Reisen
Herbstferien: Antalya verdrängt Mallorca bei deutschen Urlaubern vom ersten Platz

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Antalya ist Herbstmeister – zwar nicht im Fußball, aber bei den TUI Gästen: „Antalya ist in diesem Jahr das beliebteste Herbstferien-Ziel. Bereits im Sommer hat die Türkei einen Boom erlebt, der sich nun auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzt“, sagt Stefan Baumert, touristischer Geschäftsführer der TUI Deutschland. Antalya hat in diesem Jahr somit die spanische Insel Mallorca auf den zweiten Platz verwiesen. Warme Temperaturen und ein unschlagbares Preisleistungs-Verhältnis seien vor allem für Familien klare Argumente für einen Türkeiurlaub. Entsprechend hoch ist hier der Familienanteil, so Baumert. Ein Blick auf das Herbstferienranking des weltweit führenden Touristikkonzerns zeigt: Nach Antalya und Mallorca folgt Kreta auf Platz drei. An vierter Stelle liegt Ägypten mit Hurghada. Die Herbstferien werden von den meisten Urlaubern noch einmal für eine größere Reise genutzt. Die durchschnittliche Reisezeit liegt bundesweit bei 9.8 Tagen. Die längere Reisedauer schlägt sich auch im Budget nieder: Die deutschen TUI Gäste geben im Schnitt 2.601 Euro pro Person für einen Urlaub in den Herbstferien aus. Das bundesweite Ranking der beliebtesten Reiseziele der TUI Gäste in der Übersicht:
1.	Antalya
2.	Mallorca
3.	Kreta
4.	Hurghada
5.	Fuerteventura
6.	Rhodos
7.	Kos
8.	Gran Canaria
9.	Teneriffa
10.	Costa de la Luz

– Zum Thema –

– Türkei – Bei Deutschen wieder beliebt: Antalya beherbergte 2019 bereits 10 Millionen Touristen

Antalya, eines der beliebtesten Urlaubsziele der Türkei an der Mittelmeerküste, begrüßte vom 1. Januar bis 22. August eine Rekordzahl von 10 Millionen ausländischen Touristen.

Bei Deutschen wieder beliebt: Antalya beherbergte 2019 bereits 10 Millionen Touristen

Balkan
Albanien: Nur Bewährungsstrafe für Ex-Innenminister Saimir Tahiri

Tirana – Die wichtigste Oppositionspartei in Albanien reagierte empört, nachdem das Gericht erster Instanz für schwere Verbrechen in Tirana am Donnerstag den ehemaligen Innenminister Saimir Tahiri wegen der Anklage des internationalen Drogenhandels und der Verbindung zu einer kriminellen Organisation für unschuldig befunden hatte. Stattdessen verhängte sie ihm eine Bewährungsstrafe von dreieinhalb Jahren wegen Machtmissbrauchs im Zusammenhang mit den Aktivitäten einer kriminellen Bande, die jahrelang bis 2017 ungehindert operierte, als die italienische Polizei gegen sie vorging. Tahiri war nach dem Urteil trotzig, nannte es lächerlich und kündigte an, dass er Berufung einlegen würde. Jaeld Cela, ein ehemaliger Polizeibeamter, der zusamen mit Tahiri angeklagt war, wurde ebenfalls wegen Drogenbeschuldigung für nicht schuldig befunden und nur wegen Machtmissbrauchs verurteilt. Seine Strafe wurde jedoch nicht ausgesetzt, weil er seit zwei Jahren auf der Flucht ist, berichtet das Recherchenetzwerk BalkanInsight. Die oppositionelle Demokratische Partei kritisierte das Urteil als viel zu nachgiebig. Parteiführer Lulzim Basha nannte es „beschämend“. Basha: „Das zeigt, wie Edi Rama Tahiri beschützt hat… Rama ist eine Geisel des Verbrechens.“ Die Staatsanwaltschaft hatte 12. Jahre Haft gefordert. Tahiri war zwischen 2013 und 2017 fast vier Jahre lang Innenminister. Dies war ein Rekord im post-totalitären Albanien, wo die Innenminister selten mehr als zwei Jahre im Amt sind. Oppositionsführer Basha hatte alle 420 Seiten der italienischen Gerichtsdokumente auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht und einen politischen Sturm ausgelöst. Die verhafteten Bandenmitglieder aus einem Dorf in der Nähe von Vlora in Südalbanien beschrieben Tahiri als Freund, behaupteten, die Polizei in der Stadt zu kontrollieren und hatten Spione in einer militärischen Radarstation, um ihre Operationen zu leiten.

