Waffenexporte
USA: Warnung an Russland
Washington/Moskau (nex) – Die USA haben Russland vor einer militärischen Intervention und einer daraus folgenden Eskalation des Konflikts in Syrien gewarnt. Das Außenministerium hat eindringlich davor gewarnt, dass noch mehr Syrer in die Flucht getrieben oder getötet werden, falls Russland seine Unterstützung für das Regime von Machthaber Baschar al-Assad massiv ausweiten würde. In einem Telefonat mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow äußerte sich John Kerry besorgt über Berichte, in denen es heißt, dass der Ausbau des Waffenbestandes des syrischen Regimes in Planung sei.
Das russische Außenministerium hat sich bisher nicht zu den erwähnten Berichten geäußert. Aus Washington ist bestätigt worden, dass die Außenminister beider Länder ihre Gespräche gegen Ende des Monats am Rande der UN-Vollversammlung in New York fortsetzen wollen.
Krieg gegen den Terror
Bis zu 20 Tote nach Terroranschlag der PKK in Hakkâri befürchtet
Bis zu 20 Tote nach Terroranschlag der PKK in Hakkâri befürchtet
Ankara (nex) – Mehrere Soldaten der türkischen Streitkräfte wurden am heutigen Sonntagabend im Bezirk Dağlıca in der südosttürkischen Provinz Hakkâri infolge eines Hinterhalts durch Landminen getötet. Dies berichten die Agentur Reuters und mehrere türkische Medien. Die exakte Zahl der Todesopfer ist noch ungewiss, die Angaben weichen voneinander ab, einige Quellen sprechen von 14, andere von bis zu 20 Todesopfern. Der türkische Premierminister Ahmet Davutoğlu verließ vorzeitig das Qualifikationsspiel zur Euro 2016 der Türkei gegen die Niederlande, nachdem er die Nachricht von dem Anschlag erhalten hatte. Davutoğlu eilte nach Ankara, um dort an einer Dringlichkeitssitzung der Verantwortlichen für die Nationale Sicherheit teilzunehmen. Dabei werden mögliche Maßnahmen in Reaktion auf den Terroranschlag erörtert.
Flüchtlingspolitik
Bayerns Innenminister attackiert Merkel vor Koalitionsgipfel
Berlin (dts) – Die CSU verschärft vor dem Koalitionsgipfel im Kanzleramt den Ton in der Frage der Bewältigung des Zustroms von Asylsuchenden nach Europa: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kritisiert vor allem die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Tausende Flüchtlinge aus Ungarn entgegen geltender EU-Regeln aufzunehmen. Herrmann sagte „Bild“: „Dass die Länder vor der Entscheidung nicht informiert worden sind, ist ein starkes Stück. Schließlich müssen sie für die Unterbringung sorgen.“
Die Bundesregierung müsse in Europa nun „endlich Klartext sprechen“. Dass Deutschland die Lasten faktisch dauerhaft alleine schultere, sei inakzeptabel, so Herrmann weiter. „So kann man in Europa nicht miteinander umgehen.“
EM-Qualifikation
Türkei schlägt Holland 3:0
Konya (nex) – Die Türkei hat in der EM-Qualifikationsgruppe A die Niederlande mit 3:0 besiegt.
Oguzhan hat die türkische Nationalmannschaft bereits in der siebten Minute mit einem Tor in Führung gebracht. Arda Turan vom spanischen Erstligisten FC Barcelona baute die Führung in der 26. Minute vor der Halbzeit auf ein 2:0 aus.
Nach dem Seitenwechsel hat die türkische Nationalelf das Spieltempo etwas gedrosselt und auf Konterchancen gewartet. Burak Yılmaz nutzte eine davon und erzielte kurz vor Ende der Partie mit seinem Treffer den 3:0 Endstand. Die Türkei liegt nun mit 12 Punkten vor Holland und hat sich somit einen Vorteil für die Playoffrunde zur EURO 2016 in Frankreich verschafft.
Flüchtlingskrise
EU will 30.000 weitere Flüchtlinge nach Deutschland umverteilen
Berlin (dts) – Deutschland soll nach dem jüngsten Verteilungsschlüssel der EU-Kommission weitere 31.443 Flüchtlinge aus Ungarn, Griechenland und Italien aufnehmen – mehr als jedes andere EU-Land. Dies geht aus den offiziellen Berechnungen hervor, die die EU-Kommission am kommenden Mittwoch vorstellen will. Sie liegen der „Welt am Sonntag“ vor.
