Konventionelle Kraftwerke
Energiekonzern Uniper sieht Chancen in Schwellenländern

Düsseldorf (dts) – Der neue deutsche Energiekonzern Uniper sieht Wachstumschancen beim Betrieb von Kraftwerken in Schwellenländern. „Wo konventionelle Kraftwerke weltweit entstehen, ist das ein Thema, das wir uns anschauen werden. Als Betreiber, als Servicepartner, als Energielieferant und in ausgewählten Fällen auch mal als Anteilseigner“, sagte Uniper-Chef Klaus Schäfer im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe). Uniper war Anfang des Jahres an den Start gegangen. In das Unternehmen hat Eon seine konventionellen Kraftwerke, den Großhandel sowie die Gasproduktion abgespalten. In Europa ist Uniper mit schwierigen Marktbedingungen konfrontiert. Wegen des Booms der erneuerbaren Energien werden Gas- und Kohlekraftwerke hier aus dem Markt gedrängt. „In Europa mögen es konventionelle Kraftwerke derzeit schwer haben, in Schwellenländern ist die Nachfrage dafür aber hoch“, sagte Schäfer. „Dort steigt die Energienachfrage immer noch rasant – und dort wächst nicht nur der Bedarf an erneuerbaren Energien, sondern auch an Kohle- und Gaskraftwerken.“ Denn ganz besonders hier spiele die Frage der Bezahlbarkeit von Energie eine Rolle. Schon Eon hatte sich an der Expansion in ferne Märkte versucht, erlebte in Brasilien aber ein Fiasko. Der Partner ging Pleite und Eon musste hohe Abschreibungen vornehmen. „Zweifelsohne hat Eon da einiges Lehrgeld zahlen müssen – aber man hat eben auch seine Lehren daraus gezogen“, sagte Schäfer: „Es ist sinnvoller, mehrere, kleinere Engagements einzugehen und vor allem seine Kompetenzen einzubringen, statt viel Kapital.“

Feiertags-Index
Deutschland: Viele Filme an christlichen Feiertagen nicht freigegeben

Wiesbaden (dts) – Seit 1980 wurden über 700 Filme auf den „Feiertags-Index“ der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) gesetzt, die nicht zur Vorführung an „stillen Feiertagen“ wie Karfreitag oder Volkstrauertag freigegeben sind. Das geht aus einer Auflistung hervor, die von der Piratenpartei veröffentlicht wurde. Darunter sind Kinderfilme wie „Max und Moritz“ oder „Nick Knatterton`s Abenteuer“, Komödien von Hallervorden, Juhnke, Mel Brooks, Monty Python und Klassiker wie „Der zerbrochene Krug“, „Feuerzangenbowle“, „Ghostbusters“ sowie politische oder religiöse Kritik („Barschel – Mord in Genf?“, „Der letzte Jude von Drohobytsch“, „Animal Farm“). Die FSK-Entscheidung „nicht feiertagsfrei“ sei für Kinos und Filmverleiher unbefristet verbindlich und werde nur auf kostenpflichtigen Antrag überprüft, klagen die Piraten. Filmproduktionen, deren „Charakter den stillen Feiertagen so sehr widerspricht, dass eine Verletzung des religiösen und sittlichen Empfindens zu befürchten ist“, erhalten keine Feiertagsfreigaben.

Frankreich
Hirntod nach Medikamententest in Frankreich: Patient gestorben

Rennes (dts) – Der Patient, der nach einem Medikamententest in Frankreich für hirntot erklärt wurde, ist gestorben. Das teilte das Universitätsklinikum in Rennes am Sonntag mit. Der Zustand der weiteren fünf erkrankten Studienteilnehmer sei stabil. Bei der klinischen Studie, die am 7. Januar begonnen hatte, war ein neues Medikament getestet worden. Genauere Angaben sind bisher nicht bekannt. Nach offiziellen Angaben hatten 90 freiwillige Probanden das Medikament eingenommen – in unterschiedlichen Dosierungen. Die ersten unerwünschten Symptome seien am 10. Januar aufgetreten. Bei den sechs erkrankten Männern habe das Mittel das Nervensystem angegriffen. Die Staatsanwaltschaft in Paris leitete Ermittlungen ein.

