Preisverfall beim Öl
Munich Re: Billiges Öl ist ein Fluch

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München (dts) – Die Munich Re sieht den Preisverfall beim Öl kritisch. „Bislang war das billige Öl immer ein Segen, weil es den Unternehmen Kosten erspart und den Verbrauchern Geld für den Konsum gebracht hat“, sagte der Chefökonom der weltgrößten Rückversicherung, Michael Menhart, dem „Tagesspiegel“. „Aber inzwischen ist es eher ein Fluch, die Risiken überwiegen“, warnte der Ökonom. Am Dienstag stellt die Internationale Energieagentur ihren Ausblick auf die Entwicklung der Ölpreise vor.

Fremdenfeindlichkeit
Laschet: Integration mancher Deutscher in unsere Leitkultur gescheitert

Berlin (dts) – Nach den fremdenfeindlichen Vorfällen in Sachsen zeigt sich CDU-Vize Armin Laschet alarmiert: „In Bautzen und Clausnitz ist die Integration mancher Deutscher in unsere Leitkultur, die für Humanität, Respekt und Anstand steht, gescheitert“, sagte Laschet im Interview der „Welt“. Ihn ließen „die Bilder von Menschen, die johlen, wenn Häuser brennen, erschaudern. Weil alles schon einmal da war.“ In Bautzen war in der Nacht zum Sonntag im Dachstuhl einer geplanten Unterkunft für Flüchtlinge ein Feuer ausgebrochen. Laut Polizei hielten sich während der Löscharbeiten Anwohner und mehrere teils alkoholisierte Schaulustige in der Nähe des Gebäudes auf, einige hätten das Brandgeschehen mit abfälligen Bemerkungen oder unverhohlener Freude kommentiert. Bautzener sollen die Löscharbeiten massiv behindert haben. In Clausnitz hatten am Donnerstag rund 100 Menschen einen Bus mit Flüchtlingen blockiert. Erst nach mehreren Stunden konnten die Flüchtlinge in die Unterkunft gebracht werden. Am Freitag war dann ein Video aufgetaucht, das Kritik am Vorgehen der Polizei ausgelöst hatte.  

Flüchtlingskrise
Bautzen: Asylantenheim brennt – Schaulustige jubeln

Bautzen (nex/dts) – „Ich bin schockiert, dass so etwas in Bautzen möglich ist.“ Im Dachstuhl des Gebäudes, das ab Mitte März zur Unterbringung von etwa 300 Asylsuchenden genutzt werden sollte, war in der Nacht zum Sonntag ein Feuer ausgebrochen. Laut Polizei hielten sich während der Löscharbeiten Anwohner und mehrere teils alkoholisierte Schaulustige in der Nähe des Gebäudes auf, einige hätten das Brandgeschehen mit abfälligen Bemerkungen oder unverhohlener Freude kommentiert.
Applaus von Schaulustigen

„Wir wollen keine Asylantenheime“, sollen Schaulustige gerufen haben, wie die „Sächsische Zeitung“ unter Berufung auf Augenzeugen berichtet. Auch Kinder sollen unter den Schaulustigen gewesen sein, erfuhr die Dresdener Morgenpost. Die Löscharbeiten seien von Schaulustigen teils massiv behindert worden.

Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Das teilte das für Extremismus zuständige Abwehrzentrum der Polizei mit. Die Untersuchungen liefen aber noch, Tatverdächtige gebe es bisher nicht. „Leider ist auch ein fremdenfeindlicher Hintergrund für diese Tat nicht auszuschließen“, so der Bautzener Oberbürgermeister Alexander Ahrens am Sonntag.

