Datenschutz
Piratenpartei: Polizeidatenbanken sollen Kontrollen unterzogen werden

Saarbrücken (ots) – Nach dem Skandal um Millionen illegaler Datensätze in der Datenbank des Bundeskriminalamts wollen die PIRATEN auch im Saarland mehr Transparenz und Klarheit über rechtswidrig gespeicherte Daten in saarländischen Polizeidatenbanken. Klaus Schummer, Landesvorsitzender der Piratenpartei, vermutet, dass auch hierzulande unzulässige Einträge vorgenommen, nicht fristgerecht gelöscht oder sogar falsch bzw. den falschen Personen zugeordnet sind und regt daher eine zeitnahe Überprüfung der Polizeidatenbanken durch die saarländische Datenschutzbeauftragte an: „Es ist selbstverständlich nicht auszuschließen, dass auch die Eintragungen in den Datensammlungen der saarländischen Polizei unzulässig sind, nicht oder nicht in der vorgenommenen Art hätten aufgenommen dürfen oder aufgrund von Fristablauf längst hätten gelöscht werden müssen. Und all das mit weitreichenden Folgen für die Betroffenen. So wurden Journalisten wegen illegaler Datensätze in der BKA-Datei beispielsweise die Akkreditierung verweigert oder Platzverweise gegen sie erteilt, ein schwerwiegender und aufgrund der Illegalität rechtswidriger Eingriff in die Meinungs- und Pressefreiheit der Betroffenen. Aber auch andere polizeiliche Maßnahmen und Rechtseingriffe wie beispielsweise verschärfte Personenkontrollen, Drogentests oder andere Stigmatisierungen sind auf diese fehlerhaften Daten zurückzuführen. Daher sollte das unabhängige Datenschutzzentrum des Saarlandes schnellstmöglich eine – gegebenenfalls erneute – Überprüfung sämtlicher (Verbunds-)Datenbanken der Landespolizei und des saarländischen Verfassungsschutzes vornehmen“, so Schummer in einer Mitteilung. Ein weiterer Verweis seitens der Polizei auf nicht genügend oder seit Jahren erkranktes Personal solle nicht länger als Ausrede für ausgebliebene Überprüfungen gelten, denn die Landesregierung hätte für ausreichend Personal für eine handlungsfähige Polizei zu sorgen, sagte Schummer. „Über die illegalen Daten müssen die Behörden die Betroffenen schnellstmöglich proaktiv informieren. Diese haben ein Recht darauf zu wissen, welche Daten über sie aus welchem Anlass über welchen Zeitraum hinweg illegal gespeichert wurden. Darüber hinaus ist Personen, die glauben betroffen zu sein, anzuraten, vom Selbstauskunftsrecht gegenüber der Polizei Gebrauch zu machen und die über sie gespeicherten Daten dort abzufragen.“

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"Allianz für die Kinder"
Syrien: SOS-Kinderdörfer fordern Allianz für psychologische Betreuung

Rakka/München (ots) – Rakka steht kurz vor dem Fall, ein Ende des Leids ist für tausende Kinder der Stadt nicht in Sicht: „Jungen und Mädchen, die Terror, Gewalt und Krieg überlebt haben, tragen schlimmste seelische Verletzungen mit sich – eine Folge der Erlebnisse, die sie durchmachen mussten“, sagt Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit. Viele von ihnen führten, seit der IS 2014 die Stadt an sich gerissen hatte, kein normales Leben mehr: kein regulärer Schulunterricht, keine regelmäßigen Mahlzeiten, keine medizinische Versorgung – dafür ständige Angst vor Terror und Gewalt. Manche hätten schon zusehen müssen, wie Freunde, Eltern oder Geschwister brutal getötet wurden. Andere wurden vergewaltigt oder zu Kindersoldaten gemacht. „Diese Kinder sind so schwer traumatisiert, dass sie ohne Behandlung kein normales Leben werden führen können“, teilt die Kinderhilfsorganisation mit. „Die psychologische Betreuung der Kinder muss in den nächsten Monaten und Jahren Priorität haben“, sagt Yassin. „Nur so haben sie eine Chance, in ein normales Leben zurückzufinden.“ Die SOS-Kinderdörfer fordern die jetzigen Machthaber in der Region, alle Hilfsorganisationen und die UN zu einer „Allianz für die Kinder“ auf. Es gehe darum, rasch einen Plan für flächendeckende psychologische Betreuung zu schmieden. Die SOS-Kinderdörfer betreuen in Syrien und im Nordirak Kinder, die Terror und Krieg entkommen konnten. Im Rahmen eines groß angelegten Modellprojekts wird Kindern die Möglichkeit gegeben, mit Traumatherapeuten die erlebten Gräuel zu verarbeiten, um nicht eine komplette Generation von Kindern an den Krieg und Terror zu verlieren.

