Ankara (nex) – Türkischer Präsident in Kontakt mit Bundeskanzlerin und NATO-Führung. Erdogan führt auch Telefongespräche mit aserbaidschanischer, iranischer und britischer Regierung
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat am gestrigen Montag separate Telefongespräche mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg geführt.
Nach Angaben einer anonymen Quelle aus dem Präsidialamt habe Merkel Erdogan mitgeteilt, dass der vereitelte Putschversuch vom 15. Juli inakzeptabel gewesen sei und Deutschlands Unterstützung für die gewählte Regierung der Türkei zum Ausdruck gebracht.
Stoltenberg habe gegenüber Erdogan erklärt, dass es keinen Raum für Putsche in einem NATO-Mitgliedsstaat gebe, so die Quelle weiter.
Erdogan habe auch separate Telefongespräche mit dem aserbaidschanischem Präsidenten Ilham Alijew und dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani geführt. Beide hätten den Putschversuch aufs Schärfste verurteilt und ihr Beileid für die Familienangehörigen der getöteten Opfer sowie ihre Unterstützung für die gewählte Regierung der Türkei ausgesprochen.
Am Montagnachmittag habe Erdogan dann mit der britischen Premierministerin Theresa May telefoniert, so die Quelle weiter. May habe den Putschversuch verurteilt und erklärt, dass Großbritannien an der Seite der türkischen Regierung stehe.
Des Weiteren habe sie betont, dass es in Demokratien keinen Platz für Regierungsstürze gebe und Erdogan sowie dem ganzen Volk für ihren Mut bei ihrem Einsatz gegen den Putsch gratuliert.
Auch die Schweiz verurteilte am gestrigen Montag den Putschversuch und brachte ihre Unterstützung für die Legitimität der gewählten Regierung der Türkei zum Ausdruck.
„Wir rufen zur Aufrechterhaltung des Konsenses und der nationalen Einheit der türkischen Gesellschaft nach dem Putschversuch auf“, erklärte das Schweizer Außenministerium in einem Statement.
Hunderte beim Putschversuch getötet
In der vergangenen Freitagnacht hatte eine kleine Gruppe Militärs versucht, die demokratisch gewählte Regierung der Türkei zu stürzen. Über 200 Menschen wurden im Zuge des Putschversuchs getötet und weitere 1.500 verletzt.
Neunundneunzig Putschisten wurden in Ankara wegen der Gründung einer bewaffneten Terrororganisation, des Versuchs der Abschaffung der verfassungsmäßigen Ordnung sowie der vorsätzlichen Tötung in Untersuchungshaft genommen.
Nach Angaben des Innenministeriums wurden insgesamt 8.777 Personen, unter denen sich 30 Gouverneure, 52 Verkehrsinspektoren und 16 Justiziare befinden, von ihren Aufgaben entbunden.
Über 6.000 Verdächtige, unter anderem Militärs und Richter, wurden im Zusammenhang mit dem am Freitag durchgeführten Putschversuch festgenommen.
Sie sollen Verbindungen zu dem in den USA lebenden umstrittenen Prediger Fethullah Gülen haben, der mithilfe seines Netzwerkes einen bereits Jahre dauernden Kampf gegen die Regierung führen soll. Gülens Unterstützer sollen gezielt Militär, Polizei und Justiz unterwandert haben.
Anonyme Quellen aus dem Umfeld der Staatsanwaltschaft Istanbul erklärten, Gülen sei auch der Hauptverdächtige in zwei Untersuchungen, die die Behörde derzeit führt.
Ankara (nex) – Der Brand in einem Viertel in der Nähe der Medizinischen Klinik Ankara löste kurzzeitig eine Panik aus, da man zunächst von einer Explosion ausging.
Nach einem Bericht von Sky News vermutete man zunächst eine Explosion. Wie uns jedoch die Sicherheitskräfte mitteilten, handelte es sich lediglich um einen Brand.
Die aufsteigenden Rauchschwaden, die von der Bevölkerung voller Angst beobachtet wurden, ließen zunächst eine Explosion vermuten. Die neuesten Informationen zeigen jedoch, dass es sich hierbei um einen Brand handelte.
Der Vorfall ereignete sich in einem Slumviertel hinter der Medizinischen Klinik Ankara. Die Bevölkerung ging zunächst von einer Explosion aus und teilte dies in den sozialen Medien mit.
Paris (nex) – Wie französische Medien unter Berufung auf Polizeimeldungen berichten, hat sich in der südfranzösischen Stadt Bollène ein Mann in einem Hotel verschanzt.
Er sei mit einem Messer bewaffnet und könnte eine Bombe bei sich haben.
Das Hotel sei bereits evakuiert worden. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurden das Gebäude und die Umgebung abgesperrt.
Ob der Vorfall einen terroristischen Hintergrund habe, sei noch völlig unklar.
Bonn (ots) – Bürger und Sicherheitskräfte in Deutschland müssen sich nach Ansicht des CDU-Innenexperten Wolfgang Bosbach auf eine neue Situation einstellen.
