Ethikkommission
Fifa-Präsidentschaftskandidat Chung droht 15-jährige Sperre
Zürich (dts) – Dem südkoreanischen Fifa-Präsidentschaftskandidaten Chung Mong-Joon droht eine langjährige Sperre für alle Fußball-Aktivitäten. Wie die „Welt am Sonntag“ erfuhr, hat die Untersuchungskammer der Ethikkommission des Weltverbandes eine 15-jährige Sperre wegen Verstößen gegen den Ethikkodex vorgeschlagen. Hintergrund der Ermittlungen ist eine angebliche Offerte des 63 Jahre alten Milliardärs aus dem Oktober 2010 an seine damaligen Kollegen im Fifa-Exekutivkomitee (ExCo).
Zwei Monate später wurde über die Austragungsorte der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 abgestimmt. Südkorea gehörte zu den Bewerbern für 2022. In den Briefen, die Chung an die ExCo-Mitglieder verschickte, soll er laut des Zeitungsberichtes angeblich die Errichtung eines „Global Football Fund“ vorgeschlagen haben. Zwischen 2011 und 2022 würde Südkorea demnach 777 Millionen US-Dollar für Fußball-Entwicklungsprojekte in aller Welt ausgegeben.
UEFA
Europa League: Fenerbahce Istanbul gewinnt gegen Atromitos Athen
Fenerbahçe Istanbul hat sich einen Vorteil erkämpft.
Istanbul (nex) – Fenerbahçe Istanbul hat das Hinspiel der Play-Offs in der UEFA-Europa League gegen den griechischen Erstligisten Atromitos mit 1:0 gewonnen. Der niederländische Neuzugang Robin van Persie schoss in der 89. Minute das einzige Tor der Partie. Das Rückspiel findet am Donnerstag, 27. August in Istanbul statt. Der kroatische Schiedsrichter Ivan Bebek wird das Spiel leiten.
Krieg gegen den Terror
Türkei: „BBC unterstützt Terrorismus!“
Ankara (nex) – Das türkische Außenministerium hat am Freitag ein veröffentlichtes Interview des englischen Senders BBC mit Mitgliedern der verbotenen Terrorgruppe PKK scharf kritisiert. „Das Veröffentlichen eines derartigen Interviews über eine Organisation, die in vielen Ländern als Terrorgruppe eingestuft wird, ist eine klare Unterstützung des Terrorismus.“
Am 20. August ist eine Bilddokumentation des BBC unter dem Namen „PKK Kämpfer bereiten sich auf den Kampf gegen die Daesh vor“ erschienen. Ankara hat die Veröffentlichung als „inakzeptable, schriftliche und visuelle Propaganda“ für die Terroristen der PKK bezeichnet.
Im Interview hat BBC die PKK folgendermaßen beschrieben: „Die PKK wird als Terrororganisation von den türkischen Behörden und mehreren Weststaaten bezeichnet, dabei ist sie ein Schlüsselelement im Kampf gegen die jihadistische Gruppe Islamischer Staat.“
Das türkische Ministerium hat den Bericht als Propaganda für Terrorismus bezeichnet und warnt, dass mit diesem Interview junge Männer animiert werden könnten, der verbotenen Terrormiliz beizutreten, um gegen den IS zu kämpfen. Außerdem würde fälschlicherweise das Bild einer harmlosen, unschuldigen Organisation vermittelt werden.
Währungsreform?
