TISVA-Stiftung
Türkei: Frühstückmenüs führen zu Lebensmittelverschwendung von fast 16 Mrd. Euro

Ankara – Lebensmittel im Wert von 100 Milliarden türkischen Liras (ca. 15,8 Milliarden Euro) werden in der Türkei pro Jahr zusätzlich weggeworfen, da der jüngste Trend zu großen türkischen Frühstücksmenüs (trk.Serpme Kahvalti), die in den Cafés angeboten werden, zugenommen hat. Das teilte die TISVA-Stiftung mit, eine nichtstaatliche Initiative zur effizienten und effektiven Nutzung von Ressourcen und zur Vermeidung von Verschwendung. Lebensmittelabfälle sind in der Türkei ein zunehmendes Problem, so TİSVA. Laut der Stiftung werden jedes Jahr Lebensmittel im Wert von 214 Milliarden Lira – fast 34 Milliarden Euro – weggeworfen. Dies entspräche 12 Millionen Tonnen an Lebensmitteln. Ein großer Teil der Abfälle stamme aus dem jüngsten Trend zu sehr großen Frühstücksmenüs, so TISVA. Viele Nahrungsmittel, die bei diesen Menüs serviert werden, wie etwa Oliven, Käse, Tomaten, Butter, Marmelade, Eier und Brot, würden nicht vollständig vom Kunden konsumiert und landeten im Müll , so Stiftungspräsident Prof.Dr. Aziz Akgül im Gespräch mit türkischen Medien. 
(Foto: TISVA)
Verschwendung sei ein „Verhaltensproblem“ betonte Akgül und sagt, dass Teile der Frühstücksaufstriche entweder auf der Speisekarte begrenzt oder an die Bedürfnisse der Kunden angepasst werden sollten, anstatt in einheitlichen Mengen gebracht zu werden. In Entwicklungsländern steigt die Abfallmenge parallel zu den Einnahmen, die ein Kunde für Lebensmittel ausgibt, so Akgül. „Die große Menge an Lebensmittelabfällen, mit denen die Welt und die Türkei konfrontiert sind, hat negative Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgungskette, einschließlich der Haushalte. Daher ist es dringend erforderlich, dass die Verschwendung von Lebensmitteln verhindert oder reduziert wird, um eine effektive Nutzung der Ressourcen auf der ganzen Welt zu gewährleisten“, sagte er. „Ein Drittel der jährlich auf der Welt produzierten Lebensmittel geht entweder verloren oder in den Müll. Das entspricht 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmitteln. Die Kosten für die verschwendeten Lebensmittel in den entwickelten Ländern belaufen sich auf 680 Milliarden Dollar, während sie in den Entwicklungsländern 310 Milliarden Dollar betragen“, so Akgül. Akgül kritisierte zudem die All-inklusiv-Angebote der Hotels. Auch sie hätten zu einem rasanten Anstieg der Lebensmittelverschwendung beigetragen. Hier sei eine Lösung dringend notwendig.

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Balkan
Bericht: Deutschland will eigenen Vertreter für Kosovo-Serbien-Dialog

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Pristina – Ähnlich wie die USA wollen auch Deutschland und Frankreich einen Gesandten für den Dialog zwischen Pristina und Belgrad benennen, berichtet der serbische TV-Kanal RTS unter Berufung auf kosovarische Medien. Obwohl noch keine konkreten Kandidaten nominiert wurden, so der TV-Sender Klan Kosova, möchte Berlin einen deutschen Vertreter beauftragen, der nach den Kosovo-Wahlen durch eine offizielle Ernennung angekündigt werden könnte. „Diese Persönlichkeit würde in Zusammenarbeit mit einem speziellen Team einen konstruktiven und aufrichtigen Aspekt für die Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses ermöglichen“, so der CDU-Politiker Peter Beyer. Der bosnische Radiosender Radio Sarajewo berichtet auf seiner Webseite jedoch, dass die EU zu einem eigenen Mann tendiert, der speziell für den Balkan zuständig sei, und EU-Beamte sollen kurz vor einer solchen Entscheidung stehen. Der Vorschlag werde seit mehreren Monaten diskutiert, nachdem Washington angekündigt hatte, Matthew Palmer von den USA zum Gesandten für den Westbalkan zu ernennen. Laut der bosnischen Tageszeitung Nezavisne novine, könne dies Josep Borrell, der neu ernannte Hohe Vertreter für die Außen- und Sicherheitspolitik der EU sein, und dass die Entscheidung nach der förmlichen Bestätigung durch das Europäische Parlament bekannt gegeben werden könnte. Außerdem sei noch keine Entscheidung getroffen worden, ob er ein Gesandter für den gesamten Balkan sein wird oder ob seine Amtszeit nur den bevorstehenden Dialog zwischen Belgrad und Pristina umfassen werde, berichtet der serbische TV-Sender b92.

