Umfrage
Internetnutzer lesen Online-Nachrichten vor allem auf dem Smartphone

Berlin (dts) – Das Smartphone hat sich zum wichtigsten Gerät für den Konsum von Nachrichten im Internet entwickelt: Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom lesen 43 Prozent der Internetnutzer auf Smartphones Online-Nachrichten. Auf Rang zwei folgen mit einem Anteil von 35 Prozent Notebooks. 31 Prozent informieren sich mit einem stationären Computer über das aktuelle Tagesgeschehen. Und ein Viertel (25 Prozent) der befragten Internetnutzer liest Nachrichten auf dem Tablet. Am stärksten ist der Nachrichtenkonsum per Smartphone unter den 30- bis 49-Jährigen verbreitet: In dieser Altersgruppe liest gut die Hälfte der Internetnutzer (51 Prozent) Online-News. Unter den 14- bis 29-Jährigen sind es 47 Prozent und bei den 50- bis 64-Jährigen 38 Prozent. In der Generation 65-Plus lesen dagegen nur zwölf Prozent Nachrichten auf dem Smartphone.

Syrienkonflikt
Französischer Premierminister Valls: Lokale Bodentruppen entscheidend im Syrien-Krieg

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Berlin (dts) – Nach Einschätzung des französischen Premierministers Manuel Valls kann der Kampf gegen die Terrormiliz IS (Daesch) nur mit lokalen Bodentruppen gewonnen werden. „Die Bodenoffensive dieser lokalen Truppen – und auch gewisser arabischer Länder, sofern sie sich dazu entschließen – ist entscheidend, und sei es nur, um die zurückeroberten Stellungen zu halten“, sagte Valls den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Der französische Regierungschef nimmt zusammen mit dem scheidenden Außenminister Laurent Fabius und Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian an diesem Wochenende an der Münchner Sicherheitskonferenz teil. Derzeit fliegt eine internationale Koalition unter Führung der USA Luftangriffe auf Stellungen des IS in Syrien. Einige dieser Länder bilden lokale Truppen aus, die gegen den IS kämpfen. So beteiligt sich Deutschland an Training und Ausbildung der kurdischen Peschmerga im Nordirak. Jedes Land sei bei der Frage des Einsatzes von Bodentruppen souverän, sagte Valls. „Frankreich für seinen Teil beabsichtigt nicht, Bodentruppen in den Kampf gegen Daesch (den sogenannten IS) zu entsenden.“ Der französische Premierminister übte zudem scharfe Kritik an den russischen Luftangriffen in Syrien. „Man muss es deutlich sagen: Man kann nicht einen für Syrien unerlässlichen politischen Übergang verhandeln wollen und gleichzeitig die Zivilbevölkerung bombardieren, ganze Städte belagern, den humanitären Hilfsorganisationen den Zugang verweigern und die Opposition bekämpfen, die im Übergang und in der Zukunft Syriens eine entscheidende Rolle zu spielen hat“, erklärte Valls.

