Berlin (dts) – Nach den Terroranschlägen in Paris bittet der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Roger Lewentz (SPD), die Bevölkerung um Wachsamkeit: „Wir sind auf Schlimmeres vorbereitet, die Bedrohung rückt näher. Die Sicherheitskräfte allein aber können nicht alles beobachten“, sagte Lewentz in einem Interview mit der „Welt“. Der rheinland-pfälzische Innenminister betonte: „Wir brauchen die Bürger dieses Landes, die uns melden, wenn sich Menschen in ihrem Umfeld verändern, radikalisieren oder gar paramilitärisch bewaffnen.“
Diese Informationen müssten bei der Polizei landen. „Wir sind auf den aufmerksamen Blick der Bevölkerung angewiesen. Das galt in Zeiten des RAF-Terrors, und das gilt jetzt umso mehr“, erklärte der SPD-Politiker. Lewentz bezeichnete die terroristische Bedrohung als „seit Monaten durchgehend hoch“. Der IS-Terror sei eine weltweite Herausforderung, die auch auf Deutschland zusteuere. Die deutsche Bevölkerung müsse wissen, dass diese Bedrohung existiere. Er sagte auch: „Wir sind im Fokus von IS, darüber sind wir uns sehr bewusst.“ In Deutschland kenne man die Islamistenszene recht gut, so der Minister weiter. „Wir sind da sehr gut informiert und organisiert.“ Man habe die Gefährder in den vergangenen Tagen sehr genau im Blick behalten. „Es wäre aber fahrlässig zu behaupten, es könnte deswegen in Deutschland keinen Anschlag geben.“
Brüsseld (nex) – Nach den Anschlägen von Paris ruft die EU alle Europäer für Montag um 12.00 Uhr zu einer Schweigeminute auf. Die Europäische Union sei nach der Anschlagsserie in der französischen Hauptstadt „zutiefst schockiert“ und „in Trauer“, erklärten die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten und die EU-Institutionen in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Die Anschläge mit mindestens 129 Toten seien „eine Attacke auf uns alle“, der 13. November werde allen Europäern als ein „Tag der Trauer“ in Erinnerung bleiben. Deshalb seien alle Europäer eingeladen, sich am Montag um 12.00 Uhr an einer Schweigeminutezur Erinnerung an die Opfer zu beteiligen.
Paris (dts) – Die Zahl der Todesopfer nach den Terroranschlägen in Paris am Samstag ist auf 132 gestiegen. Drei Menschen erlagen ihren Verletzungen, berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP. Zudem seien 352 Menschen verletzt worden. Mindestens ein Tatverdächtiger ist nach französischen Behördenangaben auf der Flucht.
Sieben Extremisten kamen bei den Anschlägen ums Leben. Die belgische Polizei verhaftete am Sonntag sieben Personen, die an der Planung der Angriffe beteiligt gewesen sein sollen. Ein 26-Jähriger wurde weltweit zur Fahndung ausgeschrieben.
Berlin (dts) – Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sieht nach der Anschlagsserie in Paris auch Muslime als Opfer des Terrors. Terroristen missbrauchten den Koran, um Macht und Gewalt auszuüben, sagte er im „Deutschlandfunk“. Ihr Krieg richte sich gegen die Menschlichkeit und damit auch direkt gegen den Islam.
Der größte Feind der Terroristen sei die Willkommenskultur, betonte Mazyek. Sie müsse daher weiter aufrecht erhalten werden. Den Familiennachzug zu stoppen hält Mazyek für das falsche Signal: Die Integration junger Männer werde viel einfacher sein, wenn Familien nachzögen. Zugleich sprach Mazyek für eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen aus. Ein System implodiere, wenn man zu viele Menschen aufnehme.
Paris (dts) – Nach der Anschlagsserie in Paris ist einem der Terrorkommandos offenbar die Flucht gelungen. Ein Auto, das bei den Angriffen auf Cafés und Restaurants in Paris, benutzt worden sei, sei in Montreuil, einem Vorort im Osten von Paris gefunden worden, berichtet der Sender „Europe1“ unter Berufung auf Ermittler. Das bedeute, dass den Angreifern die Flucht gelungen sei.
Die Terroristen könnten demnach in Montreuil das Auto gewechselt und weiter Richtung Belgien geflüchtet sein. Nach letzten Angaben kamen bei den Anschlägen in Paris mindestens 129 Menschen ums Leben, 352 weitere wurden verletzt, von denen 99 in Lebensgefahr schweben. Auch sieben Attentäter starben.
Berlin (dts) – Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist für eine Außen- und Sicherheitspolitik, die sich an internationalen Einsätzen beteiligt. Das belegt eine Studie der Bundeswehr, über die die „Bild am Sonntag“ berichtet. Demnach finden zwei Drittel (66 Prozent), dass Deutschland bei der Bewältigung von Krisen mithelfen sollte.
Gerade einmal 27 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass man sich eher auf die eigenen Probleme im Land konzentrieren sollte. Damit hat sich seit 2013 das Meinungsbild der Bundesbürger gedreht. Vor zwei Jahren wollten 43 Prozent eine Beteiligung Deutschlands an internationalen Missionen, 45 Prozent waren hingegen dafür, dass sich Deutschland raushält.
Das „Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr“ erstellt jedes Jahr eine Studie über die Haltung der Deutschen gegenüber der Bundeswehr und Militäreinsätzen. Dafür befragt das Meinungsforschungsinstitut Emnid repräsentativ ausgewählte Bundesbürger. Ebenfalls gewandelt hat sich die Meinung der Deutschen zur Bundeswehr. Jeder zweite Bürger (51 Prozent) fordert, dass die Ausgaben für Verteidigung erhöht werden müssen. 31 Prozent wollen eine Beibehaltung, nur 13 Prozent fordern, dass weniger Steuergeld für Verteidigung ausgegeben wird.