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Wohnungspolitik
Berlins Stadtentwicklungssenatorin Lompscher verteidigt Mietendeckel

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Berlins Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) hat ihre Vorschläge zum sogenannten Mietendeckel erneut verteidigt. Lompscher sagte am Montagabend auf einer rbb-Inforadio-Veranstaltung im Maison de France in Berlin, mit den Plänen werde dem Ausnutzen der Wohnungsknappheit auf dem Rücken der Mieterinnen und Mieter Einhalt geboten. Lompscher widersprach insbesondere der Kritik von Genossenschaften und privaten Vermietern, wonach wegen der Deckelung der Mieten kein Kapital für Instandhaltung und Neubau erwirtschaftet werden könne. Dafür ließen die geplanten Mietobergrenzen genug Spielraum, erklärte Lompscher. Außerdem würden kleinere Modernisierungen weiterhin ermöglicht: „Wir wollen erreichen, dass nur die Modernisierungskosten mietwirksam werden, die tatsächlich zu einer Verbesserung des Gebäudebestandes im Sinne des Klimaschutzes und der Barrierefreiheit führen.“ Als weiteres Beispiel nannte Lompscher den Wohnungstausch, der durch den Mietendeckel gefördert werde: „Der funktioniert bisher deshalb nicht, weil ich, wenn ich aus einem alten Mietvertrag komme mit einer Fünf-Euro-Miete komme, nicht in eine andere Wohnung mit einer Fünf-Euro-Miete ziehen kann. Da habe ich dann eine 12-Euro-Miete, weil da die Neuvermietungsregel gilt.“ Das Ergebnis sei, dass die Knappheit bislang noch verstärkt wird, so Lompscher. Die Senatorin äußerte sich auch zu einer drohenden Verfassungsklage gegen den Mietendeckel. Namhafte Verfassungsrechtler hätten ein Gutachten vorgelegt, dass der Mietendeckel generell möglich sei. Aber letztlich werde wohl das Verfassungsgericht darüber entscheiden müssen, so Lompscher.

Geldpolitik
Deutsche-Bank-Chef: EZB-Politik spaltet die Gesellschaft

Düsseldorf – Christian Sewing, der Chef der Deutschen Bank, fordert die Europäische Zentralbank auf, ihre Geldpolitik rasch zu ändern. „Die Politik des Niedrigzinses ist nicht mehr richtig“, sagte Sewing am Montagabend beim Ständehaus-Treff, einer Veranstaltung der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf. In der Eurokrise habe EZB-Präsident Mario Draghi die richtige Politik gemacht, aber dann habe man „die Ausfahrt verpasst“. Das sei ein Problem für die ganze Gesellschaft. „Die Politik der Europäischen Zentralbank spaltet die Gesellschaft. Nicht einmal die Hälfte der Deutschen hat Zugang zu billigem Geld und kann in Immobilien investieren“, so Sewing. Die Politik müsse der EZB helfen, von den Niedrigzinsen wegzukommen. Sewing erwartet keine Kapitalerhöhung Sewing bekräftigt, dass es keine Kapitalerhöhung geben wird: „Wenn wir den Portfolio-Umbau so schaffen, wie wir es uns vorgenommen haben, dann werden wir keine Kapitalerhöhung brauchen“, so Sewing. Zum Thema Stellenabbau sagte er, der werde grundsätzlich alle Bereiche treffen. Zugleich werde man den Kulturwandel weiter vorantreiben: „Die Mitarbeiter müssen wieder stolz sein, bei der Deutschen Bank zu arbeiten“, so Sewing. Gleichzeitig müsse die Bank aus alten Fehlern lernen: „Wir dürfen nicht arrogant werden.“

