Berlin (dts) – Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat Grünen-Chef Cem Özdemir scharf kritisiert. Wendt sagte der „Saarbrücker Zeitung“, die Entscheidung des zuständigen Landratsamtes, in Heidenau ein Versammlungsverbot zu verhängen, sei „genau die richtige Maßnahme. Wenn Herr Özdemir jetzt dazu aufruft, trotzdem zu demonstrieren, ist das unverantwortlich.“
Der Grünen-Chef hatte angekündigt, trotz des Verbotes an einem geplanten Willkommensfest in Heidenau teilnehmen zu wollen. Wendt betonte, die Realität sei, „dass die Polizei nicht mehr in der Lage ist, solche Veranstaltungen zu schützen und gleichzeitig Flüchtlingsheime überall in Deutschland angemessen zu bewachen“. Auch die Grünen seien daran beteiligt gewesen, „dass in den vergangenen Jahren Tausende Stellen planlos bei der Polizei abgebaut wurden“. Wendt sprach ebenfalls von einem „polizeilichen Notstand“ in Deutschland. „Den gibt es schon lange. In jeder Polizeiwache, in jeder Kriminalwache, in jeder Hundertschaft.“
UEFA-Award: Lionel Messi zum zweiten Mal „Bester Spieler in Europa“
Barcelona-Star Lionel Messi gewann am Donnerstag zum zweiten Mal den UEFA-Preis für den „Besten Spieler in Europa“ und verwies damit seine Mitfavoriten Cristiano Ronaldo sowie seinen Teamkollegen Luis Suárez auf die Plätze. Der Preis wird im Wege einer europaweiten Liveabstimmung von 54 Journalisten vergeben. Im Vorfeld hatten sich Messi, der bereits vier Mal zum „Weltfußballer des Jahres“ der FIFA gekürt wurde, und Ronaldo einen harten Wettkampf um den Torrekord in der UEFA Champions League geliefert. Beide erzielten in dieser Saison 77 Tore. Auch Suárez, der im Juni das entscheidende zweite Tor beim 3:1 Barcelonas im CL-Finale gegen Juventus Turin erzielt hatte, schaffte es trotz des verspäteten Saisonstarts Ende Oktober noch auf die Shortlist der Nominierten. Der Stürmer aus Uruguay war von der FIFA nach seiner Beißattacke im WM-Vorrundenspiel 2014 gegen Italien für mehrere Monate gesperrt worden. Seit 2011 wird der UEFA-Award vergeben und von UEFA-Präsident Michel Platini überreicht. Die bisherigen Sieger neben Messi waren Andres Iniesta, Franck Ribery und Ronaldo.
Berlin (dts) – Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) ist für ein Verkaufsverbot für Alkohol ab 22 Uhr. „Ich würde eine Verkaufssperre unbedingt befürworten“, sagt Mortler der „Rheinischen Post“. In Baden-Württemberg habe sich diese Regelung bewährt.
Sie würde „Jugendliche von übermäßigem Konsum abhalten“. Laut Mortler bestätigen das sowohl Polizei wie Rettungsdienste. Die CSU-Politikerin forderte ein „gesellschaftliches Umdenken im Umgang mit Alkohol“. Es gebe 2,6 Millionen Kinder, die in einer suchtbelasteten Familie lebten. Von ihnen wohnten, so Mortler, rund 2,5 Millionen in Alkoholiker-Haushalten. „Das ist nicht hinnehmbar“, so die CSU-Politikerin. Als wichtiges Feld für die Prävention sieht Mortler auch das Thema „Alkohol und Schwangerschaft“ an. „Alkohol- und Tabakkonsum müssen während dieser Zeit absolut tabu sein“, sagte die Drogenbeauftragte. Derzeit kommen jedes Jahr 2.000 schwer geschädigte Neugeborene auf die Welt, die lebenslang auf Hilfe angewiesen sind. „Ohne den Alkoholkonsum der Mutter wären sie gesund zur Welt gekommen“, sagte Mortler.