 
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Türkei
Antalya: Erstes Touristen-U-Boot startklar

Antalya (nex) – „Nemo“, das erste U-Boot der Türkei für Touristen, wurde vor Kurzem im Mittelmeer zu Wasser gelassen und steht nun für Touren und kulturelle Veranstaltungen bereit. Das in Finnland von einem privaten Unternehmen gebaute U-Boot ist 20 m lang und kostete 4 Mio. Dollar. Nemo wurde unter belgischer Flagge verschifft und zunächst im Hafen von Antalya aufbewahrt, bevor er anschließend zum Setur-Marina-Yachthafen gebracht wurde.
Das 106 Tonnen schwere, 20 m lange, 4 m breite und 6,5 m hohe U-Boot kann bis zu 110 Meter tief tauchen. Nemo startete seine Tauchfahrten im April im Bezirk Alanya in Antalya. Das Boot mit Vollausstattung bietet Platz für 48 Personen und wird elf Monate im Jahr sechsmal täglich einsatzbereit sein. Eine Tauchfahrt dauert zwischen 60 und 90 Minuten.
uboot.antalya.2Wie der U-Bootsbesitzer Yunus Emre Yavuzyigit, CEO von IHS Travel and Touristfly, der Nachrichtenagentur Dogan in einem Interview mitteilte, finde der Tourismus in Antalya hauptsächlich zwischen Meer, Sand und Sonne statt und man habe vor diesem Hintergrund etwas Neues einbringen wollen.
(Foto. AA)
(Foto. AA)
Das Unternehmen machte sich auf die Suche nach U-Booten für Touristen und wurde auf einer der Kanarischen Inseln fündig. „Das Modell, das wir auf Lanzarote entdeckten, bestand nur aus Blechplatten und musste rundumerneuert werden. Die Renovierung dauerte zwei Jahre und das U-Boot wurde in zehn Tagen nach Antalya gebracht.” Yavuzyigit sagte auch, dass ein weiteres U-Boot bestellt worden sei.
Das U-Boot mit der notwendigen Ausstattung ist voll auf die Bedürfnisse von Reisenden und Crew zugeschnitten. Sauerstoffmasken und Versorgungsgüter für 48 Personen sind ebenfalls vorhanden.
uboot.antalya.4Nemo kann bis zu 110 Meter tief tauchen und während einer Fahrt länger als 80 Stunden unter Wasser bleiben.
Unterwassertouren finden sechsmal täglich statt, eine Tour dauert eine Stunde.
 

Cybercrime
Online-Reisebuchung: Zahl der Betrugsfälle steigt

München (ots) – Was im Online-Handel schon an der Tagesordnung ist, wird auch im Online-Reisegeschäft zu einer wachsenden Bedrohung: Betrug durch Cyberkriminelle. Das zeigt eine aktuelle Warnung des britischen Verbands der Reisevermittler (Association of British Travel Agents, ABTA). Die Organisation verzeichnet eine steigende Zahl an Beschwerden von Verbrauchern, die durch nachgeahmte Reisebüro-Websites hereingelegt wurden. Auch in Deutschland wächst laut Online-Markenschützer NetNames die Gefahr. Ein genauer Blick auf Angebot und Anbieter vor der Buchung hilft Verbrauchern, sich zu schützen.
Unglücklicherweise fällt der Online-Betrug oft erst bei der Ankunft am Flughafen oder am Reiseziel auf, wenn Flugtickets nicht gültig oder Zimmer nicht reserviert sind. Das ist doppelt ärgerlich, da die Geschädigten dadurch nicht nur Geld verlieren, sondern auch wertvolle Urlaubszeit. Umso wichtiger ist es, die Maschen der Betrüger zu kennen und einige grundsätzliche Sicherheitstipps zu befolgen. Die Maschen der Betrüger „Eine der Online-Betrugsmaschen ist es, die Website realer Reiseveranstalter nachzuahmen“, so André Stadelmaier, Sprecher von NetNames Deutschland. „Anschließend werden die gefälschten Seiten unter einer ähnlichen Adresse wie die Original-Website – zum Beispiel mit einer leicht anderen Schreibweise oder einer anderen Domain-Endung – ins Internet gestellt. Dadurch landen einige Verbraucher direkt auf den Websites, weil sie sich vertippen oder die falsche Domain-Endung eingeben. Oft führen außerdem Internet- und Social-Media-Anzeigen zu solchen auf den ersten Blick seriösen Angeboten.“ Stadelmaier weiter: „Ein anderer typischer Weg ist die Schaffung komplett neuer Internetauftritte mit Fantasienamen, die vorgeben, Flüge oder Zimmer zu vermitteln. Um Besucher zu den betrügerischen Angeboten zu lenken, werden die Scheinanbieter anschließend in Kommentaren auf bekannten Bewertungsportalen wie TripAdvisor empfohlen. Dazu kommen auch bei dieser Masche häufig Online- und Social-Media-Anzeigen, die direkt zu den kriminellen Seiten verlinken.“ Was Verbraucher tun können „Um nicht auf Betrüger hereinzufallen, sollten Verbraucher vor der Buchung versuchen, ein Gefühl für die Echtheit und Vertrauenswürdigkeit eines Angebots zu bekommen“, rät André Stadelmaier. „Ein guter Indikator für betrügerische ist zum Beispiel der Preis. Wenn eine Buchungsplattform, die nicht zu einem der großen Reiseanbieter gehört, einen Flug oder eine Reise weit günstiger anbietet als andere, ist das Angebot vielleicht tatsächlich zu gut, um wahr zu sein.“ Stadelmaier weiter: „Stutzen sollten Käufer auch, wenn die Web-Adresse noch nicht lange vergeben ist. Über die Website www.who.is lässt sich das meist schnell herausfinden. Nach Eingabe der URL zeigt das Portal – abhängig von der jeweiligen Domain-Endung – verschiedene Daten zur Website an, darunter auch das Datum der Registrierung. Ist die Webseite schon mehrere Jahre alt, ist dies ein Zeichen dafür, dass sie vertrauenswürdiger ist als eine Seite, die zum Beispiel erst kürzlich registriert wurde.“ „Wer sich nicht hundertprozentig sicher ist, mit wem er es zu tun hat, sollte die Reise auf keinen Fall per Überweisung oder Western Union bezahlen“, ergänzt der NetNames-Sprecher. „Kreditkarten bieten hier zumindest einen gewissen Schutz. Außerdem sollten grundsätzlich keine persönlichen Details oder Kreditkarten-Angaben übermittelt werden, wenn die Übertragung nicht durch eine SSL-Verbindung gesichert ist. Eine SSL-Verbindung wird bei besonders aufwändiger Sicherung über eine farbig hervorgehobenen Browser-Adresszeile oder andernfalls über ein Vorhängeschloss-Symbol angezeigt.“  