Verkehrspolitik
Hitzeschäden auf Autobahnen weniger dramatisch

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Die Hitzeschäden auf deutschen Autobahnen sind in diesem Jahr offenbar weniger dramatisch ausgefallen als befürchtet. Wie die „Saarbrücker Zeitung“ berichtet, wurden dem Bundesverkehrsministerium von den Straßenbauverwaltungen der Länder bis Ende August Risse, Schlaglöcher und Aufwölbungen auf Abschnitten von neun Autobahnen gemeldet. Betroffen waren demnach die A 9, A 10, A 29, A 92, A 7, zweimal die A 1 sowie die A 11 und die A 15. Laut Mministerium kam es in diesem Sommer zu keinen „längerfristigen“ Sperrungen von Autobahnen, wie es in der Antwort auf eine Anfrage der FDP heißt. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 wurden 19 Strecken mit Schäden erfasst. FDP-Verkehrsexperte Oliver Luksic sagte der „Saarbrücker Zeitung“, die letzten heißen Sommer hätten den Fahrbahnen dennoch vieles abverlangt. Es brauche daher „ein großflächiges Sanierungsprogramm für die Autobahnen, um sie wieder in Schuss zu bringen“, so Luksic.

Umfrage
Lebensmittelverschwendung: Nur 3 von 9 Supermarkt-Ketten bekennen sich zu Halbierung

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Nur drei der neun größten Supermarkt-Ketten in Berlin und Brandenburg unterstützen öffentlich das Ziel der Bundesregierung, die Lebensmittelabfälle bis 2030 zu halbieren. Das hat eine Umfrage des rbb-Verbrauchermagazins „SUPER.MARKT“ ergeben. Demnach haben sich Metro, Real und Penny das Ziel gesetzt, ihren Lebensmittelmüll um 50 Prozent zu reduzieren. Lidl will bis 2025 30 Prozent des Abfalls vermeiden. Rewe, Edeka, Aldi, Kaufland und Netto nannten auf Anfrage des rbb keine konkreten Reduktionsziele. Um Lebensmittelabfälle zu reduzieren, hat Frankreich Supermärkte gesetzlich dazu verpflichtet, mit Organisationen wie der Tafel zusammenzuarbeiten. Die Gründerin der Berliner Tafel, Sabine Werth, fordert auf rbb-Anfrage so ein Gesetz auch in Deutschland: „Es müsste eine ganz klare Gesetzgebung geben, dass gar keine Lebensmittel mehr weggeworfen werden sollten. Alles, was wir nicht brauchen, wegwerfen, das darf es nicht sein“, sagte Werth dem rbb. Eine Studie des Thünen-Instituts im Auftrag der Bundesregierung kommt zu dem Ergebnis, dass der Handel in Deutschland pro Jahr 200.000 Tonnen Lebensmittel an die Tafeln spendet – aber mit rund 490.000 Tonnen mehr als doppelt so viele Lebensmittel entsorgt. Bis zu 84 Prozent dieser Lebensmittelabfälle seien laut der Studie vermeidbar. Die Bundesregierung hatte im Februar 2019 beschlossen, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren – und setzt dabei zunächst auf Freiwilligkeit statt auf Zwang. In einem Nationalen Handelsforum sollen die Supermarkt-Ketten davon überzeugt werden, freiwillige Selbstverpflichtungen einzugehen. Doch nach rbb-Recherchen ist es fraglich, ob alle Handelsketten dazu bereit sind. Kaufland teilte mit, bei der konkreten Ausgestaltung des Reduktionszieles bis 2030 gelte es, „mit Augenmaß vorzugehen und die Rahmenbedingungen für den Lebensmittelhandel in Deutschland angemessen zu berücksichtigen.“ REWE schrieb auf Anfrage: „Für den Erfolg entsprechender Maßnahmen ist in erster Linie die breite Akzeptanz der Kunden notwendig.“

