Bundestagswahlen
Bundestagswahl 2021: Wahlbeteiligung bis 14:00 Uhr

Wiesbaden – Bei der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag am Sonntag, dem 26. September 2021, wird der Bundeswahlleiter am Nachmittag den „Zwischenstand zur Wahlbeteiligung bis 14:00 Uhr“ bekannt geben. In der Wahlnacht erfolgt außerdem die Verkündung des vorläufigen amtlichen Wahlergebnisses. „Der Zwischenstand zur Wahlbeteiligung bis 14:00 Uhr wird auf Grundlage der Wahlbeteiligung in ausgewählten Wahllokalen ermittelt und bezieht sich ausschließlich auf die Stimmabgabe vor Ort am Wahlsonntag“, so Bundeswahlleiter Georg Thiel. Das Ergebnis zur Wahlbeteiligung wird voraussichtlich gegen 15:30 Uhr vorliegen und vom Bundeswahlleiter in einer Pressemitteilung veröffentlicht und im Reichstagsgebäude bekannt gegeben. Die abgegebenen Stimmen der Briefwählerinnen und Briefwähler sind hierbei nicht berücksichtigt. Soweit Medien am Wahltag Ergebnisse nach 18:00 Uhr, aber vor Bekanntgabe des vorläufigen amtlichen Wahlergebnisses durch den Bundeswahlleiter, veröffentlichen, handelt es sich um Prognosen und Hochrechnungen durch private Wahlforschungsinstitute. Grundlage für Prognosen um 18 Uhr sind Wählerbefragungen durch die Wahlforschungsinstitute nach der Stimmabgabe. Hochrechnungen basieren auf den Ergebnissen der öffentlichen Stimmenauszählung in Wahlbezirken.

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– Bundestagswahlen – Jürgen Todenhöfer: Die Türkei ist ein wichtiger Partner

Jürgen Todenhöfer im Exklusiv-Interview: „Wir sind eine junge, weibliche und dynamische Partei, die diese Gesellschaft widerspiegelt“ – „Die Türkei ist ein wichtiger Partner und so sollten wir das Land auch behandeln“

Jürgen Todenhöfer: Die Türkei ist ein wichtiger Partner

Bundestagswahlen
DITIB ruft zur aktiven Wahlbeteiligung auf

Bundestagswahl 2021: Demokratie lebt von Beteiligung Köln – Zu der bevorstehenden Bundestagswahl am 26. September ruft die DITIB alle Wahlberechtigten zur aktiven Wahlbeteiligung auf. „Denn Demokratie lebt von der Beteiligung Aller. Dies gilt für die gesellschaftliche Teilhabe genauso wie für die politische Partizipation, um die pluralistische, freiheitlich-demokratische Grundordnung zu stärken“, so die DITIB in einer Mitteilung am Donnerstag. Politische und gesellschaftliche Verantwortung könne man auf verschiedenen Wegen übernehmen. Neben dem ehrenamtlichen Engagement, sei auch die Beteiligung an den Wahlen für die wahlberechtigten Muslime eine Verbindlichkeit, um für gesellschaftliche Probleme Lösungen herbeizuführen.
„Wir rufen daher alle Vorstände unserer Gemeinden auf, ihre Mitglieder zu motivieren, ihre Rechte und Pflichten als wahlberechtigte Bürger wahrzunehmen. Denn nur so wird man verantwortungsbewusster Teil einer Gesellschaft. Auch wenn in den Wahlprogrammen die Bedürfnisse von Muslimen oder auch Migranten kaum Niederschlag finden, sind Themen wie etwa Muslimfeindlichkeit, Übergriffe auf Migranten, Muslime und Moscheen und Chancengleichheit für Migranten und Muslimen auf den Bildungs- und Arbeitsmarkt nach wie vor akut“.
Muslime und Migranten jedoch unter ausschließlich sicherheitsrelevanten Fragen zu diskutieren, schade ihrer eigenen Selbstwahrnehmung, ihrer Fremdwahrnehmung und dem Gemeinwohl. Gerade die diesjährigen Jubiläen von 60 Jahre Anwerbeabkommen und 25 Jahre „Tag der offenen Moschee“ (TOM) zeugten vom positiven gesellschaftlichen Zusammenleben und Zusammenwachsen, so die DITIB weiter. Muslime und Migranten seien längst selbstverständlicher Teil Deutschlands und ihre Wahlberechtigung ein Ausdruck dessen. „So ist die Zukunft Deutschlands auch unsere Zukunft“.

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– Bundestagswahlen – Jürgen Todenhöfer: Die Türkei ist ein wichtiger Partner

Jürgen Todenhöfer im Exklusiv-Interview: „Wir sind eine junge, weibliche und dynamische Partei, die diese Gesellschaft widerspiegelt“ – „Die Türkei ist ein wichtiger Partner und so sollten wir das Land auch behandeln“.