Zum Thema

– Albanien – Tirana: Staatsanwaltschaft fordert 12 Jahre Haft für Ex-Innenminister Saimir Tahiri

Der Prozess gegen den ehemaligen Innenminister Saimir Tahiri in Albanien nähert sich der Ziellinie, wobei Staatsanwälte eine 12-jährige Haftstrafe für ihn und Jaeld Çela, einen ehemaligen Polizisten, der derzeit auf der Flucht ist, fordern.

Tirana: Staatsanwaltschaft fordert 12 Jahre Haft für Ex-Innenminister Saimir Tahiri
   

Rentenpolitik
Verdi-Chef Bsirske fordert massive Anhebung des Rentenbeitrags zur Bekämpfung von Altersarmut

Der scheidende Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske hält eine massive Anhebung des Rentenbeitrags auf etwa 26 Prozent für unerlässlich, um Altersarmut wirksam zu bekämpfen. Beitragsanhebungen dürften „kein Tabu sein, wenn sie paritätisch finanziert werden“, sagte Bsirske der „Saarbrücker Zeitung“. Vom jetzt geltenden Beitragssatz in Höhe von 18,6 Prozent des Bruttolohns zahlten die Arbeitnehmer gut neun Prozent. „Obendrein sollen sie noch riestern.“ Das seien insgesamt schon mehr als 13 Prozent, rechnete Bsirke vor. „Bei einer paritätischen Finanzierung müsste der Arbeitgeber das Gleiche drauflegen. Da sind wir bei etwa 26 Prozent.“ Dies würde auch ein Ende der Teilprivatisierung der Altersvorsorge bedeuten, durch die die Arbeitgeber entlastet würden und von der die Versicherungswirtschaft profitiere. „Und das um den Preis einer millionenfachen Altersarmut“, kritisierte der Gewerkschafter. Mit einer sozialstaatlichen Rentenpolitik habe das nichts zu tun. „Es muss doch darum gehen, die gesetzlichen Renten wieder auskömmlich zu machen“, meinte Bsirske.

Verkehrspolitik
Nahverkehrsverband VDV fordert Milliarden-Paket für den ÖPNV-Ausbau

Mitten in die anstehende Entscheidung der Bundesregierung über die künftige Klimaschutz-Strategie Deutschlands hinein fordert der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Milliardeninvestitionen für den Ausbau des Nahverkehrs. „Wenn der ÖPNV eine relevante Rolle bei der Erreichung der Klimaschutzziele und in der Verkehrswende spielen soll, brauchen wir massive Investitionen in neue Fahrzeuge und in unsere Infrastruktur. Wir müssen dabei klotzen und nicht kleckern“, sagte der Präsident des VDV, Ingo Wortmann, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Wortmann bezifferte den notwendigen Betrag auf bundesweit mindestens 10 bis 15 Milliarden Euro für die nächsten Jahre. „Entscheidend ist, dass die Mittel zusätzlich zu bestehenden Förderungen fließen und dauerhaft zur Verfügung stehen“, sagte der VDV-Präsident. Nur so sei es realistisch, das Nahverkehrsangebot bis 2030 um 30 Prozent zu steigern. Die 30-Prozent-Marke ist ein selbst gestecktes Ziel der im VDV organisierten rund 600 Verkehrsunternehmen. Auf die Frage, woher das Geld kommen soll, sagte Wortmann: „Aus öffentlichen Mitteln.“ Möglich seien jedoch auch alternative Finanzierungsmodelle auf kommunaler Ebene. So könnten die Städte nach dem Vorbild Wiens eine Art U-Bahn-Steuer für ortsansässige Unternehmen einführen oder das Parken in den Innenstädten verteuern und die Überschüsse dem ÖPNV zur Verfügung stellen. Wien gilt mit einem ÖPNV-Anteil von 38 Prozent am Gesamtverkehr europaweit als Musterbeispiel einer erfolgreichen Mobilitätswende. Wortmann riet dazu, Bus- und Bahntickets nicht auf die Schnelle günstiger als bisher anzubieten. „Ein 365-Euro-Jahresticket, das jetzt viele fordern, kann höchstens der letzte Schritt sein. Zuerst müssen wir das Angebot ausbauen und die Finanzierung sichern“, sagte Wortmann. Auch Wien habe die Preissenkung über 20 Jahre lang vorbereitet. Der VDV-Präsident warnte zudem vor übertriebenen Erwartungen an die Rolle des ÖPNV in der Verkehrswende. Allein der Bau einer neuen Straßenbahnstrecke dauere unter momentanen Bedingungen zehn Jahre. Elektrobusse seien in nennenswerter Zahl ebenfalls erst in einigen Jahren auf dem Markt zu erwarten. „Wenn wir das Angebot erweitern wollen, kommen wir am Ausbau der Bus-Flotten also nicht vorbei“, sagte Wortmann. Moderne Diesel-Busse seien ein wirksames Mittel, die Luft in den Städten zu verbessern. Wortmann: „Ein Euro-6-Diesel-Bus für 100 Fahrgäste stößt nicht mehr Stickoxide aus als ein Pkw.“