Kosovo-Wahlen
Nach Einladung Hashim Thacis: EU entsendet Wahlbeobachter in den Kosovo

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Brüssel – Wie der EU-Außendienst am Freitag mitteilte, hat die Europäische Union beschlossen, am 6. Oktober eine Beobachtermission zu den Parlamentswahlen in den Kosovo zu entsenden. „Auf Einladung von Präsident Hashim Thaçi hat die Europäische Union eine EU-Wahlbeobachtungsmission (EOM) in den Kosovo entsandt, um die für den 6. Oktober 2019 geplanten vorgezogenen Parlamentswahlen zu verfolgen. Die Europäische Union hat eine lange Geschichte der Begleitung von Wahlprozessen im Kosovo. Bereits viermal hat sie Wahlbeobachtungsmissionen entsandt, die letzten beiden 2017, was das langfristige Engagement und die Partnerschaft der EU mit dem Kosovo widerspiegelt“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Hohe Vertreterin der EU, Federica Mogherini, habe die Europaabgeordnete Viola von Cramon-Taubadel mit der Leitung dieser Mission beauftragt, berichtet der serbische TV-Kanal N1 mit Bezugnahme auf die Mitteilung. Das Kosovo bleibe für die EU eine politische Priorität. Die Entsendung einer Beobachtermission für die bevorstehenden vorgezogenen Parlamentswahlen bestätige das anhaltende Engagement der EU zur Unterstützung der demokratischen Prozesse im Kosovo.
„Ich bin zuversichtlich, dass die Entsendung einer EU-Wahlbeobachtungsmission unter der Leitung von Chefbeobachterin Viola von Cramon-Taubadel zu einer umfassenden, glaubwürdigen und transparenten Wahl beitragen wird. Alle Beteiligten und Gemeinschaften sollten in der Lage sein, sich an diesem Prozess zu beteiligen und ihr Mitspracherecht für die Zukunft des Kosovo wahrzunehmen. Diese Wahlen stehen an einem für das Kosovo wichtigen Punkt, an dem es entschlossen handeln muss, um auf seinem europäischen Weg, bei Reformen und der Normalisierung der Beziehungen zu Serbien voranzukommen“,
wird Mogherini zitiert. Das Kernteam der Wahlbeobachtungsmission, bestehend aus neun EU-Wahlbeobachtern, kam am 7. September in Pristina an und wird bis zum Abschluss des Wahlprozesses im Land bleiben, heißt es in der Pressemitteilung. 18 weitere Langzeitbeobachter würden später im Monat eintreffen. Zusätzlich sollen weitere 36 Kurzzeitbeobachter zum Ende des Wahlprozesses eingesetzt werden. Die Mission werde eine vorläufige Erklärung abgeben und unmittelbar nach den Wahlen eine Pressekonferenz in Pristina abhalten, mit einem Abschlussbericht und Empfehlungen, die später folgen sollen.

Im vergangenen Monat hatten mehrere Parteien Neuwahlen gefordert, nachdem Regierungschef Ramush Haradinaj seinen Rücktritt angekündigt hatte. Er hatte seine Entscheidung mit einer Vorladung vor ein Sondergericht zur Ahndung von Kriegsverbrechen begründet.  Während des Kosovo-Krieges war Haradinaj Befehlshaber der Widerstands-Organisation UCK.

Ein Sondertribunal in Den Haag hat ihn wegen seiner Rolle bei dem Aufstand gegen die serbischen Streitkräfte 1998-99 als Verdächtiger für Kriegsverbrechen vorgeladen.

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Behgjet Pacolli, der scheidende Außenminister und Vize-Premierminister des Kosovo, sagte am Freitag, dass die Unterzeichnung des Abkommens über den Bau der Autobahn, die die südliche serbische Stadt Nis mit der kosovarischen Hauptstadt Pristina verbindet, „ein großer Schritt nach vorn zur Aussöhnung mit dem Kosovo“ sei.