Deutscher „Kriegstourist“ (21) der PKK in Karlsruhe beigesetzt – Mutter äußert „Stolz“
Düsseldorf (nex) – Dass irregeleitete deutsche Jugendliche oder Heranwachsende eines Tages ohne Ankündigung oder Abschied das Elternhaus verlassen, um als Dschihadtouristen in den Reihen des so genannten „Islamischen Staates“ (IS) zu kämpfen und nicht selten ihr Leben zu lassen, ist keine neue Entwicklung. Seltener, aber dennoch kommt es auch vor, dass andere terroristische Organisationen in Deutschland Nachwuchs anwerben und diese sich mit der Waffe in der Hand vor Ort für deren Ziele einsetzen, statt ihnen von zu Hause aus und aus der Etappe propagandistisch unter die Arme zu greifen.
Am Samstag wurde in seiner Heimatstadt Karlsruhe der 21-jährige Kevin Jochim beigesetzt. Er soll bereits am 6. Juli bei einem Feuergefecht zwischen beiden Terrorgruppen ums Leben gekommen sein, nachdem er zuvor bereits seit drei Jahren in der YPG, des syrischen PKK-Ablegers, militärische Aufgaben übernommen hatte. In den Reihen der Terrorgruppe hatte der in seiner Heimat als überzeugter Linksextremist bekannte Jochim den Namen „Dilsoz Bahar“ getragen. Die Mutter des Getöteten verlieh im Rahmen der Trauerfeier ihrem „Stolz“ auf ihren Sohn Ausdruck.
Kevin Jochims Mutter bei dessen Beerdigung. (Foto: screenshot RT)
Auf Grund von Verzögerungen bei der Überführung der Leiche und einer von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf angeordneten Autopsie nach der Überführung konnte die Beerdigung erst später stattfinden. Nach Berichten der Tageszeitung „Die Welt“ sollen derzeit insgesamt 150 ausländische Freiwillige die Reihen der Terroristen verstärken, um gegen die Terrormiliz IS vorzugehen. Etwa 20 davon sollen aus Deutschland stammen. Bereits im März war dabei die 19-jährige, aus Duisburg stammende Kommunistin Ivana Hoffmann in der Reihen der YPG im Kampf gegen den IS umgekommen. Für Letzteren kämpfen etwa 15 000 Ausländer, darunter 720 Deutsche.
Kevin Jochim soll an seinem Geburtstag, dem 2. November 2012, das Haus seiner Familie verlassen haben, um sich an einer Demonstration in Belgien zu beteiligen, seither habe es Berichten zufolge keine Nachricht mehr von ihm gegeben. In einem Video auf YouTube pries er die Visionen des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan, die für ihn die ideale Form der Umsetzung des Marxismus-Leninismus darstellten, und er wollte offenbar an der Errichtung eines kommunistischen Kurdenstaates im Norden Syriens teilnehmen. Auffallend war, dass Jochim fließend Kurdisch sprach – obwohl sein Interesse am Kurdenkonflikt erst infolge einer platonischen Beziehung zu einer in Deutschland lebenden Kurdin nach dem Abschluss der Realschule erwacht sein soll.
Mehrere Umstände seines Werdeganges haben nun vorwiegend in türkischen Zeitungen Anlass zu Spekulationen gegeben. Neben den ausgeprägten Kurdischkenntnissen haben etwa Tatsachen wie jene, dass Jochim es ungeachtet seines nicht allzu hohen Lebensalters bereits zum Kommandanten der YPG gebracht haben soll, sein jähes Verschwinden oder auch die hohe Popularität, die Jochim in weiterer Folge nicht nur in der linksextremen Szene entwickelt hatte, deren Publikationen ausführlich über seine politischen Ambitionen berichteten, Gerüchte genährt.
