Währungspolitik
Türkei und Iran wollen Handel in eigenen Währungen abwickeln

Ankara (nex) – Die Türkei hat am gestrigen Freitag ein weiteres Abkommen abgeschlossen, welches die europäischen Partner mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder irritieren und womöglich zu weiteren Strafmaßnahmen bewegen wird. Die Zentralbanken der Türkei und des Iran haben offiziell vereinbart, den gemeinsamen Handel künftig in den lokalen Währungen abzuwickeln, sagte der türkische Premierminister Binali Yıldırım auf einer Pressekonferenz am 19. Oktober. Bisher nutzten die beiden Länder dafür den Euro.  Diverse Währungsvereinbarungen der Türkei mit anderen Ländern in den letzten Jahren sorgten auch beim Nato-Partner USA für Beunruhigungen. Um das bilaterale Handelsvolumen zu steigern, soll im Rahmen des Abkommens der Währungsumtausch zwischen der Türkei und dem Iran erleichtert und die damit zusammenhängenden hohen Kosten für Händler gesenkt werden. „Der Handel mit lokalen Währungen ist der wichtigste Schritt zur Verbesserung der wirtschaftlichen Beziehungen. Die Zentralbanken beider Länder haben dazu heute eine Vereinbarung abgeschlossen und werden andere Banken darüber informieren, wie das Abkommen angewendet wird“, sagte Yıldırım auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Ankara nach einem Treffen mit dem iranischen Vizepräsidenten Eshagh Dschahangiri. „Der Handel in lokalen Währungen wird dazu beitragen, diesen zu erleichtern sowie das Handelsvolumen und die Diversität zu erhöhen“, fügte Yıldırım hinzu. Wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Anfang dieses Monats mitgeteilt hatte, sei das Ziel des Abkommens, das türkisch-iranische Handelsvolumen von derzeit 10 Milliarden US-Dollar auf 30 Milliarden US-Dollar anzuheben. Bereits im September vergangenen Jahres einigte sich die Türkei mit Russland, die Währung des jeweils anderen Landes als Zahlungsmittel zuzulassen. Dem Abkommen folgte im Dezember desselben Jahres eine Währungsaustauschvereinbarung zwischen den Zentralbanken der Türkei und Chinas, um die Bedeutung der lokalen Währungen gegenüber dem Dollar zu stärken. Die Notenbanken der beiden Länder schlossen Ende November 2016 ein Swap-Geschäft im Umfang von 450 Millionen Türkischer Lira ab. Im März 2017 einigten sich der russische Präsident Putin mit seinem türkischen Amtskollegen Erdogan auf den Aufbau eines gemeinsamen Kreditkarten-Bezahlsystems. Im Oktober 2017 gab Russland den Handel der türkischen Lira an der russischen Börse bekannt. „Das ist die Entdollarisierung des Außenhandels und der internationalen Wirtschaftsbeziehungen“, erklärte der Leiter der Abteilung „Entwicklung des Devisenmarktes“ an der russischen Börse, Dmitri Piskulow. Beobachter sehen in diesen Schritten der Türkei den eigentlichen Grund für die Verschlechterung der Beziehungen zu EU und USA. Auch bei der heutigen Eröffnungsrede des D8-Treffens in Istanbul forderte Erdogan, den Handel zwischen den Mitgliedsstaaten in den eigenen Währungen zu betreiben. Es sei unnötig, unter dem Druck von Währungen wie Dollar und Euro die Wirtschaften einzuschränken. Falls dies gewährleistet wird, dann werde die Organisation eine „historische Revolution“ verwirklichen. Die Türkei war Gastgeberin des 9. Gipfeltreffens der Organisation D8 für wirtschaftliche Zusammenarbeit unter dem Motto „Mit Zusammenarbeit Chancen ausbauen“. Mitgliedsstaaten der 1997 gegründeten Organisation D8 sind die Türkei, der Iran, Pakistan, Bangladesch, Malaysia, Ägypten und Nigeria.

Zum Thema

– Währungspolitik –

Kampf gegen den Dollar: China und Türkei vereinbaren Währungsabkommen

Eine Währungsaustauschvereinbarung zwischen den Zentralbanken der Türkei und Chinas soll die Bedeutung der lokalen Währungen gegenüber dem Dollar stärken. Die Notenbanken der beiden Länder haben Ende November ein Swap-Geschäft im Umfang von 450 Mio. TL abgeschlossen.