Kiew
Ukraine erinnert an Opfer der Maidan-Proteste

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Kiew (dts) – In der Ukraine ist am Samstag der Opfer des Maidan-Aufstandes vor zwei Jahren gedacht worden. Hunderte Menschen kamen auf den zentralen Unabhängigkeitsplatz in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko stellte Kerzen an einer Gedenkstätte auf. Bei den schweren Protesten im Februar 2014 gegen den damaligen Präsidenten Wiktor Janukowytsch waren mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Am 22.Februar 2014 war Janukowytsch schließlich für abgesetzt erklärt worden.  
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Sonntagstrend
Umfrage: Union stoppt Abwärtstrend

Berlin (dts) – Die Union kann ihren Abwärtstrend stoppen und stabilisiert sich in der Wählergunst. Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich für die Zeitung „Bild am Sonntag“ erhebt, kommen CDU/CSU erneut auf 35 Prozent. Die SPD liegt unverändert bei 24 Prozent, die AfD erneut bei 12 Prozent. Die Linke gewinnt wie die Grünen einen Prozentpunkt hinzu, beide kommen auf zehn Prozent. Die FDP verliert einen Prozentpunkt und erreicht vier Prozent. Damit rutschen die Liberalen wieder unter die 5-Prozent-Hürde. Auf die Sonstigen entfallen 5 Prozent. Für den Sonntagstrend hat Emnid zwischen dem 11. und 17. Februar 2409 repräsentativ befragte Personen befragt. Frage: „Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahlen wären?“