"Opel erfüllt Abgaswerte"
General Motors: „Opel ist auf dem richtigen Weg“

Rüsselsheim (dts) – Der US-Autokonzern General Motors (GM) rechnet damit, dass die deutsche Tochter Opel in diesem Jahr die Gewinnschwelle durchbrechen wird: „Opel ist auf dem richtigen Weg. 2016 wird ein entscheidendes Jahr“, sagte GM-Chefin Mary Barra in einem Interview der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. „Wir wollen in diesem Jahr mit Opel die Gewinnschwelle durchbrechen. Das steht im Mittelpunkt“, sagte Barra. Sie verteidigte die Schließung des Bochumer Opel-Werks vor etwas mehr als einem Jahr. „Es war eine sehr schwierige Entscheidung. Aber wir mussten unsere Überkapazitäten in Europa und Deutschland abbauen. Daher war der Schritt notwendig“, sagte Barra. Pläne für weitere Werksschließungen in Europa gebe es nicht. „Wir wollen mit den Werken, die wir haben, kontinuierlich wachsen“, so die GM-Chefin. „Opel hat viel dafür getan, sich kontinuierlich zu verbessern. Wir arbeiten jetzt deutlich effizienter und haben die Marke gestärkt. Mit unseren Modellen Karl, dem neuen Corsa, dem Mokka und dem neuen Astra sind wir erheblich schlagkräftiger geworden.“ Zur Frage, ob sie den Kunden in Deutschland versprechen könne, dass bei den Diesel-Fahrzeugen von Opel alles korrekt und sauber ist, sagte Barra: „Unsere Fahrzeuge erfüllen die erforderlichen Abgasgrenzwerte. Sie haben alle erforderlichen abgasbezogenen Typzulassungstests erfolgreich durchlaufen. Es gibt keine GM-Software, die erkennt, ob ein Auto auf einem Prüfstand betrieben wird.“ Sie sprach sich zudem für staatliche Kaufanreize in Deutschland aus, um Elektroautos populärer zu machen. „Es gibt viele Wege, wie Regierungen dazu beitragen können, Elektromobilität attraktiver zu machen“, sagte Barra. Sie fügte hinzu: „Eine Infrastruktur mit einer ausreichenden Zahl von Ladesäulen ist wichtig. Ich freue mich, dass Kanzlerin Merkel erklärt hat, die Bundesregierung wolle an dieser Stelle intensiv mit der Industrie zusammenarbeiten.“ Auch Kaufanreize könnten helfen. „Generell gilt in unserer Branche: Wenn die Stückzahlen steigen, verringern sich die Kosten. Wenn für eine bestimmte Zeit Vergünstigungen dazu beitragen, Elektroautos erschwinglicher zu machen, profitieren alle davon.“

Schantall und die Scharia
Was unterscheidet 100 französische Moscheen von einem türkischen Kloster?

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Erinnert ihr euch an die Aufregung, die es vor einigen Jahren um ein orthodoxes Kloster im Südosten der Türkei gab? Wenn nicht, hier die Kurzversion: Die Mönche des 1.600 Jahre alten Klosters Mor Gabriel bekamen im Jahr 2008 Ärger mit drei kurdischen Nachbargemeinden, die das Land auf dem das Kloster stand für sich beanspruchten.

Die Sache eskalierte ziemlich schnell: Erst mischten sich türkische Politiker, dann der Rest der Welt ein. „Christenverfolgung“ schrien tausende Demonstranten in Köln und Berlin und warfen der AKP-Regierung vor, eine „kulturelle Vernichtungspolitik“ zu betreiben. Der Deutsche Bundestag setzte das Thema auf die Tagesordnung, die FAZ forderte „rettet das zweite Jerusalem“ und am Ende schickte sogar die Europäische Union Beobachter in die Türkei.

„Ja, aber das hat doch nichts mit Islamophobie zu tun“, mag man jetzt einwenden. Stimmt. Stattdessen aber folgende Geschichte, die weit weniger Aufmerksamkeit auf sich zieht: In Frankreich droht auch gerade Gotteshäusern die Schließung. Die sind zwar nicht so alt und die meisten wahrscheinlich auch architektonisch nicht so ansprechend wie Mor Gabriel, dafür aber viel mehr. Bis zu 160 Moscheen könnten französische Behörden in den nächsten Monaten schließen. Das berichtet zumindest Al-Jazeera und beruft sich dabei auf Informationen aus dem französischen Innenministerium.

„Ja, aber Al-Jazeera, das ist doch der Islamistensender!“, mag man da einwenden. Hätten französische Behörden nicht schon längst die Befürchtungen des Senders zur Realität werden lassen: Im Norden von Paris schlossen Behörden Anfang Dezember eine Moschee, deren Inhaber „dschihadistische Dokumente“ besessen haben soll. Wenige Tage später traf es eine Moschee in Gennevilliers, nordwestlich von Paris. Kurz darauf wurde in Lyon eine Moschee geschlossen usw. usf.

„Ja, aber Terror, Dschihad, Charlie Hebdo, Paris“, mag man da auf Schließungsgründe verweisen, die für Klöster in Südostanatolien nicht geltend gemacht werden können. Verweisen müsste man dann aber auch auf den Umstand, dass es in Frankreich – anders als in der Türkei – keine unabhängige Instanz gibt, die die Vorwürfe überprüfen könnte. Denn während in Südostanatolien (schlimmstensfalls korrupte) Gerichte über Grundstücksfragen entscheiden, schließen in Frankreich Sicherheitsbehörden Moscheen einfach nach eigenem Ermessen – ohne dass ein Richter etwas einwenden könnte.

