Flüchtlingstragödie
Türkei: Präsident Erdogan spricht mit Ailan Kurdis Vater

Erdogan bringt seine Trauer zum Ausdruck
Istanbul (nex) – Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan telefonierte am Sonntag mit Abdullah Kurdi, dem Vater des in der Vorwoche im Mittelmeer ertrunkenen Kleinkindes Ailan Kurdi, dessen Foto um die Welt ging und weltweit Bestürzung auslöste. Abdullah Kurdi hatte auch seine Ehefrau und sein zweites Kind auf der gemeinsamen Flucht zur griechischen Insel in der Ägäis vor Bodrum verloren. Erdogan teilte Kurdi mit, seine beiden Kinder seien auch die Kinder der Nation gewesen und seine Ehefrau die Schwester. Erdogan appellierte, Flüchtlinge sollten sich in der Situation, in der die Familie Kurdi sich befunden hatte, bloß nicht in dieses Meer begeben. Die Türkei wäre froh, sie als Gäste im Land zu haben. Kurdi, der Staatspräsident Erdogan seinen Dank aussprach, sagte, er werde gerne künftig bei der Weiterleitung von Hilfe für Bedürftige aus der Türkei nach Kobane einen Beitrag leisten.

"ZDFzeit"
Duell der Supermarkt-Giganten: REWE gegen EDEKA

Mainz (ots) – Wer bietet mehr Auswahl, wer ist günstiger, wer geht fairer mit Zulieferern und Mitarbeitern um? „ZDFzeit“ will es wissen und vergleicht das Angebot der Supermarktketten REWE und EDEKA. Das unterhaltsame und informative Duell der Giganten ist am Dienstag, 8. September 2015, 20.15 Uhr, im ZDF zu sehen. Beim Einkaufen achten die Deutschen besonders aufs Geld. Laut einer aktuellen Studie wollen 62 Prozent der Verbraucher Lebensmittel vor allem preisgünstig einkaufen. Können REWE und EDEKA mit den Discountern mithalten? Wie ist es um das Preis-Leistungs-Verhältnis der günstigen Eigenmarken bestellt? Um das herauszufinden, checken die Autoren Franziska Boeing und Nils Büngen Angebot und Geschäftsmodell der beiden großen Supermarktketten auf Herz und Nieren. Verblüffende Laborergebnisse, ein Drei-Gänge-Menü von Sternekoch Nelson Müller im Blindtest und der volle Einsatz zweier Fußballmannschaften zum Thema Waschmittelqualität sorgen für ein ebenso informatives wie spannendes Duell. Der ZDF-Test deckt dabei auch alarmierende Missstände auf. Supermärkte beschäftigen Angestellte ohne Tarifvertrag zu Niedrigstlöhnen. Eine Aushilfskraft berichtet, wie sie ohne jegliche Erfahrung und ohne Gesundheitszeugnis sofort als Fachverkäuferin an der Fleischtheke eingesetzt wurde. Das Siegel „regionale Herkunft“ wirbt bei EDEKA und REWE auch für Produkte, die in Wahrheit viele Hundert Kilometer entfernt produziert worden sind. Auch die Auswertung von Hygieneproben – unter anderem an Brotregalen mit Selbstbedienung – fällt erschreckend aus. Professor Reinier Mutters von der Universität Marburg fand unter anderem Eiter- und Darmkeime in ungewöhnlicher Häufung. Im ZDF-Interview sagt der Hygiene-Spezialist: „Das hätte ich eigentlich nicht erwartet.“

Waffenexporte
USA: Warnung an Russland

Washington/Moskau (nex) – Die USA haben Russland vor einer militärischen Intervention und einer daraus folgenden Eskalation des Konflikts in Syrien gewarnt. Das Außenministerium hat eindringlich davor gewarnt, dass noch mehr Syrer in die Flucht getrieben oder getötet werden, falls Russland seine Unterstützung für das Regime von Machthaber Baschar al-Assad massiv ausweiten würde. In einem Telefonat mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow äußerte sich John Kerry besorgt über Berichte, in denen es heißt, dass der Ausbau des Waffenbestandes des syrischen Regimes in Planung sei. Das russische Außenministerium hat sich bisher nicht zu den erwähnten Berichten geäußert. Aus Washington ist bestätigt worden, dass die Außenminister beider Länder ihre Gespräche gegen Ende des Monats am Rande der UN-Vollversammlung in New York fortsetzen wollen.  