So wurde unter anderem gemutmaßt, dass er auch Helfer jenseits des PKK-Umfeldes gehabt haben könnte. Die Tatsache, dass vor wenigen Monaten aufgeflogen war, dass der BND über mehrere Jahre hinweg Informanten aus der ebenfalls linksextremen türkischen Terrororganisation „Revolutionäre Volksbefreiungspartei – Front“ (DHKP/C) geführt und in durchaus großzügiger Weise finanziell unterstützt hatte, ließ einige Medienorgane auch diese Fährte verfolgen. Die Zeitung „Yeni Şafak“ vermutete etwa einen Zusammenhang zwischen der neuen PKK-Strategie, die den Krieg in den Städten in den Mittelpunkt stellen sollte, und dem Wirken deutscher Linksextremisten – und wittert den Versuch des BND, auf die Terrororganisation Einfluss zu bekommen und diese in klassischer Guerilla-Taktik auszubilden.
(Foto: haberler)
Demnach sei Jochim bei einem türkischen Luftangriff auf ein PKK-Terrorcamp in Kandil getötet worden und die Darstellung, er sei im Kampf gegen den IS gefallen, sei lediglich in die Welt gesetzt worden, um eine unproblematischere Ausfuhr der Leiche nach Deutschland zu ermöglichen. Allerdings hatte die Antiterrorkampagne der türkischen Armee zeitlich erst weit nach dem 6. Juli begonnen, der auch von „Yeni Şafak“ als Todestag nicht in Frage gestellt wird.
Berlin (dts) – Die Bundeswehr bekommt zumindest provisorischen Ersatz für das umstrittene Sturmgewehr G36. Nach einer Entscheidung von Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder sollen 600 Sturmgewehre auf der Basis des in der Bundeswehr bereits genutzten Gewehrs G27P sowie als Ergänzung 600 leichte Maschinengewehre MG4 beschafft werden. Das Verteidigungsministerium bestätigte auf Anfrage entsprechende Informationen der „Süddeutschen Zeitung“. Damit kommt abermals der Hersteller Heckler & Koch zum Zug, mit dem das Ministerium im Zuge der Debatte über das G36 teils heftig aneinandergeraten war.
Bei der Beschaffung handelt es sich um eine Interimslösung für eine kleine Gruppe von Soldaten im Einsatz: Nachdem im Frühjahr erhebliche Präzisionsprobleme des Gewehrs nachgewiesen worden waren, hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) angekündigt, für die Einsätze möglichst schnell eine solche Lösung zu finden. Die Entscheidung darüber, wie es grundsätzlich weitergeht, ob also das G36 in der Bundeswehr ersetzt oder auch modifiziert wird, soll bis Ende des Jahres fallen. Von der Leyen hatte im April gesagt, das G36 habe so, wie es konstruiert sei, in der Bundeswehr „keine Zukunft“. Eine ausführliche Untersuchung hatte zuvor angeblich gravierende Präzisionsprobleme der Waffe in heißgeschossenem Zustand sowie bei hohen Außentemperaturen nachgewiesen.
Als kurzfristiger Ersatz kamen nur Waffen infrage, die in der Bundeswehr bereits eingeführt sind. Das G27P, beruhend auf dem marktverfügbaren HK417, wird bereits von den Spezialkräften der Bundeswehr genutzt. Zwar stehen offenbar noch letzte Tests der Präzision unter Extrembedingungen aus, doch nach SZ-Informationen sollen nun bis Ende November zunächst 60 der Gewehre nebst Ergänzungsausstattung beschafft werden. Bis Mitte 2016 sollen es dann 600 sein. Zunächst sollen die Soldaten daran ausgebildet werden. Im Verteidigungsministerium wird erwartet, dass die neuen Gewehre dann in der zweiten Jahreshälfte 2016 in den Einsätzen genutzt werden können. Die 600 als Ergänzung gedachten MG4 sollen bis Ende 2016 beschafft werden. Auch das leichte Maschinengewehr wird bereits in der Bundeswehr genutzt. Die Beschaffung aller Gewehre soll insgesamt etwa 18 Millionen Euro kosten. Im Frühsommer hatte das Ministerium bereits Anweisungen für die Soldaten herausgegeben, wie die Präzisionsprobleme des G36 reduziert werden könnten. Unter anderem gab es den Tipp, das Gewehr hell anzustreichen.