Linksextremismus
Bayerischer Innenminister begrüßt Verbot von „linksunten.indymedia.org“

Heilbronn (ots) – Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) begrüßt das Verbot der linksextremistischen Internetplattform „linksunten.indymedia.org“ durch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Herrmann sagte dazu im Interview mit der „Heilbronner Stimme“: „Das war sehr wichtig und konsequent. Wir haben in Deutschland ein breites Einvernehmen, was den Kampf gegen den Rechtsextremismus betrifft. Aber auf dem linken Auge war und ist manch einer bislang blind. Klar ist: Jede Form von Extremismus, von links oder rechts, oder auch der islamistische, muss konsequent verfolgt werden.“ Herrmann fügte hinzu: „Leider stellen wir fest, dass auf allen Seiten die Radikalisierung in zunehmendem Maße in der Anonymität des Internets stattfindet. Die Ideologien, wie bei den militanten Islamisten, scheinen mittelalterlich zu sein, aber ihre Anhänger bedienen sich modernster Technik.“ Herrmann mahnt zudem eine breitere Debatte über Linksextremismus an. Auf die Frage, ob die Gefahr durch den Linksextremismus unterschätzt werde, sagte er: „Nicht von den Sicherheitsbehörden, denn die Kriminalitätsberichte sprechen da seit Jahren eine eindeutige Sprache, ebenso die Berichte des Verfassungsschutzes. Es wurde nur in der Öffentlichkeit zu wenig thematisiert. Es werden Autos in Brand gesetzt und Eisenbahnstrecken sabotiert. Die menschliche Erfahrung zeigt: wer erst mal Gewalt gegen Sachen verübt, scheut irgendwann auch vor Gewalt gegen Menschen nicht zurück.“

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Bundestagswahl 2017
Wahl-Überraschung: Allianz Deutscher Demokraten wünscht Bündnis mit der BIG Partei