Kampf gegen den Dollar: China und Türkei vereinbaren Währungsabkommen
   

Irakkrise
Kommentar: Nieder mit Sykes-Picot – es lebe Sykes-Picot

Nieder mit Sykes-Picot – es lebe Sykes-Picot Ein Gastbeitrag von Faruk Al-Sibai Der Einmarsch der irakischen Armee und der iranischen Söldnermilizen in Kirkuk und der Rückzug der kurdischen Peschmerga hat sich in den sozialen Netzwerken in kontroversen, teils heftigen Diskussionen syrischer Aktivisten niedergeschlagen, die jedoch zum großen Teil nur gezeigt haben, dass wir nichts gelernt haben. Wir haben nichts aus unserer älteren Geschichte gelernt, nichts aus der jüngeren Geschichte und anscheinend schon gar nichts aus den letzten Jahren. Von Häme und Spott, bis hin zur Verherrlichung autoritärer Terrororganisationen reichten die Postings und Kommentare, zumeist einhergehend mit unverholenem, nationalistischem Chauvinismus. Die einen bejubeln schon fast den aus Teheran dirigierten irakischen Einmarsch in Kirkuk, während andere gleichzeitig in beinahe kultischer Verehrung die Öcalan-Porträts und PKK/YPG-Fahnen in Rakka feiern. Auch finden sich wieder gehäuft verherrlichende Posts zu Saddam Hussein, als angeblich glorreichem Widersteher der iranischen Aggression, jedoch natürlich ohne die unzähligen Opfer seiner Diktatur zu erwähnen. Während wir einmütig darin übereinstimmen, dass die unsägliche Aufteilung des nahen Ostens mit dem Lineal durch die Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich im Rahmen des Sykes-Picot-Abkommens und der, von den Kolonialmächten forcierten konfessionellen und ethnische Spaltung, eine der wesentlichen Ursachen für den heutigen, desolaten Zustand des nahen Ostens darstellt, verfallen die meisten von uns wieder in einen blinden Nationalismus, wie aktuell wieder in der Kurdenfrage und propagieren unnachgiebig und teilweise mit tief eingefressenen Phrasen des panarabischen Sozialismus, die Unverletzlichkeit nationalstaatlicher Grenzen, ausgerechnet entsprechend der Aufteilung des verhassten Sykes-Picot-Abkommens, bei dem das kurdische Volk durch das Raster der ausgebreiteten Landkarte gefallen ist und in der Folge auf vier verschiedene Staaten verteilt wurde. Vielleicht sollten sich manche vor Augen führen, dass die Kurden schon lange vor allen anderen Volksgruppen in diesem Gebiet lebten. Wir sind mit dem arabischen Frühling auf die Straße gegangen, um uns vom Joch der Unterdrückung durch unmenschliche Diktaturen zu befreien und um unsere Freiheit und Würde wieder zu erlangen. Wir wollen Demokratie, Mitbestimmung und Gleichberechtigung, sind jedoch anscheinend nicht in der Lage, uns von den unsäglichen Dogmen und Lügen der Vergangenheit zu lösen. Wir haben keine Vision und wir bieten den Menschen auch keine Perspektive, eher dazu neigend, die eine Diktatur durch eine andere zu ersetzen, politische und gesellschaftliche Fakten zu ignorieren und uns immer tiefer in der Opferrolle einzurichten. Wir verlangen das Selbstbestimmungsrecht als Volk, wollen es aber gleichzeitig einem Teil unserer Gesellschaft verweigern, ohne eine ehrliche, gleichberechtigte Alternative anzubieten. Unverständlich ist für mich die vehemente Fixierung auf den Zentralstaat und die geringe, bis gar nicht vorhandene Akzeptanz von föderalen Lösungen, die den verschiedenen Bevölkerungsgruppen weitestgehende Autonomie, bei gleichzeitiger Zusammenarbeit auf Bundesebene ermöglichen würde. Wir haben anscheinend noch nicht realisiert, dass alle in- und vor allem die ausländischen Akteure in Syrien, ausschließlich zum eigenen Nutzen agieren und dass die leidende Bevölkerung dabei keine Rolle spielt.

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– 100. Jahrestag Sykes-Picot-Abkommen –

Wissenschaftler: “Ursprung des Sykes-Picot-Abkommens liegt 300 Jahre zurück”

Wissenschaftler äußern sich zum 100. Jahrestag des Sykes-Picot-Abkommens, das am 16. Mai 1916 unterzeichnet wurde und dessen Ziel die heimliche Aufteilung des Nahen Ostens nach dem Ersten Weltkrieg war.