Digital-News
Wirecard gewinnt die führende türkische Online-Flugbuchungsagentur Enuygun als neuen Kunden

Wirecard, der global führende Innovationstreiber für digitale Finanztechnologie, und Enuygun, das führende türkische Online-Reisebüro für Flüge, optimieren gemeinsam den digitalen Zahlungsverkehr für Enuygun-Kunden. Wirecard wickelt eingehende Kreditkartenzahlungen auf Enuygun für globale und lokale Zahlungssysteme wie Mastercard, Visa und Troy ab. Mit über 17 Millionen Besuchen im Monat und mehr als fünf Millionen verkauften Flügen pro Jahr ist Enuygun der Marktführer für Online-Flugbuchungen in der Türkei. Mit seiner globalen Marke Wingie bietet das Unternehmen seine Services in fünf verschiedenen Sprachen an. Die Türkei liegt strategisch günstig zwischen Nahost, Zentralasien, Nord- und Ostafrika sowie Europa und ist damit ein wichtiger Luftverkehrsknotenpunkt. In der Türkei wächst der Umsatz mit Online-Flugtickets stetig: Laut Statista wird für die kommenden Jahre eine jährliche Wachstumsrate von 7,9% erwartet (CAGR 2019-2023). Damit soll das Marktvolumen bis 2023 bei über 7,3 Milliarden Euro liegen. „Als türkischer Marktführer für Online-Flugtickets und technologieaffines Reiseunternehmen ist ein reibungsloses und vollständig digitales Buchungserlebnis ein absolutes Muss“, sagt Ali Demirkan, Chief Financial Officer bei Enuygun. „Dank der Expertise von Wirecard im Bereich des digitalen Zahlungsverkehrs profitieren unsere Kunden von einem einfachen und unkomplizierten Checkout, unabhängig davon, ob sie über unsere Website oder mobile App buchen. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Wirecard.“ „Enuygun ist der lokale Marktführer für Online-Flugbuchungen, und wir freuen uns, unsere Dienstleistungen im Bereich der digitalen Zahlungsakzeptanz einem weiteren führenden Online-Reisebüro anbieten zu können“, ergänzt Dündar Özdemir, Managing Director bei Wirecard in der Türkei. „Unsere Zusammenarbeit mit Enuygun bietet großes Potenzial, unsere Präsenz auf dem digitalen Reisemarkt in der Türkei weiter auszubauen. Wir sind stolz darauf, unsere langjährige Erfahrung im Bereich Reiseportale einzubringen und volldigitale Finanzdienstleistungen über unsere Plattform für Millionen von Kunden bereitzustellen.“ Über Wirecard: Wirecard (GER:WDI) ist eine der weltweit am schnellsten wachsenden digitalen Plattformen im Bereich Financial Commerce. Wir bieten sowohl Geschäftskunden als auch Verbrauchern ein ständig wachsendes Ökosystem an Echtzeit-Mehrwertdiensten rund um den innovativen digitalen Zahlungsverkehr durch einen integrierten B2B2C-Ansatz. Dieses Ökosystem konzentriert sich auf Lösungen aus den Bereichen Payment & Risk, Retail & Transaction Banking, Loyalty & Couponing, Data Analytics & Conversion Rate Enhancement in allen Vertriebskanälen (Online, Mobile, ePOS). Wirecard betreibt regulierte Finanzinstitute in mehreren Schlüsselmärkten und hält Lizenzen aus allen wichtigen Zahlungs- und Kartennetzwerken. Die Wirecard AG ist an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Über Enuygun: Enuygun wurde 2008 gegründet und ist als Technologieunternehmen das führende Online-Reisebüro für Flüge in der Türkei. Mit über 17 Millionen monatlichen Besuchen, 70 Millionen monatlichen Page Impressions und Millionen von Nutzern mobiler Apps gehört Enuygun zu den meistfrequentierten Reiseseiten der Welt. Heute wird jeder zehnte Inlandsflug in der Türkei auf Enuygun gebucht. Enuygun hat den Internet-Riesen Rocket Internet und Kinnevik als Investoren. Das Firmenreisetool, die Hotelreservierungsfunktion und die Busreservierungsfunktion bieten einen umfassenden Reiseservice für alle Reisenden. Mit seiner globalen Marke Wingie und der eigenen virtuellen Interlining-Technologie LogiConnect bietet Enuygun Reisenden unglaubliche Flugoptionen auf der ganzen Welt.