Jürgen Todenhöfer: Die Türkei ist ein wichtiger Partner
   

Bundestagswahlen
Jürgen Todenhöfer: Die Türkei ist ein wichtiger Partner

Fragen an den Spitzenkandidaten der Partei „Team Todenhöfer“ Es ist nicht der erste Wahlkampf von Jürgen Todenhöfer. Der 80-jährige Jurist und Autor bringt politische und parlamentarische Erfahrung mit. Zwischen 1972 bis 1990 war Todenhöfer Abgeordneter der CDU im Bundestag. 2020 kehrte er der Partei nach einem halben Jahrhundert Mitgliedschaft den Rücken. Mit seiner neuen Partei „Team Todenhöfer“ tritt er zur Bundestagswahl an. Wir haben mit ihm gesprochen. Sehr geehrter Herr Todenhöfer, wie bewerten Sie den bisherigen Verlauf des Wahlkampfs in Deutschland? Der Wahlkampf bestätigt uns eigentlich täglich in dem, was wir bereits zum Zeitpunkt unserer Parteigründung gesagt haben: Diese Regierung muss weg. Damit meinen wir wirklich alle, die zur katastrohpalen Situation unseres Landes in den letzten Jahren beigetragen haben. Die Kanzlerkandidaten sind drittklassig. Das beweisen sie immer wieder in den Triellen. Davon abgesehen wird in den Triellen der Fokus auf drei Parteien gelegt, die, wenn man es genau nimmt, nicht mal die Hälfte der Bevölkerung hinter sich haben. Das ist ein verzerrtes Bild, das den Wählerinnen und Wählern aufgezeigt wird. Vor allem bei diesem Wahlkampf wäre es fair und richtig gewesen, auch andere Parteien einzubeziehen. Wie läuft der Wahlkampf für die Gerechtigkeitspartei? Was haben Sie in den letzten Wochen und Monaten für unvergessliche Eindrücke erlebt? Wir haben immer wieder Erfolge gefeiert: zuerst die Gründung der Partei, dann die Anerkennung als Partei und letztendlich die Zulassung zur Bundestagswahl 2021 in 15 von 16 Bundesländern. Unser Wahlkampf motiviert uns ungemein. Besonders geprägt hat mich mein Besuch in Hanau, der am emotionalsten war. Wir müssen viel konsequenter gegen diesen Hass vorgehen, bevor es zu spät ist. Dafür werden wir uns auch weiterhin einsetzen. Wir kriegen enorm viel Zuspruch von den Wählerinnen und Wählern. Nicht nur auf unseren Kundgebungen, die im Rahmen unserer Wahlkampftour seit April dieses Jahres stattfinden. Auch auf der Straße, beim Straßenwahlkampf und beim Anbringen unserer Wahlkampfplakate, bekommen wir viel Zuspruch für unsere Partei und für das, wofür diese Partei steht. Unsere Wahlkampfkundgebungen, für die wir in mehrere Städte Deutschlands gefahren sind, haben immer wieder mehrere hundert Bürger*innen angezogen – mehr als bei den Kundgebungen der Grünen und Co. Der Wahlkampf zeigt aber auch, wie schwierig es neuen/kleineren Parteien gemacht wird. Die Presse beachtet uns kaum und auf Facebook und Co. wird die Reichweite unserer Beiträge immer wieder eingeschränkt, so dass bestimmte Beiträge nur wenigen angezeigt werden.
Todenhöfer bei einer Wahlkampfveranstaltung in Frankfurt am Main am 12.Juni 2021 (Foto: Sandra Feige)
Ihren Wahlkampfschwerpunkt haben Sie auf Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gelegt. Marginalisieren Sie Ihre Partei damit nicht? Unseren Schwerpunkt haben wir auf diese beiden Bundesländer gelegt, weil dort zum einen die meisten unserer Mitglieder herkommen und diese – wie auch Bayern – die bevölkerungsreichsten Bundesländer sind. Das heißt aber nicht, dass wir andere Bundesländer und Regionen vernachlässigt haben. Während unserer Wahlkampftour waren wir in ganz Deutschland unterwegs. Berlin, München, Frankfurt, Dresden, Hannover, Hamburg, Bremen, Schwerin und andere Städte haben wir ebenfalls besucht und es waren jedes Mal unglaubliche Erfahrungen. Wir sind bundesweit sehr gut aufgestellt, haben in allen Bundesländern Landesverbände gründen können und sind in 15 von 16 Bundesländern mit einer Landesliste vertreten. Auf Ihrer Internetseite weisen Sie auf eine demoskopische Untersuchung hin: Eine repräsentative INSA-Umfrage mit 10.000 Wahlberechtigten habe kürzlich ergeben, dass neun Prozent der Befragten sich vorstellen können, die Gerechtigkeitspartei bei der Bundestagswahl mit der Zweitstimme zu wählen – obwohl lediglich 30% der Befragten die Partei zum Zeitpunkt der Befragung überhaupt kannten. Wieviel Prozent trauen Sie Ihrer Partei am Abend des 26. September objektiv und realistisch zu? Diese Umfrage hat vor dem Beginn unserer Plakataktionen stattgefunden. Um zu überprüfen, wie sich unsere Plakate auf die Bekanntheitswerte unserer Partei auswirken, haben wir eine weitere Umfrage im September in Auftrag gegeben. Zwar mit weniger Befragten, aber das Ergebnis ist dennoch bemerkenswert. Kannten uns zu unserer ersten Umfrage lediglich 30%, waren es bei der zweiten Umfrage bereits 42%. 12% der befragten Wahlberechtigten konnten sich grundsätzlich vorstellen, unsere Partei zu wählen. Schaut man sich die aktuellen Prognosen an, liegen die nicht-etablierten Parteien zwischen 8 und 11 Prozent. Das sieht also alles sehr vielversprechend aus. Viele Menschen sehen zwischen den „Parteien der Mitte“ kaum noch Unterschiede. Können Sie bitte kurz auf die Hauptunterschiede zwischen der Partei „Team Todenhöfer – Die Gerechtigkeitspartei“ und den etablierten Parteien hinweisen? Der Hauptunterschied ist erstmal der, dass wir als nicht-etablierte Partei noch wissen, was die Menschen in diesem Land wirklich beschäftigt und wo die wirklichen Probleme liegen. Der überwiegende Teil unserer Landeslistenkandidat*innen ist jung und weiblich. Diese Menschen wollen wir im Bundestag sehen. Die etablierten Parteien wissen schon lange nicht mehr, was die Menschen da draußen wirklich bewegt und wo sie sich Veränderungen wünschen. Die Politikerinnen und Politiker sitzen meist seit vielen Jahren im Bundestag und wissen nicht mehr was es heißt, einem normalen Beruf nachzugehen und welche Schwierigkeiten und Herausforderungen damit verbunden sind. Es geht ihnen vielmehr darum, ihre eigene Karriere in Schwung zu halten, als dass sie für das Volk da sind. Genau das wollen wir verändern. Indem wir dieses Problem an der Wurzel anpacken und uns dafür einsetzen, dass Politiker*innen nur noch zwei Legislaturperioden in ihrem Amt bleiben dürfen. Wieso sollten die Menschen Jürgen Todenhöfer und sein Team wählen? Weil wir konsequent gegen Krieg sind. Wir dürfen bei diesem Irrsinn nicht mehr mitmachen. Die Anti-Terror-Kriege des Westens sind alle gescheitert. Weil wir alle gesehen haben, dass es mit den etablierten Parteien nichts wird. Sie haben uns gezeigt, wie sie mit Krisen umgehen können. Nämlich gar nicht. Wenn uns Corona eins gelehrt hat, dann doch, dass diese Regierung endlich ersetzt werden muss. Durch eine junge, weibliche, dynamische Partei, die diese Gesellschaft genauso widerspiegelt, wie sie ist: nämlich bunt. Die Mitglieder unserer Partei sind überdurchschnittlich motiviert. Sie wollen dieses Land voranbringen. Sie wollen anpacken. Das brauchen wir jetzt. Wir können uns nicht zurücklehnen und hoffen, dass die etablierten Parteien das schon für uns regeln. Sie hatten genug Zeit dafür. Der Wechsel muss jetzt stattfinden. Für den Klimawandel, aber auch für all die Bewältigung der Probleme, die durch die katastrophale Corona-Politik dieser Bundesregierung entstanden sind und uns noch erwarten. Unser Parteiprogramm bietet richtige Lösungen für die wirklichen Probleme dieses Landes. Bspw. beim Thema Klimawandel. Der Schwerpunkt der Grünen und ihr Lösungsansatz hierfür ist eine Marketinglüge: Das Elektroauto. Wer kann sich ein Elektroauto leisten? 