Hollywood
Lana Wood: „Natalie Wood wurde als Teenager von Kirk Douglas sexuell missbraucht“

New York – Seit Jahrzehnten ist es eines der dunkelsten Gerüchte Hollywoods: Die Teenagerin Natalie Wood wurde von einem mehr als doppelt so alten Filmstar sexuell missbraucht, als sie sich mit ihm in einem Hotel in Los Angeles traf. In ihren Memoiren, die nächste Woche erscheinen, nennt Woods jüngere Schwester Hollywood-Legende Kirk Douglas als Täter. „Ich erinnere mich, dass Natalie besonders schön aussah, als Mama und ich sie an jenem Abend am Eingang des Chateau Marmont absetzten“, zitiert die Nachrichtenagentur AP Lana Wood aus ihrem Buch „Little Sister“. Der Vorfall habe sich demnach im Sommer 1955 ereignet, etwa zu der Zeit, als Natalie Wood „The Searchers“ drehte. Das Treffen sei damals von ihrer Mutter, Maria Zakharenko, arrangiert worden, die dachte, dass „ihr viele Türen geöffnet werden könnten, wenn er ihr nur mit seinem berühmten, gut aussehenden Kopf zunickt“, so Lana Wood. Doch als die Darstellerin von ihrem Treffen mit dem Prominenten zurückkehrte, wusste ihre Schwester, dass etwas nicht stimmte, berichtet AP weiter. Lana, die damals 8 Jahre alt war, schilderte die beunruhigende Szene: „Es schien eine lange Zeit vergangen zu sein, bevor Natalie wieder ins Auto stieg und mich aufweckte, als sie die Tür zuschlug“, schrieb sie laut AP in ihrem Buch. „Sie sah schrecklich aus. Sie war sehr zerzaust und sehr aufgeregt, und sie und Mom begannen eindringlich miteinander zu flüstern.“ Die Autorin fügte hinzu: „Ich konnte sie nicht wirklich hören oder verstehen, was sie sagten. Offensichtlich war meiner Schwester etwas Schlimmes zugestoßen, aber was auch immer es war, ich war anscheinend zu jung, um es zu erfahren.“ Doch erst als die Geschwister beide erwachsen waren, erzählte Natalie schließlich, was sich angeblich zugetragen hatte. „Ich hatte Angst, ich war verwirrt“ „Es war wie eine außerkörperliche Erfahrung. Ich hatte Angst, ich war verwirrt“, erinnert sich Lana Wood an die Worte ihrer Schwester damals. Lana, die heute 75 Jahre alt ist und etwa 8 Jahre alt war, als sich der angebliche Vorfall ereignete, erinnert sich, dass ihre Schwester und ihre Mutter sich einig waren, dass es Natalies Karriere ruinieren würde, wenn sie ihn öffentlich anklagen würde. „Nimm es hin“, war laut „Little Sister“ der Rat der Mutter. In dem Buch „Little Sister“ gehe es vor allem um den mysteriösen Tod von Natalie Wood im Jahr 1981 im Alter von 43 Jahren. Obwohl es sich offiziell um einen Badetod handelte, haben viele, darunter auch Lana, ihren damaligen Ehemann Robert Wagner verdächtigt. Der 1916 in New York geborene Kirk Douglas war ein US-amerikanischer Schauspieler und Schriftsteller. In den 1950er und 1960er Jahren zählte er zu den führenden Hollywood-Stars und war oft in Western und Abenteuerfilmen zu sehen. Er starb im vergangenen jahr im Alter von 103 Jahren.