Krieg gegen den Terror
Bis zu 20 Tote nach Terroranschlag der PKK in Hakkâri befürchtet

Bis zu 20 Tote nach Terroranschlag der PKK in Hakkâri befürchtet Ankara (nex) – Mehrere Soldaten der türkischen Streitkräfte wurden am heutigen Sonntagabend im Bezirk Dağlıca in der südosttürkischen Provinz Hakkâri infolge eines Hinterhalts durch Landminen getötet. Dies berichten die Agentur Reuters und mehrere türkische Medien. Die exakte Zahl der Todesopfer ist noch ungewiss, die Angaben weichen voneinander ab, einige Quellen sprechen von 14, andere von bis zu 20 Todesopfern. Der türkische Premierminister Ahmet Davutoğlu verließ vorzeitig das Qualifikationsspiel zur Euro 2016 der Türkei gegen die Niederlande, nachdem er die Nachricht von dem Anschlag erhalten hatte. Davutoğlu eilte nach Ankara, um dort an einer Dringlichkeitssitzung der Verantwortlichen für die Nationale Sicherheit teilzunehmen. Dabei werden mögliche Maßnahmen in Reaktion auf den Terroranschlag erörtert.

Flüchtlingspolitik
Bayerns Innenminister attackiert Merkel vor Koalitionsgipfel

Berlin (dts) – Die CSU verschärft vor dem Koalitionsgipfel im Kanzleramt den Ton in der Frage der Bewältigung des Zustroms von Asylsuchenden nach Europa: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kritisiert vor allem die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Tausende Flüchtlinge aus Ungarn entgegen geltender EU-Regeln aufzunehmen. Herrmann sagte „Bild“: „Dass die Länder vor der Entscheidung nicht informiert worden sind, ist ein starkes Stück. Schließlich müssen sie für die Unterbringung sorgen.“ Die Bundesregierung müsse in Europa nun „endlich Klartext sprechen“. Dass Deutschland die Lasten faktisch dauerhaft alleine schultere, sei inakzeptabel, so Herrmann weiter. „So kann man in Europa nicht miteinander umgehen.“

EM-Qualifikation
Türkei schlägt Holland 3:0

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Konya (nex) – Die Türkei hat in der EM-Qualifikationsgruppe A die Niederlande mit 3:0 besiegt. Oguzhan hat die türkische Nationalmannschaft bereits in der siebten Minute mit einem Tor in Führung gebracht. Arda Turan vom spanischen Erstligisten FC Barcelona baute die Führung in der 26. Minute vor der Halbzeit auf ein 2:0 aus. Nach dem Seitenwechsel hat die türkische Nationalelf das Spieltempo etwas gedrosselt und auf Konterchancen gewartet. Burak Yılmaz nutzte eine davon und erzielte kurz vor Ende der Partie mit seinem Treffer den 3:0 Endstand. Die Türkei liegt nun mit 12 Punkten vor Holland und hat sich somit einen Vorteil für die Playoffrunde zur EURO 2016 in Frankreich verschafft.

Flüchtlingskrise
EU will 30.000 weitere Flüchtlinge nach Deutschland umverteilen

Berlin (dts) – Deutschland soll nach dem jüngsten Verteilungsschlüssel der EU-Kommission weitere 31.443 Flüchtlinge aus Ungarn, Griechenland und Italien aufnehmen – mehr als jedes andere EU-Land. Dies geht aus den offiziellen Berechnungen hervor, die die EU-Kommission am kommenden Mittwoch vorstellen will. Sie liegen der „Welt am Sonntag“ vor. Insgesamt will die EU-Kommission – zusätzlich zu den bereits vorgeschlagenen 40.000 – 120.000 Flüchtlingen aus Ungarn, Griechenland und Italien im Rahmen eines so genannten Notfallmechanismus auf die EU-Länder umverteilen. An zweiter Stelle bei der Aufnahme von umverteilten Flüchtlingen steht Frankreich (24.031), gefolgt von Spanien (14.921). Malta soll die wenigsten umverteilten Flüchtlinge aufnehmen (133). Berlin hatte bereits im Juli zugesagt, von den vorgeschlagenen 40.000 Flüchtlingen 10.500 aufzunehmen, um damit Griechenland und Italien zu entlasten.

Rekordjahr
Daimler-Chef Zetsche: „Ich sehe keine Weltwirtschaftskrise“

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Berlin (dts) – Trotz der aktuellen Börsenturbulenzen und rückläufiger Wachstumsraten in China rechnet Daimler-Chef Dieter Zetsche nicht mit einem Konjunktureinbruch: „Ich sehe keine Weltwirtschaftskrise“, sagte Zetsche „Bild am Sonntag“. „Die Weltwirtschaft wird dieses Jahr knapp drei Prozent wachsen, Europa und die USA laufen gut.“ Auch mit Blick auf China könne von Krise keine Rede sein: „Die Reaktionen der Finanzmärkte und alle düsteren Prognosen sind überzogen. Die chinesische Wirtschaft wächst, wenn auch langsamer, und ebenso der Automobilmarkt.“ Daimler verkaufte im August in China 53 Prozent mehr Mercedes als im August des Vorjahres und rechnet für 2015 mit einem Absatzrekord in China von mehr als 300.000 Fahrzeugen. Für Daimler seien die Aussichten besonders gut, so Zetsche: „Der Weltautomobilmarkt wird weiter wachsen. Wir haben im Sommer in allen Werken durchgehend produziert, mussten in Deutschland sogar 8.000 Ferienarbeiter einstellen. Die Entwicklung für Daimler ist und bleibt positiv – auch über dieses Rekordjahr hinaus.“ Mercedes sei bis vor kurzem auch in Russland gewachsen und in Brasilien gebe es bei Mercedes einen Absatzrekord für Pkw, so der Daimler-Chef. Die Konkurrenz will Zetsche bald hinter sich lassen. „Auch morgen werden BMW und Audi respektable Wettbewerber sein, auch wenn wir dann die Nase vorn haben werden. Audi haben wir in den letzten Monaten schon überholt.“