Energie
Deutscher Rohöl-Import: Nur noch 1,7% aus Saudi-Arabien

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Bonn – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, war die Importmenge von Rohöl nach Deutschland im Jahr 2018 niedriger als in allen vorherigen Jahren seit 1992. Sie betrug noch 84,8 Millionen Tonnen. 1992 waren es 97,3 Millionen Tonnen gewesen, im Spitzenjahr dieses Zeitraumes 2005 sogar 114,5 Millionen Tonnen. Saudi-Arabien habe als Lieferant von Rohöl nach Deutschland stark an Bedeutung verloren. Die aus Saudi-Arabien importierte Menge an Rohöl lag 2018 bei 1,4 Millionen Tonnen. Das waren nur noch 1,7 % der gesamten Rohöl-Einfuhr. Die meisten Rohöl-Importe kommen aus Russland Saudi-Arabien trägt der Einfuhrstatistik zufolge einen immer geringeren Anteil zu den deutschen Importen bei. 2018 lag es in der Rangliste der mengenmäßig wichtigsten Lieferländer nur noch auf Platz 10. Auf den ersten Rängen lagen Russland, Norwegen, Libyen, Kasachstan, Nigeria und Großbritannien. Auch ein Vergleich mit der Liste der wichtigsten Rohöl-Handelspartner des Jahres 2006 zeigt die schwindende Bedeutung Saudi-Arabiens. Damals lag es noch auf Platz 7 der Rangliste. Saudi-Arabien ist dessen ungeachtet auch 2019 nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur (IEA) der weltweit größte Erdöl-Exporteur vor Russland und den Vereinigten Staaten. Die Rangfolgen ergeben sich, wenn man die Niederlande nicht berücksichtigt. Von dort kamen 2018 zum Beispiel 11,8 % der deutschen Rohöl-Einfuhren. Die Niederlande sind mit ihren Nordseehäfen aber in den meisten Fällen Zwischenhändler des Rohstoffs. Die deutsche Nachfrage nach Öl sinkt Die Bedeutung des Erdöls als Energieträger nimmt für Inländer seit Jahren ab. Erdöl ist unter anderem Rohstoff für die Produktion von Heizöl. Im Jahr 2016 wurden den letzten verfügbaren Daten zufolge beispielsweise 1 279 Petajoule Heizöl verwendet, 2005 waren es noch 1 778 Petajoule. Auch die Verwendung von Ottokraftstoffen ging zurück, diejenige von Diesel hingegen stieg. Der Endenergieverbrauch insgesamt ging laut den Wissenschaftlichen Diensten des Deutschen Bundestags seit 1990 vor allem im Industriesektor zurück. Diese Kennziffer umfasst sämtliche Energieträger, also auch erneuerbare. Die privaten Haushalte benötigen erdölbasierte Energieträger überwiegend zum Heizen und Autofahren. Der Heizöl-Verbrauch privater Haushalte für Wohnen betrug 2016 insgesamt 455 Petajoule. Der Verbrauch privater Haushalte von Diesel und Benzin im Straßenverkehr betrug 1315 Petajoule. Auch interessant  

Familienpolitik
Väterverbände fordern grundsätzliche Änderungen für Trennungsfamilien

