Kunstwährung
Chinas Anteil am IWF-Währungskorb soll höher sein als der Japans

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Washington (dts) – Chinas Anteil am Währungskorb des Internationalen Währungsfonds (IWF) würde nach gegenwärtigem Stand höher ausfallen als der von Großbritannien oder Japan. Der Yuan werde eine Quote von deutlich über zehn Prozent an der IWF-Kunstwährung bekommen, heißt es laut eines „Spiegel“-Berichts in Washington. Diese Größenordnung stößt auf Vorbehalte Japans. Um sie auszuräumen ist im Gespräch, den Anteil des Yuan am IWF-Währungskorb zunächst bei rund zehn Prozent zu deckeln und erst später zu erhöhen. Derzeit besteht die IWF-Kunstwährung zum größten Teil aus Dollar und Euro, aber auch aus britischem Pfund und Yen. Die geplante Aufnahme des Yuan macht die finanziellen Hilfen des IWF für Pleiteländer teurer. Die Zinsen für die Korbwährung, in der der IWF seine Programme abrechnet, werden steigen, weil die Zinsen im Schwellenland China höher liegen als in den USA, der Eurozone, Großbritannien und Japan. Im November befindet die IWF-Leitung darüber, ob Chinas Yuan reif ist, frühestens zum 1. Oktober 2016 in den Klub der Reservewährungen aufgenommen zu werden. Dazu muss das Land noch einige Reformen einleiten, vor allem den Wechselkurs liberalisieren.

Marketingstrategien
Mercedes umwirbt gezielt Kundinnen

Stuttgart (dts) – Der Automobilhersteller Mercedes will sein schwaches Image bei Frauen aufpolieren und die Zahlen weiblicher Käufer kräftig steigern. Dafür sollen potenzielle Kundinnen ab sofort gezielt umworben und betreut werden, sagte Jens Thiemer, Marketingchef von Mercedes Benz Pkw, der „Welt am Sonntag“. Mercedes startet dafür eine weltweite Charmeoffensive mit Namen „She`s Mercedes“, deren ausschließliche Ausrichtung auf Frauen für einen Automobilhersteller ziemlich einzigartig ist. „Wir wollen den Anteil weiblicher Kunden signifikant erhöhen und Mercedes bis 2020 zur attraktivsten Luxus-Automobilmarke für Frauen machen“, kündigte Thiemer an. Die Mitarbeiter in den Autohäusern sollen demnach so geschult werden, dass sie „gezielter auf die Wünsche und Bedürfnisse von Frauen eingehen“, ihnen also erfolgreicher Autos verkaufen können. Mehr weibliches Verkaufspersonal werde eingestellt, denn männliche Kollegen fänden bei Frauen nicht immer den richtigen Ton, vor allem wenn es darum gehe, die Ausstattung zu erklären und die Technik des Wagens schmackhaft zu machen. Außerdem werden neue Service- und Mobilitätsdienstleistungen entwickelt, die ganz auf Frauen zugeschnitten seien.

NRW
Kraft will Langzeitarbeitslose bei Flüchtlingsbetreuung einsetzen

Berlin/Düsseldorf (dts) – NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat ihren Vorschlag als Chance verteidigt, Langzeitarbeitslose bei der Unterbringung von Flüchtlingen einzusetzen. „Es gibt viele Langzeitarbeitslose, die wegen mehrfacher Vermittlungshemmnisse auf dem ersten Arbeitsmarkt bisher nicht vermittelt werden konnten. Ich bin davon überzeugt, dass wir ihnen eine Chance bieten können, weil es genug Arbeit gibt“, sagte Kraft der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). „Es geht dabei um öffentlich-geförderte Beschäftigungsverhältnisse, das heißt ordentlich bezahlte, reguläre Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose auf freiwilliger Basis.“ Sie könnten wichtige Unterstützung vor Ort leisten, ohne dass dadurch eine Konkurrenz zu bisherigen Arbeitsplätzen entstehe. Außerdem sagte Kraft: „Wir als Land lassen die Kommunen mit dieser Verantwortung nicht allein. Wir sind mit den kommunalen Spitzenverbänden ständig im Gespräch, unter anderem darüber, was an Entbürokratisierung in dieser Lage möglich ist.“ Außerdem müssten jetzt im Wohnungsbau die Weichen gestellt werden, damit NRW gut gerüstet sei, wenn es zum Familien-Nachzug komme, so Kraft.