Zee TV
Indischer Konzern Zee TV will deutschen Sender starten

Mumbai/München (dts) – Zee TV, die größte TV-Gruppe Indiens, kommt nach Deutschland: Bis spätestens Mitte des Jahres wolle sie hierzulande starten, sagte Europa-Chef Neeraj Dhingra dem „Handelsblatt“. Hinter Zee TV steht mit der Essel Group einer der größten Mischkonzerne des Subkontinents. Das deutsche Zee TV soll vor allem Bollywood-Produktionen zeigen, also Filme, die in Indiens Traumfabrik in Mumbai entstanden sind. Nach Angaben von Dhingra will Zee TV aber auch in Deutschland produzieren. Bei einem Kanal soll es aber nicht bleiben. „Mittelfristig wollen wir noch mehr Sender in Deutschland starten“, sagte Dhingra dem „Handelsblatt“. Zee TV Deutschland will sich in München ansiedeln.

Christenverfolgung durch PKK-nahe YPG
Syrien: Christen in Qamishli fürchten ethnische Säuberungen durch PKK-Ableger YPG

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Erbil (nex) – In der multinationalen Stadt Qamishli im Nordosten Syriens kommt es zunehmend zu ethnischen Spannungen. Hatten einst die christlich-assyrische Volksgruppe und der syrische PKK-Ableger YPG zusammen gegen die Bedrohung der Region durch die Terrormiliz IS (Daesh) gekämpft, wächst nun zunehmend der Unmut in der christlichen Community der Stadt über zunehmende Übergriffe durch die Terrormiliz der „Demokratischen Unionspartei“ (PYD). Auch nachdem es gelungen war, gemeinsam den IS aus der Stadt zu drängen, verübten die YPG mehrfach Anschläge auf christliche Milizen, bei denen mehrere Menschen ums Leben kamen. Zuletzt kam es am Montag zu Kämpfen in der christlichen Siedlung Al-Wusta. Das Portal „Middle East Eye“ meldete, dass mindestens ein kurdischer Zivilist und ein christlicher Milizionär getötet und fünf weitere Personen verletzt worden seien, nachdem die YPG einen erst jüngst aufgebauten Checkpoint der Assyrer überfallen hätten. Auch drei Terroristen kamen ums Leben. Dies war der bislang schwerste Zusammenstoß dieser Art in der Schlüsselstadt in der nordostsyrischen Provinz Hasakah. Beobachter befürchten nun, dass weitere Vorfälle dieser Art bevorstehen könnten. Seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien hatten die YPG-Einheiten weite Teile der Stadt in ihrer Hand, die syrische Regierungsarmee hatte jedoch die Grenzen zur Türkei im Norden der Provinz kontrolliert und die christliche Sootoro-Miliz die assyrischen Siedlungen. In letzteren fürchtet man nun zunehmend, dass die YPG ethnische Säuberungen anstreben könnten, um ihre großkurdischen Vorstellungen im Norden Syriens umzusetzen. Bereits am 30. Dezember war es zu einem Selbstmordanschlag in einer hauptsächlich von Christen bewohnten Gegend der Stadt gekommen, bei dem mindestens 16 Menschen starben. Man hatte damals zuerst den IS als Verantwortlichen im Visier, allerdings wurde die Authentizität eines Facebook-Accounts, auf dem sich ein Unbekannter im Namen der Terrormiliz zu der Tat bekannte, rasch in Zweifel gezogen und die Spekulationen darüber, dass die YPG entweder eine False-Flag-Operation gestartet oder mit dem IS kooperiert haben könnten, wurden lauter. Seit dieser Zeit ist das Misstrauen der christlichen Assyrer in der Stadt gegenüber der YPG immer größer geworden und der jüngste Vorfall von Al-Wusta hat dieses noch gesteigert. Qamishli weist eine Bevölkerungszahl von 185 000 auf, darunter Assyrer, Kurden, Araber und Armenier. Die Zahl der Assyrer beläuft sich dabei auf etwa 50 000. Sie befürchten jetzt, dass die Terrormiliz YPG aus nationalistischen Motiven gegen ihre Community, gegen die arabische Bevölkerung und gegen Kurden vorgehen werden, die ihrer Doktrin nicht folgen. Mehr zum Thema:

Europaweite Pegida-Rally
Pegida treibt europaweite Vernetzung voran

Berlin (dts) – Die Pegida-Bewegung treibt ihre europaweite Vernetzung offenbar voran. So unterhalte sie nicht nur Kontakte zu zahlreichen nationalistischen und islamkritischen Parteien, sondern habe in einer Vielzahl europäischer Länder erfolgreich eigene Ableger gegründet, berichtet die „Welt am Sonntag“. Inzwischen gebe es Pegida in Österreich, Tschechien, Polen, Ungarn, Schweden, Norwegen, Finnland, Estland, Dänemark, Spanien, der Schweiz und Großbritannien. Die Bewegung pflege gute Beziehungen vom Vlaams Belang über den französischen Front National, den britischen Europagegnern von Ukip und den nationalistischen Parteien Osteuropas bis hin zur italienischen Lega Nord. Am 6. Februar planen Pegida und ähnliche Bewegungen in 13 Ländern erstmals einen europaweiten Aktionstag. Die zentrale Veranstaltung sei in Dresden geplant, weitere Demonstrationen seien unter vielen anderen Städten in Warschau, Tallin, Prag, Bratislava, Amsterdam oder auch Birmingham vorgesehen. Tatjana Festerling aus dem Pegida-Organisationsteam sprach in der „Welt am Sonntag“ von einer „europaweiten Pegida-Rally“. „Wir werden uns in Live-Schaltungen zu den einzelnen Schauplätzen gegenseitig grüßen“, sagte sie. Die Demonstrationen sollten „eine Demonstration der Stärke gegen eine zunehmend an Vertrauen verlierende Politik werden“, für die in ganz Europa vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel verantwortlich gemacht werde, so Festerling, die im vergangenen Jahr bei der Dresdner Oberbürgermeisterwahl im ersten Anlauf fast zehn Prozent der Stimmen bekam.

Premier Handball League AG
Neue Handball-Superliga soll 2019 starten

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Berlin (dts) – Eine Investorengruppe plant laut eines Berichts des „Handelsblatts“ im Jahr 2019 mit einer privat betriebenen Handballliga europäischer Spitzenklubs zu starten. Die neue Superliga soll die Champions League ersetzen, die von der Europäischen Handball-Föderation (EHF) organisiert wird. „Handball hat bisher kein vermarktbares Premiumprodukt“, begründete der Spieler-Manager und Wolfgang Gütschow gegenüber dem „Handelsblatt“ den Vorstoß. Gütschow ist Verwaltungspräsident der „Premier Handball League AG“ (PHL), die am 25. November 2015 ins Handelsregister in Zürich eingetragen wurde. Geplant sei eine Lizenzliga nach dem Muster der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA, die zunächst zwölf europäische Spitzenklubs umfassen soll. „Dass Großstädte wie Berlin, Paris, Barcelona oder Moskau mitmachen, ist die Bedingung unserer Rechtepartner und Investoren, die das Ziel verfolgen, Handball zu einer späteren Zeitpunkt auf dem US-Markt zu positionieren“, sagte Gütschow weiter. „Eine private Liga könnte die bestehenden verkrusteten Strukturen aufbrechen und das Produkt Spitzenhandball nachhaltig verbessern“, sagte Gerd Butzeck, Geschäftsführer des Forum Club Handball (FCH), die Interessenorganisation der europäischen Spitzenklubs, dem „Handelsblatt“.