90% der Weltbevölkerung jedenfalls nicht. Wir bauen auf grünen Wasserstoff als klimaneutralen Treibstoff. Auf das Thema Rassismus haben wir einen Schwerpunkt gelegt. Wir wollen jede Art von Rassismus, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus härter bekämpfen. Wir müssen das als Gesellschaft ernst nehmen und alles dafür tun, dass so etwas wie Hanau oder Halle nicht noch einmal passiert.
(Foto: Sandra Feige)
Erstmals könnte in der Geschichte der Bundesrepublik eine Koalition aus drei Parteien die Regierung bilden. Falls Sie die Fünf-Prozent-Hürde überqueren sollten, haben Sie dann eine Priorität, mit wem Sie gerne mitregieren würden? Mit welchen Parteien besitzen Sie derzeit die größten Schnittmengen? Wir sind anders als die anderen Parteien. Wir habe viele Alleinstellungsmerkmale. Wir wollen den anderen Politikertyp der anderen Parteien abschaffen. Es gibt für uns einige Themen, die nicht verhandelbar sind. Deutsche Kriegseinsätze, die nicht unserer Verteidigung dienen beispielsweise. Mit rassistischen Parteien würden wir niemals zusammenarbeiten. Weder mit der AfD, noch mit der NPD oder anderen rechten Parteien. Wie sehen Sie die Zukunft der Europäischen Union? Gibt es eine Notwendigkeit für Reformen in der EU-Politik? Falls ja, welche? Kann die EU noch weitere Mitgliedsstaaten verkraften oder überdehnt sie sich damit etwa? Wir treten für ein starkes Europa als Region stabilen Friedens ein. Wir stehen zu 100 Prozent hinter Europa. Wir sagen aber auch, dass Deutschland eine führende Rolle in Europa spielen sollte – auch als Vermittler. Der wachsende Populismus und Nationalismus bereitet uns als Gesellschaft seit Jahrzehnten Sorgen. Auch auf europäischer Ebene gab es in den letzten Jahren immer mehr Regierungen mit einer rechtspopulistischen Regierungsbeteiligung. Wie ernst ist die Gefahr, dass sich diese Bewegungen in Europa durchsetzen? Was kann man dagegen tun? Parteien wie unsere wählen! Parteien, die sich konsequent gegen Fremdenhass und die Spaltung unserer Gesellschaft stellen. Die Gefahr ist real. Weil die etablierten Parteien vielerorts schon so lange versagt haben und die Menschen sich von ihnen nicht repräsentiert fühlen. Ist die AfD in Ihren Augen eine extremistische Gruppierung, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden sollte oder ist sie eher eine bürgerlich-konservative Partei, wie manche „Politiker der Mitte“ und Medien stets behaupten? Die AfD ist ganz klar verfassungswidrig und sollte deshalb auch verboten werden. Aufgrund unserer Geschichte sollten wir menschenverachtenden Aussagen nicht auch noch eine Bühne im Bundestag bieten. Wenn wir es in den Bundestag schaffen, werden wir uns für ein Verbot dieser menschenverachtenden Partei einsetzen. Sowohl Angela Merkel aber auch Horst Seehofer hatten Multikulturalismus für „gescheitert“ und „tot“ erklärt. Schließen Sie sich dieser Meinung an? Falls ja, warum? Falls nein, warum nicht? Multikulti ist Realität und es liegt an uns, etwas daraus zu machen. Integration ist keine Einbahnstraße und wir können alle voreinander lernen. Deutschland ist bunt und darauf sollten wir stolz sein. Wie sieht Ihre zukünftige Türkei-Politik aus? Sind Korrekturen im Vergleich zu Angela Merkel zu erwarten oder werden Sie die pragmatische Politik der Bundeskanzlerin fortführen? Wir sollten mit der Dauerkonfrontation, die diese Regierung gepflegt hat, aufhören. Die Türkei ist ein wichtiger Partner und so sollten wir das Land auch behandeln. Wir sind für eine strategische Partnerschaft mit der Türkei. Welche Fehler haben die NATO und Deutschland in Afghanistan gemacht und welche Lösungsvorschläge haben Sie für die Situation dort? Der Afghanistan-Krieg war von Anfang an falsch. Ich habe schon vor dem Krieg vor den Konsequenzen gewarnt. Die NATO hat dort alles falsch gemacht, weil die das Land, die Kultur und die Menschen nicht kannte und ihnen gegenüber ignorant war. Afghanistan kann man nicht besetzen und besiegen. Die Verhandlungen mit den Taliban hätte man auch von Anfang an führen können. Stattdessen wurden fast zwei Jahrzehnte Krieg geführt und über die wahren Ergebnisse gelogen. Wem es wirklich um Menschenrechte geht, der muss auch jetzt – besonders jetzt – mit den Taliban verhandeln. Leider verstehen das die meisten Politiker immer noch nicht. Sie sagen also, dass man die Taliban als Gesprächspartner akzeptieren sollte? Wir ziehen Diplomatie immer dem Krieg vor. Das Krieg eigentlich nie eine Lösung ist, hat uns doch Afghanistan ganz deutlich vor Augen geführt. Wir müssen anfangen, auf zähe Diplomatie zu setzen. Ja, das ist oft anstrengender, als einfach ein Land einzunehmen. Aber es lohnt sich am Ende. Das heißt auch, dass man sich nicht aussuchen kann, mit wem man reden will. Reden müssen wir doch gerade mit unseren Feinden und nicht nur mit unseren Freunden. Deshalb sagen wir, dass wir Gesprächen mit der Taliban eine Chance geben sollten. Wie sieht Ihr Lösungsvorschlag für die verfahrene Situation in Israel und Palästina aus? Gibt es überhaupt eine Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden dort? Ich glaube, der wichtigste Schritt in Richtung Frieden ist erstmal der, die Palästinenser nicht wie Menschen zweiter Klasse zu behandeln und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich frei entfalten zu können. In Gaza fehlt es an allem. Auch hier ist Diplomatie ausschlaggebend. Anders werden wir dort nichts erreichen. Es muss Eingeständnisse von beiden Seiten geben. Wir glauben an einen Frieden, allerdings müssen hierfür erstmal die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Vielen Dank für das Gespräch! Das Interview führte Yasin Baş  