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Duisburg
Haniel will halbe Milliarde in junge Unternehmen investieren

Der Duisburger Beteiligungskonzern Haniel steht vor einem tiefgreifenden Umbruch. Nach Jahren des Schuldenabbaus und der Konsolidierung wolle das Familienunternehmen wieder verstärkt Firmen kaufen und erstmals allein eine halbe Milliarde Euro über Fonds in junge Unternehmen investieren, kündigte der neue Haniel-Chef Thomas Schmidt im Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) an. „Wir wollen nach 263 Jahren ein ganz neues Kapitel in der Haniel-Geschichte schreiben“, sagte Schmidt. Zur neuen Strategie gehöre, dass Haniel wieder „proaktiv“ auf die Suche nach Unternehmen gehe. Im Visier habe Haniel dabei Übernahmekandidaten aus den Bereichen Gesundheit & Wohlbefinden, Kreislaufwirtschaft, Klimawandel sowie Robotik & Automatisierung. Um die neue Strategie umzusetzen, will Schmidt die Beteiligungsholding völlig umbauen und „straffen“. Der Haniel-Chef kündigte an, dass im Rahmen der Neuausrichtung ein Drittel der bislang 180 Arbeitsplätze in der Zentrale in Duisburg-Ruhrort wegfallen solle. Auch die konzerninterne Digital-Schmiede Schacht One auf der Essener Zeche Zollverein soll schrumpfen. „Wir sind gerade mit dem Betriebsrat in Verhandlungen, um einen möglichst sozialverträglichen Weg zu gehen“, sagte Schmidt. Zur geplanten Neuorganisation gehört laut Schmidt zudem ein Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats. Im Frühjahr 2020 will Franz M. Haniel den Vorsitz an die Beteiligungsexpertin Doreen Nowotne abgeben, die schon jetzt im Aufsichtsrat sitzt. Damit wird die über 700-köpfige Familie Haniel erstmals nicht mehr den Chef des Aufsichtsrats stellen. Schmidt erwartet, dass der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky seine Call-Option zieht und den 15,2-Prozent-Anteil der Haniel-Gruppe am Handelskonzern Metro übernimmt. „Daniel Kretinsky hat weiterhin seine Call-Option, dieses Aktienpaket zu übernehmen. Wir gehen fest davon aus, dass es auch zum Tragen kommen wird“, sagte Schmidt der WAZ. Damit besäße der Geschäftsmann mehr als 30 Prozent an der Metro und müsste ein neues Übernahmeangebot machen. Mit seiner ersten Offerte war Kretinsky im Sommer am Widerstand der Großaktionäre Beisheim-Holding und Meridian-Stiftung gescheitert.

Kasachstan
Ringer-WM: Türke Ziya Kayaalp steht im Finale

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Nursultan – Am dritten Tag der Ringer-Weltmeisterschaft in der kasachischen Hauptstadt Nursultan (vormals Astana) traf der türkische Nationalringer Rıza Kayaalp in der Gewichtsklasse bis 130 KG im griechisch-römischen Stil im Halbfinale auf seinen deutschen Rivalen Eduard Popp. Kayaalp, der in der erste Hälfte 1:0 führte, beendete das Match 4:1 und qualifizierte sich somit für das WM-Finale. Somit trifft der dreifache Weltmeister im morgigen Finale um die Goldmedaille auf den kubanischen Oscar Pino Hinds. Im Falle eines Sieges könnte Rıza Kayaalp der erste türkische Sportler werden, der zum vierten Mal Weltmeister wird. Zuvor ging Kayaalp in den Jahren 2010 und zwischen 2012 und 2018 aus acht europäischen Turnieren als Sieger hervor. Insgesamt gewann der 29-Jährige 18 Goldmedaillen, die erste bei der Weltmeisterschaft der Junioren 2008 in Istanbul. Ein anderer türkischer Ringer, Fatih Cengiz, verlor in der Gewichtsklasse bis 77 KG gegen seinen weißrussischen Rivalen Pavel Liakh und verpasste damit die Weiterqualifikation.