Wird die lang ersehnte Zusammenkunft der stärksten Communitiy-Parteien Deutschlands endlich stattfinden? Dortmund (nex) – Nur wenige Wochen vor der Bundestagswahl sorgt die Migrantenpartei Allianz Deutscher Demokraten mit einer Pressemitteilung für eine große Überraschung. Wie die Partei auf auf ihrer Webseite mitteilt, habe man sich für eine Kooperation mit der BIG Partei entschieden. Die Parteigründer der AD-Demokraten Remzi Aru, Ramazan Akbas und Halil Ertem seien nach ausgiebigen Beratungsgesprächen zu dem Entschluss gekommen, dass eine Zusammenarbeit beider Parteien ein „unabdingbares Unterfangen zum Wohle der türkischen Community“ ist.
Als Gründer und Bundesvorstand der Partei Allianz Deutscher Demokraten (AD-Demokraten) haben wir, Remzi Aru, Ramazan Akbaş und Halil Ertem, uns bezüglich der weiteren Vorgehensweise für die kommenden Jahre und anstehenden Wahlen beraten Dabei sind wir einstimmig zu dem Schluss gekommen, dass eine Bündelung der Kräfte der Parteien AD-Demokraten und Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit (BIG-Partei) für die nähere Zukunft sowohl die Parteien selbst wie auch die Wähler stärkt und das Erreichen der gemeinsamen Ziele, für diese die AD-Demokraten und die BIG-Partei stehen, erleichtert. Daher haben wir, die Gründer der AD-Demokraten und der gesamte Bundesvorstand, weiter einstimmig beschlossen, eine Partnerschaft in Form einer gegenseitigen Kooperation mit der BIG-Partei vorzuschlagen, um bei den kommenden Wahlen uns nicht gegenseitig zu behindern, sondern gegenseitig zu unterstützen. Dies sehen wir als hilfreich für beide Parteien an, da die Kapazitäten dieser stark begrenzt und durch diese Partnerschaft effizient und gebündelt einsetzbar sind.
Die drei Parteigründer der Allianz Deutscher Demokraten seien jederzeit für Gespräche bereit, die im Rahmen eines Partnerschaftsabkommens stattfänden. Die Entscheidung über eine Zusammenarbeit sei vom Bundesvorstand der Partei einstimmig beschlossen worden. Die erhoffte Effizienzsteigerung betreffe beide Parteien, da der Rahmenplan des Abkommens gegenseitige Unterstützung, Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch festlege. Diese Kooperation beinhalte eine Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch beider Parteien. Darüber hinaus bestehe die Partnerschaft in der Unterstützung des jeweiligen Partners bei Wahlen, zu denen einer der Partner nicht antritt, um so den maximal möglichen Erfolg einzuholen. Da beide Parteien dieselben Ziele verfolgten, wäre diese Form der Zusammenarbeit ein Gewinn für alle Wähler und Beteiligten. Die Kooperation sei zunächst auf 4 (vier) Jahre begrenzt, könne jedoch, je nach Umständen und weiteren Entwicklungen, verlängert werden. Ausgeschlossen von dieser Partnerschaft seien die Bundesländer Berlin, Bremen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Die Gründer der AD-Demokraten erklärten ihre Bereitschaft, jederzeit Gespräche mit dem Vorstand der BIG-Partei bezüglich der Umsetzung dieser Partnerschaft zu führen und konstruktiv mitzuarbeiten. Dabei würden sie vom gesamten Bundesvorstand der Partei mit voller Überzeugung unterstützt. Dazu Parteigründer Halil Ertem gegenüber NEX24: „Wir müssen in die Zukunft schauen und unsere Entscheidungen zum Wohl unserer Wähler treffen. Gemeinsam gelingt uns dies besser. Gerade an diesen Feiertagen ist der richtige Zeitpunkt, um Feindseligkeiten mit Parteigegnern endgültig beiseite zu legen und mit vereinten Kräften für die Bedürfnisse der Wählerinnen und Wähler einzutreten“. Aufgrund von Streitigkeiten in der Vergangenheit waren beide Parteien in herbe Kritik ihrer gemeinsamen Wählerschaft geraten. Die Enttäuschung der sympathisierenden Community-Mitglieder gaben der Missstimmung zwischen den beiden Vereinigungen den Rest. Eine erwünschte Zusammenkunft schien so gut wie unmöglich und viele potenzielle Wähler kehrten beiden Parteien den Rücken zu und klagten über die Inkompetenz der Vertreter. Bis jetzt habe sich die BIG Partei zum gemachten Kooperationsangebot noch nicht geäußert.