Wissenschaftler: „Ursprung des Sykes-Picot-Abkommens liegt 300 Jahre zurück“
 
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Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens
Krise in Spanien: Katalanen stürmen zu den Banken

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Barcelona (nex) – Die Krise im EU-Staat Spanien spitzt sich weiter zu. Im Konflikt um die Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien haben Organisationen die Bürger der Region zu einem Sturm auf die Banken aufgerufen. Die Bürgerinitiative Katalanische Nationalversammlung (ANC) und der Kulturverein Omnium Cultural appellierten in der Nacht zum Freitag an ihre Anhänger, massiv Geld von Konten der fünf größten Banken abzuheben. Mit dieser Aktion wolle man zeigen, dass „die Summe von kleinen individuellen Gesten alles verändern kann“. Das berichten Medien unter Berufung auf eine dpa-Meldung. https://twitter.com/judittmoyano/status/921270745963094016 Demnach solle die Aktion zunächst am Freitag zwischen acht und neun Uhr vormittags stattfinden. „Hebt den Betrag ab, den ihr wollt“, hätten die Organisationen die Katalanen mit einem Tweet aufgefordert. Damit protestiere man gegen die Inhaftierung der Präsidenten der beiden Organisationen, Jordi Sànchez und Jordi Cuixart, und gegen die Firmenflucht. Zudem solle der Wille zur Gründung eines unabhängigen Staates in Katalonien bekundet werden, hätten beide Organisationen mitgeteilt. Es sei „an der Zeit, zu zeigen, dass unsere Kraft von jedem einzelnen von uns abhängt und dass die Summe von kleinen individuellen Gesten alles verändern kann“. Während sich die etablierten Parteien zu den Verhaftungen von Menschenrechtsaktivisten in Spanien überraschend wortkarg verhalten, die Vorfälle auch in den Medien – zumindest im Vergleich zu denen in der Türkei – auf kaum Interesse stoßen und eher als Randnotiz erscheinen, hat die Bayernpartei die Verhaftungen verurteilt. Insgesamt scheinen die Katalanen mit ihren Unabhängigkeitsbestrebungen in der breiten Bevölkerung in Deutschland nicht mit der Unterstützung wie etwa andere Volksgruppen mit dem Wunsch nach einem eigenen Staat rechnen zu können. Zu den politischen Zielen der BP gehört die Möglichkeit einer Volksabstimmung über den Austritt Bayerns aus dem deutschen Staatsverband. Die Bayernpartei hat in einer Stellungnahme die Verhaftung zweier katalanischer Aktivisten verurteilt. Sie stimme auch der Einschätzung des katalanischen Ministerpräsidenten Puidgemont zu, dass es erstmals seit der Franco-Ära wieder poltische Gefangene in Spanien gebe. “Auch der der Chef der katalanischen Regionalpolizei ist nur unter Auflagen auf freiem Fuß, wegen ‘aufrührerischen Verhaltens’ drohen ihm bis zu 15 Jahre Gefängnis. Die spanische Zentralregierung hat also offenbar beschlossen, auf Dialog und Kompromiss gänzlich zu verzichten und stattdessen mit Drohungen und Repressionen zu arbeiten. Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass von keiner der erwähnten Personen Gewalt ausging”, so die BP in der Stellungnahme. Beschämend seien die Reaktionen aus Brüssel oder von Parteien, denen “angeblich Demokratie, Freiheit und Menschenrechte so am Herzen liegen – Schweigen, wenn nicht gar Unterstützung des Vorgehens der spanischen Behörden”. Wenn aber Demokratie, Freiheit und Menschenrechte nur dann gewährt würden, wenn es gerade politisch opportun ist, dann sei deren vorgebliches Hochhalten reine Heuchelei.

"Exportausfällen und Handelsverzögerungen"
Brexit: Weitreichende Folgen für Arzneimittelbranche

Berlin (ots) – Mit dem Brexit kommen auf Arzneimittel-Hersteller vor allem in den Bereichen Im- und Export, klinische Studien sowie bei der Wahl des Firmensitzes weitreichende Änderungen zu. Das sagt Dr. Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft beim Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH), vor dem Hintergrund der heutigen Gespräche der EU-Staats- und Regierungschefs zu dem Thema. Großbritannien wird zum 30. März 2019 aus der EU ausscheiden und damit für die EU-Mitgliedstaaten zu einem Drittland werden. Der BAH appelliert daher an die politisch Verantwortlichen, pragmatische Lösungen zu finden. Die Arzneimittelindustrie ist gut beraten, sich schon jetzt auf den Brexit vorzubereiten. Beim Im- und Export von Arzneimitteln erwartet Kroth größere Beeinträchtigungen. Nach dem Brexit müssen Hersteller zusätzliche Zertifikate und Unterlagen nachweisen, wenn sie Wirkstoffe oder Arzneimittel in Großbritannien ein- oder ausführen möchten. „Sollte es keine gegenseitige Anerkennung der Zertifikate geben, rechne ich mit Exportausfällen und Handelsverzögerungen“, warnt er. 2016 haben deutsche Arzneimittel-Hersteller Waren im Wert von 6,3 Milliarden Euro nach Großbritannien exportiert und im Wert von 2,2 Milliarden Euro importiert (Quelle: Destatis). Arzneimittel-Hersteller müssen sich zudem auf teure Doppelstrukturen gefasst machen. Diejenigen, die ihren Firmensitz in der EU haben und auch nach dem Brexit nach Großbritannien exportieren möchten, müssen künftig auch dort eine Niederlassung eröffnen. „Das bedeutet für die Firmen einen Mehraufwand in personeller und finanzieller Hinsicht“, so Kroth. Darüber hinaus wird der Brexit auch Folgen für klinische Prüfungen haben. In Europa wird hierzu voraussichtlich 2019 eine neue Verordnung in Kraft treten, auf die sich bereits alle EU-Staaten geeinigt haben. Noch ist offen, ob Großbritannien nach dem Brexit das gemeinsam erarbeitete Verfahren anerkennen wird. Falls nicht, wären laufende klinische Prüfungen nicht mehr rechtsgültig. Im Zweifelsfall müssten Hersteller neue Genehmigungen beantragen, damit die Studien fortgeführt werden können, so Kroth. Der BAH hat für seine Mitglieder zum Handlungsbedarf beim Thema Brexit einen entsprechenden Leitfaden erstellt. Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH) ist der mitgliederstärkste Branchenverband der Arzneimittelindustrie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von mehr als 450 Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiter beschäftigen. Das Aufgabenspektrum des BAH umfasst sowohl die verschreibungspflichtigen als auch die nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel sowie die stofflichen Medizinprodukte.

