Putschversuch gegen die Demokratie
Türkei: Terror-Putschist bittet USA um Asyl

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İzmir (nex) – Der im Zusammenhang mit dem vereitelten Putschversuch der sogenannten Fethullistischen Terrororganisation (FETÖ) festgenommene türkische Kommandant der Luftwaffenbasis İncirlik, Brigadegeneral Bekir Ercan Van, soll die USA um Asyl gebeten haben. Dies berichtet die New York Times. Vonseiten der Amerikaner, die gemeinsam mit weiteren Partnern innerhalb der Anti-IS-Koalition die Basis nutzen, sei jedoch signalisiert worden, dass diesem Begehren nicht stattgegeben werden würde. Der Brigadegeneral, dessen Hoffnung sich damit zerstreute, vor möglichen juristischen Konsequenzen für seine Rolle im Zusammenhang in die USA flüchten zu können, wurde am gestrigen Sonntag noch auf der Basis festgenommen. Van, der beschuldigt wird, eine führende Rolle bei der Organisation und leitenden Unterstützung des Putschversuchs gespielt zu haben, wurde nach seiner Vernehmung durch die Polizei an ein Gericht übergeben. Das zuständige Gericht hat über Van, den Stützpunktkommandanten des 10. Panzerregiments, die Untersuchungshaft verhängt. Es bestehe dringender Verdacht, dass die Tankflugzeuge für die F-16, die auf den Befehl der Putschisten hin für längere Zeit über Ankara und Istanbul kreisten, um die Bevölkerung einzuschüchtern, auf Vans Anordnung hin von İncirlik aus gestartet seien.

Putschversuch in der Türkei
Erdogan bricht Trauerrede für Freund und weitere Putsch-Opfer unter Tränen ab

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Istanbul (nex) – In Tränen musste der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine Rede auf der Trauerfeier für einen alten Freund in Istanbul abbrechen, der während des gescheiterten Putschversuches vom letzten Wochenende getötet wurde. Erol Olcak und sein 16-jähriger Sohn Abdullah wurden während des Putschversuches am späten Freitagabend von Soldaten auf der Bosporusbrücke erschossen, die den Putschisten zuzurechnen waren. Sie hatten gegen den Putschversuch protestiert, der von einer Gruppe innerhalb der Streitkräfte ausging. Die Regierung verdächtigt das Netzwerk des in den USA lebenden, umstrittenen Predigers Fethullah Gülen, das in der Türkei als „Fethullistische Terrororganisation“ (FETÖ) bezeichnet wird, die Gruppe gesteuert zu haben. „Erol war ein alter Freund von mir“, sagte Erdogan vor der „Allahu Akbar“ („Gott ist der Größte“) skandierenden Menge, ehe er in Tränen ausbrach und anfügte: „Ich kann nicht weitersprechen. Mein Beileid unserer Nation. Möge Gott Deiner Seele gnädig sein.“ Olcak hatte mit Erdogan und der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) zusammengearbeitet. Er galt als Mastermind hinter Erdogans Wahlkampagne zur Präsidentschaftswahl im Jahre 2014. Neben Erdogan haben unter anderem auch Parlamentssprecher Ismail Kahraman, der frühere Präsident Abdullah Gül und der ehemalige Premierminister Ahmet Davutoglu an der Trauerzeremonie teilgenommen. Zuvor hatte Erdogan auch an einem anderen Begräbnis für Opfer des Putsches in der Fatih-Moschee teilgenommen. Im Zuge des Putschversuches wurden 161 Menschen getötet, darunter 41 Polizeibeamte und 47 Zivilisten. Außerdem wurden 1440 weitere verletzt. Die Putschisten hatten 104 Tote zu verzeichnen. Mindestens 2839 der Mitwirkung an dem Putsch verdächtige Angehörige der Streitkräfte wurden festgenommen, darunter 29 Leutnants und mehr als 40 Generäle. Darüber hinaus ordnete der Oberste Rat der Richter und Staatsanwälte (HSYK) die Festnahme von 2745 Richtern und Staatsanwälten an, die unter Verdacht stehen, in Verbindung mit FETÖ zu stehen. Zwei Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs wurden am Samstag unter dem Verdacht der Beteiligung am Putschversuch festgenommen.  