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Die erst im November vergangenen Jahres gegründete Partei des ehemaligen CDU-Abgeordneten Jürgen Todenhöfer erreicht bei repräsentativen Umfragen bereits fast neun Prozent. Todenhöfer saß schon von 1972 bis 1990 für die CDU im Deutschen Bundestag.

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Bundestagswahlen
Wahlaufruf der Union Internationaler Demokraten (UID) zur Bundestagswahl 2021

Die Union Internationaler Demokraten (UID) hat bei einer Pressekonferenz in Köln alle Bürger:innen dazu aufgerufen, an den Bundestagswahlen teilzunehmen und ihre Stimme für eine vielfältige, solidarische und faire Gesellschaft abzugeben. „Demokratische Wahlen sind eine eindeutige Gelegenheit, Politik aktiv mitzugestalten“, sagte Köksal Kuş, Vorsitzender der UID. Reiserückkehrer 45 Tage lang über die Bundestagswahlen informiert Aus diesem Grund ist die UID bereits seit mehreren Monaten mit vielerlei Handlungen und Aktionen dabei, Wähler:innen für die Bundestagswahlen zu mobilisieren. So hat der international tätige Verband mit mehreren Vorstandsmitgliedern und engagierten ehrenamtlichen Helfer:innen 45 Tage lang am Grenzüberganz Kapıkule zwischen der Türkei und Bulgarien einen Infopunkt zur Bundestagswahl eingerichtet, um die Reiserückkehrer über die bevorstehenden Wahlen zu informieren und sie dazu angehalten, von ihrem Recht zur Stimmabgabe Gebrauch zu machen. 200.000 Broschüren verteilt Neben dem Grenzübergang Kapıkule hat der Verband auch in zahlreichen deutschen Städten über 200.000 Infobroschüren und Flyer zur Bundestagswahl verteilt. Überdies sind Vertreter der Organisation auf der einen Seite mit türkeistämmigen, wahlberechtigten Menschen und auf der anderen Seite mit Funktionären der politischen Parteien zusammengekommen und haben sich ausgetauscht. Stimmen von Bürgerinnen und Bürger eingefangen „Bei den entstandenen Gesprächen mit den Bürger:innen konnten wir auch ein bemerkenswertes Stimmungsbild der Menschen feststellen: Viele Menschen berichteten über fehlende Teilhabechancen und bemängelten die mangelnde politische Repräsentanz“, sagt Ragıp Çoraklı, Leiter der Abteilung für Forschung und Entwicklung der UID. Individuell zum Ausdruck gebracht seien bei den Begegnungen eine Zunahme der Islam- und Türkenfeindlichkeit. Ein weiterer signifikanter Einwand vieler Bürger:innen sei die Stigmatisierung von kopftuchtragenden Personen gewesen, so Çoraklı. Aufrufe und Aktionen über Presse und Social-Media-Kanäle Zudem hat die UID über ihre offiziellen Social-Media-Plattformen, über Zeitungsanzeigen, Pressemeldungen, Interviews und Zusammenkünfte mit Pressevertreter:innen dazu aufgerufen, sowohl an den Bundestagswahlen teilzunehmen als auch von dem Briefwahlrecht Gebrauch zu machen. Eine Wahlempfehlung für eine bestimmte Partei gab der Verband nicht ab. Aktive Partizipation wichtig für die Integration UID-Vorsitzender Köksal Kuş erklärte, dass der Verband eine aktive politische Partizipation als überaus bedeutend für die Integration erachtet. „Eine engagierte Teilhabe und Teilnahme ist das A und O, sowohl in der Politik als auch im gesellschaftlichen Zusammenleben“, so der 59-Jährige. Teilnahme an Wahlen bedeutende Aufgabe „Wir möchten die in Deutschland lebenden stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger dazu ermutigen, an den Wahlen teilzunehmen und sich ihrer demokratischen Verantwortung bewusst zu sein.” Die Teilnahme an Wahlen und damit die Mitgestaltung der Demokratie sei ein wichtiges Recht sowie eine bedeutende Aufgabe, so Kuş weiter. Die UID, vormals UETD (Union Europäisch-Türkischer Demokraten), wurde im Jahre 2004 in Köln gegründet. In der 6. ordentlichen Generalversammlung am 20. Mai 2018 in Bosnien und Herzegowina wurde der Name in UID – Union Internationaler Demokraten umbenannt. Seitdem hat sich der internationale Verband zu einer Weltorganisation mit über 253 Niederlassungen in 17 Ländern entwickelt.