Schantall und die Scharia
5x sexuelle Gewalt, die nichts mit Migranten zu tun hat

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Von Fabian Köhler

Auch zwei Wochen nach den Vorfällen in der Kölner Silvesternacht diskutieren Medien, Politik und Stammtische über sexuelle Gewalt durch Migranten. Das wäre gut, täten sie es auch bei den vielen Formen sexueller Gewalt, die in Deutschland ganz ohne Migranten auskommen. Hier sind fünf Beispiel alltäglicher und massenhafter sexueller Gewalt, die sich nicht auf eine Silvesternacht beschränken und dennoch kaum Empörung erzeugen.

1. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Erinnert ihr euch an den Aufschrei, den es gab, als die Antidiskriminierungsstelle des Bundes Anfang 2015 ihre Studie zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz veröffentlichte? Daran, wie spontan gegründete Bürgerwehren landesweit Büros stürmten und potenziell übergriffige Abteilungsleiter präventiv verprügelten? Nein? Die Empörung gab es natürlich auch nicht, den Grund dafür hingegen schon. Laut der repräsentativen Umfrage hat in Deutschland schon jeder Zweite sexuelle Belästigung bei der Arbeit erlebt. Jede zweite! Auf die Idee angesichts der überwiegend männlichen Täter, jeden männlichen Angestellten unter Generalverdacht zu stellen und Männer beispielsweise grundsätzlich den Zugang zu Großraumbüros zu verwehren, kam bisher allerdings niemand.

2. Das Zeltlager der sexuellen Gewalt

Es ist das Zeltlager in Deutschland, in dem mit Abstand die meisten Straftaten registriert werden. Doch anstatt diese Institution sexueller Gewalt dauerhaft zu schließen, gilt das Oktoberfest vielen Deutschen als kultureller Höhepunkt des Jahres. 1.191 Straftaten registrierte die Polizei auf dem Oktoberfest 2015. Die 26 angezeigten Sexualdelikte (unter ihnen vier Vergewaltigungen) mögen manche bei Millionen Besuchern nicht so schlimm finden. Allerdings ist die Zahl angezeigter Straftaten nicht so niedrig, weil sexuelle Gewalt auf dem Oktoberfest nicht selbstverständlich wäre. Sondern gerade weil Vergewaltigungen, Nötigungen und Belästigungen so selbstverständlich sind wie das Ausnüchtern auf dem „Kotz-Hügel“ werden sie so selten angezeigt. Berichte darüber darüber gibt es viele. Die taz zitiert eine Festzelt-Bedienung:  „Freunde haben oft beobachtet, wie mir Gäste an den Hintern grapschen… Ich selbst registriere das gar nicht mehr.“ Den Nachhauseweg – so heißt es in dem Artikel weiter – würde sie zur Sicherheit nur in Begleitung beschreiten. Und auch Anwohnerinnen würden aus Angst vor Übergriffen während des Oktoberfest lieber das Taxi nehmen anstatt in der Nähe der Theresienwiese zu Fuß zu gehen. Immer noch nicht davon überzeugt, dass das Oktoberfest eine No-Go-Area ist, in der Horden sexuell enthemmter junger Männer das Gewaltmonopol des Staates außer Kraft setzten? Das schreibt die Süddeutsche: „Allein der kurze Weg zur Toilette ist der reinste Spießrutenlauf. Drei Umarmungen von wildfremden, besoffenen Männern, zwei Klapse auf den Hintern, ein hochgehobener Dirndlrock und ein absichtlich ins Dekolleté geschütteter Bierschwall sind die Bilanz von dreißig Metern. … Daneben stehen zwei Australier mit Filzhüten auf dem Kopf, die jedes Mädchen, das an ihnen vorbei muss, an der Kleidung festhalten. Ehe man sich versieht, hat man schon eine Hand am Busen. Um weiterzukommen, hilft nur, sich mit vollem Körpereinsatz loszureißen und den Angreifer zur Seite zu schubsen.“