Ankara (eurasia) – Der türkische Premierminister Ahmet Davutoğlu hat am Montag nach einem Treffen mit der Konföderation der anatolischen Dorfschützer und Gesprächen mit Familienangehörigen gefallener Soldaten in Cankaya beschlossen, 10 000 neue sogenannte Dorfschützer-Milizionäre rekrutieren zu lassen. Die Türkei geht seit dem 22. Juli infolge von Anschlägen militärisch gegen die verbotene kurdische PKK-Organisation im Südosten des Landes vor.
Nach Jahren der Annäherung des türkischen Staates und der PKK, die seit den 1980er Jahren einen Guerilla-Krieg gegen die türkische Regierung führt, war laut dem Vorsitzenden der Konföderation anatolischer Dorfschützer (auf Türkisch: Korucu), Ziya Sözen, die Größe der paramilitärischen Verbände von ursprünglich 63 000 auf 46 000 Mann abgesagt. Um den aktuellen Herausforderungen gerecht zu werden, forderte Sözen die Aufstockung der Einheiten um 10 000 neue Milizionäre.
Ahmet Davutoğlu sagte, die „neuen Rekrutierungsforderungen werden unverzüglich genehmigt“, zitierte Sözen den türkischen Premierminister. Zudem haben die lokalen Verteidigungseinheiten gegen die PKK eine einheitliche Gehaltserhöhung auf monatlich 500 Türkische Lira gefordert. Sözen monierte auch, dass wegen des bestehenden Waffenmangels dieses Jahr bereits 13 Dorfschützer bei Überfällen gestorben seien. Daher forderte der Konföderationsvorsitzende, dass Dorfschützer von der Besteuerung bei Waffengebrauch künftig ausgeklammert werden sollten, um den Zugang zu Verteidigungsmitteln für die speziell ausgebildeten Einheiten zu erleichtern. Nach der Unterredung mit Davutoğlu gab Sözen zufrieden preis, dass „das Problem durch die lokalen Provinzen gelöst“ werde.
Schließlich wurde den Dorfschützern in der Hauptstadt Ankara noch ein eigenes Departement und Gästehaus zugesprochen. 1985, ein Jahr nach dem Auftakt des bewaffneten Kampfes der PKK, die in der Türkei, der EU und den USA auf der Terrorliste steht, begann die türkische Regierung damit, kurdische Stämme im Kampf gegen die PKK zu bewaffnen. Dorfschützer erhalten staatliche Bezüge und – ähnlich wie Beamte – die Möglichkeit, staatliche Versorgungsdienste wie die Gesundheitsfürsorge für Beamte in Anspruch zu nehmen.
Erschienen am 27.08.2015 auf eurasianews.de
Berlin (dts) – Vor dem Hintergrund der Westbalkan-Konferenz fordert der ehemalige Ministerpräsident und heutige Außenminister des Kosovo, Hashim Thaci, von der EU mehr finanzielle und wirtschaftliche Hilfen für den Balkan, um die Ursachen der Flüchtlingswelle zu bekämpfen. „Ich hoffe, die Einsicht setzt sich durch, dass die Probleme der wachsenden Zuwanderung am besten durch Investitionen auf dem Balkan gelöst werden können“, sagte Thaci der „Bild“ (Freitag). „Wir sind Teil Europas. Und wir haben ein großes Entwicklungspotenzial, von dem die gesamte EU profitieren kann.“
Kosovo sei „als Staat absolut sicher, Asylgründe gibt es nicht“, so Thaci weiter. „Es gibt bei uns pro Einwohner weniger Straftaten als in Deutschland. Auch Minderheiten wie Roma und Sinti stehen bei uns unter dem Schutz der Verfassung, sie haben sogar garantiere Sitze im Parlament.“ Den zeitweise massiven Anstieg von Asylanträgen kosovarischer Bürger in Deutschland führt Thaci vor allem auf das Treiben organisierter Schlepperbanden zurück: „Viele Kosovaren träumen von einem Leben im Westen. Und sie wurden zum leichten Ziel von Schleuserbanden, die ihnen versprachen: Deutschland gibt euch Asyl, Arbeitsvisa, lukrative Jobs. Dann haben wir Anfang 2015 eine Kampagne gestartet, um die Lügen aufzuklären und massiv die Schleuser zu bekämpfen – mit Erfolg. Seit drei Monaten liegt die Zahl der Flüchtlinge, die aus Kosovo nach Deutschland kommen, bei unter 40 pro Tag“, so Thaci weiter.