„Der aktuelle Antrag der Grünen an den Bundestag dokumentiert den großen Reformbedarf im deutschen Familienrecht“, bestätigt Gerd Riedmeier, Sprecher der Interessengemeinschaft Jungen, Männer und Väter (IG-JMV) und ergänzt: „Die Grünen kritisieren zu recht den von der Bundesregierung zu verantwortenden Zeitverzug im Prozess zur Neugestaltung des Familienrechts.“ Inhaltlich gehen der IG-JMV die Reformvorschläge der Grünen jedoch nicht weit genug. Die Grünen wollen zukünftig auf verpflichtende Fortbildungen für Familienrichter vertrauen. „Das wird nicht reichen“, kritisiert die IG-JMV. Nötig sei eine grundsätzliche Neuausrichtung des Rechts für Nachtrennungsfamilien. Dabei habe der Grundsatz von Gleichbehandlung für Mütter und Väter zu gelten. „Der Ansatz aus den 50er Jahren ‚Einer betreut – Einer bezahlt‘ ist nicht mehr zeitgemäß“, so Riedmeier. § 1606 (3) BGB, der das Residenzmodell nahezu zwingend vorschreibt, müsse zeitgemäß angepasst werden. Vielfach delegieren Familienrichter heute Einschätzungen und Stellungnahmen an Jugendämter und Gutachter. Das bedeutet, die Beschlussfassung liegt nicht mehr beim Gericht, sie wird faktisch durch Dritte vorgenommen. Mit diesen Beschlussfassungen werden Gewinner-Eltern und Verlierer-Eltern produziert. Der „gute“ Elternteil erhält die Kinder und die finanziellen Transferleistungen, der andere, der „schlechte“ Elternteil, wird zum Zahl- und Besuchs-Elternteil degradiert. Diese Praxis sei letztendlich verfassungswidrig, so die IG-JMV. Besonders bedauerlich sieht die IG-JMV die Tatsache, dass 40 % der Kinder in Nachtrennungsfamilien vollständigen Kontaktabbruch zu einem Elternteil erleiden, meist zu ihren Vätern. Die zuständigen Bundesministerien der Justiz und für Familie versagen bei diesem Thema, kritisiert die IG. Um dieses Phänomen einzudämmen, reichten verpflichtende Richterfortbildungen nicht aus, es müsse an der Vorrangstellung des Residenzmodells gearbeitet werden. Die IG fordert zeitgemäße Lösungen, etwa die Möglichkeit, Trennungskinder grundsätzlich in zwei Haushalten anmelden und die staatlichen Zuwendungen proportional auf beide Haushalte verteilen zu können. Auch der Wegzug eines Elternteils mit den Kindern nach außerhalb des Schulbezirks ist mit dem Verlust des Sorgerechts zu sanktionieren, wie in vielen westlichen Ländern üblich. Skeptisch erwartet die IG-JMV den für den Herbst 2019 angekündigten Gesetzesentwurf aus dem Bundesjustizministerium. „Auch dieser Entwurf greift zu kurz“, kritisiert die IG-JMV. Das BMJV hatte seit 2017 lediglich Juristen in seine Arbeitskreise geladen. Betroffene und ihre Verbände wurden nicht gehört. Die IG-JMV fordert die Einrichtung eines interministeriellen Runden Tisches mit Beteiligung der Väter zur überfälligen Anhörung ihrer Wünsche. Die IG-JMV ist mit ihrem Sprecher als Sachverständiger zur Anhörung des Rechtsausschusses des Bundestages zum Antrag der Grünen am 25.09.2019 geladen.

Kirche
Kirchenrechts-Experte: Umgang mit beurlaubtem Düsseldorfer Stadtdechanten „drakonisch und unverhältnismäßig“

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Der Münsteraner Kirchenrechts-Professor Thomas Schüller hat die Entpflichtung des Düsseldorfer Stadtdechanten Ulrich Hennes durch den Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Woelki, als „kirchenrechtlich vertretbar, aber drakonisch und unverhältnismäßig“ beurteilt. Dies sagte der Theologe dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Nach Darstellung des Erzbistums hat Hennes vor 18 Jahren ein Seelsorge-Gespräch mit einem damals 20-Jährigen für eine sexuelle Handlung ausgenutzt. Weder die weltliche Justiz noch ein kirchlicher Sonderermittler konnten jedoch ein strafbares Verhalten feststellen. Weil Hennes nicht freiwillig auf seine Ämter verzichten wollte, wurde er am Mittwoch von seinem Posten als Stadtdechant entbunden. Der 57-Jährige, der alle Vorwürfe gegen ihn bestreitet, soll auch sein Amt als Pfarrer verlieren. Das zumindest hält Schüller für problematisch. „Das Pfarramt ist das einzige in der Kirche, das nur unter strengen Bedingungen entzogen werden kann. Wenn der Erzbischof jeden seiner Priester des Amtes entheben wollte, der im Kontext seelsorgerlicher Kontakte gegen den Zölibat verstoßen hat, blieben bis in die höchsten Posten vermutlich nicht mehr viele übrig.“ Der „hierarchische Rekurs“, eine förmliche Beschwerde beim Vatikan, ist nach Einschätzung des Experten rechtlich möglich, aber faktisch wenig aussichtsreich. Das eigentlich Erschreckende an dem Fall sieht Schüller in dessen Signalwirkung. Hennes – und mit ihm allen im Dienst der Kirche – werde bedeutet: „Wer in seiner Lebensführung nicht auf Linie ist, muss mit voller Härte rechnen.“