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Gastbeitrag
Kommentar: Was unterscheidet Nemi El-Hassan von Hozan Canê?

Blockleitermentalität
Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Wenn sich politische Rechtsradikale, völkische Kurden und Werteverteidiger zum Bollwerk gegen den Antisemitismus erklären und sich zu Verteidigern des Staates Israel aufspielen, droht eine Übernahme der Deutungshoheit über das, was Antisemitismus oder Terrorismus ist. Diese Blockwartmentalität in Deutschland nimmt derzeit groteske Formen an. Es offenbart sich deutlich an zwei aktuellen Fallbeispielen: die Hetzkampagne gegen El-Hassan versus Solidaritätswelle gegenüber Hozan Cane und Dilan Gönül Örs. Einige sind eben gleicher. Und die, die ihre „Werte“ wie eine Monstranz vor sich her tragen, enttäuschen da besonders. Noch ist die Journalistin und Ärztin Nemi El-Hassan vom Antisemitismusvorwurf und Terrorverherrlichung nicht befreit, weshalb sie vorerst nicht die WDR-Wissenschaftssendung Quarks moderieren darf. Dafür dürfen sich Hozan Canê und Gönül Örs der Solidarität der Oberbürgermeisterin von Köln Henriette Reker sicher sein und sich mit ihr auch öffentlich treffen.
Was unterscheidet denn nun beide Fälle voneinander? Die Deutsch-Palästinenserin Nemi El-Hassan hatte vor sieben Jahren an der Al-Quds-Demonstration in Berlin teilgenommen. Sie hatte ihre Solidarität mit Palästina während des Gazakrieges bekundet. Ausgerichtet wurde diese Demonstration von einem der iranischen Hisbollah nahestehenden Verein. Auf der Al-Quds-Demonstration riefen Teilnehmer unter anderem antisemitische Parolen. Sieben Jahre später tauchte ein Bild von El-Hassan auf. El-Hassan distanzierte sich vergangene Woche von der Teilnahme an der Demonstration vor sieben Jahren und bekräftigte, diese seither nie mehr aufgesucht zu haben. Damals sei sie noch „unreflektiert““ und „uninformiert“ gewesen. Abgeklungen ist die teils hysterische Blockwartmentalität nicht. Sogar deutsch-muslimische Kritiker halten El-Hassan vor, nicht ehrlich zu sein und fordern daher eine unmissverständliche Läuterung; wohl mit der Absicht, das Thema weiterhin hochzukochen, damit die Hoffnung darauf, im öffentlich-rechtlichen TV je auftreten zu können, gänzlich zu Grabe getragen werden kann. Hozan Canê hatte sich vor 2014 mehrmals mit dem völkisch-kurdischen PKK-Spitzenfunktionär Murat Karayilan getroffen. Kurz vor der Präsidentschaftswahl in der Türkei 2018 wurde Canê in Edirne verhaftet, wo sie eine Wahlkampfveranstaltung der völkisch-kurdischen Partei HDP unterstützen wollte. Die Anklage gegen Canê wurde damit begründet, dass die kurdische Sängerin unter anderem mit ihren Einträgen auf Facebook sowie im realen Leben Terrorpropaganda betrieben habe. Die Tochter von Hozan Canê, Gönül Dilan Örs, reiste im April 2019 aus Köln nach Istanbul, um sich mit der Mutter zu treffen. Auch Dilan Örs wurde verhaftet. Grund hierfür war, dass Örs sich im Jahr 2012 in Köln an einer Aktion eines PKK-nahen Vereins beteiligt hatte. Nachdem ein Gericht sie aus der U-Haft entlassen hatte, wurde ein Ausreiseverbot verhängt. Weil Dilan Örs versuchte, die Grenze zu überqueren, wurde sie im Dezember 2020 zu Hausarrest verurteilt. Dilan Örs durfte die Türkei jedoch im Juni 2021 verlassen. Die Mutter Canê wurde im September 2020 aus der Haft entlassen, sie darf aber bis zur Fortsetzung ihres Prozesses die Türkei nicht verlassen. In einer ersten Reaktion zeigte sich u.a. Ali Ertan Toprak, Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland, über die Verurteilung der Sängerin Hozan Canê erschüttert. Gönül Dilan Örs wurde nach ihrer Rückkehr in Köln von Sympathisanten geradezu frenetisch begrüßt. Die Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, empfing Dilan Örs, hatte sich aber schon zuvor mit der Tochter und der Mutter solidarisch gezeigt. Noch heute darf Dilan Örs sich in öffentlich-rechtlichen Rundfunk zur Verhaftung ausgiebig äußern, wird im Mainstream sehr oft unkritisch wiedergegeben. Von einer Distanzierung, ob von der Aktion in Köln im Jahre 2012, geschweige denn von der völkisch-kurdischen Terrororganisation PKK, kann keine Rede sein. Die PKK wird derzeit mit dem Vorwurf konfrontiert, im Nordosten Syriens aramäische, chaldäische oder assyrische Geistliche, Kirchvertreter und organisatorische Vertreter zu entführen, die sich der völkisch-kurdischen Hegemonie der PKK nicht beugen wollen. Die christliche Minderheit hat kürzlich in einem eindringlichen Appell von einer zunehmenden Unterdrückung und vor dem christlichen Exodus aus Nordsyrien gewarnt. Bis heute haben sich weder Hozan Canê, noch Gönül Dilan Örs hierzu geäußert oder die Taten der völkisch-kurdischen hegemonialen Willkürherrschaft der PKK verurteilt.
(Screenshot/Assyria TV)
Stattdessen erklärte die selbsternannte „Menschenrechtlerin“ Dilan Örs, es sei ein „gewaltiger Unterschied, ob wir uns gegen die Benachteiligung von Kurden in der Türkei wenden – oder Terroristen sind. Meine Mutter singt, ich demonstriere. Das sind keine Verbrechen.“ Gönül Örs betonte auch, dass Menschen wie sie nicht kriminalisiert werden sollten. Dabei kriminalisiert sie selbst „Integrationswillige“, die nicht die völkisch-kurdische hegemoniale Macht in Nordsyrien anerkennen oder deren Verbrechen zur Aussprache bringen. Der Unterschied zwischen Nemi El-Hassan und Hozan Canê oder Gönül Dilan Örs ist, dass die letztgenannten sich nicht nur aktiv an Demonstrationen beteiligten, sondern sich für eine Terrororganisation selbst aktiv interessierten und an deren Verherrlichung auch aktiv arbeiteten. Man distanzierte sich wie Nemi El-Hasan nicht von einer Terrororganisation (in dem Fall Hisbollah), um dem Vorwurf des Judenhasses und des Antisemitismus auszuweichen. Der weitere Unterschied zwischen Nemi El-Hassan und Hozan Canê oder Gönül Dilan Örs besteht darin, dass Canê sich mit Spitzenfunktionären einer Terrororganisation getroffen hat, mehrmals. Dilan Örs beteiligte sich aktiv an Aktionen eines PKK-nahen Vereins, das auch dem deutschen LKA bzw. BKA mehrmals strafrechtlich auffiel. El-Hassan kam jedoch nicht in Berührung mit irgend einem Funktionär einer Terrororganisation oder unterstützte diese aktiv, wurde aber dennoch u.a. von Ali Ertan Toprak (CDU) trotz ihrer Beteuerungen scharf angegangen. Wenn man sich aber trotz alledem in diesem völkisch-kurdischen Umfeld der Terroroganisation PKK und deren Ableger SDF, YPG bzw. PYD bewegt, die Terror als legitimen Kampf gegen jeden betrachten, das Existenzrecht der Türkei, Syrien oder Irans streitig machen, die Minderheiten verfolgen oder unterdrücken, die nicht ihre Interessen teilen, dann darf man sich nicht wundern, in einem Rechtsstaat Rechenschaft abzulegen. Terrorismus ist kein Kavaliersdelikt! Sympathiebekundungen zu Akteuren, die Terrorismus verherrlichen, indirekt unterstützen oder die aktiv an Terror beteiligt sind, sind zu verurteilen, ausnahmslos. Sonst steht der Vorwurf im Raum, heuchlerisch zu agieren, als Blockwart tätig zu sein, unabhängig davon, ob man insbesondere in Deutschland eine Verantwortung gegenüber Juden hat oder nicht.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Mittelmeer
Türkisches Kriegsschiff stoppt griechisches Forschungsschiff vor türkischem Seegebiet