Neuer Beschluss
Bundesregierung stoppt vorläufig Vorratsdatenspeicherung

Berlin (dts) – Die Bundesregierung muss die für nächste Woche geplante parlamentarische Verabschiedung der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung vorläufig stoppen. Grund seien Vorbehalte der EU-Kommission, wie aus einem Dokument des Justizministeriums hervorgehe, das der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe) vorliegt. Demnach gilt nun eine neue Stillhaltefrist bis zum 6. Oktober. Frühestens danach wird das Gesetz verabschiedet werden können – ursprünglich war das bereits für Juli geplant. Zu der Verzögerung in der Gesetzgebung kommt es nun, weil die EU-Kommission Justizminister Heiko Maas (SPD) eine Mängelliste vorgelegt hat. In ihrer Stellungnahme, die der „Rheinischen Post“ vorliegt, rügt die Kommission vor allem die verpflichtende Datenspeicherung im Inland als Verstoß gegen die Dienstleistungsfreiheit der Unternehmen. Die Gründe für eine ausnahmsweise Einschränkung dieser Freiheit, die Maas vorgebracht hatte, überzeugten die EU-Beamten offenkundig nicht. Maas hält an seiner Bewertung fest, lässt aber das weitere Vorgehen prüfen, wie aus dem Dokument hervorgeht.

Vorratsdatenspeicherung
Bericht: Bundesregierung stoppt vorläufig Vorratsdatenspeicherung

Berlin (dts) – Die Bundesregierung muss die für nächste Woche geplante parlamentarische Verabschiedung der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung vorläufig stoppen. Grund seien Vorbehalte der EU-Kommission, wie aus einem Dokument des Justizministeriums hervorgehe, das der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe) vorliegt. Demnach gilt nun eine neue Stillhaltefrist bis zum 6. Oktober. Frühestens danach wird das Gesetz verabschiedet werden können – ursprünglich war das bereits für Juli geplant. Zu der Verzögerung in der Gesetzgebung kommt es nun, weil die EU-Kommission Justizminister Heiko Maas (SPD) eine Mängelliste vorgelegt hat. In ihrer Stellungnahme, die der „Rheinischen Post“ vorliegt, rügt die Kommission vor allem die verpflichtende Datenspeicherung im Inland als Verstoß gegen die Dienstleistungsfreiheit der Unternehmen. Die Gründe für eine ausnahmsweise Einschränkung dieser Freiheit, die Maas vorgebracht hatte, überzeugten die EU-Beamten offenkundig nicht. Maas hält an seiner Bewertung fest, lässt aber das weitere Vorgehen prüfen, wie aus dem Dokument hervorgeht.

Flüchtlingsdebatte
Gallup-Studie: Mehrheit hat keine Job-Angst wegen Flüchtlingen

Berlin (dts) – Die Mehrheit der Europäer hat keine Angst davor, dass Flüchtlinge ihnen den Job wegnehmen könnten. Das legt eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Gallup im Auftrag der Internationalen Organisation für Migration (IOM) nahe. Teile der europäischen Daten der weltweiten Studie „Wie die Welt Migration sieht“ liegen der internationalen Zeitungsallianz LENA, der die „Welt“ angehört, exklusiv vor. Die gesamte Studie wird im Oktober vorgestellt. Den Daten zufolge sind zum Beispiel fast zwei Drittel der Deutschen (61 Prozent), Schweden (60 Prozent) und selbst der Briten (66 Prozent) – denen eher eine ablehnende Haltung zu Flüchtlingen nachgesagt wird – der Ansicht: Die Flüchtlinge führen nur die Tätigkeiten aus, die die einheimische Bevölkerung nicht selbst ausführen möchte. Allerdings gibt es laut der Studie auch einige Länder, in denen es sich anders verhält: In Ungarn, Kroatien und Bulgarien etwa denken 80 Prozent und mehr, dass ihre Jobs durch Migranten gefährdet sind. Die Erhebung wurde 2013 durchgeführt; doch aus Sicht von Frank Laczko, Chef des Global Migration Data Analysis Centre bei der IOM, kann sie dennoch helfen, etwas Objektivität in die teils panische Debatte über Flüchtlingsfeindlichkeit zu bringen. „Die Daten zeigen, dass in den meisten europäischen Staaten die Mehrheit der Leute davon ausgeht, dass die Flüchtlinge die Jobs machen, die ohnehin keiner machen will.“ Aus Sicht der Vereinten Nationen ist Europa in der Lage, den Ansturm der Flüchtlinge auch auf Dauer zu bewältigen. „Europa hat die nötigen Systeme und auch das nötige Geld, um die Krise zu meistern“, sagte Michael Möller, Chef des UN-Hauptquartiers in Genf. Trotzdem sieht Möller nicht nur Europa, sondern die gesamte Weltgemeinschaft in der Pflicht: Von USA über Kanada und Australien bis hin zu einigen afrikanischen Staaten – alle Länder, die Erfahrungen mit der Aufnahme von Flüchtlingen hätten, sollten jetzt tätig werden und sich solidarisch zeigen. Vor allem auch Nachbarländer von Krisenherden wie Syrien könnten sich deutlich mehr engagieren, mahnte Möller: „Abgesehen von Libanon, Jordanien und der Türkei gibt es immer noch viel Raum für Verbesserung.“ Zur Leading European Newspaper Alliance (LENA) gehören neben der „Welt“ die italienische Zeitung „La Repubblica“, „El País“ aus Spanien, „Le Soir“ aus Belgien, „Le Figaro“ aus Frankreich sowie „La Tribune de Geneve“ und „Der Tagesanzeiger“ aus der Schweiz.