Klinische Erfahrungen und Perspektiven aus Kanada
Medizin: Cannabinoide in der Schmerztherapie

St. Leon-Rot (nex) – Seit März 2017 ist auch in Deutschland die medizinische Anwendung von Cannabis in begründeten Ausnahmefällen möglich. Allerdings ist der Informationsstand zum medizinischen Einsatz und therapeutischen Nutzen von Cannabis bei Ärzten und Apothekern in Deutschland im internationalen Vergleich bisher gering. Nicht so in anderen Ländern wie Kanada, wo Cannabis seit vielen Jahren in der medizinischen Therapie eingesetzt wird. So wurden an der kanadischen Cannabinoid Medical Clinic (CMC) seit dem Jahr 2014 rund 25.000 Patienten in einer Altersspanne von zwei bis 92 Jahren bei verschiedenen Indikationen mit Cannabis behandelt. Um auch deutsche Ärzte von diesen umfangreichen Erfahrungen profitieren zu lassen, hat das deutsche Cannabis-Unternehmen Spektrum Cannabis GmbH anlässlich des Deutschen Schmerzkongress in Mannheim ein Symposium zu den klinischen Erfahrungen mit Cannabis in Kanada veranstaltet. Gastredner war Dr. Danial Schecter, der als Mitbegründer der CMC alleine rund 3.500 Patienten mit Cannabis behandelt hat. Anders als in Deutschland, wo bisher nur wenige klinische Erfahrungen mit Cannabis-Therapien bestehen, kommt Cannabis in Form von Blüten oder Extrakten in Kanada bereits seit 2001 zum Einsatz. Im Jahr 2014 hat Dr. Danial Schecter als Mitbegründer die Cannabinoid Medical Clinic ins Leben gerufen, die inzwischen mit 22 Standorten in ganz Kanada zu den größten medizinischen Einrichtungen für Cannabis-Medizin gilt. Seit Gründung der CMC sind rund 25.000 Patienten zur Therapie mit Cannabis bei vielfältigen Indikationen von Allgemeinmedizinern und Fachärzten aus ganz Kanada in die Standorte unserer Klinik überwiesen worden“, erläutert Dr. Danial Schecter. „Bei der überwiegenden Zahl dieser Patienten hat die Cannabis-Therapie zu nachhaltigen Verbesserungen der Beschwerden geführt“, führt der Experte weiter aus. Die Mehrzahl der Patienten, die in der CMC behandelt werden, leiden unter chronischen Schmerzen, darunter neuropathische Schmerzen bei Erkrankungen wie Diabetes oder HIV-Infektionen, aber auch schmerzhafte Spastiken bei Multipler Sklerose oder chronische Rückenschmerzen. „Viele der Patienten haben bereits zahlreiche Therapien versucht, die jedoch nicht zu einer signifikanten Verbesserung der Schmerzen und der Lebensqualität geführt haben“, so Dr. Schecter. Verringerung der Schmerzmedikationen von bis zu 50 Prozent beobachtet Im Zentrum seines Vortrags stand der Einsatz von Cannabis in der Therapie des chronischen und neuropathischen Schmerzes, in der Palliativmedizin sowie in der Kombinationstherapie mit Opioiden. „Gerade dieser Aspekt wird für Ärzte und Schmerztherapeuten in Deutschland von Interesse sein, denn die Datenlage zeigt, dass sich der Opioidverbrauch durch Cannabis in vielen Fällen signifikant senken lässt“, so Dr. Schecter. Vor allem Patienten unter einer Opioid-Therapie klagen häufig über die umfangreichen Nebenwirkungen dieser Therapie, die einer Verbesserung der Lebensqualität entgegenstehen. „Viele unserer Patienten wollen wieder von einer Therapie mit Opioiden weg, da sie häufig im Verhältnis zu den Nebenwirkungen nur eine unzureichende Schmerzreduktion und Verbesserung ihrer Lebensqualität empfinden“, macht Cannabis-Experte Dr. Schecter deutlich und ergänzt: „Durch die Therapie mit Cannabis lässt sich in der Mehrzahl der Patienten eine signifikante Verbesserung der Symptomatik und oft eine Schmerzreduktion von bis zu 30 Prozent erreichen.“ Gleichzeit lässt sich die tägliche Opioid-Dosis bei der Mehrzahl der Patienten um durchschnittlich 30 Prozent, teilweise sogar um bis zu 50 Prozent reduzieren. „In manchen Fällen können wir die Opioide sogar komplett absetzten, ohne dass dies einen negativen Effekt auf die Schmerzsymptomatik hat“, so Dr. Schecter, dessen Patienten sich in einer Altersspanne von zwei bis 92 Jahren bewegen. Aber nicht nur die Opioid-Dosis, sondern auch weitere Begleitmedikationen lassen sich nach Dr. Schecter unter einer Cannabis-Therapie signifikant reduzieren: „In der Regel zeigt sich bereits nach sechs Monaten, dass die Dosis an Benzodiazepinen und Antidepressiva um durchschnittlich 50 Prozent reduziert werden kann.“ Positive Erfahrungen auch bei anderen Indikationen Neben der Anwendung bei chronischen Schmerzen bestehen weltweit auch positive Erfahrungen mit dem Einsatz der Cannabis-Therapie bei anderen Indikationen wie Epilepsie, bei Multipler Sklerose, der Kachexie bei onkologischen Patienten oder auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, wie der kanadische Experte aufzeigt: „Ich habe bei einigen meiner Patienten (Kinder), die täglich unter mehrfachen epileptischen Anfällen litten, nicht in der Lage waren, zu laufen, zu sprechen oder selbständig zu essen, gesehen, dass die Cannabis-Therapie Häufigkeit und Stärke der Krampfanfälle signifikant vermindert und den Kindern zu einem hohen Maß an Selbständigkeit und damit auch mentalen Entwicklungschancen verholfen hat.