Flüchtlingskrise
Türkei: Zahl syrischer Flüchtlinge erreicht 3,6 Millionen

Ankara – Die Zahl syrischer Flüchtlinge in der Türkei habe 3,6 Millionen überschritten, sagte Innenminister Süleyman Soylu, während er hinzufügte, dass nach den Militäreinsätzen der türkischen Streitkräfte im Norden Syriens mehr als 350.000 Menschen zurückgekehrt seien. „Die Zahl der Syrer, die sich in unserem Land unter dem Status des vorübergehenden Schutzes aufhalten, hat 3,6 Millionen überschritten“, sagte Soylu am Donnerstag bei einem internationalen Sicherheitskongress an der Gendarmerie- und Küstenwacheakademie in Ankara. „Dank der sicheren Umgebung, die mit den Militäreinsätzen Euphratschild und Olivenzweig erreicht wurde, sind etwa 354.000 Syrer nach eigenem Ermessen in ihre Heimatstädte zurückgekehrt“, sagte der Minister.     Nach vermehrten Terroranschlägen auf türkischem Boden, führte die Türkei zwischen 2016 und 2018 gegen die Terrororganisationen YPG und IS zwei grenzüberschreitende Militäreinsätze in Syrien durch – „Schutzschild Euphrat“ und „Olivenzweig„. Mit über 3,6 Millionen Syrern beherbergt die Türkei die meisten Flüchtlinge aus dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land. Nach den Worten des türkischen Innenministers Süleyman Soylu habe die Türkei für die Beherbergung von Flüchtlingen bislang mehr als 40 Milliarden US-Dollar ausgegeben.

Zum Thema

– Sicherheitszone in Syrien – Türkei: Erdogan droht mit Durchlassen der Flüchtlinge nach Europa

Die Türkei ist mit dem Flüchtlingsstrom aus dem vom Krieg zerrütteten Syrien allein gelassen worden, und sie muss möglicherweise Grenzen nach Europa öffnen, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan.

Türkei: Erdogan droht mit Durchlassen der Flüchtlinge nach Europa

"Diyarbakir-Mütter"
PKK-Oberkommandeur Karayilan nennt Proteste der Kurden „inszeniert“