Kommentar
HDP in der Türkei: Maximal nationalistisch, radikal erpresserisch

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Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Die nationalistisch-kurdische Partei HDP offenbart immer mehr, wessen Geistes Kind sie ist. Völlig verblendet durch die politische Agenda, die Bedingungen der Terrororganisation PKK an die türkische Regierung zu diktieren und auf der Tagesordnung zu halten, missachtet sie sogar gegenüber der „eigenen Bevölkerung“ jedwedes moralisches Feingefühl. Schlimmer noch: sie erpresst die Mütter, Väter und das Land mit Kindersoldaten und wirkt teilweise unbeholfen bis aggressiv. Wer wird daher der nationalistisch-kurdischen Partei HDP gefährlich? Die amtierende Regierungspartei AKP unter Erdoğan oder die nationalistische Mutterlandspartei MHP? Keiner von beiden! Wenn die HDP Stimmen und Unterstützung verliert, dann durch ihre eigene maximale nationalistische Ansicht und ernstzunehmende radikale Erpressung der Gesellschaft wie auch der türkischen Regierung. Seit Ende August sitzen Mütter und Väter, aber auch Angehörige vor dem Parteiverband der HDP in Diyarbakır. Erst war es die 70-jährige Hacire Akar, selbst kurdischer Abstammung, dann wurden es immer mehr. Gegenwärtig halten rund 45 Familien aus dem In- wie auch Ausland einen Sitzstreik vor der Parteizentrale und fordern die Freilassung ihrer Kinder, die in jüngster Zeit oder vor Jahren von der Terrororganisation PKK entführt wurden. Sie wollen gemeinsam erreichen, dass die HDP sprichwörtlich ihr Wort hält und für Frieden sorgt; eine, die den Müttern und Vätern sowie Angehörigen wieder den seelischen Frieden bringt. Viele haben überhaupt keinen Kontakt, andere haben seit Jahren nichts von ihren Kindern gehört und wiederum andere nur auf irgendwelchen sozialen Netzwerken Bilder gesehen, auf denen ihre Kinder in Kampfmontur posieren. Viele dieser Mütter und Väter erzählen von politischer bzw. ideologischer Indoktrination ihrer Kinder, oftmals in den Parteistrukturen der HDP selbst, die dazu geführt habe, dass ihre Kinder mit den Terroristen in die Berge gegangen sind. Andere erzählen von Entführung, manche über nicht aufgebrachte Spendenmittel – darunter in Höhe von 30.000,- Türkischen Lira – in deren Konsequenz die Kinder unter Waffengewalt mitgenommen worden seien. Die erste Reaktion der nationalistisch-kurdische Partei HDP war ernüchternd, aber nicht wirklich unverständlich. Die Rolläden wurden heruntergelassen. Offenbar ging man davon aus, dass die Mütter und Väter aufgeben und nach Hause trotten. Dem war aber nicht so. Nach einigen Tagen meldete sich dann ausgerechnet der HDP-Abgeordnete von Kocaeli und Mitglied des parlamentarischen Menschenrechtsausschusses Ömer Faruk Gergerlioğlu, um vom politischen Missbrauch der Mütter sowie über fehlendes Rechtssystem sowie Gleichheitsgrundsatz zu sinnieren, damit man diesen Kindern helfen könne. In das gleiche Horn bließ nur kurze Zeit darauf die Parteizentrale selbst und erklärte, die Regierung sowie Polizei arbeite Hand in Hand, um die Familien gegen die HDP aufzustacheln.   Als wäre da nicht genug Porzellan zerschlagen, meldete sich der HDP Co-Stellvertreter Azad Barış zu Wort und erklärte, „auch diese Kinder sind unsere, aber nicht im Kampf sondern im Frieden werden sie kommen.