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EU-Türkei-Abkommen
Altmaier sieht Flüchtlingsabkommen nach Putschversuch nicht in Gefahr

Saarbrücken (ots) – Der Putschversuch in der Türkei wird nach Ansicht von Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) das Flüchtlingsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Türkei nicht gefährden. Altmaier sagte der „Saarbrücker Zeitung“: „Es gibt bislang keinen Anhaltspunkt dafür, dass das Abkommen in Gefahr sein könnte.“ Beide Seiten müssten ihre Verpflichtungen weiterhin erfüllen, ergänzte der Minister. „Das werden sie auch tun.“ Zugleich betonte Altmaier, die Bundesregierung habe schon vor dem Putschversuch auf Entwicklungen in der Türkei hingewiesen, „die uns besorgt haben. Insbesondere in Hinblick auf die Pressefreiheit und den Umgang mit der Opposition.“ Allerdings verfüge der Rechtsstaat im Land über kräftige Wurzeln. „So leicht wird er von niemandem beseitigt werden können“, sagte Altmaier. Auf die Frage, ob Präsident Erdogan noch ein verlässlicher Partner sei, antwortete der Kanzleramtsminister, die Türkei befände sich derzeit in einer schwierigen innenpolitischen Situation, weil es im Land Spaltungen und Konflikte gebe. „Ich hoffe sehr, dass alle Beteiligten ihre Verantwortung für die demokratischen Strukturen beachten und entsprechend handeln“, so Altmaier.

Gescheiterter Putschversuch
Türkei: Keine weiteren vermissten Luftfahrzeuge

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Ankara (nex) – Der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik teilte am gestrigen Samstag mit, dass die Türkei außer dem Hubschrauber, mit dem sich acht pro-putschistische Soldaten nach dem vereitelten Sturz der Regierung nach Griechenland abgesetzt hatten, keine weiteren Luftfahrzeuge vermisse. Isik, der mit Journalisten in Ankara sprach, dementierte Gerüchte über fünf oder sechs türkische Luftfahrzeuge, die nach dem vereitelten Putschversuch verschwunden seien. Am gestrigen Samstagabend wurde aus diplomatischen Kreisen bekannt, dass der für die Flucht genutzte Black Hawk-Hubschrauber in die Türkei zurückgekehrt sei. Die Quelle teilte weiter mit, dass dieser vom türkischen Militär übernommen worden sei und in Begleitung von weiteren zwei türkischen Hubschraubern um 23.30 Uhr Ortszeit Alexandroupoli verlassen habe.

Vereitelter Putschversuch
Deutsch-Türken verurteilen Medienmeldungen zum Putschversuch