Weiterer Kurdischer Vater eines mutmaßlich entführten Kindes möchte Sohn zurück Diyarbakir – Die Proteste der „Diyarbakır-Mütter”, die ihre gekidnappten Kinder zurückwollen, geht seit dem 3. September weiter. Nachdem wichtige Kurden-Clans, Politiker, Prominente, Künstler und zuletzt iranische Opferfamilien den vor der HDP-Zentrale in Diyarbakır protestierenden Müttern beistanden, beteiligte sich nun ein weiterer Vater eines entführten Sohnes an dem Sitzstreik, dem das gleiche Schicksal wie den „Diyarbakır-Müttern” widerfuhr. Sohn war Informatiker Der Vater eines Kindes wandte sich vor der Parteizentrale in Diyarbakır an die Funktionäre der „Demokratischen Volkspartei“ (HDP). Die türkische Regierung beschuldigt die HDP seit langem, Verbindungen zur PKK-Terrorgruppe zu haben. Halit Altun, der aus der osttürkischen Provinzstadt Muş zu den Protesten stieß, sagte, dass sein Sohn Muhsin vor vier Jahren, während seines Informatikstudiums an der İnönü-Universität in Malatya, indoktriniert und zum bewaffneten Kampf in die Berge verschleppt worden sei. „Ich war schon überall wegen meines Sohnes“ Altun, der als Chauffeur seine neunköpfige Familie ernähre, sagte zudem, dass eines seiner Söhne als Soldat in Ankara diene. Der kurdische Vater, der seit vier Jahren auf der Suche nach seinen Sohn sei, erklärte außerdem: „Ich bin meinem Land, meinem Volk und meiner Fahne treu ergeben“. Altuns Nachforschungen hätten zutage geführt, dass sein Sohn in die Nähe von Kobane gebracht worden sei. „Ich war schon überall wegen meines Sohnes. Ständig lotsen sie mich woanders hin. Ich war zwei Jahre lang nicht zu Hause und habe mein ganzes Vermögen aufs Spiel gesetzt. Ich bin aber auf keine heiße Spur von meinem Sohn gestoßen.“ „Wieso bringen sie nicht ihre eigenen Kinder in die Berge?“ Altun sagte, er wollte unbedingt dabei sein, als er von dem Sitzstreik der kurdischen Mütter erfuhr. „Ich mache die HDP verantwortlich. Sie nehmen uns unsere Kinder weg. Wieso bringen sie nicht ihre eigenen Kinder in die Berge? Ihre Kinder lassen sie studieren, aber unsere Kinder schleppen sie zum bewaffneten Kampf in die Berge.“ Murat Karayilan dementiert Entführungen Der Oberkommendeur der Terrororganisation PKK, Murat Karayilan, dementierte in einem Interview mit der in den Niederlanden ansässigen PKK-nahen Nachrichtenagentur ANF, Kinder entführt zu haben. Er nannte die Proteste der kurdischen Mütter „inszeniert“ und behauptet, dass Mitglieder der Organisation freiwillig beiträten. Mehr als 30-jährige Terrorkampagne In ihrer mehr als 30-jährigen Terrorkampagne gegen die Türkei war die PKK – von der Türkei, den USA und der EU als terroristische Organisation geführt – für den Tod von rund 40.000 Menschen, darunter Frauen und Kinder, verantwortlich. „Gerade weil die PKK trotz des Verbots in Deutschland weiterhin aktiv ist, ist es notwendig und geboten, die PKK in ihre Schranken zu weisen und die Einhaltung der Rechtsordnung sicherzustellen“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer in einer Mitteilung im Februar dieses Jahres. Eva Quadbeck in der Rheinischen Post:

„Die kurdische Arbeiterpartei PKK ist als Terrororganisation aus gutem Grund seit Anfang der 90er Jahre verboten. Dass sie hierzulande in Vereinen und Verlagen dennoch weiter operiert, kann der Rechtsstaat nicht hinnehmen. Das Verbot der Verlage ist nur konsequent. Die Bundesregierung tut gut daran, bei der PKK nüchtern nach rechtsstaatlichen Prinzipien zu verfahren. Deutschland steht in der Kritik der türkischen Regierung, die behauptet, es werde hierzulande nicht konsequent gegen die PKK vorgegangen, was nicht stimmt. Die politische Linke in Deutschland wiederum sieht das Verbot der Verlage als Zensur an.

Das Verbot hat aber nichts mit der Einschränkung von Meinungsfreiheit zu tun. Die betroffenen Verlage hatten die Unterstützung der verbotenen PKK im Auge. Dafür hätten sie auch Bananen vertreiben können. Die PKK heizt Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden in Deutschland an. Mit Gewalt ausgetragene Rivalitäten befördern eine ablehnende Haltung gegenüber diesen Volksgruppen. Ein solcher Mechanismus gefährdet den inneren Frieden der Gesellschaft – insbesondere in Zeiten, in denen Fehlverhalten von Migranten gerne von Rechtspopulisten aufgegriffen wird“.

Zum Thema

– Kurden gegen PKK – Türkei: Künstler, Musiker und Schauspieler schließen sich Protesten kurdischer Eltern gegen HDP an

Der andauernde Sitzstreik gegen die Verschleppung und Rekrutierung kurdischer Kinder durch die Terrororganisation PKK und deren politischen Arm, der „Demokratischen Volkspartei“ (HDP), in Diyarbakır, entwickelt sich zu einem Lauffeuer. Nachdem sich in den letzten Tagen mächtige Kurden-Clans den Protesten angeschlossen hatten, bekamen die „Mütter von Diyarbakır“, wie die Aufbegehrenden genannt werden, prominente Unterstützung.