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Syrienkrieg
Israel: Russland genehmigt Einmarsch tausender iranischer Soldaten in Syrien

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Tel Aviv (nex) – Russland soll dem Einmarsch von weiteren tausenden iranischen Soldaten in Syrien zur Unterstützung der erschöpften Regierungskräfte zugestimmt haben, die nur begrenzte militärische Fähigkeiten hätten. Dies hat die israelische Tageszeitung Maariv am gestrigen Freitag berichtet. Laut dem Sicherheitsanalytiker Yossi Melman hätten Auswertungen des israelischen Geheimdienstes gezeigt, dass das Regime im Kampf gegen den IS (Daesh) in Ostsyrien eine intensive Unterstützung durch die gut ausgebildeten iranischen Truppen sowie die russische Luftsicherung erfordert. Russland, so Melman, habe die Verstärkung aus dem Iran genehmigt. „Die iranische Präsenz in Syrien wird so lange zunehmen, wie Russland daran interessiert ist, die Stabilität des Assad-Regimes zu unterstützen, um die Kontrolle über Syrien oder große Teile des Landes zu behalten“, heiße es aus Geheimdienstkreisen. Melman wies darauf hin, dass die Israelis über den Einsatz iranischer sowie Hisbollah-Truppen in der Nähe der besetzten Golanhöhen besorgt seien. Israel erwarte, dass Tausende iranischer Soldaten sich den 1.500 Beratern anschließen würden, die sich seit Jahren in Syrien befinden. Nach den Worten des Sicherheitsanalytikers erkennt Israel an, dass seine Fähigkeit, die zu erwartende Situation in Syrien zu beeinflussen, begrenzt ist. Melman fügte hinzu, dass neuerlich eine israelische Delegation unter der Leitung von Mossad-Chef Yossi Cohen im Weißen Haus die Situation in Syrien erörtert habe. Eine israelische Quelle habe ihm gegenüber erklärt, dass die Delegation an Teilnehmer einer Beerdigung erinnert habe. „Die Amerikaner sprachen ihr Beileid aus“, habe er gesagt. „Die Israelis nahmen es entgegen, und der Trauerzug befand sich auf der Beerdigung der US-Politik in Syrien.“

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Bundestagswahl 2017
Merkel verspricht Vollbeschäftigung bis 2025

Düsseldorf (ots) – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will in den kommenden acht Jahren Vollbeschäftigung auf dem Arbeitsmarkt erreichen. „Jeder, der arbeiten will, soll 2025 auch arbeiten können. Wir wollen die Zahl der Arbeitslosen, die heute halb so hoch ist wie 2005, erneut halbieren. Das hieße Vollbeschäftigung“, sagte Merkel der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Das sei das Beste, das man für die sozialen Sicherungssysteme anstreben könne. Die Kanzlerin kündigte an, bei einer Wiederwahl gezielt die Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen. „Es gibt immer noch eine Million Langzeitarbeitslose – viele davon unter 40 Jahre alt. Kinder wachsen in Familien auf, in denen Eltern noch nie erwerbstätig waren. In jedem Fall, in dem es uns gelingt, Langzeitarbeitslose wieder in Arbeit zu bringen, geben wir einem Menschen die Chance, sein Leben und das seiner Familie zu verbessern.“ Dafür müsse eine neue Bundesregierung gezielt die Jobcenter ins Visier nehmen. „Wir müssen uns ansehen, welche Jobcenter besonders erfolgreich arbeiten und welche Gründe das hat. Darauf bauen wir auf, um in der Beratung und Vermittlung besser zu werden.“

Bundestagswahl 2017
Kanzlerin Merkel lobt Schwarz-Gelb und Jamaika-Koalition

Düsseldorf (ots) – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich „frohen Mutes“ gezeigt, was Koalitionsoptionen mit FDP und in einem Dreier-Bündnis mit den Grünen auf Bundesebene angeht. Auf die Frage, was der Kardinalfehler von Schwarz-Gelb 2009 bis 2013 gewesen sei, sagte die Kanzlerin der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“: „Ich sehe keinen. Ich sehe heute eine gut funktionierende und verlässlich arbeitende Koalition aus CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen unter der Führung von Armin Laschet“, und sie beobachte mit Freude die gut arbeitende Koalition in Schleswig-Holstein, die Daniel Günther aus CDU, FDP und Grünen gebildet habe. „Deswegen bin ich auch für den Bund frohen Mutes.“ Merkel ergänzte: „Entscheidend ist: beide Stimmen für die CDU, damit wir so stark wie möglich sind.“