Vor zwei Jahren wünschten sich gerade einmal 19 Prozent mehr Geld für die Truppe (53 Prozent waren für einen stagnierenden Wehretat, 18 Prozent für eine Senkung). Auch die Forderung nach mehr Soldaten ist auf einem neuen Höchststand. 45 Prozent der Deutschen sagen, dass die Bundeswehr mehr Kämpfer braucht (2013: 18 Prozent). 36 Prozent wollen eine gleich große Armee (2013: 55 Prozent). Lediglich 14 Prozent wünschen sich eine Truppenreduzierung (2013: 18 Prozent). Die Verfasser der Studie erklären diesen Meinungswandel mit den „veränderten Sicherheits- und Bedrohungswahrnehmungen“.
Paris (nex) – Eine Cousine des französischen Nationalspieler Lassana Diarra war unter den Opfern der Attentate in Paris. Über twitter und Facebook wandte sich der 30-jährige Fußball-Nationalspieler mit einer Botschaft an seine Fans und bestätigte die Nachricht.
Seine Cousine sei für ihn ein Bezugspunkt gewesen, eine große Schwester, sagte der Profi vom Olympique Marseille. Bei welchem der Anschläge an insgesamt sechs Orten die Frau starb ist nicht bekannt.
(Foto: Screenshot/facebook)
Paris (dts) – Der Bereich um den Eiffelturm in Paris ist am Samstagabend evakuiert worden. Das berichten französische Medien unter Berufung auf Augenzeugen. Die Metro-Station Champs de Mars RER, die sich in der Nähe des Eiffelturms befindet, wurde geschlossen.
Auch bei einem Pariser Luxus-Hotel versammelte sich am Abend schwer bewaffnete Polizei. Dort handelte es sich aber wohl um „falschen Alarm“, wie ein Sprecher des französischen Innenministeriums sagte.
Ankara (NEX) – Wenn der Internationale Währungsfonds (IWF) Recht behält, kann sich die Türkei auf ein weiterhin gesundes Wachstum einstellen. Der IWF hat für die sogenannten CESEE-Länder (dieser Begriff umfasst die Mittel-, Ost- und Südosteuropäischen Länder, unter anderem auch die Türkei) eine Winterprognose erstellt. In seinem Bericht verweist der IWF darauf, dass die CESEE-Länder bedingt durch eine starke Binnennachfrage, niedrige Ölpreise und der zunehmenden Rehabilitierung der früheren Krisenstaaten innerhalb der Eurozone weiterhin wachsen würden. In Russland, Moldawien, Weißrussland und der Ukraine würde die Wirtschaft in diesem Jahr hingegen weiterhin schrumpfen.
Trotz der über weite Phasen des Jahres herrschenden politischen Ungewissheiten und einer Belastung des Investorenvertrauens auf Grund der steigenden institutionellen Schulden habe die türkische Wirtschaft allen Risiken standgehalten, hieß es im Türkei-Teil des IWF-Berichts. Die öffentlichen Ausgaben in der Türkei würden das Wachstum fördern. Im Vergleich zu anderen Ländern würde es in der Türkei geringe öffentliche Transfers und Verbrauchsausgaben geben. Die Summe der öffentlichen Investitionen sei hingegen hoch. Entsprechend seien, so der IWF, in der Türkei auch die Inflation und Inflationserwartung erhöht. Die zu erwartende Zinserhöhung der US-Notenbank würde mit Blick auf den Kapitalzufluss und die türkischen Währung einige Risiken in sich bergen.
Die positive Wirtschaftsprognose des IWF spiegelt auch den optimistischen Ausblick wieder, den der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekçi am Wochenende in seiner Rede auf dem „Türkei Weißrussland Investitionsforum“ in Istanbul gab. Der Minister gab bekannt, dass die die türkische Wirtschaft in der ersten Hälfte des Jahres 2015 zur siebtgrößten Volkswirtschaft weltweit geworden sei. Außerdem wies Zeybekçi darauf hin, dass die Türkei als ein Land inmitten vieler Probleme trotz allen auch mit Blick auf das Haushaltsdefizit eines der stabilsten Länder sei. Die Türkei habe, so der Minister, in den Jahren 2014 und 2015 das Haushaltsdefizit um 50 Prozent verringern können.
Obwohl im Jahre 2014 weltweit die ausländischen Direktinvestitionen um 16 Prozent gefallen seien, stiegen sie in die Türkei im gleichen Zeitraum um 4 Prozent. Dieser Trend, so Zeybekçi, habe sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 fortgesetzt: Während die ausländischen Direktinvestitionen weltweit um 20 Prozent zurückgegangen seien, verzeichnete die Türkei bei den ausländischen Direktinvestitionen einen Plus von 33 Prozent, womit deutlich würde, dass die Türkei für die ausländischen Investoren ein zukunftsträchtiges Land sei.
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London (dts) – Nach der Evakuierung am Flughafen Gatwick hat die Londoner Polizei einen bewaffneten Mann festgenommen. Laut örtlichen Medienberichten handele es sich bei dem Festgenommenen um einen Mann mit französischer Staatsbürgerschaft, der mit einer Schusswaffe bewaffnet gewesen sein soll. Zuvor war am Samstagvormittag das Nordterminal des Flughafens geräumt worden, nachdem ein verdächtiges Gepäckstück gefunden worden war.
Nähere Hintergründe wurden zunächst nicht bekannt.