 46.000 Anliegen von OpenWHO-Nutzern behandelt worden. Dabei geht es zum Beispiel darum, technische Fragen zu klären und Probleme zu lösen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr zuvor waren es lediglich gut 600 Anfragen. Allein für das Echtzeit-Training zum Umgang mit Covid-19-Erkrankungen gibt es auf OpenWHO mittlerweile rund 143 Onlinekurse zu 20 verschiedenen Themen in 42 Sprachen. Auffallend ist, dass während der Coronavirus-Pandemie ein verhältnismäßig hoher Anteil von Senioren in aller Welt die Lernplattform der Weltgesundheitsorganisation nutzt. Laut Angaben von OpenWHO-Mitarbeiterin Heini Utunen beträgt der Anteil der Personen, die im Alter von mehr als 70 Jahren an entsprechenden Onlinekursen teilnehmen, fünf Prozent. 70 Prozent sind zwischen 20 und 39 Jahren alt. Wöchentlich werden die Covid-19-Onlinekurse inhaltlich angepasst Zu jeweils einem Drittel handelt es sich bei den Teilnehmenden um Beschäftigte im Gesundheitswesen und um Studierende. Als Staaten, aus denen die meisten Nutzer stammen, nennt die WHO Indien (22 Prozent), Ecuador (zehn Prozent), USA und Mexiko (jeweils rund fünf Prozent) sowie Bangladesch (vier Prozent). „Praktisch in wöchentlichem Abstand passen wir wegen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse unsere Inhalte an“, sagte Utunen im Oktober auf dem openHPI-Forum in Potsdam. Ziel sei es, von derzeit 42 Sprachversionen der Covid-19-Kurse auf 60 zu kommen. Die kostenlosen OpenWHO-Angebote können auch genutzt werden, wenn es keine Internetverbindung oder eine mit nur geringer Bandbreite gibt. „Wir freuen uns, der Weltgesundheitsorganisation mit unserer leicht an den Nachfrage-Boom anpassbaren Plattform-Technologie eine verlässliche Hilfestellung im herausfordernden Kampf gegen die Pandemie bieten zu können“, betont HPI-Direktor Meinel. Auch häufig notwendig werdende inhaltliche Veränderungen der Kurse könnten problemlos bewältigt werden. WHO-Generaldirektor: „Gewaltige Leistung“ WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte es sich am 27. März dieses Jahres nicht nehmen lassen, über den Kurznachrichtendienst Twitter zur einmillionsten OpenWHO-Einschreibung zu gratulieren. Der Äthiopier schrieb: „Das ist eine gewaltige Leistung“. Wiederholt verwiesTedros in Pressekonferenzen und auf Twitterauf die hohe Bedeutung der Plattform seiner Organisation für die Fachkräfte in den Gesundheitssystemen aller Länder: „Wissen ist der Schlüssel, um die öffentliche Gesundheit voranzubringen und #COVID19 zu besiegen“, twitterte er. Auch auf einer Sitzung des Executive Boards lobte der Generaldirektor den Beitrag des Lernportals zur Pandemiebewältigung. Es helfe bei der Infektionsprävention, Bekämpfung von Infektionen, Einsatzplanung und Datenerfassung. Die Verfügbarkeit von Kursen in mehr als 40 Sprachen sei ein Bekenntnis zur Vielsprachigkeit, so der WHO-Chef. Weltweite Anerkennung bekamen die Partner OpenWHO und openHPI jüngst zudem durch den „Learning Technologies Award 2020“ in Gold. Die Auszeichnung wurde am 18. November in London überreicht. Besonders beeindruckte die 61-köpfige Jury die schnelle Skalierbarkeit der Plattform-Technologie. Insgesamt hatten sich mehr als 500 Projekte aus über 300 Ländern beworben. Hintergrund zur interaktiven Bildungsplattform openHPI Seine interaktiven Internetangebote hat das Hasso-Plattner-Institut als Pionier unter den europäischen Wissenschafts-Institutionen am 5. September 2012 gestartet – auf der Plattform https://open.hpi.de. Sie bietet seitdem einen Gratis-Zugang zu aktuellem Hochschulwissen aus den sich schnell verändernden Gebieten der Informationstechnologie und Innovation. Das geschieht bislang hauptsächlich auf Deutsch, Englisch und Chinesisch. Im Herbst 2017 hat openHPI aber erstmals auch die Online-Übersetzung und Untertitelung eines Kurses in elf Weltsprachen angeboten. Mittlerweile wurden auf openHPI rund 868.000 Kurseinschreibungen registriert. Mehr als 255.000 Personen aus 180 Ländern gehören auf der Plattform zum festen Nutzerkreis. Er wächst täglich. Für besonders erfolgreiche Teilnehmer an seinen „Massive Open Online Courses“, kurz MOOCs genannt, stellte das Institut bisher mehr als 95.300 Zertifikate aus. Das openHPI-Jahresprogramm umfasst zahlreiche Angebote für IT-Einsteiger und Experten. Auch die in der Vergangenheit angebotenen rund 70 Kurse können im Selbststudium nach wie vor genutzt werden – ebenfalls kostenfrei. Studierende können sich für das Absolvieren von openHPI-Kursen jetzt auch Leistungspunkte an ihrer Universität anrechnen lassen. Wer sich Videolektionen aus den Kursen unterwegs auch dann anschauen will, wenn keine Internetverbindung gewährleistet ist (etwa im Flugzeug), kann zudem die openHPI-App für Android-Mobilgeräte, iPhones oder iPads nutzen.

Gesellschaft
2,8 Millionen Kinder in Deutschland von Armut bedroht

Osnabrück – 2,8 Millionen unter 18-Jährige in Deutschland leben in einem von Armut bedrohten Haushalt – jedes fünfte Kind oder Jugendlicher. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der arbeitsmarktpolitischen Sprecherin der Links-Fraktion im Bundestag, Sabine Zimmermann, hervor, die der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) vorliegt. Der Anteil der von Armut bedrohten Kinder und Jugendlichen in ihrer Altersgruppe stieg damit von 20,1 Prozent im Jahr 2018 auf 20,5 Prozent im Jahr 2019 an. 2010 lag die sogenannte Armutsgefährdungsquote der unter 18-Jährigen laut dem Mikrozensus noch bei 18,2 Prozent. Auch im Vergleich zur Gesamtbevölkerung haben Kinder und Jugendliche ein höheres Armutsrisiko, hier lag die Quote im Jahr 2019 bei 15,9 Prozent. Als armutsgefährdet gilt, wer in einem Haushalt lebt, in dem weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient wird. „Für eines der reichsten Länder der Erde ist es beschämend, dass so viele Kinder von finanziellen Problemen betroffen sind. Für diese Kinder wird es kein gabenreiches und sorgenloses Weihnachtsfest geben“, sagte Zimmermann der „NOZ“. Sie geht davon aus, dass sich die Lage der Kinder durch die Corona-Pandemie in diesem Jahr weiter verschärft. Zimmermann fordert: „Die Leistungen für Kinder müssen erhöht und eine eigenständige Kindergrundsicherung eingeführt werden.“