Flüchtlingskrise
Orban will Flüchtlinge künftig zurückschicken

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Budapest (dts) – Ungarns Premierminister Viktor Orban will Flüchtlinge künftig in ihre Heimatländer zurückschicken. In einem Interview mit „Bild“ (Samstag) erklärte Orban, Flüchtlinge sollten „dorthin, wo sie herkommen“. Zur Begründung für seine Haltung erklärte der Regierungschef: „Diese Migranten kommen ja nicht aus dem Kriegsgebiet zu uns, sondern aus Lagern in den Nachbarstaaten Syriens: aus dem Libanon, Jordanien, der Türkei. Dort waren sie in Sicherheit. Diese Menschen fliehen also nicht vor der Gefahr, sie sind bereits geflohen und mussten nicht mehr um ihr Leben fürchten.“ Orban erklärte, viele Flüchtlinge kämen nicht nach Europa, „weil sie Sicherheit suchen, sondern sie wollen ein besseres Leben als in den Lagern. Sie wollen ein deutsches Leben, vielleicht ein schwedisches.“ Diese Haltung könne er persönlich verstehen, sagte Orban gegenüber „Bild“: „Aber fest steht: Es gibt kein Grundrecht auf ein besseres Leben, nur ein Recht auf Sicherheit und Menschenwürde.“

USA/Türkei
Spendenkampage für Familien der Opfer der PKK-Terroranschläge

USA (nex) – In den USA ist eine große Spendenkampagne von dort lebenden Türken für die Familien der bei den Terroranschlägen der PKK ums Leben gekommenen Märtyrer initiiert worden. Mit Hilfe der Einnahmen soll das Leid der Märtyrerfamilien zum Opferfest ein wenig gemildert werden. Die Kampagne ist von 155 türkischen Nichtregierungsorganisationen vertreten durch türkisch-amerikanische Dachverbände ins Leben gerufen worden. Die Spendengelder sollen über die Mehmetçik-Stiftung an die Märtyrerfamilien überwiesen werden. In der Erklärung zu der Kampagne hat es geheißen, dass für all die Märtyrer und Veteranen, die nicht davor zurückgeschreckt haben ihr Leben zu opfern, jeder seinen Kopf hinhalten sollte. Spendenkonto: Bankleitzahl: 0650-0000-90 Kontonummer: 1357-2108-91 Swift-Code: HIBKUS44

1. Bundesliga
Gladbach verliert sogar gegen Hamburg

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Mönchengladbach (dts) – Der Fehlstart von Borussia Mönchengladbach in der 1. Liga nimmt dramatische Züge an. Am vierten Spieltag verloren die Borussen das vierte Spiel in Folge – gegen den HSV, der damit endgültig im Mittelfeld angekommen ist. Im heimischen Stadion unterlag Mönchengladbach den Hamburgern mit 0:3. Gladbach zeigte von der ersten bis zur letzten Minute ein Höchstmaß an Unsicherheit, hatten keine einzige Torchance und die Gäste sagten „Danke“. Hamburgs Pierre-Michel Lasogga traf in der 11. und 44. Minute, Nicolai Müller legte acht Minuten später mit einem Lupfer noch einen drauf.

Flüchtlingshilfe
Schwesig: Anerkannte Asylbewerber sollen Freiwilligendienst leisten können

Berlin (dts) – Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) setzt darauf, auch Flüchtlinge für die Flüchtlingshilfe zu mobilisieren. „Wir wollen Freiwilligendienst für Flüchtlinge, aber auch Freiwilligendienst von Flüchtlingen“, sagte Schwesig der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitagausgabe). „Menschen, die zu uns kommen, die als Asylbewerber anerkannt sind und eine Arbeitserlaubnis haben, sollten auch Freiwilligendienst machen können. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Integration.“ Die Mittel für den Einsatz sogenannter „Bufdis“ will die Bundesregierung im Rahmen eines Sonderprogramms vom 1. Januar 2016 an deutlich aufstocken, so dass 10.000 zusätzliche Helfer eingesetzt werden können. Das sei eine erhebliche Steigerung um fast ein Drittel, so Schwesig. Zurzeit gebe es 35.000 Aktive im Bundesfreiwilligendienst. Die Ministerin erläuterte: „Vor Ort gibt es viel ehrenamtliches Engagement. Viele Flüchtlinge wollen sich engagieren und mit anpacken. Dieses Potenzial wollen wir nutzen. Es braucht aber auch Unterstützung durch den Freiwilligendienst.“ Jetzt gehe es erst einmal darum, die Voraussetzungen für den Einsatz der 10.000 Helfer zu schaffen. Sie kündigte an, dass das Sonderprogramm vor allem für Flüchtlinge ist. Die zusätzlichen Kräfte sollten dabei helfen, Flüchtlinge in Empfang zu nehmen, zu betreuen und zu integrieren. Dazu wolle das Ministerium auch mit muslimischen Migrantenorganisationen zusammenarbeiten.