3. Nördlich des Mittelmeeres sind Frauen nicht sicher

Dass es nicht nur in München viele Männer gibt, die Ausübung sexueller Gewalt für selbstverständlich halten, hat im vergangenen Jahr die EU-Grundrechte-Agentur FRA festgestellt. Wer nach Köln protestiert hat, dürfe beim Lesen ihrer Studie zu sexueller Gewalt in den EU-Mitgliedstaaten gar nicht mehr aufhören zu schreien. Ein paar Ergebnisse:
  • Jede zweite Frau ab 15 Jahren ist in der EU von sexueller Belästigung betroffen. Insgesamt sind das rund 100 Millionen Frauen.
  • Jede dritte Frau in der EU war bereits vor ihrem 15. Lebensjahr sexueller oder körperlicher Gewalt ausgesetzt. Das sind 66 Millionen Menschen.
  • 22 Prozent der befragten Frauen gaben an, von ihrem eigenen Partner körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren zu haben
Das Resumee des FRA-Direktors hätte auch aus einem Menschenrechtsbericht zu Saudi Arabien stammen können: „Frauen sind nicht sicher auf den Straßen, am Arbeitsplatz und schlussendlich auch nicht zu Hause, dem Platz, an dem sie Schutz finden sollten“, sagte Morten Kjaerum damals und fügte hinzu: „Die Ergebnisse dieser Erhebung können und dürfen nicht ignoriert werden.“ Sie wurden es dennoch.

4. Jährlich tausende deutsche Missbrauchsmigranten

Spätestens seit Köln findet sich das Klischee vom Südländer, der nach Deutschland kommt, um Frauen zu vergewaltigen, in so ziemlich jeder Tageszeitung. Das Phänomen gibt es tatsächlich, nur meist andersherum: 400.000 deutsche Männer ziehen jedes Jahr in den Sexurlaub, schätzt die MenschenrechtsorganisationTerre des Hommes. Damit belegt Deutschland nach den USA und Großbritannien den dritten Platz im internationalen Vergewaltiger-Export-Ranking. Denn, dass das Phänomen besser Vergewaltigungs- oder Missbrauchs-Urlaub statt Sex-Urlaub heißen sollte, legen Zahlen des Kinderhilfswerks UNICEF nahe. Unter den Opfern befinden sich weltweit auch 150 Millionen minderjährige Mädchen und 73 Millionen Jungen. Im aktuell beliebtesten Reiseziel der Vergewaltigungstouristen, Kambodscha, handelt es sich bei jeder dritten Prostituierten um ein Kind.  Davon, dass wahrscheinlich auch ein Großteil der volljährigen Frauen ihren Job nicht freiwillig ausüben, ganz zu schweigen. Forderungen, den jährlich tausenden Deutschen Missbrauch-Migranten die Sozialleistungen zu kürzen, sie länger (oder überhaupt) wegzusperren oder ihnen den Pass zu entziehen, gab es bisher aus keiner Partei.

5. 22 Vergewaltigungen pro Tag

Dieser Blogbeitrag wurde 13 Tage nach der Silvesternacht von Köln veröffentlicht. Nimmt man nur die angezeigten Fälle wurden statistisch in der Zwischenzeit über 260 Frauen in Deutschland vergewaltigt. Das sind 20 pro Tag. Fast eine Vergewaltigung pro Stunde. Gesetzgeber, Polizei und Gerichte haben offenbar vor dem Problem kapituliert – sofern sie überhaupt eines darin sehen: In den rund 7500 Fällen, die pro Jahr in Deutschland angezeigt werden, wird es nur in rund 1000 Fällen zu einer Verurteilung kommen. 87 Prozent aller angezeigten Vergewaltigungen werden nicht aufgeklärt. Und bevor jetzt jemand „Flüchtlinge“ schreit: Nein, die meisten Vergewaltigungen geschehen weder vor Flüchtlingsheimen, noch auf Bahnhofsvorplätzen, sondern im vermeintlich sicheren Umfeld: zu Hause, auf Arbeit, bei „Freunden“, durch deutsche Männer aus dem eigenen Bekanntenkreis.   Mehr zum Thema:   Erschienen auf Schantall und die Scharia    