Berlin (nex) – Für mehr als vier Millionen türkischer Einwanderer in Deutschland bedeutete die Nacht von Freitag auf Samstag bange Stunden. Die Sorge um Verwandte, Bekannte und viele Menschen, die in der Türkei leben oder nur gerade im Urlaub sind, war groß. Man hatte aber auch Angst um die Stabilität in dem Land, das in den letzten Monaten bereits so stark vom Terrorismus heimgesucht worden war. NEX hat türkische Einwanderer in Deutschland befragt, wie sie die Nachricht vom Putschversuch aufgenommen haben. Güven Aydın, Dortmund: „Ich bin im Jahr 1984 geboren und bin mit meinen Eltern 1987 als Teil einer Gastarbeiterfamilie nach Deutschland gekommen. Da nach dem Putsch in den 1980ern in der Türkei die Wirtschaft den Bach runterging, haben meine Eltern wie viele Türken auch aus Verzweiflung, Armut und Ausweglosigkeit diesen Schritt wagen müssen. Die Türkei hat mehrere Putsche erlebt und ihre Bürger waren sich im Klaren, was nach so einem Putsch folgen wird. Keiner kann den Türken weismachen, dass so ein Putsch mehr Demokratie und Freiheit bringen würde. Das widerspricht den Erfahrungen der Türken. Das türkische Volk hat aus seiner Geschichte gelernt und diesmal nicht zugelassen, dass man ihm etwas diktiert. Ich bin sowas von stolz auf die Türkei und die Türken, weil sie um jeden Preis die Demokratie bewahrt haben und der ganzen Welt klargemacht haben, dass die Zukunft der Türkei nur von Türken selbst als Volk bestimmt werden darf.“ Zeynep Akarsu, Köln (dzt. Istanbul): „Meine Mutter hat mich ganz besorgt aus Köln angerufen, ob es mir gut geht. Erst da habe ich mitbekommen, dass etwas läuft. TRT 1, der türkische Staatssender, war bereits von den Putschisten eingenommen und die Nachrichtensprecherin verlas die Erklärung. Ein Putsch! Das hat uns sehr erschrocken. Das hat die Türkei nicht verdient. Ich bin zwar keine Erdoğan-Anhängerin und habe auch nicht die AKP gewählt, aber eine Militärdiktatur kommt erst gar nicht in Frage! Als Tayyip Erdogan dann dazu aufrief, sich gegen die Putschisten zu stellen, fanden wir als kurdisch-türkische Bürger, dass das der einzige Weg ist, diesem Putsch entgegenzuwirken. Als ein Volk. Wir sind natürlich direkt auf die Straße. Das Militär hatte die Brücken, den Flughafen und andere Verkehrsknotenpunkte abgesperrt. Wir sind sofort zur Bogazici. Tausende Menschen waren bereits dort. Sie schwenkten Türkei-Fahnen und skandierten Parolen. Alles war absolut angstfrei. Das hat mich am meisten berührt. Die Unerschrockenheit der riesigen Menge. Als fürchteten sie weder Tod noch Teufel. Das hat mich mitgerissen. Später habe ich durch den Fernseher erfahren, dass auch im Osten der Türkei, also in den vorwiegend kurdisch besiedelten Gebieten, das Volk millionenfach auf der Straße und den Gemeindeplätzen war, um sich für die Demokratie einzusetzen. Das hat mich besonders stolz gemacht. Wenn ich jetzt, zwei Tage später, darüber nachdenke, dann finde ich diesen Mut der Bevölkerung anerkennenswert. Jedem einzelnen Teilnehmer zolle ich meine tiefe Achtung. Ich vertraue darauf, dass die Justiz die Unschuld der Soldaten, die keinen Dienstgrad haben und nur Befehlsempfänger sind, feststellt und sie freilässt. Ich habe volles Verständnis dafür, dass die Regierung Konsequenzen zieht und dass es eine Welle von Verhaftungen gibt. Besonders die hochdekorierten Militärs müssen unter die Lupe genommen werden. Dass dafür erst einmal die Richter und die Staatsanwälte, die in der Vergangenheit durch ihre gülennahen Urteile aufgefallen sind, entlassen werden müssen, ist selbstverständlich.“ Kezban Miccaklar*, Halver: „Während ich mit meiner Familie über alle möglichen Sozialen Netzwerken die Geschehnisse in der Türkei schlaflos bis in den Morgen aktiv verfolgte, bemerkte ich sehr schnell, wie Kommentatoren unter zahlreichen deutschen Berichterstattungen den Putschversuch gegen Erdogan gut hießen. Während die Presseerklärungen Erdogans aus dem Kontext gezogen und ins lächerliche gerückt worden sind, fiel kein Wort über den Zusammenhalt der türkischen Bevölkerung, ganz gleich welcher Partei oder Nationalität. Selbst die kurdische HDP hatte sich auf die Seite der Regierung gestellt, wobei keineswegs eine Anteilnahme der deutschsprachigen Medien zu spüren war.“ Cemile Özdemir, Berlin: „Das war wie eine Erschütterung, die das ganze Land durchzog. Meine Familie ist weit verzweigt und ich habe ständig Nachrichten aus meiner Heimatstadt Malatya, von der Bogazici-Brücke, wo einer meiner Cousins war, der Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke, wo ein andere Cousin war, vom Flughafen Atatürk und dem Generalstabszentralgebäude in Ankara über die sozialen Medien erhalten. Es war ein überwältigendes Gefühl, dass sich das gesamte türkische Staatsvolk, ungeachtet der politischen Couleur, zusammengeschlossen hat, um gegen eine Militärdiktatur Zivilcourage zu beweisen. Es sind Freunde gestorben für den Erhalt der Demokratie. Es stimmt mich sehr traurig, dass meine deutsche Heimat in den Medien so respektlos mit dem Volkswillen umgeht und es so darstellt, als sei ein durch Erdogan aufgewiegelter Mob gegen die pazifistischen Revolutionäre brutal vorgegangen, oder gar von einer ‚Putschinszenierung‘ Erdogans spricht. Das türkische Staatsvolk hat furchtlos Geschichte geschrieben und der Weltöffentlichkeit gezeigt, dass in einer funktionierenden Demokratie die Staatsgewalt vom Volk ausgeht. Und ich bin ein Teil dieses mutigen Volkes. Das macht mich sehr stolz.“ Semra Birsimi, Stuttgart: „Ich bin seit Freitagnacht noch stolzer auf die Türkei und ihre Bürger als ich ohnehin schon war. Erdogan ist auf dem richtigen Weg. Egal, wer den Putsch angezettelt hat, jeder Staatschef weltweit würde diesen im Keim ersticken wollen. Dies ist ihm dank der Unterstützung des Volkes mehr als gut gelungen. Meine Familie war auf den Straßen und würde dies jeder Zeit wieder tun, keiner von uns wünscht sich die 1980er/90 Jahre zurück.“ Esref Balci, Aachen: Ich bin entsetzt darüber, wie die deutschen Medien auf diesen Putschversuch reagieren. Trauer, weil es nicht geklappt hat. So eine Trauer gab es nicht mal nach dem Ausscheiden von der Europameisterschaft. Was mich aber richtig wütend macht ist der Umstand zu wissen, wofür das jahrelange Türkei und Erdoganbashing gewesen ist. Man hat wohl auf diesen Putsch hingearbeitet.“  
(*Name geändert, Anm Redaktion)  