Lafontaine will Rückkehr zum Europäischen Währungssystem
Berlin (dts) – Der frühere Linken-Chef Oskar Lafontaine hat sich für die Rückkehr zum Europäischen Währungssystem ausgesprochen. „Ich plädiere für die Rückkehr zu einem Europäischen Währungssystem, EWS, das die Erfahrungen, die mit diesem Währungssystem gemacht wurden, berücksichtigt und seine Konstruktion im Interesse aller teilnehmenden Länder verbessert“, schreibt Lafontaine in einem Meinungsbeitrag für die Wochenendausgabe der Tageszeitung „Junge Welt“. „Das Europäische Währungssystem förderte, und darauf kommt es an, im Gegensatz zum Euro die fortschreitende Zusammenarbeit der Völker Europas. Durch regelmäßige Auf- und Abwertungen wurde das zu starke Auseinanderdriften der europäischen Volkswirtschaften verhindert. Zwar war die Dominanz der Bundesbank ein großes Problem, aber ein ungleich geringeres als die heutige Bevormundung der Europäer durch die deutsche Wirtschaft und die Merkel-, Schäuble-, Gabriel-Regierung.“
Scharfe Kritik übte der Linken-Politiker zudem an den Institutionen der EU: „Seit immer deutlicher wird, in welchem Ausmaß die Europäische Kommission und das Europäische Parlament zu Erfüllungsgehilfen der Wirtschaftslobby wurden, ist eine weitere Übertragung von Zuständigkeiten auf die europäische Ebene gleichbedeutend mit dem Abbau von Demokratie und Sozialstaat. Darauf, und das meine ich auch selbstkritisch, weil ich als überzeugter Europäer lange die Politik der zunehmenden Übertragung von Aufgaben auf die europäische Ebene befürwortet habe, hätte man schon früher kommen können.“ Die europäische Linke müsse jetzt einen Plan B entwickeln „für den Fall, dass eine europäische Mitgliedspartei in eine vergleichbare Situation kommt. Das europäische Regelwerk muss so umgebaut werden, dass der demokratisch nicht legitimierten Zentralbank die Macht genommen wird, per Knopfdruck die Demokratie außer Kraft zu setzen“.
Asylverfahren
FDP will Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Eritrea pauschal anerkennen
Berlin (dts) – FDP-Generalsekretärin Nicola Beer will Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Eritrea pauschal anerkennen, um die Asylverfahren zu beschleunigen. „Angesichts der gewaltigen Flüchtlingszahlen muss endlich gehandelt werden. Dafür ist es in einem ersten Schritt notwendig, die Asylverfahren deutlich zu beschleunigen und den Verfahrensstau nachhaltig abzubauen“, erklärte Beer am Donnerstag mit Blick auf die neue Prognose der Bundesregierung, derzufolge im laufenden Jahr bis zu 800.000 Menschen einen Asylantrag in Deutschland stellen könnten.
„Deshalb schlagen die Freien Demokraten vor, dass Verfahren zu vereinfachen und Flüchtlinge aus Ländern mit einer Anerkennungsquote von nahezu 100 Prozent wie Syrien, Irak und Eritrea in Verbindung mit einer Sicherheitsüberprüfung pauschal anzuerkennen. Diese Regelung sollte alte und neue Anträge umfassen und zunächst bis Ende des Jahres befristet werden.“ Darüber hinaus müsse das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) personell besser ausgestattet werden, forderte die Generalsekretärin der Freidemokraten. „Hierfür müssen alle verfügbaren und geeigneten Kräfte aus Zoll und anderen Behörden abgeordnet werden. Die Asylantragsbearbeitung muss absoluten Vorrang vor der Mindestlohnkontrolle beim Bäcker bekommen. Darüber hinaus sollte auch die Bundesagentur für Arbeit zusätzliche Mittel und Personal bekommen, um für eine schnelle anschließende Integration in den Arbeitsmarkt sorgen zu können.“
Istanbul
Türkei: Teuerste Wohnung Istanbuls steht für sensationelle 140 Millionen Euro zum Verkauf
Teuerste Wohnung Istanbuls steht für 140 Millionen Euro zum Verkauf
Istanbul (nex) – In Istanbul könnte bald der bislang teuerste Immobilienverkauf in der Geschichte der Stadt über die Bühne gehen. Eine mysteriöse und bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch durch den Eigentümer noch nicht exakt bezeichnete Wohnung am Wasser, direkt am Ufer der Bosporusstraße gelegen, soll für einen Rekordwert von 140 Millionen Euro zum Verkauf angeboten worden sein. Bislang war die teuerste in Istanbul verkaufte Immobilie die Wohnung mit dem Namen „Erbilginler Yalısı“, für deren Erwerb der katarische Geschäftsmann Abdulhadi Mana Al-Hajri 100 Millionen Euro hingeblättert hat. Obwohl die exakte Lage der Wohnung auf Bitte des Eigentümers hin noch geheim gehalten wird, soll sie Berichten zufolge in Istanbuls Nobelgegend Arnavutköy gelegen sein. Sie soll auf einem 3000 Quadratmeter großen Grundstück liegen, 19 Räume aufweisen, darunter zwei große Wohnzimmer und acht Badezimmer.
