"Geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung"
Zentralrat der Muslime begrüßt Sterbehilfe-Beschluss

Berlin (dts) – Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat die Entscheidung des Bundestags zur Sterbehilfe begrüßt. „Wir sind mit dem Kompromiss zufrieden, weil die geschäftsmäßige Sterbehilfe unterbunden wird“, sagte der Vorsitzende Ayman Mazyek der „Rheinischen Post“. „Es gibt aus religiöser Sicht keine Rechtfertigung, beim Sterben selbst Hand anzulegen“, betonte er. Der Bundestag hatte am Freitag eine neue Regelung zur Sterbehilfe beschlossen, nach der in neuer Straftatbestand im Strafgesetzbuch eingeführt werden soll, der die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung unter Strafe stellt. Angehörige oder andere dem Suizidwilligen nahestehende Personen, die sich lediglich als nicht geschäftsmäßig handelnde Teilnehmer an der Tat beteiligen, werden aber von der Strafandrohung ausgenommen.

Krieg gegen den Terror
Türkei setzt sich durch: Keine US-Waffen mehr an terroristische YPG

Ankara (nex) – Die Initiativen der Türkei, Washington über den terroristischen Charakter der im Norden Syriens operierenden YPG aufzuklären, hatten Erfolg. Wie Medien berichten, hat US-Oberst Steve Warren gegenüber einem Journalisten aus Bagdad erklärt, die Vereinigten Staaten würden der YPG „keine Waffen oder Munition“ mehr zur Verfügung stellen. Die so genannten „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG) sind die Bürgerkriegstruppen der syrischen PYD, des dortigen Ablegers der terroristischen PKK. „Die von uns zuvor aus der Luft abgeworfenen Waffen waren für die Syrisch-Arabische Koalition bestimmt“, erklärte Warren. „Künftig werden die Waffen und Munitionen an die von den Arabern geführten syrischen Oppositionellen gehen.“ Die Aussagen von Warren wurden auch vom Pentagon bestätigt. Der Sprecher des türkischen Außenministeriums, Tanju Bilgiç, zeigte sich mit der Entscheidung aus Washington zufrieden. „Die Türkei hat ihre Sorgen zur Sprache gebracht. Wir begrüßen die Erklärungen aus den USA.“ Bilgiç zufolge werde die Türkei in Bezug auf den Kampf gegen den IS alle nötigen Maßnahmen treffen.  
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Flüchtlingskrise
Bundesumweltministerin Hendricks warnt vor Millionen neuer Klima-Flüchtlinge

Berlin (dts) – Angesichts der Folgen einer fortschreitenden Erderwärmung hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vor einer neuen Flüchtlings­welle gewarnt. „Klar ist, dass es riesige Dürregebiete und überflutete Landstriche geben wird, wenn wir den Klimawandel nicht auf ein beherrschbares Maß be­grenzen“, sagte Hendricks dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Ohnehin fragile Staaten werden dann weiter destabilisiert. Dies wiederum wird Millionen Menschen in die Flucht treiben und sie werden wohl auch zu uns kommen.“ Hendricks fordert deshalb eine Anerkennung von Klimaflüchtlingen. „Es wäre Aufgabe der Vereinten Nationen, dafür eine Kategorie zu schaffen“, betonte die Ministerin. „Derzeit ist es leider so, dass jemand, der aus Klimagründen zu uns kommt, von vielen als sogenannter Wirtschaftsflüchtling denunziert wird. Dabei hat er seine Lebensgrundlage verloren.“ Hendricks will sich auf der Ende November in Paris beginnenden Weltklimakonferenz deshalb dafür einsetzen, dass die Industrieländer ihrer Verantwortung gerecht werden. „Klimapolitik ist aktive Flüchtlingspolitik“, sagte die Ministerin. „Schließlich haben wir in den Jahrzehnten der Industrialisierung die Verschmutzung der Erde maßgeblich verursacht und tragen immer noch stark dazu bei.“

1. Bundesliga
Hannover unterliegt Hertha

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Hannover (dts) – Am 12. Spieltag in der Bundesliga hat Hannover gegen Hertha mit 1:3 verloren. Die Hertha war in der 33. Minute durch Salomon Kalou in Führung gegangen, der auch in der 60. Minute nachlegte. In der 71. Minute konnte Hannover durch einen Foulelfmeter, durchgeführt von Hiroshi Kiyotake, den Anschlusstreffer erzielen. In der 88. Minute dann wieder Herthas Salomon Kalou, der schließlich einen Foulelfmeter für die Gäste verwandelte. Hannover kassiert damit seine fünfte Heimniederlage in dieser Saison.

Flugzeugabsturz in Ägypten
Black Box von russischem Airbus stützt Anschlagsvermutung

Paris (dts) – Die Auswertung der Black Box des in Ägypten abgestürzten russischen Airbus nährt laut Medienberichten den Verdacht, dass das Flugzeug in Folge eines Bombenanschlags abgestürzt sein könnte. Demnach soll auf den Tonaufnahmen ein Explosionsgeräusch zu hören sein. Der Flug sei zudem bis unmittelbar vor dem Absturz vollkommen normal verlaufen, heißt es in französischen Medienberichten.

Der Airbus A321 der Fluggesellschaft Kogalymavia war am Samstag auf dem Flug von Scharm asch-Schaich nach Sankt Petersburg auf der Sinai-Halbinsel östlich von Bir el Hassana (Hasna) und 70 km südlich von al-Arisch abgestürzt. An Bord waren 224 Menschen, darunter bis auf vier Personen aus der Ukraine und eine Person aus Weißrussland ausschließlich russische Staatsbürger. Überlebende gab es nicht.