Insgesamt will die EU-Kommission – zusätzlich zu den bereits vorgeschlagenen 40.000 – 120.000 Flüchtlingen aus Ungarn, Griechenland und Italien im Rahmen eines so genannten Notfallmechanismus auf die EU-Länder umverteilen. An zweiter Stelle bei der Aufnahme von umverteilten Flüchtlingen steht Frankreich (24.031), gefolgt von Spanien (14.921). Malta soll die wenigsten umverteilten Flüchtlinge aufnehmen (133). Berlin hatte bereits im Juli zugesagt, von den vorgeschlagenen 40.000 Flüchtlingen 10.500 aufzunehmen, um damit Griechenland und Italien zu entlasten.
Rekordjahr
Daimler-Chef Zetsche: „Ich sehe keine Weltwirtschaftskrise“
Berlin (dts) – Trotz der aktuellen Börsenturbulenzen und rückläufiger Wachstumsraten in China rechnet Daimler-Chef Dieter Zetsche nicht mit einem Konjunktureinbruch: „Ich sehe keine Weltwirtschaftskrise“, sagte Zetsche „Bild am Sonntag“. „Die Weltwirtschaft wird dieses Jahr knapp drei Prozent wachsen, Europa und die USA laufen gut.“ Auch mit Blick auf China könne von Krise keine Rede sein: „Die Reaktionen der Finanzmärkte und alle düsteren Prognosen sind überzogen. Die chinesische Wirtschaft wächst, wenn auch langsamer, und ebenso der Automobilmarkt.“
Daimler verkaufte im August in China 53 Prozent mehr Mercedes als im August des Vorjahres und rechnet für 2015 mit einem Absatzrekord in China von mehr als 300.000 Fahrzeugen. Für Daimler seien die Aussichten besonders gut, so Zetsche: „Der Weltautomobilmarkt wird weiter wachsen. Wir haben im Sommer in allen Werken durchgehend produziert, mussten in Deutschland sogar 8.000 Ferienarbeiter einstellen. Die Entwicklung für Daimler ist und bleibt positiv – auch über dieses Rekordjahr hinaus.“ Mercedes sei bis vor kurzem auch in Russland gewachsen und in Brasilien gebe es bei Mercedes einen Absatzrekord für Pkw, so der Daimler-Chef. Die Konkurrenz will Zetsche bald hinter sich lassen. „Auch morgen werden BMW und Audi respektable Wettbewerber sein, auch wenn wir dann die Nase vorn haben werden. Audi haben wir in den letzten Monaten schon überholt.“
"Office of Strategic Services"
Medienbericht: Franz Josef Strauß im Zweiten Weltkrieg Agent der Amerikaner
Berlin (dts) – Der ehemalige bayerische Ministerpräsident und langjährige CSU-Chef Franz Josef Strauß hat im Zweiten Weltkrieg möglicherweise als Agent für den US-Militärgeheimdienst „Office of Strategic Services (OSS)“ gearbeitet. Wie die „Welt am Sonntag“ berichtet, geht das aus einer wissenschaftlichen Forschungsarbeit des Berliner Juristen und Lehrbeauftragten an der Uni Jena, Enrico Brissa, hervor. Brissas Dokumentation wird an diesem Wochenende anlässlich des 100. Geburtstags von Strauß im Deutschlandarchiv der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) veröffentlicht.
Wie Brissa in seinem wissenschaftlichen Aufsatz schreibt, enthalten von ihm „neu entdeckte Akten des vormaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR sowie des Bundesnachrichtendienstes bislang unbekannte Hinweise auf eine mögliche nachrichtendienstliche Verbindung von Strauß zu den USA“. Im Archiv des BND und beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen stieß Brissa nach Informationen der „Welt am Sonntag“ auf Dokumente, in denen behauptet wird, Strauß habe im Oktober 1944 geheime Unterlagen zur Luftverteidigung süddeutscher Städte, darunter Würzburg, an US-Agenten übergeben. Das Treffen von Strauß mit den Kontaktmännern des OSS soll danach im Schweizer Grenzort St. Margarethen stattgefunden haben. „Wäre dies zutreffend, müssten wichtige Kapitel der Deutschen Zeitgeschichte überdacht werden“, heißt es laut „Welt am Sonntag“ in dem von der BpB veröffentlichten Text.