INF-Vertrag
Streit um Rüstungskontrolle: Von der Leyen besorgt über Verhalten Russlands

„Wir nehmen die Hinweise sehr ernst“  Osnabrück (ots) – Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich besorgt über Berichte geäußert, nach denen Russland Vereinbarungen zur Rüstungskontrolle unterlaufen soll. Von der Leyen sagte in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Natürlich besorgt uns das gesamte sicherheitspolitische Verhalten des Kreml – angefangen von der eklatanten Verletzung des Völkerrechts durch die gewaltsame Annexion der Krim, über militärische Drohgebärden gegenüber Nachbarstaaten bis hin zu Hinweisen, das Russland gemeinsame Vereinbarungen zur Rüstungskontrolle unterläuft. Wir nehmen diese Hinweise sehr ernst.“ Die Ministerin reagierte damit auf wiederholte Hinweise, nach denen Russland gegen den INF-Vertrag verstößt. INF steht für „Intermediate-Range Nuclear Forces“. Das Abkommen der USA mit Russland verbietet den Vertragspartnern unter anderem den Bau und den Besitz landgestützter atomar bewaffneter Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern. Von der Leyen betonte: „Der INF-Vertrag zwischen den USA und Russland zur Abschaffung und Vernichtung von Mittelstreckenraketen hat Europa seit 1987 sichererer gemacht. Wir haben ein zentrales Interesse, dass dieser Pfeiler der europäischen Sicherheitsarchitektur erhalten bleibt.“ Moskau zu konstruktivem Dialog aufgerufen Die Verteidigungsministerin betonte, es sei nun an Russland, die selbst geschürten Zweifel an seiner Vertragstreue im Dialog mit den USA und auch der NATO auszuräumen. „Leider verhält sich der Kreml in nahezu allen Fragen der Rüstungskontrolle nicht konstruktiv. Das muss sich als erstes ändern, wenn Russland Vertrauen zurückgewinnen will.“

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Global Firepower Index 2017
Mächtigste Armeen: Türkei vor Deutschland auf Platz 8

Dortmund (nex) – Der „Global Firepower Index“ vergleicht die Armeen der Welt anhand verschiedener Kriterien und umfasst dieses Jahr 133 Staaten. Die USA befinden sich laut Ranking wie auch im Jahr zuvor auf Platz 1, gefolgt von Russland und China. Mit über 10.000 Flugzeugen, etwa 9.000 Panzern und einem Budget von fast 588 Milliarden Dollar führen die USA die Liste an. Laut „Global Firepower“ fließen über 50 Faktoren in den „Power Index (Macht-Index) genannten Gesamtwert ein. Militärische Stärke des Staates, die Vielfalt der vorhandenen Waffen, die geographische Lage und die natürlichen Ressourcen etwa seien berücksichtigt worden. Auch für Atombomben und Erdölgewinnung habe es Bonuspunkte gegeben. Deutschland steht im diesjährigen Ranking hinter der Türkei, die mit 743.415 Soldaten den 8. Platz belegt, auf Platz 9. Israel liegt auf Platz 15 und Polen auf Platz 19. Schlusslichter der Liste sind Suriname (132) und Bhutan. Laut dem Militärexperten Viktor Murachowski handelt es sich bei diesem Ranking um eine Art Schönheitswettbewerb, es habe mit der Realität nichts zu tun. Im Ranking würden keine objektiven Faktoren berücksichtigt, so Murachowski im russischen Newsportal „Sputnik„. Es gehe um komplizierte Kriterien zur Bewertung der Kampfmöglichkeiten der Streitkräfte, Koeffizienten des militärtechnischen Niveaus der Waffen, Möglichkeiten der globalen Projektion der Militärstärke, Gewährleistung der Stabilität der strategischen Atomkräfte u.a. Es gebe hunderte bzw. tausende Parameter und die Erstellung solch einer Liste sei eine sehr ernsthafte Aufgabe. Über die tatsächliche Kampfbereitschaft der Streitkräfte wisse nur der Oberbefehlshaber Bescheid. Wie „Sputnik“ weiter berichtet, habe der russische Oberbefehlshaber bereits im Dezember vergangenen Jahres darauf hingewiesen, dass Russland „jetzt stärker als jeder potentieller Aggressor“ sei.
(Screenshot/Global Firepower)