Möglich macht das der „Ausnahmezustand“, den François Hollande wenige Stunden nach den Anschlägen von Paris vom 13. November 2015 ausrief. Eigentlich sollte dieser nur für zwölf Tage gelten. Doch bis heute können Behörden Wohnungen und Geschäftsräume auch ohne richterlichen Beschluss durchsuchen. Privateigentum kann konfisziert, Menschen könnten unter Hausarrest gestellt werden. Öffentliche Versammlungen können untersagt und Ausgangssperren verhängt werden.

3.242 Mal stürmten Polizisten seit dem 13. November Wohnung und Geschäftsräume. Mehr als 380 Mal verhängten sie Hausarreste. In 200 Fällen wurden im Anschluss Ermittlungsverfahren eröffnet. Die Anzahl daraus resultierender Anklagen wegen Terrorismus: vier. Getroffen hat es stattdessen vor allem unschuldige französische Bürger. Und die meisten von ihnen sind Muslime.


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„Ja, aber der islamophile Blogger kann ja viel erzählen“, mag man da einwenden. Dasselbe erzählt allerdings auch „Collectif contre l’Islamophobie en France“ (CCIF). 228 Beschwerden landeten in den vergangenen Wochen bei der Bürgerrechtsorganisation: über Polizisten, die sich in der Adresse geirrt hatten; Menschen, die allein schon aufgrund eines arabischen Namens ins Visier geraten seien; über traumatisierte Kinder und unverhältnismäßige Gewaltanwendung.

„Ja, aber eine Organisation, die ‚Islamophobie‘ im Namen trägt, da ist ja alles klar…!“, mag man da einwenden. Nur ist CCIF mit seiner Kritik nicht allein. Auch Amnesty International hat dem Ausnahmezustand für französische Muslime einen eigenen Bericht gewidmet. In diesem schrieben die Menschenrechtler vergangene Woche:

„In einigen Fällen wurden die Maßnahmen auf diskriminierende Art und Weise angewandt. Einige Muslime wurden vor allem auf Basis ihrer religiösen Praxis zur Zielscheibe, ohne dass etwas auf eine Verwicklung in Straftaten hinwies.“

Nicht besser klingt die Sache in einem Bericht von Human Rights Watch, der ebenfalls vergangene Woche erschienen ist:

„In missbräuchlicher und diskriminierender Weise hat Frankreich unter seinem drastischen neuen Ausnahmezustand Razzien gegen Muslime durchgeführt und Hausarreste verhängt. Die Maßnahmen führten zu wirtschaftlichen Nöten, haben jene stigmatisiert, die zur Zielscheibe wurden und Kinder traumatisiert.“

„Ja, aber“, kann man da eigentlich nicht mehr einwenden. Denn sogar die Vereinten Nationen kritisieren die französische Politik. In einem Brief werfen UN-Menschenrechtsexperten der französischen Regierung „überzogene und unverhältnismäßige Einschränkungen grundlegender Freiheiten“ vor. Ihre Forderung: Die Wiederherstellung richterlicher Kontrolle über Anti-Terror-Maßnahmen und einen „adäquaten Schutz vor Missbrauch“.

„Ja aber, das lässt sich doch nicht mit der Verfolgung von Christen in Südostanatolien vergleichen“, mag man da einwenden. Stimmt! Denn Anfang 2014 erhielten die Mönche des Klosters Mor Gabriel schließlich jene Dokumente, die sie zu rechtmäßigen Eigentümern des Grundstückes erklärten. Ganz ohne internationale Aufmerksamkeit steht das Kloster bis heute. In Frankreich werden in nächster Zeit wahrscheinlich noch viele Muslime ihr Gebetshaus verlieren. Das französische Kabinett hat vergangene Woche den Ausnahmezustand um weitere drei Monate verlängert.