“ Auch über den Einsatz von Cannabis bei Multipler Sklerose, bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und vor allem bei onkologischen Patienten, die z.B. während einer Chemotherapie unter einer Kachexie leiden, bestehen mittlerweile fundierte klinische Erfahrungen aus Kanada, den USA und Israel. „Hier müssen weltweit die Forschungsanstrengungen noch verstärkt werden, um alle Potenziale einer Cannabis-Therapie ausreichend zu verstehen und für Patienten nutzbar zu machen“, so Dr. Schecter. Das Endocannabinoid-System als Grundlage der klinischen Wirkungen von Cannabis Zu Beginn des Symposiums gab Dr. Pierre Debs, der als promovierter Biologe über viele Jahre zum Endocannabinoid-System des Menschen geforscht hat und heute Geschäftsführer der Spektrum Cannabis GmbH (hundertprozentige Tochter der kanadischen Canopy Growth Corporation) ist, einen Überblick über das menschliche Endocannabinoid-System (ECS) als einem der zentralen homöostatischen Regulationssysteme zellulärer Aktivität. „Die Verteilung der bisher identifizierten Cannabinoid-Rezeptoren CB-1 und CB-2 bieten einen plausiblen Erklärungsansatz für die Wirkung von Cannabis bei einer Vielfalt von Indikationen“, so Dr. Debs. Während CB-1 hauptsächlich im Zentralen-Nervensystem (ZNS) lokalisiert ist, kommt CB-2 hauptsächlich auf den Zellen des Immunsystems vor. Zwar sind CB-1 jeweils auch im Immunsystem und CB-2 auch im ZNS zu finden, jedoch in wesentlich geringerer Konzentration. Daneben finden sich beide Rezeptoren in weiteren Geweben wie etwa Fettzellen. Als natürliche Liganden konnten bisher mindestens sieben körpereigene so genannte Endocannabinoide identifiziert werden. Im ZNS scheint CB-1 an Prozessen wie der zentralen Schmerzverarbeitung, der Modulation von Emotionen in der Amygdala, der motorischen Regulation in den Basalganglien sowie der Appetitregulation und an Lernprozessen beteiligt zu sein. Im Immunsystem scheinen Endocannabinoide die chemotaktische Attraktion von Immunzellen bei Gewebeschädigungen zu vermitteln und dabei gleichzeitig eine überschießende Immunreaktion zu verhindern. In Studien mit Zellkulturen von Mammakarzinom-Zellen konnten zudem eindeutig antiproliferative Effekte von Endocannabinoiden gezeigt werden. „Die Cannabinoide der Cannabis-Pflanze docken als volle oder partielle Agonisten an eben diese Rezeptoren an“, so Dr. Debs. Mittlerweile ist bekannt, dass die Cannabispflanze über mehr als 100 Cannabinoide, eine Vielzahl so genannter Terpene sowie zahlreiche Flavonoide verfügt, die wahrscheinlich modulatorische Effekte an den Rezeptoren zeigen. „Dieser so genannte Entourageeffekt könnte eine Erklärung dafür bieten, dass eine Therapie mit vaporisierten Cannabis-Blüten oft bessere therapeutische Effekte zeigt als die Therapie mit THC oder CBD als synthetische Monosubstanzen“, so Dr. Debs abschließend. Über Spektrum Cannabis GmbH Die Spektrum Cannabis GmbH ist die Tochter des kanadischen börsennotierten Unternehmens Canopy Growth Corporation – einem der größten Herstellen von Cannabis weltweit – und als Importeur, Hersteller und Großhändler von hochwertigen medizinischen Cannabisprodukten durch das Bundesgesundheitsministerium lizensiert. Spektrum Cannabis ist GMP-zertifiziert, verfügt über die bisher einzige Herstellerlizenz in Deutschland und operiert unter entsprechend strengen Richtlinien. Die vertriebenen Erzeugnisse basieren auf einer langen Tradition der Nutzung von Cannabis als Heilpflanze sowie neuesten Erkenntnissen der Cannabinoid-Forschung. Seit 2016 liefert die Spektrum-Cannabis GmbH CannabisbluÌ^ten höchster Qualität an deutsche Apotheken. Im Unternehmen wird ein besonderer Wert auf wissenschaftliche Expertise und Erfahrung im Bereich der Herstellung und Anwendung von medizinischem Cannabis gelegt. Das Team hat fundierte Forschungserfahrung und verfügt über spezifisches Fachwissen z. B. über das Endocannabinoid-System, die Biologie, Pharmakologie und die Wirkungsweise von medizinischem Cannabis. Ein weitreichendes Netzwerk von Experten und deren langjährige klinische Erfahrung in der Anwendung von Cannabis in der Medizin ermöglicht es, Ärzten und Apothekern in Deutschland relevantes Wissen aus Ländern wie den USA, Kanada und Israel bereitzustellen. Über Canopy Growth Corporation Canopy Growth, kanadische Muttergesellschaft von Spektrum Cannabis, baut in hochmodernen, GMP-zertifizierten Gewächshäusern Cannabisblüten an und ist einer der weltweit größten Hersteller und Vertreiber von medizinischem Cannabis. Durch standardisierten Anbau und Ernte wird die nachhaltige Versorgung von Patienten mit qualitativ hochwertigem medizinischem Cannabis gewährleistet. Außerdem unterstützt das Cannabisunternehmen innovative Forschung, um die Basis an klinischen Studienergebnissen kontinuierlich zu erweitern. Canopy Growth teilt seine fachliche Expertise mit praktizierenden Ärzten und Apothekern und setzt sich weltweit für die Akzeptanz von Cannabis ein.