"Größter Strafprozess in der Geschichte der Türkei"
Türkei: 6.000 mutmaßliche Putschisten festgenommen

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Der Justizminister erklärt, dass dieser Strafprozess der größte in der Geschichte der Türkei sein werde Ankara (nex) – Der türkische Justizminister Bekir Bozdag erklärte am heutigen Sonntag, dass mindestens 6.000 Personen im ganzen Land wegen des Verdachts der Verwicklung in den am vergangenen Freitag vereitelten Putschversuch festgenommen worden seien. Die Regierung hatte zuvor erklärt, dass etwa 3.000 Militärangehörige festgenommen worden seien. In der gestrigen Nacht habe ein Staatsanwalt die Festnahme von etwa 2.750 Richtern mit Verbindungen zur Terrororganisation Fethullah (FETÖ) angeordnet. Die Richter werden der Teilnahme am Putsch verdächtigt. „Das rechtliche Verfahren wird fortgesetzt“, erklärte Bozdag im staatlichen Fernsehsender TRT. „Dies wird der größte Strafprozess in der Geschichte der Türkei sein.“ Bozdag versprach, dass die in den vereitelten Putsch verwickelten Personen den Preis dafür zahlen würden. Die Regierung erklärte, dass der Militärputsch von Anhängern des in den USA lebenden Fethullah Gülen organisiert worden sei. Gülen wird beschuldigt, seit Jahren den Sturz der Regierung mithilfe seiner innerhalb des türkischen Staates angestellten Unterstützern herbeiführen zu wollen. Letztere sind hauptsächlich bei Militär, Polizei und Justiz beschäftigt. Bozdag wiederholte die Forderung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an die USA, Gülen auszuliefern. „Gülen zu schützen wird die Position der USA schwächen und ihr Ansehen schädigen“, betonte er. „Ich gehe davon aus, dass die USA nicht zu jemandem halten werden, der gegen die Türkei agiert.“ Bei dem Putschversuch wurden im gesamten Land 181 getötet.