Die Behauptungen lassen sich laut Brissa zwar „weder beweisen noch entkräften“. Der Präsident der Bundeszentrale, Thomas Krüger, hält die Dokumentation des Berliner Juristen, der bisher zu militärhistorischen Fragen geforscht hat, jedoch für einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag. „Wir haben uns nach genauer Prüfung zur Veröffentlichung entschlossen, weil dem Bild einer zeitgeschichtlich wichtigen Person hier ein völlig neuer, bisher unbekannter Aspekt hinzugefügt wird“, erklärte Krüger der „Welt am Sonntag“. Brissas Dokumentation werde „Freunde und Gegner von Strauß gleichermaßen überraschen und beschäftigen“.
"Pufferzone zwischen dem Chaos und Europa"
Türkei: Davutoglu kritisiert „lächerlichen“ Anteil der EU zur Lösung der Flüchtlingskrise
Berlin (dts) – Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat den „lächerlich geringen Anteil“ kritisiert, den die Europäische Union zur Lösung des weltweiten Flüchtlingsproblems beitrage. Die Türkei habe allein aus Syrien und dem Irak mehr als zwei Millionen Menschen aufgenommen und damit „auf wirksame Weise eine Pufferzone zwischen dem Chaos und Europa“ hergestellt, schreibt Davutoglu in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. In diesem Zusammenhang kritisierte er auch den geringen Finanzbeitrag, den die EU bisher zur Unterstützung der Türkei geleistet habe.
Es gebe offenbar den „bequemen Reflex“, die Probleme auf die Schultern der Türkei zu laden und eine „christliche Festung Europa“ zu errichten. Das könne zwar „jenen reizvoll erscheinen, die nichts von der europäischen Geschichte verstanden haben, aber dies wird nicht funktionieren“, so Davutoglu. Ein solches Vorgehen widerspreche auch europäischen Werten. Die Türkei als EU-Beitrittskandidat könne sich nicht vorstellen, dass das von der Mehrheit der Europäer gutgeheißen werde. Für Europa sei es an der Zeit, beim Thema Einwanderung endlich gemeinsam zu handeln. Die Türkei sei zu einer abgestimmten Zusammenarbeit mit „unseren europäischen Partnern“ in dieser Frage bereit.
Willkomenskultur
Katja Riemann will sich für Flüchtlinge engagieren
Berlin (dts) – Die deutsche Filmschauspielerin Katja Riemann möchte mit mehreren NGOs einen Marsch organisieren, um ein Zeichen zu setzen, dass Flüchtlinge in Deutschland willkommen sind. „Wir müssen wieder auf die Straße gehen, wir dürfen sie nicht Pegida und Neonazis überlassen“, sagte die 51-Jährige der „Welt am Sonntag“. Sie sei wegen des Marsches derzeit mit Amnesty International und Pro Asyl im Kontakt.
Sie wolle mit dem Marsch auch ein Zeichen setzen, „dass Deutschland zu einem Einwanderungsland geworden ist und dass die Willkommenskultur, die es ja überall in der Republik gibt und nur keine Schlagzeile ist, sich stärkt und entwickelt.“ In dem Zusammenhang äußerte sich Riemann auch zu Prominenten wie Til Schweiger oder Joko und Klaas und den Hass-Kommentaren auf deren Facebook-Seiten. „Ich frage mich immer wieder: Woher kommt dieser Hass Menschen gegenüber, die vor Krieg und Gewalt fliehen? Diese ganzen Shitstorms, die anonym gepostet werden, freudig erregt wie bei einer Massenerschießung, bei der sich am Ende nicht mehr feststellen lässt, wer denn den Todesschuss abgegeben hat. Ich habe keine Angst meine Meinung zu sagen. Ich muss dazu sagen, dass ich wegen meiner politischen Äußerungen auch noch nie auf diese Weise angegriffen wurde.“
Der Shitstorm, der vor zwei Jahren über sie hereinbrach, nachdem sie in der NDR-Sendung „DAS“ den Moderator wegen aufdringlicher Fragen zu ihrer Frisur und Privatsphäre auflaufen ließ, sei im Vergleich dazu völlig irrelevant – eine Geschichte, die „harmlos und eigentlich nur bekloppt war“. Als Folge daraus sei sie zwar zurückhaltender geworden, was ihre Aktivitäten im Internet und den Sozialen Netzwerken betrifft, nicht aber in der Klarheit ihrer politischen Aussagen.