Österreich: Bis zu 50 Flüchtlinge in Kühllaster erstickt
Wien (nex) – Eine schreckliche Entdeckung machten Einsatzkräfte auf der Ostautobahn A4 am Donnerstag gegen 11:30 wenige Kilometer vor Parndorf im österreichischen Bundesland Burgenland. Im Inneren eines Kühllastwagens, der offenbar bereits am späten Mittwochabend in einer Pannenbucht abgestellt worden war, fanden die Beamten die bereits verwesenden Leichen von bis zu 50 Flüchtlingen, die offenbar auf diesem Wege in den Westen gebracht werden sollten. Die Todesursache soll Ersticken gewesen sein, es gab keine Überlebenden. Der Wagen soll bereits am Morgen einer Polizeistreife aufgefallen sein, diese habe jedoch an eine Panne geglaubt und sich stattdessen weiter auf die Suche nach Flüchtlingen gemacht, von denen derzeit täglich bis zu 200 aufgegriffen werden sollen, die zuvor von Ungarn und aus der Slowakei kommend die Grenze überschritten haben. Der Fahrer des Wagens ist nach wie vor flüchtig.
Wie die Zeitung „Die Presse“ berichtet, habe es am Donnerstagnachmittag eine groß angelegte Suchaktion mit Suchhunden und einem Hubschrauber gegeben, um nach etwaigen weiteren Opfern oder Tatverdächtigen zu suchen, gleichzeitig war die Spurensicherung vor Ort, um den Fundort und den Lkw nach Beweismitteln abzusuchen. Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner äußerte im Rahmen einer Pressekonferenz ihre Betroffenheit und erhob Vorwürfe gegen Schlepperbanden, die in der Region tätig wären, und kritisierte Mitbürger, die „glauben, Schlepper wären freundliche Helfer“. Sie wolle auf europäischer Ebene noch stärkere Bemühungen in die Wege leiten, um Flüchtlingen „direkt an den Außengrenzen der EU Schutz finden“ zu lassen und diese dann auf die Mitgliedsstaaten aufzuteilen.
Auf dem Kühlwagen mit ungarischen Kennzeichen steht der Schriftzug einer slowakischen Hühnerfleischfirma. Diese habe nach eigenen Angaben im Vorjahr 13 Lkw verkauft, einer der Käufer habe offenbar den Transporter nach Ungarn weiterveräußert. Immer wieder kommen Menschen beim Versuch zu Tode, das Territorium europäischer Länder zu erreichen. Mehrere hundert Tote hatte es in diesem Jahr bereits bei Havarien von Flüchtlingsschiffen gegeben, die versuchten, Europa auf dem Seeweg über das Mittelmeer zu erreichen. Flüchtlinge, die als blinde Passagiere in Lkws mitreisen, versuchen so meist, nach Calais zu gelangen, um von dort aus Großbritannien zu erreichen. Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft heute in Wien mit Amtskollegen aus den Balkanstaaten zusammen, um die Lage zu erörtern. Österreichs Außenminister Sebastian Kurz drohte mit einer Wiederaufnahme der Grenzkontrollen und weiteren restriktiven Maßnahmen, sollte die EU keine gemeinsame Lösung finden.
Berlin (dts) – Mit dem Aufruf zu konkreten Reformen der katholischen Ehelehre und Sexualmoral hat sich die Basisbewegung „Wir sind Kirche“ an die deutschen Teilnehmer der bevorstehenden Bischofssynode in Rom gewandt. „Zumindest für die geschiedenen Wiederverheirateten sollte eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden“, heißt es in einem Offenen Brief der „Kirchenvolksbewegung“, über den der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Das dreiseitige Schreiben ist an den Münchner Kardinal Reinhard Marx sowie die Bischöfe Heiner Koch (noch Dresden, künftig Berlin) und Franz-Josef Bode (Osnabrück) gerichtet.