Istanbul – Im östlichen Mittelmeer ist nach Medienberichten ein unter maltesischer Flagge fahrendes griechisches Forschungsschiff daran gehindert worden, in das von der Türkei beanspruchte Seegebiet des Kontinentalsockels einzudringen. Griechenland hatte am 16. September für das Forschungsschiff „Nautical Geo“ vom 16.-22. September 2021 ein NAVTEX veröffentlicht. Die türkische Fregatte „Oruçreis“ soll das Forschungsschiff daran gehindert haben in das von der Türkei beanspruchte Seegebiet des Kontinentalsockels einzudringen und es per Funk aufgefordert haben das Seegebiet zu verlassen. Ansage des türkischen Kriegsschiffs: „Sie dürfen in das Seegebiet des türkischen Kontinentalsockels nicht reinfahren“ Das türkische Kriegsschiff soll über Funk der Besatzung des Forschungsschiffes „Sie dürfen in das Seegebiet des türkischen Kontinentalsockels nicht reinfahren. Falls es betreten werden sollte, werden wir intervenieren“, mitgeteilt haben. Daraufhin habe das Forschungsschiff das Seegebiet verlassen. Im November 2019 unterzeichnete die Türkei mit der international anerkannten Regierung in Tripolis unter anderem ein Seegrenzabkommen im Mittelmeer. Mit diesem Vertrag besitzt die Türkei eine gemeinsame Seegrenze mit Libyen. Nach der Mitteilung der Warnnachricht durch Griechenland hatte die Türkei unter Berufung auf das Seerechtsabkommen mit Libyen selbst ein NAVTEX veröffentlicht, weil das griechische NAVTEX türkische Seegebiete des Kontinentalsockels umfasst habe. Beim Begriff NAVTEX handelt es sich um einen internationalen Dienst zur Verbreitung nautischer und meteorologischer Warnnachrichten. Auf der ganzen Welt werden diese auf gleicher Frequenz zu unterschiedlichen Sendezeiten veröffentlicht. Kemal Bölge/Istanbul  