"Office of Strategic Services"
Medienbericht: Franz Josef Strauß im Zweiten Weltkrieg Agent der Amerikaner

Berlin (dts) – Der ehemalige bayerische Ministerpräsident und langjährige CSU-Chef Franz Josef Strauß hat im Zweiten Weltkrieg möglicherweise als Agent für den US-Militärgeheimdienst „Office of Strategic Services (OSS)“ gearbeitet. Wie die „Welt am Sonntag“ berichtet, geht das aus einer wissenschaftlichen Forschungsarbeit des Berliner Juristen und Lehrbeauftragten an der Uni Jena, Enrico Brissa, hervor. Brissas Dokumentation wird an diesem Wochenende anlässlich des 100. Geburtstags von Strauß im Deutschlandarchiv der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) veröffentlicht. Wie Brissa in seinem wissenschaftlichen Aufsatz schreibt, enthalten von ihm „neu entdeckte Akten des vormaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR sowie des Bundesnachrichtendienstes bislang unbekannte Hinweise auf eine mögliche nachrichtendienstliche Verbindung von Strauß zu den USA“. Im Archiv des BND und beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen stieß Brissa nach Informationen der „Welt am Sonntag“ auf Dokumente, in denen behauptet wird, Strauß habe im Oktober 1944 geheime Unterlagen zur Luftverteidigung süddeutscher Städte, darunter Würzburg, an US-Agenten übergeben. Das Treffen von Strauß mit den Kontaktmännern des OSS soll danach im Schweizer Grenzort St. Margarethen stattgefunden haben. „Wäre dies zutreffend, müssten wichtige Kapitel der Deutschen Zeitgeschichte überdacht werden“, heißt es laut „Welt am Sonntag“ in dem von der BpB veröffentlichten Text. Die Behauptungen lassen sich laut Brissa zwar „weder beweisen noch entkräften“. Der Präsident der Bundeszentrale, Thomas Krüger, hält die Dokumentation des Berliner Juristen, der bisher zu militärhistorischen Fragen geforscht hat, jedoch für einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag. „Wir haben uns nach genauer Prüfung zur Veröffentlichung entschlossen, weil dem Bild einer zeitgeschichtlich wichtigen Person hier ein völlig neuer, bisher unbekannter Aspekt hinzugefügt wird“, erklärte Krüger der „Welt am Sonntag“. Brissas Dokumentation werde „Freunde und Gegner von Strauß gleichermaßen überraschen und beschäftigen“.

"Pufferzone zwischen dem Chaos und Europa"
Türkei: Davutoglu kritisiert „lächerlichen“ Anteil der EU zur Lösung der Flüchtlingskrise

Berlin (dts) – Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat den „lächerlich geringen Anteil“ kritisiert, den die Europäische Union zur Lösung des weltweiten Flüchtlingsproblems beitrage. Die Türkei habe allein aus Syrien und dem Irak mehr als zwei Millionen Menschen aufgenommen und damit „auf wirksame Weise eine Pufferzone zwischen dem Chaos und Europa“ hergestellt, schreibt Davutoglu in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. In diesem Zusammenhang kritisierte er auch den geringen Finanzbeitrag, den die EU bisher zur Unterstützung der Türkei geleistet habe. Es gebe offenbar den „bequemen Reflex“, die Probleme auf die Schultern der Türkei zu laden und eine „christliche Festung Europa“ zu errichten. Das könne zwar „jenen reizvoll erscheinen, die nichts von der europäischen Geschichte verstanden haben, aber dies wird nicht funktionieren“, so Davutoglu. Ein solches Vorgehen widerspreche auch europäischen Werten. Die Türkei als EU-Beitrittskandidat könne sich nicht vorstellen, dass das von der Mehrheit der Europäer gutgeheißen werde. Für Europa sei es an der Zeit, beim Thema Einwanderung endlich gemeinsam zu handeln. Die Türkei sei zu einer abgestimmten Zusammenarbeit mit „unseren europäischen Partnern“ in dieser Frage bereit.