Riemann, die für ihr soziales Engagement für Amnesty International und Unicef mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, ist in den nächsten Wochen gleich in zwei neuen Filmen im Kino zu sehen: der Fortsetzung der Teenager-Komödie „Fack ju Göhte“ sowie in der Verfilmung der umstrittenen Hitler-Satire „Er ist wieder da“. Darin spielt sie eine TV-Chefin, die dem auf wundersame Weise in die Gegenwart zurückkatapultierten Hitler eine eigene Fernsehshow gibt. Für den Film hätte der Regisseur den als Hitler verkleideten Hauptdarsteller an verschiedenen Orten Deutschlands gefilmt, wie er beispielsweise mit Passanten über Ausländer lästert. „Der Film beschränkt sich nicht nur auf die Hitler-Satire, er hat auch diese dokumentarische Ebene“, sagte sie der „Welt am Sonntag“. Sie selbst sei bei den Dreharbeiten diese Szenen zwar nicht dabei gewesen, aber was ihr der Regisseur erzählt hätte „war irrsinnig, leider auch erschreckender, als ich mir das vorgestellt hätte.“
Bilderstreit
Medienwissenschaftler verteidigt Veröffentlichung von Schockfotos
Berlin (dts) – Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen hält es für richtig, in der Flüchtlingskrise auch Schockfotos zu zeigen wie das des ertrunkenen syrischen Jungen. Zugleich begrüßt er die Debatte darüber. „Der aktuell laufende Bilderstreit im Journalismus ist schon ein Wert an sich, weil Redaktionen von der `Bild` bis zur `“Süddeutschen Zeitung“, vom „Handelsblatt“ bis zum „Stern“ ihre Maßstäbe offenlegen, ihre Entscheidung erklären und begründen müssen. Das ist, im Übrigen, ohnehin die einzige Möglichkeit, die Journalisten und allen, die verlinken und posten, in der gegenwärtigen Mediensituation bleibt: die transparente Begründung des eigenen Vorgehens, nicht aber die Verhinderung von Öffentlichkeit“, schreibt der Tübinger Professor am Sonntag in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“.
„Denn wer wollte ein Foto unterdrücken, das längst global zirkuliert? Wer wollte tatsächlich unter den heutigen Bedingungen effektive Bildkontrolle praktizieren“, schreibt Pörksen weiter. „Das ist vorbei, denn wir leben im Zeitalter der barrierefreien Ad-hoc-Publikation, der weitgehend unkontrollierten Streuung von Daten und Dokumenten.“ Aus Sicht Pörksens offenbaren Publikationsentscheidungen heute nur noch, wie man sich die „öffentliche Sphäre“ wünsche, nicht aber, wie sie faktisch sei. Das Foto des ertrunkenen Jungen sei in diesem Zusammenhang ein Bild, das man sich anschauen müsse. „Denn Bilder können, richtig verstanden und eingeordnet, durchaus politisch werden und nach der ersten Schockwirkung eine andere Praxis initiieren.“
So habe das Foto des im Vietnamkrieg verletzten neunjährigen Mädchens, das vor einer Napalm-Wolke flieht, die Wahrnehmung des Krieges verändert. Pörksen nahm auch Bezug auf die Anschläge in den USA im September 2001: „Die Menschen, die in einem letzten Akt der Verzweiflung, aus den brennenden Twin-Towers am 11. September 2001 in den sicheren Tod springen, haben die Grausamkeit des Terrors in einem einzigen Bild verdichtet.“ Als weiteres Beispiel nannte der Medienprofessor die US-Folter im irakischen Gefängnis von Abu Ghraib. „Der `Kapuzenmann` aus Abu Ghraib und der nackte Häftling, der von der Soldatin Lynndie England an einer Hundeleine über den Gefängnisboden gezerrt wird, hat die Weltgemeinschaft entsetzt und dabei geholfen, die Folter zu beenden“, so Pörksen.


Medienbericht: Franz Josef Strauß im Zweiten Weltkrieg Agent der Amerikaner" title="
Türkei: Davutoglu kritisiert „lächerlichen“ Anteil der EU zur Lösung der Flüchtlingskrise" title="