Gescheiterter Putschversuch
Türkei: Erdogan fordert von US-Präsident Obama Gülens Auslieferung

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Erdogan appelliert an Obama, Fethullah Gülen an die Türkei auszuliefern Istanbul (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan forderte am gestrigen Samstag seinen US-amerikanischen Amtskollegen Barack Obama auf, Fethullah Gülen an die Türkei auszuliefern. „Ich appelliere an Präsident Obama, die Person, die auf einem 160 Hektar großen Grundstück in Pennsylvania lebt, auszuliefern“, erklärte Erdogan. Erdogan sprach über den von einer kleinen regierungsfeindlichen Gruppe innerhalb des Militärs durchgeführten Putschversuch und stellte klar, dass dieser illegale Akt und diese Gruppe nicht das Militär repräsentierten. Später erwiderte Erdogan der skandierenden Menge, die die Hinrichtung der Putschisten verlangte: „Es ist ein Recht in einem demokratischen Land, jede Meinung zu diskutieren. Wir müssen dafür nicht um Erlaubnis bitten. Ich bin der verfassungsmäßige Oberbefehlshaber der türkischen Streitkräfte“ betonte er in Richtung Putschisten.  

Terror-Putsch in der Türkei
Türkei: Hochrangiger Militär unter 52 festgenommenen Soldaten

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Urla/Izmir (nex) – Unter den festgenommenen Soldaten in Denizli befindet sich auch ein Standortkommandant. Sie werden der Verwicklung in den am vergangenen Freitag vereitelten Putschversuch beschuldigt. Wie Sicherheitsquellen berichten, seien über 50 hochrangige Militärs am heutigen Sonntagmorgen in der westtürkischen Provinz Denizli im Zusammenhang mit dem vereitelten Putschversuch festgenommen worden. Unter den Festgenommenen befinde sich auch der Generalmajor Orhan Özbakir, Kommandant des Standorts Denizli und der 11. Kommando-Brigade, so die anonyme Quelle weiter. Des Weiteren hieß es, dass die 52 Militärs zur Provinz Izmir gebracht worden seien. Etwa 3.000 Militärangehörige seien wegen Verwicklung in den Putschversuch festgenommen sowie 22 pro-putschistische Soldaten, unter ihnen auch hochrangige Offiziere, bei dem Putschversuch getötet worden. Nach Angaben des Ministerpräsidenten Binali Yildirim sind während der Unruhen 161 Menschen ums Leben gekommen. Die Regierung erklärte, dass der Militärputsch von Anhängern des in den USA lebenden Fethullah Gülen organisiert worden sei. Gülen wird beschuldigt, seit Jahren den Sturz der Regierung mithilfe seiner innerhalb des türkischen Staates angestellten Unterstützern herbeiführen zu wollen. Letztere sind hauptsächlich bei Militär, Polizei und Justiz beschäftigt.

Unterstützung aus aller Welt
Türkei: Weltweite Freudenkundgebungen nach Scheitern des Putsches in der Türkei