Flüchtlingskrise
Ramsauer: Bayern soll Grenzen im Alleingang sichern

München (dts) – Nach dem gescheiterten EU-Flüchtlingsgipfel in Brüssel dringen führende CSU-Politiker auf einseitige Schritte zur Grenzsicherung. „Jetzt ist es Zeit für nationale und regionale Notfallmaßnahmen“, sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag, Peter Ramsauer (CSU), den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Bayern wird nicht anders können, als seine fertigen Pläne zur Grenzsicherung aus der Schublade zu holen und im Alleingang umzusetzen.“ Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler präzisierte die Forderung: „Bayern sollte die in den 90er Jahren nach dem Schengen-Abkommen abgeschaffte Grenzpolizei durch eine Änderung des bayerischen Polizeiorganisationsgesetzes wieder einführen.“ Brüssel sei nicht in der Lage, die Schutzfunktion der EU-Außengrenzen zu gewährleisten. Dagegen verteidigte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Mich beeindruckt die Haltung der Bundeskanzlerin, populistischen Strömungen zu widerstehen und keinen Scheinlösungen auf den Leim zu gehen“, sagte Kramer den Funke-Zeitungen. Merkel arbeite für ein nachhaltiges und tragfähiges gemeinsames europäisches Konzept. „Es gibt nicht die eine schnelle Lösung des Problems, sondern viele einzelne notwendige Schritte, um das Tempo des Flüchtlingszustroms zu bremsen, Bleibeberechtigte zu integrieren und abgelehnte Asylbewerber zurückzuführen.“

Flüchtlingspolitik
Arbeitgeber fordern Deutschpflicht für alle Flüchtlinge

Berlin (dts) – Die deutschen Arbeitgeber setzen die Bundesregierung mit einem Forderungskatalog zur Integration von Flüchtlingen unter Druck. Flüchtlinge müssten „verpflichtet werden, von Anfang an Deutsch zu lernen“, sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Das gilt unabhängig von ihrer Bleibeperspektive.“ Ohne die deutsche Sprache hätten Flüchtlinge keine Chance auf Integration in die Arbeitswelt. Kramer schlug Leistungskürzungen für Migranten vor, die sich Sprachkursen verweigerten. Zu dem Fünf-Punkte-Plan, den der Präsident der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) vorstellte, gehört auch die Forderung, Zeitarbeit für alle Flüchtlinge mit Bleibeperspektive zu ermöglichen. Das Instrument der Zeitarbeit sei „am besten geeignet, um Arbeitsplatzangebote und Arbeitssuchende in der gesamten Republik zusammenzubringen“, sagte Kramer. Zudem müssten alle Jugendlichen, die ohne Schulabschluss nach Deutschland kommen, in das Schulsystem eingegliedert werden. Daher müsse die Möglichkeit zum Schulbesuch über das 18. Lebensjahr hinaus ausgedehnt werden. Darüber hinaus dringen die Arbeitgeber auf eine schnellere Abschiebung abgelehnter Asylbewerber und den Erhalt des Schengen-Systems offener Binnengrenzen in der EU. „Voraussetzung dafür ist die Sicherung der europäischen Außengrenzen“, sagte Kramer. „Dazu muss die Grenzschutzagentur Frontex personell und finanziell durch alle EU-Staaten gestärkt werden.“

Ökostrom-Umlage (EEG)
Gabriel warnt vor Folgen der geplanten EEG-Reform für Industrie

Berlin (dts) – Das Bundeswirtschaftsministerium warnt vor dramatischen Folgen für die deutsche Industrie, wenn Industriekraftwerke wie von der EU-Kommission gefordert auf selbst produzierten Strom in Zukunft Ökostrom-Umlage (EEG) zahlen müssen. In einem vertraulichen Bericht des Ministeriums von Sigmar Gabriel (SPD) heißt es dem „Spiegel“ zufolge, dass der „mit einer Belastung von Bestandsanlagen einhergehende Vertrauensbruch massiv das Investitionsklima“ trüben würde. Die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen wäre „teilweise massiv“ beeinträchtigt, so Gabriels Beamte. Dies schwäche Europa als Industriestandort und könne „zu Produktions- und Standortverlagerungen ins außereuropäische Ausland“ führen. Daraus resultierend seien Arbeitsplatzverluste, Steuermindereinnahmen und ein Anstieg der weltweiten klimarelevanten Emissionen zu befürchten. Die deutsche Industrie produziert einen beträchtlichen Teil ihres benötigten Stroms selbst. Im Jahr 2014 hatten sich Bundesregierung und EU-Kommission darauf geeinigt, neue Kraftwerke zwar mit 40 Prozent der EEG-Umlage zu belasten, Altanlagen aber davon auszunehmen. Die EU-Kommission will jedoch erreichen, dass spätestens von 2019 an auch für Bestandsanlagen mindestens 20 Prozent der Abgabe fällig werden.