Nordsyrien
Qamischli: Christliche Assyrer beklagen Gewalt durch PKK-Ableger

Qamischli – Offiziellen Quellen zufolge eskaliert die Gewalt gegenüber der assyrischen Minderheit in Nordsyrien. Mehrere Entführungen von Notablen der christlich-assyrischen Minderheit legen den Verdacht nahe, dass die völkisch-kurdischen „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) die christliche Minderheit zwingen wollen, sich ihrer Ordnung zu beugen. Laut jüngsten Berichten der „Assyria TV“ mit Sitz in Schweden, wurde Anfang der Woche der assyrische Kirchenvertreter Samer Danho von Milizen der SDF entführt. Es ist bereits der dritte Entführungsfall innerhalb von wenigen Wochen. Zuvor berichtete die „Assyria TV“ von der Entführung des Mitgliedes des Rates der syrisch-orthodoxen Kirche in Zalin, Georges Safar und Abdulahad Adam, Leiter der landwirtschaftlichen Betriebe in al-Malikiya.
(Screenshot/Assyria TV)
Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die Notablen von der SDF und der ihr angeschlossenen „Dawronoye“ entführt, weil sie sich dem von der SDF vorgegebenem kurdischen Lehrplan in Schulen verweigert hätten oder Kritik aufkommen ließen. Der kurdische Lehrplan ist seit längeren einer der Hauptgründe, weshalb die assyrische Minderheit in Qamischli sich nicht der de facto autonomen Administration von Nord- und Ostsyrien (Rojava) anschließen will und seither mit Repression belegt wird. Nach den jüngsten Entführungen von Persönlichkeiten wächst die Sorge um deren Leib und Leben. Nur wenige Jahre zuvor hatte die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zahlreiche Notablen und Zivilisten der assyrischen Minderheit entführt und unter Druck gesetzt. Die „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF), die sich hauptsächlich aus der völkisch-kurdischen YPG heraus formiert hat, gilt als Ableger der Terrororganisation PKK. Nabi Yücel

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Wirtschaft
OECD-Prognose: Türkei mit weltweit zweithöchstem Wachstum

Paris – Während zahlreiche Medienvertreter hierzulande regelmäßig über einen „wirtschaftlichen Untergang“ der Türkei berichten und diesen herbeizuwünschen scheinen, sieht die Industrieländerorganisation OECD das Land beim Wirtschaftswachstum in diesem Jahr an weltweit zweiter Stelle. Die OECD hat ihre Wachstumsprogrnose für 2021 korrigiert, wobei China die Liste mit 8,5 Prozent anführt, dicht gefolgt von der Türkei mit 8,4 Prozent und an dritter Stelle befindet sich das südamerikanische Land Argentinien mit 7,6 Prozent.
(Screenshot/OECD)
Die Weltwirtschaft wachse weitaus stärker als noch vor einem Jahr erwartet, aber die Erholung bleibe ungleichmäßig und setze sowohl die fortgeschrittenen als auch die aufstrebenden Märkte einer Reihe von Risiken aus, so der jüngste Interim Economic Outlook der OECD. Laut OECD hat die außerordentliche Unterstützung durch Regierungen und Zentralbanken dazu beigetragen, das Schlimmste zu verhindern, als die COVID-19-Pandemie ausbrach. Angesichts der fortschreitenden Einführung des Impfstoffs und der allmählichen Wiederaufnahme der Wirtschaftstätigkeit rechnet die OECD mit einem starken globalen Wachstum von 5,7 Prozent in diesem Jahr und 4,5 Prozent im Jahr 2022, was kaum eine Veränderung gegenüber dem Ausblick vom Mai 2021 darstellt, der von 5,8 Prozent bzw. 4,4 Prozent ausging.
Die Länder gehen mit unterschiedlichen Herausforderungen aus der Krise hervor, die oft ihre Stärken und Schwächen aus der Zeit vor der COVID 19 und ihre politischen Ansätze während der Pandemie widerspiegeln. Selbst in den Ländern, in denen sich die Produktion oder die Beschäftigung auf das Niveau vor der Pandemie erholt haben, ist die Erholung unvollständig, da Arbeitsplätze und Einkommen immer noch nicht das vor der Pandemie erwartete Niveau erreicht haben.

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BMC, der türkische Hersteller für Panzerfahrzeuge, bereitet seinen neuesten Mannschaftstransporter Altuğ 8×8 für den Einsatz bei den Streitkräften des Landes.

Türkei: Panzerfahrzeug Altuğ mit 8×8-Allradantrieb bald einsatzbereit

USA
New York: Islam-Gelehrter nennt Erdogan „Anführer aller Muslime“

New York – Bei seiner Rede anlässlich der Einweihung des „Türkischen Hauses“ (Türkevi) in New York bezeichnete ein prominenter US-amerikanischer Imam Präsident Recep Tayyip Erdogan als „Anführer aller Muslime“. „Sie führen einen Staat mit 83 Millionen Menschen an und das alleine ist eine großartige Leistung, ich denke aber, dass Sie der Anführer aller Muslime sind“, so Siraj Wahhaj, Gründer und Imam an der Al-Taqwa-Moschee in Brooklyn und Chef der Organisation Muslim Alliance in North America, bei der Konferenz „Eine gerechtere Welt ist möglich“ im Türkevi am gestrigen Sonntag. Der 71-jährige Imam wuchs im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn auf und konvertierte bereits in den 1970ern vom Christentum (Baptisten) zum Islam. Einweihung des Türkevi Erdogan hat bei seinem Besuch in New York am Montag das von der Türkei finanzierte Hochhauszentrum „Turkevi Center“ eingeweiht. Erdogan bezeichnete das Gebäude als „Meisterwerk“. Neben UN-Chef Antonio Guterres empfing der türkische Staatschef in dem Gebäude auch Vertreter zahlreicher Länder und eine Delegation der US Tageszeitung New York Times.
New York: Erdogan weiht türkisches Hochhaus „Türkevi“ ein
 