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Beirut (nex) – Hunderte Menschen kamen am gestrigen Samstag im Libanon und im Gazastreifen zusammen, um das spektakuläre Scheitern des Militärputsches in der Türkei in der Nacht zuvor zu feiern. „Mit der Unterstützung ihres Volkes ist die Türkei siegreich aus der Angelegenheit hervorgegangen“, erklärte Mohamed Ashour, ein Einwohner Gazas, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. Der 50-jährige Vater von sieben Kindern erzählt weiter, dass er die ganze Nacht auf verschiedenen Fernsehkanälen die dramatischen Ereignisse in der Türkei verfolgt habe. „Die Nachricht über den Putschversuch war ein Schock“, so Ashour weiter. „Aber jetzt ist der Schock der Freude gewichen.“ Hunderte Palästinenser mit Türkei- und Palästinaflaggen in den Händen versammelten sich am heutigen Samstag in der südlichen Stadt Chan Yunis im Gazastreifen, um ihre Unterstützung für die gewählte türkische Regierung zu verkünden. Einige trugen Banner mit der Aufschrift „Gaza wird nicht vergessen, wer zu ihm gehalten hat“ – eine Anspielung auf die jahrelange Unterstützung der türkischen Regierung für die Menschen in Gaza, die unter einem jahrelangen Embargo durch Israel und Ägypten gelitten haben. Die Normalisierung der Beziehungen zwischen der Türkei und Israel hat jüngst dazu geführt, dass der Türkei ein erleichterter Zugang zum Gazastreifen ermöglicht wird. Auf diese Weise sollen humanitäre Hilfsgüter leichter nach Gaza transportiert und Infrastrukturprojekte verwirklicht werden können. „Dies ist eine Botschaft an unsere Geschwister in der Türkei, dass das palästinensische Volk an ihrer Seite steht“, erklärte Yunus al-Astal, ein führendes Mitglied der palästinensischen Bewegung Hamas, die 2006 im Gazastreifen die Macht ergriffen hat. Im Libanon versammelten sich unterdessen hunderte Menschen in der südlichen Stadt Sidon, um das Scheitern des Putschversuches in der Türkei zu feiern.Die Demonstranten trafen sich vor dem türkischen Krankenhaus, schwenkten Türkeiflaggen und brachten ihre Unterstützung für den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan und die türkische Regierung in Sprechchören zum Ausdruck. Dutzende Libanesen organisierten zudem ein Sit-in in Tripoli, um ihre Unterstützung für die gewählte Regierung der Türkei zu zeigen. Manche Demonstranten verrichteten auf dem Nour Square in Tripoli das Morgengebet als Zeichen ihrer Dankbarkeit gegenüber Gott dafür, dass der Putschversuch in der Türkei gescheitert sei. Auch in Bosnien versammelten sich hunderte Menschen und zeigten sich mit dem türkischen Volk solidarisch. „Wir verurteilen den Putschversuch des Militärs“, erklärte Mirsada Rozaja mit einer Türkeiflagge in der Hand.
(Foto: Mirsada Rozaja)
Sarajewo/Bosnien (Foto: Mirsada Rozaja)
  In der vergangenen Freitagnacht hatte eine abtrünnige Gruppe innerhalb des türkischen Militärs versucht, die Regierung zu stürzen. Obwohl der Putsch von den rechtmäßigen Behörden und Sicherheitsapparaten des Landes recht bald vereitelt werden konnte, sind nach Angaben des türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim im Zuge des gewaltsamen Aufruhrs etwa 160 Menschen ums Leben gekommen. Weitere Freudenkundgebungen zur Feier der erfolgreichen Niederschlagung des Putsches gab es auch in Somalia.

Gescheiterter Putschversuch
Türkei: Terror-Putschisten flüchten nach Griechenland

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Ankara (nex) – Die Türkei verlangte am heutigen Samstag die Auslieferung von acht Militärs, die nach dem gescheiterten Putschversuch nach Griechenland geflohen waren. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu teilte per Twitter mit, dass die Türkei die sofortige Auslieferung der acht Soldaten, die Hochverrat begangen hätten und anschließend mit einem Hubschrauber nach Griechenland geflohen seien, beantragt habe. Die griechische Polizei erklärte, dass der Hubschrauber um 11.50 Uhr Ortszeit auf dem Flughafen Alexandroupoli in der Nähe der griechisch-türkischen Grenze gelandet sei. Die acht Insassen wurden festgenommen und beantragten politisches Asyl. Der griechische Generalstab teilte in einem Statement mit, dass der Black Hawk-Hubschrauber umgehend in die Türkei zurückgeschickt werden soll. „Die Asylbehörde wird die Anträge der Hubschrauberinsassen auf politisches Asyl in Griechenland untersuchen“, hieß es weiter in dem Statement.