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DB Cargo
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Rennen in Donnington
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Unruhen in Frankreich
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PKK-Terror
Türkei: PKK-Bombe tötet vier Zivilisten – darunter zwei Kleinkinder
Kampf gegen den Terror
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Gas für Europa
Israelischer Konsul: „Beste Route für israelisches Gas führt durch die Türkei“
In einem exklusiven Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu sprach der Gesandte über eine mögliche Vereinbarung über den Gastransport von Israel über die Türkei zum europäischen Markt.
„Ein Deal zwischen Israel und der Türkei ist angesichts der regionalen Gegebenheiten natürlich, wenn man sieht, was gerade in der Region passiert, wenn man die Beziehungen zu unseren Nachbarn betrachtet und so weiter“, führte Cohen aus. „Das ist Realpolitik. Die Situation in der Region verlangt gerade jetzt diese Art von Zusammenarbeit zwischen Israel und der Türkei im Energiesektor.“
Türkische und israelische Privatunternehmen erörtern derzeit ein mögliches Gaspipelineprojekt zwischen den beiden Ländern zur Beförderung von Erdgas vom Leviathan-Gasfeld nach Europa, das geschätzte 500 Millionen Kubikmeter Gas enthält.
„Aus geopolitischer Sicht wird es ohne die Türkei als Drehscheibe für Energiequellen und besonders für den Transport von Erdgas vom Osten nach Westen und vom Norden nach Süden sehr schwer werden, wirklich zu diversifizieren und bei der Diversifizierung von Energiequellen erfolgreich zu sein“, führte Cohen weiter aus.
Nach Cohen erfordert die Erdgaslieferung eine adäquate Infrastruktur. Wegen der geopolitischen Lage der Türkei sei es sehr wichtig, dass der Großteil der Erdgastransporte durch die Türkei führe und diese mit ihrem Einsatz im Infrastrukturausbau von Pipelines und LNG-Stationen stattfinde.
Israel bereitet derzeit die gesetzlichen Grundlagen für den Erdgasexport vor. Das Oberste Gericht hat jedoch den im März abgeschlossenenen Rahmenvertrag der Regierung zur Erdgasvereibarung mit den Energieunternehmen abgelehnt und für Korrekturen an das Parlament zurückgeschickt.
Cohen erzählte, dass die israelische Regierung den neuen Energie- und Entwicklungsplan für Erdgasfelder vorgelegt und das Kabinett ihm zugestimmt habe.
Die Türkei und Israel führen ihre Versöhnungsgespräche zur Wiederherstellung ihrer bilateralen Beziehungen fort. Diese wurden im Jahr 2010 extremer Belastung ausgesetzt, als israelische Sicherheitskräfte Mavi Marmara, das Schiff einer Hilfsflottille in internationalen Gewässern gestürmt und zehn türkische Aktivisten getötet hatten.
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Türkei
Ankara: Gedenkveranstaltung für Opfer der „Mavi Marmara“
Ankara (nex) – Etwa 200 Menschen versammelten sich am gestrigen Sonntag vor der israelischen Botschaft in Ankara, um des sechsten Jahrestages des tödlichen Angriffs auf ein Schiff der Hilfsflottille „Mavi Marmara“ zu gedenken, das sich auf dem Weg nach Gaza befand.
Das Schiff mit humanitären Hilfsgütern wollte im Jahr 2010 die Gaza-Blockade durchbrechen. Israelische Sicherheitskräfte stürmten das Schiff, neun türkische Aktivisten kamen dabei ums Leben. Ein zehnter Aktivist verstarb vier Jahre später in einem Krankenhaus.
Die Plattform Glaubensfreiheit Ankara organisierte die Gedenkveranstaltung zusammen mit der Internationalen Humanitären Hilfsorganisation Türkei (IHH) sowie anderen NGOs. Während der Zeremonie beteten die Menschen gemeinsam, schwenkten Palästinaflaggen und riefen Parolen gegen Israel. Der Sprecher der Plattform Ankara, Soner Kartal, sagte, dass der Angriff auf Marmara nicht nur das türkische Volk, sondern die Muslime zum Ziel gehabt habe. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel haben wegen des Vorfalls enormen Schaden erlitten.
Die Türkei verlangt eine Entschuldigung, eine Entschädigung der Familienangehörigen der Opfer sowie die Aufhebung der Gaza-Blockade. 2013 kam es wieder zu einer Annäherung, als die israelische Regierung sich für die Todesopfer auf der „Mavi Marmara“ entschuldigte und sich bereit erklärte, über eine Entschädigung der Hinterbliebenen zu verhandeln.
Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind bereits seit 2009 angespannt. Damals übte Recep Tayyip Erdoğan, zu jener Zeit der Premierminister und heute Präsident der Türkei, im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos scharfe Kritik an Luftangriffen der israelischen Armee auf den Gazastreifen infolge Raketenbeschusses israelischer Städte. Die diplomatischen Beziehungen wurden 2010 abgebrochen, nachdem israelische Sicherheitskräfte im Juni desselben Jahres ein Schiff der Hilfsflottille „Mavi Marmara“ gestürmt hatten. Pro-Gaza-Aktivisten wollten damit die 2006 nach der Machtübernahme der Hamas verhängte Seeblockade durchbrechen. Während der Erstürmung kam es zu Zusammenstößen zwischen Aktivisten und israelischen Soldaten, bei denen zehn Menschen, hauptsächlich türkische Staatsangehörige, ums Leben kamen. Erst 2013 kam es auf Initiative des US-Präsidenten Barack Obama wieder zu einer Annäherung, als die israelische Regierung sich für die Todesopfer auf der „Mavi Marmara“ entschuldigte und sich bereit erklärte, über eine Entschädigung der Hinterbliebenen zu verhandeln. Die Türkei hatte diese beiden Punkte sowie eine Aufhebung der Gaza-Blockade zu Voraussetzungen für eine vollständige Normalisierung der Beziehungen benannt.