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New York: Erdogan weiht türkisches Hochhaus „Türkevi“ ein

New York – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat bei seinem Besuch in New York am Montag das von der Türkei finanzierte Hochhauszentrum „Turkevi Center“ eingeweiht. Erdogan bezeichnete das Gebäude als „Meisterwerk“. In seiner Rede sagte Erdogan, dass das Turkevi-Zentrum im Vorfeld des 100-jährigen Bestehens der türkischen Republik im Jahr 2023 den Platz der Türkei auf der Weltbühne widerspiegeln werde. „Wir sind stolz“ auf das neue Zentrum, sagte der Präsident „Wir sind stolz auf das neue Zentrum, weil wir unserer Nation und unserem Staat ein dauerhaftes Kunstwerk geschenkt haben. Wir sind stolz darauf, dass wir die Silhouette New Yorks um ein herausragendes Beispiel unserer historischen und traditionellen Architektur bereichern“, sagte Erdogan. „Ich möchte Ihnen allen meinen besonderen Dank dafür aussprechen, dass Sie an diesem historischen Tag bei uns waren“, fügte er hinzu. Das Turkevi Center sei ein Symbol für das Vertrauen der Türkei in die Vereinten Nationen und für Multilateralismus, Gerechtigkeit und Frieden. Das Gebäude werde noch jahrzehntelang als dauerhaftes Symbol für den diplomatischen Erfolg der Türkei dienen. Unter den hochrangigen Gästen, die der Einweihung in der First Avenue 821 in Manhattan – nur einen Steinwurf vom UN-Hauptquartier entfernt – beiwohnten, war auch der UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Weitere Gäste waren der Präsident der Türkischen Republik Nordzypern (TRNC), Ersin Tatar, die kosovarische Präsidentin Vjosa Osmani-Sadriu und der litauische Präsident Gitanas Nauseda sowie Vertreter weiterer Länder, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Guterres nannte es eine „große Freude“, an der Einweihung des neuen Türkei-Zentrums teilzunehmen, und lobte die unübertroffene Leistung der Türkei bei der Aufnahme und Unterstützung von Flüchtlingen. „Ich bin persönlich mit der enormen Großzügigkeit der Türkei und der türkischen Aufnahmegemeinschaften gegenüber Flüchtlingen vertraut“, sagte Guterres und fügte hinzu: „Ich spreche Ihnen meine aufrichtige Anerkennung für Ihre Unterstützung für schutzbedürftige Menschen aus.“
UN-Chef Antonio Guterres )l) bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Turkevi. (Foto: tccb)
Der 171 Meter hohe Wolkenkratzer ist das Wahrzeichen der Türkei und beherbergt die ständige UN-Vertretung sowie das türkische Generalkonsulat. Das Gebäude mit traditionellen türkischen Architekturmotiven, insbesondere aus dem Seldschukenreich sowie Osmanischen Reich, ragt in Form einer Tulpe in den Himmel und ist von Downtown Manhattan, dem East River und sogar von Long Island aus zu sehen. Er wurde als symbolischer Wolkenkratzer entworfen, der die Skyline von New York, einer der weltweit bekanntesten Städte, bereichern und die türkische Kultur, Geschichte und Vielfalt widerspiegeln wird. Die geschwungenen Kurven und geometrischen Halbmondmuster des Turkevi Centers wurden von Perkins Eastman entworfen. Das Gebäude ist eine moderne architektonische Interpretation „islamischer Themen und türkischer Kunst und Kultur“. Die Ingenieure und Fertigungsspezialisten von United Glass Metal Yapi bauten die ikonische Glasfassade und die perforierte Metallverkleidung des Gebäudes. Das Konsulat wird neue Pass- und Visazweigstellen, Konferenzräume, einen Mehrzweckgebetsraum, ein Fitnesscenter, ein Auditorium, eine Tiefgarage und Wohnräume für Mitarbeiter und Besucher beherbergen. Das 1977 vom amerikanischen Technologiekonzern IBM erworbene Gebäude diente bis 2013 als ständige Vertretung Ankaras bei den Vereinten Nationen und als Generalkonsulat, bis umfangreiche Renovierungsarbeiten begannen. 76. Sitzung der UN-Generalversammlung Erdogan, der am Dienstag an der 76. Sitzung der UN-Generalversammlung in New York teilnimmt, stattete dem Wolkenkratzer am Sonntag einen Besuch ab. Nach seinem Besuch im Turkevi Center sprach Erdogan bei einer Veranstaltung des Turkish American National Steering Committee zu Mitgliedern der türkisch-amerikanischen Gemeinschaft. Er forderte die Muslime auf, bei den Wahlen auf Bundes- und Landesebene Vertreter zu wählen, versprach, in jeder erdenklichen Weise zu helfen, und brandmarkte Feindseligkeit gegenüber dem Islam als gefährlicher als Covid-19. „Ich erwarte von Ihnen, dass Sie Ihre Aktivitäten der Wohltätigkeit, der (islamischen) Sache und des Wohlwollens in einem schnelleren Tempo fortsetzen“, sagte der türkische Präsident. „Neben Covid-19 bekämpfen wir auch einen anderen Virus, der zerstörerischer, tödlicher und heimtückischer ist. Der Name dieses Virus ist Feindseligkeit gegenüber dem Islam“, fügte er hinzu.