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Terrorismus
US-Wissenschaftler: „Ausländische Besatzung ist der Auslöser für Selbstmordterrorismus“

In seinem Buch, Cutting the Fuse: The Explosion of Global Suicide Terrorism and How to Stop It (University of Chicago Press, 2010), argumentiert der US-Politikwissenschaftler Robert A. Pape und sein Co-Autor James K. Feldman, dass die ausländische militärische Übernahme einen Anstieg der Selbstmordattentate im Irak geschürt habe und nicht religiöser Extremismus. Bis zur Invasion im Irak im Jahre 2003, habe es nicht einen terroristischen Selbstmordanschlag im Land gegeben. Der Erste habe sich Tage nach der Ankunft der amerikanischen Truppen zugetragen und sei vor dem Rückgang auf 256 im Jahr 2007 angestiegen. Auf einer Konferenz im Oktober 2012 in Washington referierte Pape über seine dreißigjährige Forschung weltweiter Selbstmordattacken. „Was 95 Prozent aller Selbstmordattacken seit 1980 gemeinsam haben ist nicht Religion, sondern ein spezifischer strategischer Zug: einen Staat dazu zu zwingen Kampftruppen aus jenen Gebieten abzuziehen, die die Terroristen als Ihre Heimat ansehen oder als sehr wertvoll empfinden.“ Als Direktor des Chicago Projekts über Sicherheit und Terrorismus (CPOST) hat Pape eine Datenbank mit mehr als 2000 Fällen zusammengetragen. Um die gemeinsamen Ursachen festzustellen untersuchte er Aufzeichnungen, die Bombenleger zurückgelassen haben, wie beispielsweise Informationen über ihre Religionszugehörigkeit, deren sozioökonomischer Status und andere persönliche Daten. Von 1980 bis zum Jahr 2003 waren terroristische Selbstmordanschläge relativ selten und die Gefahr für amerikanische Bürger war minimal: weniger als 15 Prozent dieser 343 Attacken auf der ganzen Welt waren gegen die Interessen der USA gerichtet. Und dennoch waren von 2004 bis 2009 1.833 Selbstmordanschläge – 92 Prozent an amerikanische Ziele gerichtet. Vor diesem Anstieg ereigneten sich die Anschläge am 11. September 2001, welche die Auswirkungen des Selbstmordterrorismus in den Vereinigten Staaten deutlich hervorhob. Weniger als ein Jahrzehnt zuvor hatten Terroristen sechs Menschen in einem Bombenanschlag im World Trade Center getötet. Diese Attacke vom 26. Februar 1993 „hat jedoch die amerikanische Regierung, unser Militär und das meiste unseres Landes nicht auf den Kopf gestellt um eine Wiederholung zu vermeiden“, schreiben Pape und Feldman in Cutting the Fuse. Der Unterschied, argumentieren die Autoren, war der Selbstmordterrorismus, der unverhältnismäßigen Horror bereitet – 19 Täter töteten tausende Zivilisten was zum Großteil nur dadurch möglich war, dass sie bereit dazu waren auch ihr eigenes Leben zu opfern. Wie Pape sagt sind „Selbstmordterroristen die ultimative intelligente Bombe.