Klimaschutz
Türkei: Pariser Klimaabkommen tritt kommende Woche in Kraft

Ankara – Das Pariser Klimaabkommen, das das türkische Parlament im Oktober ratifiziert hat, wird nächste Woche in Kraft treten, so ein von Präsident Recep Tayyip Erdogan unterzeichnetes Dekret. Das Datum des Inkrafttretens des Abkommens wurde auf den 10. November 2021 festgelegt, wie aus einem am Donnerstag im Amtsblatt veröffentlichten Präsidialdekret hervorgeht. Dementsprechend werde die Türkei das Ziel von Netto-Null-Kohlenstoffemissionen bis 2053 erreichen. Alle politischen Parteien im türkischen Parlament stimmten im Oktober mit „Ja“ für das Abkommen, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Erdogan hatte die Ratifizierung im September in der Uno-Vollversammlung angekündigt. Er begründete den Schritt mit „der historischen Verantwortung aller Staaten für den Klimawandel“. Die Türkei gehörte 2016 zu den ersten Ländern, die das Pariser Abkommen 2016 unterzeichneten. Aber es hatte die Ratifizierung bisher mit dem Argument verweigert, es solle in dem Vertrag nicht als entwickeltes Land geführt werden. Das Pariser Klimaabkommen vom 12. Dezember 2015 ist das Nachfolgedokument des Kyoto-Protokolls und gilt als ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen die Erderwärmung. Auf der UN-Klimakonferenz in Frankreich im Dezember 2015 vereinbarten erstmals 196 Staaten plus die Europäische Union, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, möglichst sogar auf unter 1,5 Grad. Durch die Eindämmung des Klimawandels unterhalb dieses Temperaturniveaus sollen Umweltfolgen wie Naturkatastrophen, Dürren und ein Anstieg der Meeresspiegel wirksam begrenzt werden, schreibt bpb.

Anti-Stress-Methode
Türkei: Mann lässt sich gegen Bezahlung verprügeln

Istanbul – Dies ist mal eine Anti-Stress-Methode anderer Art. Als erster registrierter „Stress-Coach“ der Türkei lässt sich Hasan Rıza Günay seit 11 Jahren von gestressten Menschen verprügeln. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, kommen die Kunden zu ihm mit Problemen wie Überlastung, Depressionen oder gar Panikattacken. Die meisten seiner Kunden seien Frauen. Inspiriert war er nach eigenen Angaben von dem Film Şark Bülbülü, in dem sich der Schauspieler Kemal Sunal freiwillig verprügeln ließ. Manche Menschen meditieren, andere schreien, wieder andere schlagen jemanden, um Stress abzubauen, sagte er und fügte hinzu, dass dies eine legale Alternative sei, unter der niemand leide. Er erklärt, dass er nur zwei bis vier Kunden pro Tag annimmt und dass eine Sitzung durchschnittlich 10-15 Minuten dauere. Etwa 70 Prozent seiner Kunden seien Frauen. Er betont zudem, dass er nicht alle Anfragen annimmt. Wenn er das Gefühl hat, dass sein Gegenüber böses im Sinn hat, lehne er ab. „Meine Zeit ist begrenzt“, so Günay.

NRW
Städtetag verlangt von Ampel-Parteien mehr Geld vom Bund für den ÖPNV

Köln – Der Städtetag in NRW appelliert an die Ampel-Parteien in Berlin, bei den Koalitionsverhandlungen mehr Geld für den Öffentlichen Nahverkehr zur Verfügung zu stellen. „Der Bund muss sich noch stärker an den Investitionskosten, aber auch an den Betriebskosten für den Nahverkehr beteiligen“, sagte der Vorsitzende des NRW-Städtetags, Pit Claussen, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Wir erwarten von der Ampel grünes Licht zur Verkehrswende mit konkret unterlegten Zahlen“, fügte Claussen hinzu. „Die Regionalisierungsmittel des Bundes für Busse und Bahnen müssen deutlich aufgestockt werden“, sagte der Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld. Die Regionalisierungsmittel sollten von derzeit jährlich neun Milliarden Euro Jahr für Jahr um weitere 1,5 Milliarden Euro steigen. Claussen forderte von den Ampel-Parteien zudem für die neue Legislaturperiode eine Kooperation mit dem Kommunen auf Augenhöhe ein. Notwendig seien mehr Entscheidungsfreiräume der Städte für die Belange vor Ort, zum Beispiel um Solaranlagen und Dachbegrünungen verpflichtend vorgeben können. Außerdem müsse gerade für die Städte in NRW endlich das Altschuldenproblem gelöst werden.