Ägyptische Behörden sprachen schnell von einem „technischen Defekt“. Die militante Terrororganisation Ansar Beit al-Makdis, die zum Terror-Konsortium des Islamischen Staates (IS) gehört, teilte hingegen über ein Twitter-Konto mit, dass sie die russische Passagiermaschine zum Absturz gebracht hätte.

Eigene E-Commerce-Aktivitäten
Modekonzern S. Oliver will Amazon und Zalando Paroli bieten

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Rottendorf (dts) – S. Oliver, eine der größten Modemarken in Deutschland, will sich künftig vom Onlinehändler Zalando abnabeln. Der Konzern, der rund 1,6 Milliarden Euro Umsatz macht, plant, seine eigenen E-Commerce-Aktivitäten erheblich auszubauen und das Angebot an verschiedenen Marken zu erweitern, schreibt der „Spiegel“ in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe.

So hofft S. Oliver, mehr Kunden anlocken und die Dominanz von E-Commerce-Plattformen wie Amazon oder Zalando brechen zu können. „Wir müssen uns jetzt neu erfinden“, lautet die Botschaft, die Firmengründer Bernd Freier und der neue Vorstandschef Armin Fichtel intern verkündet haben.

Ukraine-Gespräche in Berlin
Steinmeier sieht Fortschritte im Ukraine-Konflikt

Berlin (dts) – Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Russland, der Ukraine und Frankreich ein optimistisches Bild gezeichnet. Bis Anfang Dezember könne der Rückzug der schweren Waffen abgeschlossen sein, so Steinmeier. Es gebe nun zum ersten Mal eine Situation, dass der Waffenstillstand seit etwa zehn Wochen anhalte.

Wegen der starken Verminung entlang der Konfrontationslinie habe es aber weiterhin Opfer unter den Zivilisten gegeben. Bis Ende dieses Monats soll eine Vereinbarung erreicht sein, so dass möglichst noch vor dem Winter Entminungsarbeiten begonnen werden können. In den nächsten Wochen sollten zudem Fragen von Wahlmodalitäten in der Krisenregion geklärt werden.

Klimapolitik
Obama will Pipeline-Projekt „Keystone XL“ ablehnen

Washington (dts) – US-Präsident Barack Obama will keine Genehmigung für das Pipeline-Projekt „Keystone XL“ erteilen. Die 1.900 Kilometer lange Pipeline diene nicht den nationalen Interessen und würde die „US-Führerschaft im Kampf gegen den Klimawandel untergraben“, hieß es in Washington. Das US-Außenministerium hatte sich nach einer Prüfung gegen eine Genehmigung ausgesprochen: „Ich stimme mit dieser Entscheidung überein“, so Obama.

Umweltschützer hatten das Projekt seit langem kritisiert. Die Pipeline sollte von der kanadischen Provinz Alberta quer durch die USA bis nach Texas führen.

Krieg gegen Terror
Türkei: Antiterroreinheit verhindert Entführung einer 14-Jährigen durch PKK-Terroristen

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Şırnak (nex) – Durch einen beherzten Einsatz einer Antiterroreinheit der türkischen Sicherheitskräfte konnte die Entführung eines 14-jährigen Mädchens durch die terroristische PKK in der Provinz Şırnak verhindert werden. Der Wagen war zuvor als verdächtig aufgefallen, sodass sich die Antiterrorkräfte dazu entschlossen, der Sache nachzugehen. Der Wagen konnte im Zuge eines schnellen Zugriffs zum Anhalten gebracht und das Mädchen befreit werden. Die drei verdächtigen Fahrzeuginsassen, darunter eine Frau, wurden in Gewahrsam genommen und der Justiz überstellt. Die 14-Jährige wurde nach Hause zu ihrer Familie gebracht.
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Katholische Kirche
Missbrauchs-Vorwürfe gegen früheren Hildesheimer Bischof

Hildesheim (dts) – Ein deutscher Bischof zählt offenbar zu den Missbrauchstätern in der katholischen Kirche: Heinrich Maria Janssen (1907 bis 1988), langjähriger Bischof von Hildesheim, soll sich über Jahre an einem Ministranten vergangen haben, schreibt der „Spiegel“ in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe.

Das „Büro für Fragen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich“ der Deutschen Bischofskonferenz hat den Missbrauchsvorwurf des ehemaligen Messdieners durch den Bischof geprüft und das Leid anerkannt. Es bestätigte dem Mann „in Anerkennung des erlittenen Leids“ den „erlittenen sexuellen Missbrauch als besonderen Härtefall“ und überwies 10.000 Euro als „Anerkennungszahlung“. Der Hildesheimer Weihbischof Heinz-Günter Bongartz versicherte dem Betroffenen per Brief, wie sehr er sich schäme, „dass Ihnen durch eine bischöfliche Autoritätsperson solches Unrecht zugefügt wurde“.

Der Betroffene hatte angegeben, dass der Bischof ihn ab dem Alter von zehn Jahren regelmäßig durch Masturbation, Oral- und Analverkehr missbraucht habe. Diese Übergriffe hätten zwischen 1958 und 1963 „unter Ausnutzung der bischöflichen Autorität und Stellung“ stattgefunden: „Der Bischof galt mir als Gott, als jemand, den man nicht kritisieren oder infrage stellen konnte.“ Der Betroffene kritisiert die ihm gewährte Summe als eine billige Ablasszahlung der Kirche und verlangt die Entfernung der Überreste Janssens aus der Bischofsgruft im Hildesheimer Dom.