Sollte sie verkauft werden, wäre sie die am teuersten verkaufte Immobilie in der Geschichte der Stadt. Derzeit stehen in Istanbul, das für exquisite Immobilien am Wasser zwischen zwei Kontinenten bekannt ist, 14 solcher Wohnungen zum Verkauf, zehn davon auf asiatischer Seite. Die „günstigste“ davon wird für 10 Millionen US-Dollar angeboten. Bei der nun zum Verkauf stehenden Wohnung handelt es sich um eine am Ufer der Bosporusstraße im Bezirk Yeniköy gelegene Immobilie, die Teil eines Traumhauses ist, das im Magazin „Forbes“ 2014 im Rahmen des Berichts über die „Teuersten Milliardärshäuser der Welt“ zum weltweit viertteuersten Residenzhaus gekürt wurde. Das Traumhaus soll insgesamt 64 Räume umfassen und auf einem 5800 Quadratmeter großen Grundstück liegen. Die Wohnung soll ursprünglich als „Şehzade Burhanettin Efendi Yalısı“ bekannt gewesen sein. Der Sohn des Sultans Abdülhamit II., Şehzade Burhanettin, hatte sie 1911 erworben, aber 1985 an die Familie Erbilginler verkauft, welche die Wohnung renovierte.
Erziehungsleistungen
Schwesig will Betreuungsgeld-Mittel für Kita-Ausbau verwenden
Berlin (dts) – Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) besteht darauf, dass die nach dem Wegfall des Betreuungsgelds freiwerdenden Haushaltsmittel von rund einer Milliarde Euro jährlich in den Ausbau der Kindertagesbetreuung gesteckt werden. „Den Familien darf jetzt nichts weggenommen werden“, sagte Schwesig der „Welt“. Diese Grundsatzentscheidung sei in der Koalition aber leider noch nicht gefallen.
Nach Informationen der „Welt“ soll die Frage Anfang September im Koalitionsausschuss beraten werden. Die CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, forderte: Die aus dem Betreuungsgeld freiwerdenden Mittel sollten den Ländern zur Verfügung gestellt werden. Das Geld könnte zum Beispiel als Landesfamiliengeld an Familien mit Kindern unter zwei Jahren gehen – mit einer „Sonderkomponente“ kinderreicher Familien, sagte sie der „Welt“. „Warum akzeptieren die Sozialdemokraten nicht die Entscheidung von allein in Rheinland-Pfalz über 23.000 Eltern, die das Betreuungsgeld in Anspruch nehmen und ihr Kind zu Hause betreuen wollen? Stattdessen setzt die SPD – auch mit Bundesfamilienministerin Schwesig – voll auf die staatlich organisierte Kinderbetreuung.“
Klöckner sagte, sie halte es für falsch, Kitas und Eltern mit Blick auf Erziehungsleistungen gegeneinander auszuspielen. „Jedes Kind ist anders und jedes Kind hat individuelle Bedürfnisse. Wir haben Vertrauen in die Eltern, dass sie selbst entscheiden können, welche Betreuungsform sie bei kleinen Kindern wann wählen.“ Wenn Rheinland-Pfalz` Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) anmerke, dass das Betreuungsgeld viele Kinder von frühkindlicher Bildung ferngehalten habe, spreche sie Eltern damit die Erziehungskompetenz ab, sagte Klöckner. „Wir wollen aber Familien unterstützen in ihrer Wahlfreiheit, ihnen Planbarkeit ermöglichen. Und wir trauen den Eltern zu, zu wissen, was das Beste für ihr Kind ist.“
Meinungsbildungsprozess
„Lobbys wollen den türkischen Präsidenten Erdogan diskreditieren“
Ankara (dts) – Der türkische EU-Minister Volkan Bozkir glaubt, dass sich feindliche Mächte gegen sein Land verschworen haben. „Es gibt einen unglücklichen Meinungsbildungsprozess, gesteuert von Kreisen, die an einer falschen Wahrnehmung der Türkei interessiert sind“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Diese Kreise bestünden aus Lobbys, die Medien in vielen Ländern kontrollierten.