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– Fall Jalloh – Neues Gutachten: Polizisten zündeten Oury Jalloh in Zelle an

Laut einem neuen Gutachten wurde Oury Jalloh 2005  in einer Gefängniszelle von Polizisten angezündet.

Neues Gutachten: Polizisten zündeten Oury Jalloh in Zelle an

Corona-Pandemie
Mehrheit der gegen Corona Geimpften plant Auffrischungsimpfung

Laut einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv, macht sich jeder vierte befragte Bundesbürger (24%) vor dem Hintergrund der zuletzt steigenden Corona-Infektionszahlen und der Berichte über Infektionen von vollständig geimpften Personen aktuell mehr Sorgen als noch vor einigen Wochen, sich selbst mit dem Corona-Virus zu infizieren. 11 Prozent machen sich weniger, 65 Prozent weder mehr noch weniger Sorgen vor einer eigenen Infektion als vor einigen Wochen. Dass sie sich weniger oder unverändert Sorgen machen, geben vor allem diejenigen an, die nicht gegen Corona (weniger Sorgen: 21%; unverändert: 77%) geimpft sind. 40% befürchten Einschränkungen wie im letzten Winter 40 Prozent aller Befragten glauben, dass es im kommenden Winter angesichts der steigenden Infektionszahlen noch einmal zu ähnlichen Einschränkungen wie im letzten Winter kommen wird. Mehrheitlich (56%) glauben die Befragten allerdings nicht an so weitreichende Einschränkungen. Dass es erneut zu ähnlichen Einschränkungen kommen wird, glauben überdurchschnittlich häufig die unter 30-Jährigen (51%), die Nicht-Geimpften (49%) sowie die Anhänger der AfD (53%). Mehrheit der bereits vollständig Geimpften beabsichtigt Auffrischungsimpfung vornehmen zu lassen Zwei Drittel (69%) der vollständig gegen das Coronavirus Geimpften fühlen sich ausreichend darüber informiert, ob für sie persönlich eine Auffrischungsimpfung gegen Corona sinnvoll ist. Ein Drittel (31%) der vollständig Geimpften – insbesondere die unter 45-Jährigen (30- bis 44-Jährige: 43%; 18- bis 29-Jährige: 54%) – fühlt sich darüber allerdings nicht ausreichend informiert. Die große Mehrheit der gegen vollständig gegen Corona Geimpften (75%) hat vor, eine Auffrischungsimpfung gegen Corona vornehmen zu lassen (70%) oder hat diese bereits erhalten (5%). Rund jeder fünfte vollständig Geimpfte (18%) strebt keine Auffrischungsimpfung an, 7 Prozent sind sich diesbezüglich noch unsicher („weiß nicht“).