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Apotheker gaben bis Juni mehr als 10.000 Einheiten Cannabisblüten ab

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"Sicherer Hafen"
Katar plant 2018 Rekord-Investition von 20 Milliarden für die Türkei

Doha (nex) – Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel mitteilte hat sich die EU auf Drängen von Deutschland für die Kürzung der Finanzhilfen an die Türkei ausgesprochen. Als Grund werden „die andauernde Inhaftierung von Journalisten und Menschenrechtlern in dem Land“ genannt. Als EU-Beitrittskandidat stehen der Türkei bis 2020 etwa 4,5 Milliarden Euro sogenannter Heranführungshilfen zu.

Unterdessen bereitet sich der Golfstaat Katar auf seine größte Investition in der Türkei im Jahr 2018 vor. Scheich Al Thani hat grünes Licht für eine 19-Milliarden-Dollar-Investition in der Türkei im kommenden Jahr gegeben. Zieht man zusätzlich künftige Investitionen aus privaten Fonds in Betracht, wird Katars Investition in der Türkei im kommenden Jahr voraussichtlich 20 Milliarden US-Dollar betragen.

Nach der Solidarität im Zusammenhang mit dem Embargo

Katar bereitet auf seine größte Investition in der Türkei im Jahr 2018 vor, die weiterhin zu seinen Topzielen gehört: Der Mini-Golfstaat hat bisher 18 Milliarden US-Dollar in verschiedenen Sektoren im ganzen Land investiert.

Katar hat grünes Licht für eine 19-Milliarden-Dollar-Investition in der Türkei im kommenden Jahr gegeben. Dabei sollen 15 Milliarden US-Dollar von der Investitionsbehörde und die verbleibenden 4 Milliarden von Q Invest, einem weiteren Fonds in Katar, direkt kommen. Das Geschäft konzentriert sich auf Sektoren wie Energie, Telekommunikation, Tourismus, Lebensmittel, Gesundheit, Versicherung, Verteidigung, Banken und die Werftindustrie.