Und wer jetzt immer noch „Ja, aber“ ruft, kann auch gleich Erika Steinbach gucken.

https://youtu.be/5V2gRYB1XwE  
  Erschienen auf Schantall und die Scharia  

Silvester in Köln
Polen: Regierungschefin will wegen „Kölner Sex-Attacken“ keine Flüchtlinge aufnehmen

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Berlin/Warschau (dts) – Aus Anlass ihres Antrittsbesuchs in Deutschland hat Polens neue Ministerpräsidentin Beata Szydlo vor den Gefahren einer weiter anwachsenden Zahl von Flüchtlingen gewarnt und eine Kehrtwende in der Flüchtlingspolitik gefordert. Die Lösung der Zuwanderungskrise sei „eine der größten Herausforderungen, vor der Europa heute steht“, sagte Szydlo der „Bild“. „Es zeigt sich, dass der eingeschlagene Weg nicht weiterführt. Wir brauchen eine Kehrtwende.“ Polens neue Regierung werde sich „an Absprachen unserer Vorgänger halten“, erklärte die Regierungschefin. „Aber bedauerlicherweise ist das geschehen, wovor wir gewarnt haben, als unsere Vorgänger die Beschlüsse gefasst haben: die Terroranschläge von Paris, die Sex-Attacken an Silvester in Köln. Tag für Tag hören wir von Übergriffen, an denen Zuwanderer beteiligt sind.“ Die Gefahr sei unterschätzt worden. „Heute brauchen wir neue Lösungen“, so Szydlo. Dazu gehöre, dass Polen „sehr genau darauf achten“ werde, „wer die Zuwanderer sind, die wir eventuell aufnehmen, ohne dass unsere Staatsbürger sich bedroht fühlen müssen.“ Ihre Partei „Recht und Gerechtigkeit“ habe frühzeitig auf die Gefahr hingewiesen, als entschieden wurde, „die Tore einfach auf zu machen, ohne an die Konsequenzen für uns Europäer zu denken. Wir haben schon damals gesagt: Der Zustrom von Migranten wird durch die Politik der offenen Tore eher größer als kleiner.“ Die Zuwanderungswelle müsse dort gemeistert werden, wo sie entstehe. „Leider, das sage ich ohne Genugtuung, haben wir damals recht behalten“, sagte die polnische Regierungschefin. „Die Schwächung Deutschlands macht auch Europa instabiler“, sagte Szydlo der „Bild“. „Wir müssen uns eingestehen: Es wurden Fehler gemacht. Die Lage an den Außengrenzen der EU und auch in Deutschland ist außer Kontrolle geraten.“

Fehlender Baustein der Allgemeinen Relativitätstheorie
Sensation: Albert Einsteins Gravitationswellen erstmals nachgewiesen

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Berlin (dts) – US-Forscher haben die vor gut 100 Jahren von Albert Einstein vorhergesagten Gravitationswellen erstmals nachgewiesen.
Der Nachweis sei bereits am 14. September mit den Messgeräten des Advanced Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory (Advanced Ligo) gelungen, teilten die Forscher am Donnerstag mit. Demnach mussten die beteiligten Forscher die Daten bis jetzt noch analysieren und aufbereiten. Der Nachweis von Gravitationswellen gilt als letzter fehlender Baustein der Allgemeinen Relativitätstheorie und könnte den Forschern nach Ansicht von Beobachtern den Nobelpreis einbringen. Das Signal, das am 14. September 2014 registriert wurde, war von zwei miteinander verschmelzenden Schwarzen Löchern ausgelöst worden und dauerte lediglich etwa eine Zehntelsekunde. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) sieht in dem Nachweis von Gravitationswellen eine „Jahrhundertentdeckung“. „Diese Entdeckung öffnet ein neues Fenster zum Universum, das uns den Blick bis zurück zum Urknall erlaubt. Das ist eine Jahrhundertentdeckung und ein grandioser Erfolg für die Grundlagenforschung“, so Wanka.
Deutsche Forschungsgruppen hätten zu dieser Entdeckung maßgeblich beigetragen, betonte die Bundesforschungsministerin. Wenn zwei Schwarze Löcher miteinander verschmelzen oder Sterne explodieren, lassen sie die Raumzeit buchstäblich „erzittern“: Es entstehen Gravitationswellen, die sich im Weltraum mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten –ähnlich wie Kräuselungen auf einer Wasseroberfläche, teilte das Bundesforschungsministerium weiter mit. Die Existenz dieser Wellen hatte Albert Einstein vor rund 100 Jahren in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagt. Bislang konnten Gravitationswellen jedoch nur indirekt beobachtet werden: Die Verzerrungen der Raumzeit sind so winzig, dass sie sich kaum nachweisen lassen. Erst jetzt haben Forscher in den USA erstmals direkt Signale von Gravitationswellen gemessen, die offenbar aus einem System von zwei Schwarzen Löchern stammen. An dem internationalen Forschungsprojekt sind mehrere deutsche Forschungseinrichtungen beteiligt: das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam-Golm und Hannover, die Leibniz Universität Hannover und die Universität Hamburg.