Nordzypern
Maraş entwickelt sich zum alternativen Tourismusmodell

Antalya – Die Wiedereröffnung eines Teils der einstigen zyprischen Urlauberhochburg Maraş (Varosha) stellt nach Ansicht des Tourismus- und Umweltministers der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ), Fikri Ataoğlu, aus touristischer Sicht einen positiven Schritt dar. Ataoğlu besuchte in Antalya die diesjährige Tourismus-Messe, an dem auch Nordzypern teilnimmt. Im Oktober letzten Jahres eröffneten der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der damalige Ministerpräsident Nordzyperns, Ersin Tatar, nach 46 Jahren teilweise den Stadtteil Maraş, der zur Stadt Gazimağusa (Famagusta) gehört. Maraş hat sich zu einem alternativen Tourismusmodell entwickelt Zunächst sei ein Küstenabschnitt und danach ein anderer Teil des früheren Tourismusortes eröffnet worden. Trotz der Pandemie hätten viele in- und ausländische Touristen die Stadt besucht und sie zähle mittlerweile als Alternative. Es kämen aus der gesamten Welt Menschen, die Maraş besuchen wollten und bemerkte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu: „Es gibt einen ernsthaften Anstieg der Besucherzahlen. Die Eröffnung von Maraş war aus touristischer Perspektive betrachtet ein positiver Schritt. Sicherlich wird es einen Mehrwert schaffen. Es kommen Touristen nach Maraş und es hat sich zu einem alternativen Tourismusmodell entwickelt.“ Tourismusbündnis mit der Türkei Um den Tourismus in Nordzypern zu entwickeln, arbeite man koordiniert mit dem Kultur- und Tourismusministerium der Türkei zusammen. Mit der Türkei hätte Nordzypern ein ernsthaftes Bündnis zusammengeschmiedet und an den Messen, an dem die Türkei im Tourismus-Sektor teilnehme, sei auch Nordzypern präsent. Das mache sie stolz. Der nordzyprische Tourismusminister bedankte sich für die Unterstützung seines türkischen Amtskollegen Mehmet Nuri Ersoy und fügte hinzu: „Mit jedem Tag vertiefen wir unsere Zusammenarbeit mit der Türkei. Es gibt keine Schnittstellen zwischen uns. Wir fühlen uns hier wie zu Hause.“ Seit einem Militärputsch zyperngriechischer Offiziere gegen den damaligen Präsidenten Makarios, ist die Insel seit 1974 geteilt, die einen gewaltsamen Anschluss an Griechenland (Enosis) erzwingen wollten. Unter Berufung auf die Züricher und Londoner Verträge von 1959 intervenierte am 20. Juli 1974 die Garantiemacht Türkei, um die zyperntürkische Volksgruppe zu schützen und einen drohenden Anschluss an Griechenland zu verhindern. Am 15. November 1983 rief das Parlament des Türkischen Föderativstaats die Türkische Republik Nordzypern aus. Kemal Bölge/Antalya

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Schon seit der Frühzeit ist die wechselvolle Geschichte Zyperns durch seine Lage bestimmt worden, die im Spannungsfeld der drei Kontinente Afrika, Europa und Asien liegt.

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Fall Jalloh
Neues Gutachten: Polizisten zündeten Oury Jalloh in Zelle an

Dessau – Laut einem neuen Gutachten wurde Oury Jalloh 2005  in einer Gefängniszelle von Polizisten angezündet. Jalloh verbrannte 2005 in einer Gefängniszelle in Dessau. Die genauen Umstände seines Todes sind bis heute ungeklärt. Das am Mittwoch in Berlin vorgestellte neue Gutachten wurde von einer privaten Aufklärungsinitiative in Auftrag gegeben. Diese gehen seit Jahren davon aus, dass Jalloh ermordet worden ist. Die Familie Jallohs fordert nun die Wiederaufnahme der Mordermittlungen und erstattet Anzeige gegen die zuständigen Staatsanwälte. Wie der mdr unter Bezugnahme auf eine Mitteilung der Initiative berichtet, waren die Grundlage für das Gutachten Brandversuche mit einem Dummy in einem originalgetreuen Nachbau der Zelle, in der Jalloh 2005 verbrannte, sowie Bewegungsversuche. Dabei wurde eine Person auf einer Matratze in Originalgröße wie Jalloh an beiden Händen und Füßen fixiert. Der Versuch habe gezeigt, dass Jalloh weder den Bewegungsspielraum, noch andere Möglichkeiten hatte, die Matratze selbst anzuzünden. Oury Jalloh (amtlich Ouri Jallow; * 2. Juni 1968 in Kabala; † 7. Januar 2005 in Dessau) war ein in Deutschland geduldet lebender Sierra-Leoner. Er wurde in einer Gewahrsamszelle im Keller des Dienstgebäudes Wolfgangstraße 25 des Polizeireviers Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt tot aufgefunden. Die genaue Todesursache ist unklar. Die Feuerwehr fand einen stark verbrannten Leichnam vor. „Oury Jalloh verbrennt in einer Zelle der Polizei Dessau-Rosslau. Erst sieht es so aus, als hätte er sich selbst angezündet. Doch warum taucht das Feuerzeug erst später auf? Wie leicht ist es eine schwer entflammbare Matratze anzuzünden und das Ganze auch noch in einer gefliesten Zelle?“, fragt der stern. Auch der Richter habe im ersten Prozess diese Theorie eines Selbstmordes stark angezweifelt und bei der Urteilsverkündung gemahnt: „All diese Beamten, die uns hier belogen haben, sind einzelne Beamte, die als Polizisten in diesem Land nichts zu suchen haben.“ Akten seien vernichtet worden und Zeugen hätten ihre Aussagen zurückgezogen. Experten seien „schon Anfang des Jahres 2017 überwiegend zu der Überzeugung gekommen, dass Oury Jalloh nicht selbst Feuer gelegt haben und daran gestorben sein kann“, sagte Rechtsanwältin Gabriele Heinecke im Interview mit nd Ende 2017. Sie bezeichnete den Falls damals schon als „skandalös und intransparent“.