Sie vertreten den deutschen Episkopat auf der Bischofsversammlung im Oktober, die Papst Franziskus einberufen hat. Von der Synode würden „zu Recht Ergebnisse erwartet“, heißt es in dem Brief der Laiengruppierung. Ein weiteres Mindestziel der Synode sehen die Autoren darin, dass „in den Fragen Homosexualität, Geburtenkontrolle und vorehelicher Sexualität immer noch bestehende Vorbehalte relativiert oder aufgehoben werden“. In aller Vorsicht müssten aber auch kirchliche Lehrpositionen „auf den Prüfstand“ gestellt werden. Angesichts zu erwartender Widerstände von konservativen Bischöfen und auch aus ganzen Weltregionen wie etwa Afrika drängen die reformorientierten Laien auf eine Doppelstrategie regionaler Lösungen einerseits und eines dogmatischen Moratoriums andererseits.
Vorschnelle Entscheidungen der Synode in strittigen theologischen Fragen – speziell mit Blick auf das Verständnis der Ehe und der Homosexualität – könnten den „Weg in die Zukunft verbauen“, warnen die Laien in ihrem Brief an die deutschen Synodenvertreter. Deshalb hält „Wir sind Kirche“ schon jetzt die Verschiebung mancher Beschlüsse und die Anberaumung einer weiteren Synodenversammlung in zwei oder drei Jahren für notwendig. Die Anerkennung eines biblisch fundierten religiösen und kulturellen Pluralismus wäre aus Sicht der Laienvertreter „ein großer, zukunftsweisender Schritt für die katholische Kirche“.
Mohammad nun auch in London beliebtester Name für neugeborene Jungen
London (nex) – Der Name des Propheten des Islam, Mohammad, war jüngsten Daten des Nationalen Büros für Statistik (NOS) von England zufolge der beliebteste Jungenname in London im Jahr 2014. Damit ist der Name, der „Gepriesener“ oder „Preisender Gottes“ bedeutet, bereits zum vierten Mal hintereinander auf Platz eins der Rangliste für die Namen Neugeborener gerückt, den er 2011 erstmals erklommen hatte. Auch in anderen Landesteilen wird der Name des Propheten oft vergeben. „Mohammad“ ist auch in Regionen wie Yorkshire, der Region West Midlands und im Nordwesten unter den fünf beliebtesten Jungennamen.
Es gibt jedoch unter Sprachwissenschaftlern eine Kontroverse darüber, ob es statthaft sei, unterschiedliche Schreibweisen des Namens des Propheten, die allesamt aus der Transliteration aus dem Arabischen in die römische Schrift herrühren, als identischen Namen zu werten. Einige Philologen hatten argumentiert, dass in diesem Fall auch alle englischen Variationen eines Namens, etwa Ollie von Oliver oder James und Jim, auch als ein einziger Name zu betrachten wären. In diesem Fall wären diese englischen Traditionsnamen noch häufiger als Mohammad – auch in London. Dagegen wird ins Treffen geführt, dass diese unterschiedlichen Variationen andere Gründe ihres Bestehens als nur jene der Transliteration hätten.
Auch Aisha, der Name der letzten Frau des Propheten und der Tochter seines Gefährten und des ersten Kalifen nach seinem Tod, Abu Bakr, erfreut sich steigender Beliebtheit und stieg um 18 Plätze auf Platz 76 der Rangliste der beliebtesten Namen für neugeborene britische Mädchen. Mit Omar, Ali, Ibrahim und Kian (den es auch im irischen Sprachgebrauch gibt) tauchen noch weitere arabische Jungennamen unter den Top 100 auf. London ist zudem nicht die erste europäische Hauptstadt, in der Neugeborene am häufigsten den Namen Mohammad erhalten. Auch in Brüssel, Amsterdam, Kopenhagen und Oslo befindet sich der Name des Propheten des Islam bereits auf Platz eins.