Islamisierung des Abendlandes
Uni Dortmund wird Scharia-Zone: Betreten des Ruheraumes nur mit Kopftuch erlaubt

Dortmund (nex) – Da muslimische Studenten einen Ruheraum zu einer Gebetsstätte umgestaltet und Frauen vorgeschrieben hatten, dort Kopftücher zu tragen, ließ die Uni Dortmund den Raum nun schließen. Das darauffolgende Echo sei gewaltig, berichtet die WAZ. Die Reaktionen reichten von begeisterter Zustimmung zur Haltung der Uni Dortmund bis zu fremdenfeindlichen Tiraden. Anfang 2012 habe die TU Dortmund beschlossen, im Physik-Gebäude einen Raum einzurichten, der Studierenden aller Glaubensrichtungen als Rückzugsort im hektischen Unialltag für Gebet, Einkehr und Meditation dienen sollte, berichtet die WAZ weiter. Der Hochschule sei es wichtig gewesen, dass es ein „religiös neutraler Ort“ sei, der aber auch muslimischen Studenten, die zuvor im Treppenhaus beten mussten, zur Verfügung stehe. Die Nutzungsordnung habe betont, dass „religiöse Symbole, Zeichen oder Ähnliches nicht aufgestellt oder angebracht werden“ dürfen. Muslimische Studenten hätten sich aber nicht daran gehalten und den Raum umgestaltet. Mit Stellwänden, Regalen und Decken sei er in einen kleinen Frauen- und einen größeren Männerbereich geteilt worden. Gebetsteppiche, Koranbücher und Flugblätter mit Vorschriften, wie Frauen sich zu verhalten und zu kleiden hätten – unter anderem sollten sie kein Parfüm benutzen und ein Kopftuch tragen, hätten dort gelegen. Der für den Raum zuständige Allgemeine Studierenden Ausschuss (Asta) habe den Raum daraufhin vorübergehend schließen lassen. Nach einem „klärenden Gespräch“ habe man den Raum wieder freigegeben. Als es im Januar erneut zu Beschwerden gekommen sei, habe das Rektorat die Türe abgeschlossen. Wieder hätten muslimische Studenten die Räume aufgeteilt und Frauen an der Tür abgefangen, um ihnen mitzuteilen, nur mit Kopftuch den Raum zu betreten und den kleineren Raum zu benutzen. Auch Gebetsteppiche und Gefäße für Fußwaschungen seien wieder dort gewesen. „Das war ein klarer Verstoß gegen die Nutzungsordnung sowie gegen das Gleichheitsgebot im Grundgesetz. Das dürfen wir nicht dulden“, zitiert die WAZ Unisprecherin Eva Prost. Der Versuch, einen neutralen und allen Glaubensrichtungen offen stehenden „Raum der Stille“ zu schaffen, sei „leider gescheitert“. Als Kapitulation möchte die Unileitung ihren Schritt aber nicht verstanden wissen, es gehe darum, die Grundrechte zu wahren sowie die Diskriminierung von Frauen und anderen Religionen zu unterbinden. Gegen Gebetsräume sei im Grunde auch nichts einzuwenden, sagte Prof. Stefan Reichmuth, Islamwissenschaftler an der Ruhr-Uni Bochum. Reichmuth musste vor rund drei Jahren Vorwürfen entgegentreten, das Seminar für Orientalistik der Ruhr-Uni werde von radikalen Salafisten unterwandert, was sich als unhaltbar erwiesen habe. Unzulässig seien aber religiöse Kleidungs- und Nutzungsvorschriften für solche hochschuleigenen Orte. „Kopftücher vorzuschreiben oder den Raum nach Geschlechtern zu trennen – das geht überhaupt nicht.“, sagte Reichmuth der WAZ. Der Uni Dortmund sei indes bewusst, dass trotz aller religiösen Querelen der Bedarf der Studierenden nach einem Rückzugsort auf dem Campus groß sei. Derzeit werde geprüft, ob der „Raum der Stille“ in Zukunft Studentinnen mit kleinen Kindern vorbehalten sein soll, so die WAZ.