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– „Selbstanzündungs-Theorie“ – Anwältin Oury Jallohs fordert die Wiederaufnahme des Verfahrens

Die Rechtsanwältin Gabriele Heinecke nennt das Vorgehen der Staatsanwaltschaft Halle im Verfahren zur Aufklärung des verstorbenen Oury Jalloh „skandalös und intransparent“.

Anwältin Oury Jallohs fordert die Wiederaufnahme des Verfahrens

Religion
In Köln voraussichtlich doppelt so viele Kirchenaustritte wie im Rekordjahr 2019

Köln – Die beiden christlichen Kirchen in Köln stehen vor einem Rekord an Kirchenaustritten im Jahr 2021. Bis Jahresende werden in Köln voraussichtlich mehr als 20 000 Kirchenmitglieder beider Konfessionen ihren Austritt erklärt haben, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Das sind doppelt so viele wie im bisherigen Rekordjahr 2019. Die Zahl von mehr als 20 000 Austritten ergibt sich aus der Addition des amtlichen Ergebnisses für die ersten drei Quartale (15 339) mit den 4500 vom Amtsgericht angebotenen und bereits ausgebuchten Terminen von Oktober bis Dezember. Hinzu kommen dann noch die notariell beglaubigten Austrittserklärungen. Diese Zahl dürfte sich nach den Erfahrungen der Vormonate in einer Größenordnung zwischen 400 und 900 bewegen. 2019 waren 10.073 Menschen aus den Kirchen ausgetreten. Das Corona-Jahr 2020 mit einem Rückgang der Zahlen auf 6960 ist wegen des zeitweiligen Lockdowns ein Sonderfall in der Statistik.