„Im US-Kongress zum Beispiel haben die armenische, die griechische und die jüdische Lobby eine große Macht“, meint Bozkir. Die Lobbys wollten den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan diskreditieren. Doch, so Bozkir: „Die Türkei ist eine reine Demokratie.“ Bozkir reist derzeit durch Europa, um den Kampf seiner Regierung gegen die PKK und den „Islamischen Staat“ (IS) zu erklären. Die Luftwaffe seines Landes greife den IS derzeit nicht an, sagte Bozkir. „Das machen die Amerikaner. Wir attackieren im Norden des Irak die PKK.“ So habe man es vereinbart.
"Mond-Dorf"
ESA: Gerst soll erster Deutscher auf dem Mond werden
Darmstadt (dts) – Der Astronaut Alexander Gerst soll nach Plänen der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) der erste Deutsche auf dem Mond werden. Das meldet „Bild“. Demnach setzt sich die ESA für eine permanente Station auf dem Mond für Forschungszwecke ein.
Der ESA-Direktor für bemannte Raumfahrt und Ex-Astronaut, Thomas Reiter, sagte gegenüber „Bild“: „Natürlich haben wir viele gute Astronauten in Europa, die für so eine Mission geeignet sind. Aber natürlich würde ich mir wünschen, dass Gerst mitfliegt und der erste Deutsche wird, der seinen Fuß auf den Mond setzt.“ Thomas Reiter ist auch für das europäische Astronauten-Korps zuständig. Auch der neue ESA-Chef Professor Jan Wörter, der die Idee für das „Mond-Dorf“ entwickelt hat, machte sich für Gerst stark. Wörter sagte gegenüber „Bild“: „Wenn wir eines Tages gemeinsam mit den USA eine Crew mit einer astronautischen Mission zum Mond schicken, dann natürlich mit einem europäischen Astronauten an Bord. Ich würde mich freuen, wenn Alexander Gerst dann der Kandidat wäre.“ Der ESA-Chef hält dieses Szenario für „realistisch“. Alexander Gerst war von Mai bis November 2014 auf der Internationalen Raumstation (ISS) und erlangte während dieser Zeit große Beliebtheit. Er sagte gegenüber „Bild“: „Selbstverständlich würde es mich als ESA-Astronaut und Geophysiker besonders faszinieren, am Rande eines Mondkraters zu stehen und diesen zu erforschen. Denn mit jedem Geheimnis, das uns der Mond verrät, erfahren wir auch mehr über unsere Erde.“
Kampf gegen den Terror
US-Verteidigungsminister: Türkei muss stärker gegen IS vorgehen
Washington (dts) – US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat die Türkei aufgefordert, stärker gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) vorzugehen. So solle sich die türkische Luftwaffe auch mit eigenen Kampfflugzeugen an den Luftschlägen der von den Vereinigten Staaten angeführten Anti-IS-Koalition beteiligen, forderte Carter in Washington. Auch müsse das Nachbarland Syriens und des Iraks mehr für die Kontrolle seiner Grenzen tun.
Der US-Verteidigungsminister monierte in diesem Zusammenhang, dass die Terrormiliz weiterhin Kämpfer und Nachschub über die türkische Grenze nach Syrien bringen könne. „Wir brauchen sie auch als Nachbar der Konfliktregion, als langjährigen Nato-Partner und als verantwortungsvolles Mitglied der Anti-IS-Koalition, um die Grenze zu kontrollieren“, sagte Carter in Richtung Ankara. Der Beitrag der Türkei im Kampf gegen den IS sei zwar „bedeutend, aber nicht genug“, betonte der US-Verteidigungsminister. Die Türkei konzentriert sich derzeit im Wesentlichen auf den Kampf gegen die PKK und hat bisher nur vereinzelt Luftangriffe auf IS-Stellungen geflogen.


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