Sultanahmet-Attentat
Istanbul: „Warum trauern Deutsche nicht?“

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Istanbul (nex) – Erst einen Monat ist es her, dass ein mutmaßlicher Attentäter der Terrormiliz IS in der Nähe der Sultanahmet-Moschee einen Selbstmordanschlag verübte, bei dem elf Menschen getötet und 14 verletzt wurden. Der nach bisherigen Ermittlungsergebnissen aus Tschetschenien stammende Terrorist hatte sich inmitten einer deutschen Reisegruppe in die Luft gesprengt. Bis auf einen Peruaner, der Teil der Gruppe war, die anschließend in die Vereinigten Arabischen Emirate weiterfliegen wollte, kamen alle Todesopfer aus Deutschland, drei aus Sachsen, drei aus Rheinland-Pfalz, zwei aus Berlin und zwei aus Brandenburg. Einen Monat später ist das Thema vollständig aus den deutschen Medien verschwunden. Nachrichtenxpress hat sich am Ort des Geschehens umgesehen um der Frage nachzugehen, wie präsent das Attentat noch in den Köpfen der Menschen vor Ort ist. Am Obelisk Thutmosis III. ist eine kleine Gedenkstätte errichtet worden mit einer deutschen und einer türkischen Fahne. Türkische Bürger legen Blumen nieder. Andere treten an den Ort des Geschehens und beten.
(Foto: Ertem)
(Foto: Ertem)
Weitgehend hat sich das Leben wieder normalisiert. Touristen finden sich wie in früheren Zeiten auf dem Platz ein, es fällt nur auf, dass die meisten davon jetzt aus muslimischen Ländern kommen. Europäische Touristen findet man selten. Die NEX-Reporter haben einige türkische Bürger angesprochen, die am Denkmal innegehalten oder gebetet hatten. Alle machten einen nachdenklichen Eindruck, waren besorgt hinsichtlich der mehr denn je wieder im Alltagsleben der Menschen präsenten Terrorgefahr. Verwundert sind viele aber auch darüber, dass es offenbar wenig Interesse vonseiten der Deutschen gibt, auch von den Angehörigen. „Ich komme oft hier vorbei, aber ich habe noch nie Deutsche an diesem Ort gesehen. Haben diese Menschen keine Angehörigen, die hier der Opfer gedenken wollten?“, fragt ein Passant. „In Frankreich marschierten Politiker aus aller Welt auf“, bemerkt ein anderer. „Keine Profilbilder in den sozialen Medien mit deutschen Fahnen. Anscheinend sind die Opfer nicht so interessant gewesen.“ Es seien nicht einmal deutsche Politiker zu einer Kranzniederlegung gekommen. „Es ist traurig, dass Europa so schnell wieder zur Tagesordnung übergegangen ist“, meint eine Frau mittleren Alters, und zieht aus den Geschehnissen die Lehre: „Gegen die Terroristen sollten wir einig sein.“ Auch in deutschen Medien ist einen Monat nach dem Anschlag kaum noch etwas zum Attentat zu lesen, und wenn, hat es nicht mit den Opfern oder ihren Angehörigen zu tun. Allenfalls mit dem Rückgang von Touristenzahlen, weil viele auf Grund der Terrorangst Reisen in Nicht-EU-Länder meiden. Keine Homestorys von Journalisten mit Angehörigen, keine Politikerbesuche. Die öffentliche Erinnerung an deutsche Rentner scheint am Ende doch eine geringere Halbwertszeit zu genießen als die an politisch stromlinienförmige Karikaturisten.