Zieht man zusätzlich künftige Investitionen aus privaten Fonds in Betracht, wird Katars Investition in der Türkei im kommenden Jahr voraussichtlich 20 Milliarden US-Dollar betragen, was die Türkei zu einem unter Top-5-Auslandsinvestitionszielen Katars macht.

Katar hat nach Angaben des Leiters der Nahost-Wirtschaftsplattform, Erdin Özel, für das kommende Jahr 10 Milliarden US-Dollar an Investmentfonds für die Türkei bereitgestellt.

„Nach der Solidarität, die die Türkei im Zusammenhang mit dem Embargo gezeigt hat, hat der Emir von Katar, Scheich Hamad bin Khalifa al-Thani entschieden, die Investitionen in der Türkei zu erhöhen“, sagte Özel gegenüber den türkischen Medien und ergänzte: „Katar hält die Türkei für einen sicheren Hafen, wozu auch Erklärungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) enorm beigetragen haben“, sagte  

Wirtschaft
EU-Parlament mahnt China zu ernsthafter Marktöffnung

Handelsausschuss-Vorsitzender Lange: „Angedachte Investitionsüberwachung macht Peking nervös“ Osnabrück (ots) -Anlässlich des KP-Kongresses in Peking hat der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europaparlament, Bernd Lange (SPD), die chinesische Regierung aufgefordert, mit der versprochenen Marktöffnung endlich ernst zu machen. „Der frommen Worte sind genug gewechselt, nun wollen wir Taten sehen“, sagte Lange im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag). Immer noch gebe es für europäische Investoren in China keine so guten Bedingungen, wie sie chinesische Investoren in der EU vorfänden. „Dieses Ungleichgewicht muss sich endlich ändern“, forderte Lange. Dann könne es auch Fortschritte in den seit Jahren andauernden Verhandlungen über das Investitionsschutzabkommen zwischen China und der EU geben. Dass Staatspräsident Xi Jinping auf dem KP-Kongress angekündigt hat, Interessen ausländischer Unternehmen in China künftig besser zu schützen, führt SPD-Politiker Lange auch auf das geplante schärfere Vorgehen Europas zurück. „Die angedachten Überwachungsmaßnahmen für chinesische Investitionen in Europa machen China nervös. Da ist Bewegung drin“, sagte Lange. Nun werde viel davon abhängen, „ob sich die Marktreformer gegenüber den Staatszentristen durchsetzen und sie ihren Kurs stabil umsetzen könne  

Berlin
Bericht: Polizei soll Muslime zu Anschlägen angestachelt haben

Berlin (ots) – Eine wichtige Bezugsperson des Terroristen Anis Amri in der militanten Islamistenszene war ein V-Mann des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen. Recherchen des Rundfunk Berlin-Brandenburg und der Berliner Morgenpost belegen nun, dass die sogenannte Vertrauensperson VP-01 frühzeitig Muslime zu Anschlägen in Deutschland angestachelt haben soll. Laut einem Zeugen war dabei auch von einem Anschlag mit einem LKW die Rede. Die vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen auf den Terroristen Anis Amri angesetzte Vertrauensperson hat der Recherche zufolge diverse Mitglieder der IS-nahen Abu Walaa-Gruppe und womöglich auch Amri selbst zu Anschlägen animiert. Laut der Ermittlungsakten hatte ein Mitglied der Gruppe bereits kurz nach dem Anschlag gegenüber dem LKA ausgesagt: Die Vertrauensperson mit dem Kürzel VP-01 habe „immer wieder“ mitgeteilt, „dass man Anschläge in Deutschland verüben solle“. Ein ehemaliger Anhänger der Abu-Walaa-Gruppe sagte dem rbb, VP-01 sei sogar „der Radikalste“ gewesen. Die meisten Gruppenmitglieder hätten nicht über Anschläge in Deutschland gesprochen, da sie nach Syrien zum Kämpfen ausreisen wollten. VP-01 habe mehrmals zu Mitgliedern der Gruppe gesagt: „Komm, du hast eh keinen Pass, mach hier was, mach einen Anschlag.“ Die Vertrauensperson des LKA sei häufig mit Amri unterwegs gewesen und habe ihn in seine Unterkünfte gefahren. Bekannt war bisher nur, dass er Amri nach Berlin gefahren hatte. Der Kriminologe Prof. Tobias Singelnstein kritisierte den Einsatz von VP-01. V-Personen dürften „nicht den agent provocateur spielen“. Dies wäre eine „rechtsstaatswidrige Tatprovokation“. V-Personen dürften nur „passiv Informationen entgegennehmen“, anstatt andere zu Straftaten anzustiften.