Rechtsradikalismus
Polizei stuft NSU-Unterstützer als Gefährder ein

Die beiden verurteilten Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU), Ralf Wohlleben und André Eminger, werden nach Informationen der Wochenzeitung DIE ZEIT von der Polizei als Gefährder geführt. Die Landeskriminalämter (LKA) haben 2021 insgesamt 71 Personen bundesweit als rechtsextreme Gefährder eingestuft. Damit gehören Wohlleben und Eminger zu den gefährlichsten Rechtsextremisten in Deutschland. In die Kategorie „Gefährder“ fallen Akteure, denen die Polizei politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung zutraut, etwa Gewaltdelikte oder Terroranschläge. Eingestufte Personen können observiert werden und erhalten regelmäßig Besuch von Beamten des LKA. „Sie können davon ausgehen, dass Herr Wohlleben derzeit einer der am besten beobachteten Neonazis der Republik ist“, so ein Ermittler des Landeskriminalamts Sachsen-Anhalt zur ZEIT. Ralf Wohlleben lebt in diesem Bundesland. Personen, die mit der Einstufung betraut sind, bestätigen die Recherchen zum Gefährder-Status André Emingers. Gegenüber der ZEIT behaupten André Eminger und seine Ehefrau Susann, sie seien aus der rechten Szene ausgestiegen. Seit mindestens zwei Jahren hätten sie „mit nichts und niemandem mehr zu tun“, so Susann Eminger. Recherchen zeigen jedoch weiter bestehende Verbindungen zum NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben oder der 2021 verurteilten Rechtsterroristin Susanne G. Sie hat gegen das Urteil Revision eingelegt. Auch das Urteil im NSU-Prozess gegen André Eminger ist noch nicht rechtskräftig, am 15. Dezember wird der Bundesgerichtshof seine Entscheidung über die Revision der Bundesanwaltschaft verkünden. Auch gegen Susann Eminger ermittelt die Bundesanwaltschaft derzeit parallel wegen Unterstützung des NSU in einem weiteren Verfahren. Die Entscheidung, ob Anklage gegen sie erhoben wird, fällt laut dem Generalbundesanwalt frühestens Anfang 2022.

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– Kommentar – Der rassistische NSU-Mord an Halit Yozgat

Gestern vor 15 Jahren, am 6. April 2006, wurde Halit Yozgat in seinem Internetcafé in Kassel vom NSU-Killerkommando ermordet. Er wurde 21 Jahre alt. Zur Tatzeit saß ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes, Andreas Temme, im Café. Yozgat war das neunte und letzte Todesopfer der NSU-Mordserie, die in den Jahren 2000 bis 2006 in deutschen Großstädten durch die rechtsextreme Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) verübt wurde.

Der rassistische NSU-Mord an Halit Yozgat

Mitarachi in der Türkei
Flüchtlingskrise: Türkei und Griechenland wollen Zusammenarbeit stärken

Ankara – Der griechische Migrationsminister Notis Mitarachi reiste gestern zu einem Arbeitsbesuch in die Türkei. In der türkischen Hauptstadt wurde er von Innenminister Süleyman Soylu im Ministerium empfangen. Nach einem Gespräch beider Minister wurde die Unterredung auf Kommissionsebene im Koordinationszentrum für Sicherheit und Zusammenarbeit (GAMER) fortgesetzt. Themenschwerpunkte waren Migration, die Terrorismusbekämpfung und Sicherheit. An dem Meinungsaustausch nahmen neben den beiden Ministern der stellvertretende türkische Innenminister İsmail Çataklı, der stellvertretende Befehlshaber der Gendarmerie, Viersternegeneral Ali Çardakçı, der Befehlshaber der Küstenwache, Vizeadmiral Ahmet Kendir, der stellvertretende Polizeipräsident İbrahim Kulular, der stellvertretende Leiter des Migrationsamtes Savaş Ünlü sowie der Leiter der Abteilung für Auslandsbeziehungen, Sezer Işıktaş. Nach den Erörterungen erklärte Migrationsminister Mitarachi:
„Nach den Gesprächen zwischen Ministerpräsident Kiriakos Mitsotakis und Präsident Erdoğan sind wir uns im Rahmen der gemeinsamen EU-Türkei-Deklaration darin einig, dass wir noch mehr Zusammenarbeit benötigen. Griechenland wird unter Wahrung internationalen Rechts seine Verpflichtungen zum Schutz der EU-Grenzen weiterhin erfüllen. Wir werden die Anstrengungen der Türkei innerhalb der EU bezüglich eines möglichen Drucks aus Afghanistan unterstützen. Es liegt an der Türkei bei der Zusammenarbeit mit unserem Land guten Willen zu zeigen.“
Kemal Bölge/Ankara

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