Turkish Airlines
Erfolg der Turkish Airlines wird zum Thema in Harvard

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Boston (nex) – Der Erfolg der Turkish Airlines (TA) wird zum Gegenstand einer Fallstudie an einer der renommiertesten Hochschulen der Welt. Seit Dienstag gibt es an der Harvard Business School (HBS) eine Lehrveranstaltung unter dem Titel „Turkish Airlines: Weite Deine Welt“ über den Aufstieg der TA von einer regionalen Fluglinie zu einem weltweit bedeutsamen Unternehmen. „Während die Erwartungen des Sektors im Jahr 2016 insgesamt von einer Steigerung der Passagierzahlen und der Kapazität in Höhe bei jeweils sieben Prozent liegen, strebt Turkish Airlines im gleichen Jahr einen Zuwachs von 21 Prozent bei der Kapazität und 18 Prozent bei der Zahl der Passagiere an“, heißt es in der Einführung zu der Fallstudie, die vom Fakultätsmitarbeiter an der HBS, Prof. Juan Alcacer, und dem geschäftsführenden Direktor des HBS-Forschungszentrums Istanbul, Esel Çekin, verfasst worden war. https://youtu.be/ruav0KvQOOg „Das voraussichtliche Passagieraufkommen aus Europa über Istanbul in den Nahen Osten und Asien sowie von Nordamerika in den Mittleren Osten wird sich in den nächsten 20 Jahren verdreifachen. Angesichts dieses Potenzials wird auch Turkish Airlines über diese Periode weiter wachsen“, heißt es weiter in der Analyse. Zum Beginn des Kurses hat auch der stellvertretende Vorsitzende und CEO Dr. Temel Kotil die HBS in Boston besucht. Er schilderte den rasanten Ausbau der einstigen regionalen Fluggesellschaft zu einer weltweit operierenden Erfolgslinie, die insgesamt 287 Ziele in 113 Ländern der Welt anfliegt und damit der Nachfrage vonseiten Geschäfts- und Urlaubsreisender nachkommt. Entscheidend für das Schicksal der TA seien die Jahre 2004 und 2006 gewesen: 2004 entschloss sich die damals noch staatliche Fluglinie dazu, in einem einzigen Jahr 24 neue Ziele im Nahen Osten anzufliegen, und 2006 wurde die Linie privatisiert. Die Entscheidung, diese 24 neuen Ziele aufzunehmen, ließ, so Kotil, die Zahl der Transitpassagiere seit damals von einer auf aktuell 14 Millionen anwachsen. „Sie wussten, dass Istanbul in einer Schlüsselposition zwischen Europa, Asien und Afrika liegen würde. Und es war klar, dass ein neuer Flughafen in Istanbul diese Entwicklung weiter verstärken würde.“ Die außenpolitischen Initiativen der Regierung in Richtung Afrika hätten weitere Möglichkeiten eröffnet. Unter den bedeutendsten Fluglinien der Welt ist TA vom 13. Platz im Jahr 2014 auf den elften im Vorjahr vorgerückt, für 2016 rechnet Kotil mit einer Verbesserung auf Platz acht. Vor allem wolle man in Asien und auf dem amerikanischen Kontinent weiter an Bedeutung gewinnen. So wie man die Zahl der Anflugziele in Afrika von vier auf 48 steigern konnte, wolle man dies auch mit Blick auf Lateinamerika bewerkstelligen. Die Südamerikareise des Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan sei ein wichtiger Schritt gewesen, dem Geschäftsleute nun folgen würden. Unterdessen ist Turkish Airlines auch unter die Sponsoren des mit Spannung erwarteten Hollywood-Films „Batman v Superman“ mit Ben Affleck gegangen und hat dafür während der Super Bowl am vergangenen Sonntag einen Werbespot geschaltet.  

Wirtschaft
Hamburg ist nur noch der drittgrößte Containerhafen Europas

2015 seien 8,82 Millionen Standardcontainer (TEU) umgeschlagen worden, nach 9,7 Millionen im Vorjahr, wie der Marketing-Chef von Hafen Hamburg, Axel Mattern, am Mittwoch von der dpa zitiert wird. Vor allem Russlands Wirtschaftsprobleme und Chinas schwächelnder Außenhandel seien Hauptgrund für den Rückgang. Ein leichtes Plus von 5,8 Prozent habe der Hafen zwar beim Massengutumschlag verzeichnet, dieser reiche jedoch nicht aus, um die Gesamtbilanz des Hafens auszugleichen. Insgesamt sei der Seegüterumschlag um 5,4 Prozent auf 137,8 Millionen Tonnen gesunken.   Die weiteren Städte im Ranking: 4. Bremerhafen: 5,8 Mio TEU, 5. Algeciras: 4,56 TEU, 6. Valencia: 4,44 TEU, 7. Felixtowe: 3,7 TEU, 8. Piraeus: 3,6 TEU, 9. Istanbul: 3,59 TEU, 10. Giola Tauro: 2,97 TEU