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– Terrorismus – Bericht: Amri wurde mehrfach von Beamten gewarnt

Im Fall des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri hat es offenbar weitere schwere Behördenpannen gegeben. Wie der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, warnten Beamte den Tunesier mehrfach, dass er überwacht werde.

Bericht: Amri wurde mehrfach von Beamten gewarnt

Istanbul
Tochter von Malcolm X würdigt Flüchtlingspolitik der Türkei

Istanbul (nex) – Die Tochter des 1965 erschossenen afroamerikanischen Bürgerrechtlers Malcolm X lobte die Vorbildfunktion der Türkei als Gastgeberin von mehr als drei Millionen syrischen Flüchtlingen, die aus ihrem vom Krieg zerütteten Land fliehen. „Die Tatsache, dass dieses Land all diese Flüchtlinge aufnimmt, ist sehr beeindruckend“, sagte Ilyasah Shabbazz am Mittwoch in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Anadolu am Rande des TRT World-Forums in Istanbul. „Es ist wichtig, dass wir uns um unsere Brüder und Schwester kümmern, besonders wenn sie in Not sind und mit großen Herausforderungen und Strapazen zu kämpfen haben. Ich denke, dass die immensen humanitären Bemühungen der Türkei auch andere Länder und Menschen motivieren werden“, sagte Shabazz.

Shabbazz betonte auch, wie wichtig es sei, den Islam nicht mit Terrorismus gleichzusetzen.

„Terrorismus und Islam sind keine Synonyme, Islam bedeutet Frieden, Islam bedeutet Mitgefühl und Fürsorge“, sagte sie.

TRT World, der erste englischsprachige Nachrichtensender der Türkei, veranstaltet in Istanbul bis Donnerstag sein erstes internationales Forum. Der Sender plant die Schaffung einer internationalen Plattform, auf der globale Probleme diskutiert und ausführlich analysiert werden sollen. Die Türkei beherbergt mehr syrische Flüchtlinge als jedes andere Land der Welt und hat eigenen Angaben zufolge seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs rund 30 Milliarden Dollar dafür ausgegeben. Syrien befindet sich seit 2011 in einem verheerenden Bürgerkrieg. Das Assad-Regime ging damals mit unerwarteter Härte gegen Pro-Demokratie-Demonstrationen vor. In dem darauffolgenden Konflikt sind Hunderttausende von Menschen ums Leben gekommen und Millionen vertrieben worden.

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Türkei: Erdogan kündigt Einbürgerung von Flüchtlingen an

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Aktionsplan gegen Terrorismus
Deutscher Städtetag begrüßt EU-Akionsplan zum Schutz vor Terrorismus

Heilbronn (ots) – Der Deutsche Städtetag sieht im EU-Plan zur Terrorabwehr in öffentlichen Räumen richtige Ansätze. Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Städtetages, sagte der „Heilbronner Stimme“: „Wir sollten uns bei der Gestaltung unserer Städte nicht von der Terrorismusgefahr bestimmen lassen. Die Menschen müssen sich in unseren Städten auf Plätzen und Straßen auch in Zukunft frei, ohne Angst oder Misstrauen bewegen können. Vor diesem Hintergrund ist der von der Europäischen Kommission beabsichtigte Aktionsplan zum verbesserten Schutz öffentlicher Räume grundsätzlich zu begrüßen“, so Dedy.  Der Plan setze genau dort an, nämlich innovative und diskrete Barrieren zu schaffen, um Städte zu schützen ohne ihren offenen Charakter zu ändern. „Wenn die EU nun innovative Sicherheitskonzepte in den Städten finanziell unterstützen und den Austausch untereinander fördern will, kann das die Städte in ihrem Bestreben weiter stärken, ihre Bürger vor terroristischen Anschlägen bestmöglich zu schützen.“ Laut Dedy bauen Bund, Länder und Städte „schon heute aktiv ihre Sicherheitsmaßnahmen auf Straßen und Plätzen weiter aus und überprüfen regelmäßig die Sicherheitskonzepte. Denn Terrortaten, wie in Barcelona, Manchester, London, Nizza oder in Berlin wirken sich sowohl auf die Sicherheitslage als auch auf das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger aus. Vorrangig geschieht die Terrorbekämpfung durch die zuständigen Behörden von Bund und Ländern. Auch die Städte verbessern aber präventiv die Sicherheit der Menschen.“ Aus Sorge vor weiteren Anschlägen hatte die EU-Kommission gestern ihren Aktionsplan gegen Terrorismus vorgelegt. Mit Millionenaufwand sollen beispielsweise öffentliche Räume in der EU gegen Anschläge abgesichert werden. Zunächst sind 18,5 Millionen Euro vorgesehen, die unter anderem in neue Konzepte der Stadtplanung fließen sollen. 2018 soll es weitere 100 Millionen Euro für die Absicherung von Gebäuden, den physischen Schutz belebter Plätze und sicherheitsorientiertes Design geben.