“ Konkret meinte Azad Barış eigentlich ja nur, dass die Kinder solange als Kanonenfutter für den Terror behalten werden, wie auch die türkischen Sicherheitskräfte die Sicherheit des Landes gewährleisten. Wohl um Schadensbegrenzung bemüht, meldete sich daraufhin aus dem Gefängnis heraus der ehemalige Co-Vorsitzende Selahattin Demirtaş, um zu erklären, dass er die Mütter und Väter verstehe, die HDP aber damit nichts zu tun hätte. Da fragt man sich verwundert, was die Familien dann eigentlich vor der HDP zu suchen haben? Der selbe Demirtaş, der lange Zeit darauf hin gearbeitet hat, dass die Regierung sich darauf einlässt, eine Kommission zu bilden und den Oberguru der PKK, Abdullah Öcalan, der auf der Gefängnisinsel İmralı einsitzt, an den runden Tisch zu setzen, spricht davon, dass die HDP nichts mit der PKK zu tun hat. Derweil beschäftigt sich die HDP mit einer Mutter die in Ankara vor der Zentrale der AKP für ihren hinter Gitter sitzenden Sohn protestierte und von der Polizei vorläufig festgenommen wurde. Die HDP tut das nicht, weil sie damit einer Mutter helfen will, deren Sohn wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation (FETÖ) verurteilt wurde, sondern um ihr Schicksal mit den Müttern in Diyarbakır gleichzusetzen und damit die angebliche Rechtsbeugung und moralische Verfehlung zu unterstreichen. Was der Presseabteilung der HDP entgangen zu sein scheint ist, dass die Mutter in Ankara um einen Sohn besorgt ist, der rechtmäßig verurteilt wurde, während die Mütter um ihre Söhne und Töchter besorgt sind, die in Kindsalter entführt oder ideologisch verblendet zum terroristischen Kampf gedrillt wurden und seither kein Lebenszeichen von sich gegeben haben. Nicht nur, dass die HDP nicht gewillt ist, sich mit den Sorgen und Nöten der Mütter und Väter auseinanderzusetzen, sie unterstellt diesen vor allem, dass sie Kombattanten sind und von der Regierung missbraucht werden. Das zieht sich wie ein roter Faden durch all ihre Erklärungen und Zurückweisungen. Die Sitzstreikenden werden geradezu kriminalisiert, politisiert. Statt gegenüber der PKK ein Machtwort zu sprechen, wie sie es ständig gegenüber dem „Regime“ ausübt, wirft man den Müttern und Vätern vor, sich von der Regierung instrumentalisieren zu lassen. Dabei ist ihre einzige Forderung die, dass die Kinder freigelassen werden, oder zumindest ein Lebenszeichen von sich geben. Das ist wohl von der HDP zuviel verlangt. Was die HDP derzeit an den Tag legt und wessen Geistes Kind sie ist, muss man nicht näher breittreten. Sehr wohl aber die unheimliche, dröhnende Stille innerhalb der Kreise von Persönlichkeiten, die sich bislang freimütig und beherzt auf die Seite der HDP geschlagen haben, um für Frieden und Freiheit zu plärren. Auch der ansonsten zwiespältig verhaltende Oppositionsführer der CHP oder der neue Oberbürgermeister von Istanbul, verhalten sich ungewöhnlich still. Das liegt wohl daran, dass man bis vor kurzem noch der HDP unter die Arme gegriffen hat. Wo also zuvor noch lauthals „es reicht! Kein Blutvergießen. Unsere Kinder und Jugendlichen sollen nicht mehr sterben. Beendet diese Kämpfe. Findet einen Ausweg.“ gerufen wurde, heißt es nunmehr: „……..“ Jetzt weinen nicht mehr die Mütter, sie rebellieren geradezu, und zwar gegen die HDP wie auch PKK. Wie sagte eine Mutter in Diyarbakır?
„In Diyarbakır habt ihr keine Kinder und Jugendlichen mehr übrig gelassen. Entweder sitzen sie im Gefängnis oder sind unter der Erde. Zum Teufel mit eurer Kurdistan-Agenda! Wir wollen unsere Kinder, wir haben keine Kinder mehr für euch.“

Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Kurden gegen PKK – Türkei: Mächtige Kurden-Clans schließen sich Protesten gegen HDP an

Seit Wochen protestieren kurdische Mütter vor den Büros der oppositionellen „Demokratischen Volkspartei“ (HDP) in der südosttürkischen Stadt Diyarbakır gegen die Verschleppung und Rekrutierung ihrer Kinder durch die Terrororganisation PKK. Dem Protest, der als einfacher Sitzstreik begann, schließen sich täglich immer mehr Mütter, Eltern und zuletzt auch kurdische Großfamilien an.

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