ZDF entlarvt Desinformation
Rheinberg: Karnevalsumzug wegen Bürokratie abgesagt – nicht wegen der Flüchtlinge

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Wesel (nex) – Für heftige Reaktionen in traditionellen und sozialen Medien sorgte die Absage eines Karnevalsumzugs in der niederrheinischen Stadt Rheinberg. Nachdem vonseiten eines Vertreters der Stadt auf Nachfrage die Tatsache angesprochen worden war, dass sich in der Nähe der Strecke ein Flüchtlingsheim befände, wurde in Medien und durch Kommentatoren in den sozialen Netzwerken die These kolportiert, der Umzug wäre „auf Grund der Flüchtlinge“ abgesagt worden. Daniel Bröckerhoff von der Redaktion der Sendung „ZDF heute plus“ hat sich in diesem Zusammenhang telefonisch mit Nadine Geldermann, die Sprecherin des Karnevalsvereins „1. Orsoyer Karnevalskomitees 99“, in Verbindung gesetzt, um diese über die Hintergründe der Absage zu befragen. Geldermann erklärte daraufhin, dass es konkret lediglich um den Rosenmontagszug in Orsoy gehe, einem Stadtteil von Rheinberg mit 4000 Einwohnern. Der Grund für die Absage war, dass es noch keine Genehmigung vonseiten der Stadt gegeben habe, weil diese von den Organisatoren die Erstellung eines Sicherheitskonzepts verlangt hätte. Dieser Auflage nachzukommen, sei das Komitee in der Kürze der Zeit nicht in der Lage gewesen und habe sich deshalb dazu entschlossen, den Umzug abzusagen. Bislang sei ein solches nicht verlangt worden, so Geldermann. In kleineren Orten Anforderungen dieser Art zu stellen, sei unüblich. Dass es im Ort eine Flüchtlingsunterkunft gebe, sei nicht der primäre Grund für die Absage gewesen. Es sei zwar auf Grund der jüngsten Ereignisse auch eine mögliche abstrakte Gefährdung infolge der Unsicherheit über das Verhalten der im Flüchtlingsheim untergebrachten Bewohner angesprochen worden, dies wäre jedoch in erster Linie spekulativ. Wichtigere Faktoren für das verlangte Sicherheitskonzept seien das zu erwartende höhere Verkehrsaufkommen im Zusammenhang mit der Jubiläumsveranstaltung gewesen, die der Umzug dargestellt hätte, aber auch mögliche Gefahren durch randalierende Jugendgruppen. Tatsächliche Probleme oder gröbere Vorfälle im Zusammenhang mit der Einrichtung zur Erstunterbringung von Flüchtlingen seien im Ort nicht bekannt, erklärte Geldermann auf Nachfrage. Der Karnevalsverein werde eine Festzeltveranstaltung zum Jubiläum durchführen und sich später mit Blick auf kommende Jahre um die Erstellung eines Sicherheitskonzeptes kümmern.

Silvester-Übergriffe
NRW: SPD will de Maizière vor Untersuchungsausschuss des Landtags laden

Düsseldorf (dts) – Die SPD will Bundesinnenminister Thomas de Maizière vor den Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags laden. Das sagte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Norbert Römer, der „Neuen Westfälischen“ (Montagsausgabe). De Maizière solle zu den Silvester-Vorgängen im und am Kölner Hauptbahnhof aussagen. „Wir wollen umfassende rückhaltlose Aufklärung. Uns interessieren zum Beispiel die Fragen zur Personalausstattung innerhalb und außerhalb des Bahnhofs, zur Zahl der Anzeigen, die von der Bundespolizei im Bahnhof entgegengenommen wurden“, sagte Römer. Der SPD-Fraktionschef kündigte außerdem an, auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und den ehemaligen Polizeipräsidenten Wolfgang Albers zu den Einzelheiten der Vorgänge in der Silvesternacht zu befragen.