“ Solche Attacken belaufen sich auf nur drei Prozent des globalen Terrorismus zwischen 1980 und 2001, waren jedoch für 70 Prozent aller Todesfälle verantwortlich. Nur selten wurde mit solchen Attacken der religiöse Märtyrertod gesucht. In den 24 Jahren vor dem Einmarsch im Irak hatten die nichtmuslimischen Tamil Tigers die meisten Selbstmordattacken aller terroristischer Organisationen weltweit begangen – von denen 78 gegen Sri Lanka, zwischen 1987 und 2001, gerichtet waren. Der „Time“ zufolge hatte diese Terrorgruppe den Bombengürtel erfunden und zum ersten Mal eingesetzt. Sogar unter fundamentalistischen Gruppen war die Abstoßung der ausländischen militärischen Besatzung die zugrundeliegende Motivation. Vom Libanon in den 1980ern – den ersten Selbstmordattacken seit den Kamikaze aus dem Zweiten Weltkrieg – bis hin zum heutigen Irak und Afghanistan, ging die Anwesenheit fremder Truppen aus demokratischen Ländern, die als „verletzlich gegenüber Zwangsbestrafung“ angesehen werden, mit einem Anstieg des Selbstmordterrorismus einher. Selbst im Irak, wo sich ein Rückgang der Attacken im Jahr 2008 mit einem Anstieg der US-Truppen überlagerte halten Papes Erkenntnisse noch immer daran fest: trotz des „Anstiegs“ stellt er heraus, dass das Ergebnis unter der Bilanz eine geringere Präsenz des ausländischen Militärs war, da vereinigte Truppen in größerem Maße abgezogen wurden, als das neue Streitkräfte aus der USA ankamen. Pape und Feldman sind auf ähnliche Umstände in Afghanistan gestoßen. Dort gab es im Land von 2003 bis 2005 weniger als 15 Selbstmordattacken, doch die Zahl schoss nach oben auf 87 im Jahre 2006 und auf 128 im kommenden Jahr. „Sie bleibt hoch“, sagt Pape. „Warum?“ Von 2001 an trafen internationale Streitkräfte in unglaublich hohen Zahlen in Kabul ein und dann im Norden und Westen des Landes. Bis Oktober 2006 haben sie sich jedoch nicht bis zur Heimat der Paschtunen in Südafghanistan ausgebreitet. Danach fing der Suizidterrorismus der Paschtunen Feuer. Es ist ein vorhersehbares Muster: Pape und Feldmann erkennen diese Korrelationen in den acht Haupt-Suizidterrorfeldzügen in den frühen 1980ern. Einschließlich einer Selbstmord-Lastwagenbombe die am 23 Oktober 1983 241 US Marinesoldaten tötete, gab es 30 Attacken im besetzten Libanon zwischen 1982 und 1986. Zu dieser Zeit ließen schiitische Muslime der Hisbollah viele Menschen glauben, dass religiöser Fundamentalismus die treibende Motivation der Organisation sei. Cutting the Fuse erklärt, dass die Hisbollah vor der Invasion Israels im Juni 1982 nicht existiert hatte. In diesem Juli wurde sie gebildet. In den vier folgenden Jahren waren diese 30 Attacken „alle direkt oder stillschweigend von der Hisbollah koordiniert worden“. Mit dem Abzug der ausländischen Truppen aus dem Land – erst die Vereinigten Staaten, dann Frankreich, danach Israel – nahm die Anzahl der Selbstmordattacken ab. „Seit dem Abzug des israelitischen Militärs im Jahr 2000“, sagt Pape, „gab es kein einziges libanesisches Selbstmordattentat mehr. Also stellte er eine rhetorische Frage, mit der er eine Frage des ehemaligen US-Verteidigungsministers Donald Rumsfeld umschrieb: Wurden mehr Terroristen erzeugt als die Vereinigten Staaten gefangen genommen oder getötet hat? Pape präsentiert seine Forschungen als ein eindringliches Ja: „Ausländische Besatzung ist der Auslöser für Selbstmordterrorismus“, sagt er, „so wie Rauchen der Auslöser für Lungenkrebs ist.“

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