„Wir erleben ja gerade wieder, dass die Gefahr nicht nur von großen terroristischen Organisationen ausgeht, sondern auch von radikalisierten Einzeltätern, teilweise von Personen, die einer Art Turbo-Radikalisierung erlegen sind“, sagte der Politiker am Dienstag dem Sender phoenix.
Die Tat in Franken zeige, dass es keine hundertprozentige Sicherheit geben könne. Um so mehr sei das Umfeld von potenziellen Tätern gefragt.
„Wir sind oftmals auf die Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen“, sagte Bosbach weiter. „Und das hat nichts mit Denunziation zu tun.“
Frankfurt/Main (ots) – Wie auch im vergangenen Jahr kann sich die Kaufingerstraße in München als die am stärksten frequentierte Einkaufsmeile Deutschlands behaupten. Das ergibt die von BNP Paribas Real Estate für 89 Einkaufsstraßen in 27 Städten durchgeführte Frequenzanalyse.
„Die Kaufingerstraße bleibt auch bei unserer diesjährigen Frequenzzählung das Maß aller Dinge und setzt sich mit 12.878 Personen pro Stunde an die Spitze aller 89 gezählten Einkaufsstraßen. Damit belegt sie das vierte Jahr hintereinander die Führungsposition und unterstreicht erneut ihre hohe Anziehungskraft und Attraktivität. Natürlich werden Passantenfrequenzen zum konkreten Zählzeitpunkt von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Ein direkter Vergleich zwischen einzelnen Straßen ist demzufolge auch nicht als mathematisch hartes Ergebnis zu werten. Wenn sich aber einzelne Shoppingmeilen über Jahre in den Spitzenpositionen halten, stellt dies für Einzelhändler durchaus ein zusätzliches und begleitendes Instrument für die Absicherung von Standort- und Investitionsentscheidungen dar“, erläutert Christoph Scharf, Geschäftsführer von BNP Paribas Real Estate Deutschland und Head of Retail Services.
Auf dem zweiten Rang folgt die Kölner Schildergasse, die sich mit 11.248 Passanten um einen Platz verbessert und die Position mit der Neuhauser Straße mit 11.232 Personen getauscht hat. Damit schafft es die bayerische Landeshauptstadt erneut, zwei Einkaufsstraßen in den Top 3 zu platzieren. Vervollständigt wird das Führungsquintett von der Frankfurt Top-Lage Zeil auf Rang vier mit 10.315 Besuchern und der Hannoveraner Georgstraße, die auf 9.564 Passanten kommt. Damit belegen die auch bei der letzten Zählung am besten besuchten Retail-Lagen erneut die fünf ersten Plätze.
Auch auf den weiteren Rängen finden sich mit der Bahnhofsstraße in Hannover (9.301), dem Kölner Wallrafplatz (9.228) und der ebenfalls in der Domstadt gelegenen Hohe Straße (9.185) alte Bekannte wieder. Neu in die Top 10 aufgestiegen ist dagegen die Tauentzienstraße in Berlin, die es mit 7.870 gezählten Passanten auf Rang neun schafft. An zehnter Stelle platziert sich wie im Vorjahr der Dortmunder Westenhellweg mit einem Ergebnis von 7.693 Personen. Damit finden sich neun der letztjährigen Top-Platzierten auch 2016 in der Spitzenliga wieder. Lediglich die Theatinerstraße in München ist mit 7.634 Besuchern auf Rang 12 abgerutscht. Knapp verfehlt wurden die Top 10 von der Hamburger Mönckebergstraße, die sich mit 7.672 Passanten hauchdünn mit Rang 11 begnügen muss.
„Auch wenn es natürlich viele Einflussfaktoren gibt, die zu Positionsverschiebungen und von Jahr zu Jahr unterschiedlichen Passantenfrequenzen führen, sei es nun das Wetter, Baustellen oder besondere Veranstaltungen, zeigen die Ergebnisse eindeutige Tendenzen und Hierarchien auf, aus der sich die Beliebtheit und Umsatzpotenziale der wichtigsten Straßenzüge ableiten lassen“, erklärt Christoph Scharf. Wie eng es dabei zugeht, zeigt sich aber daran, dass auf den Plätzen 11 bis 20 viele bekannte Shoppingmeilen folgen, die ebenfalls zu den absoluten Premiumlagen in Deutschland gehören, bei denen das Ergebnis nur wenige hundert Personen auseinander liegt. Hierzu zählen beispielsweise die Prager Straße in Dresden (7.480), der Berliner Kurfürstendamm (6.918), die Stuttgarter Königstraße (6.758) und die Düsseldorfer Shopping-Boulevards Schadowstraße und Königsallee mit jeweils gut 6.600 Passanten.
Aber auch außerhalb der großen Metropolen finden sich stark frequentierte Einkaufsmeilen, die ein großes Potenzial aufweisen und als hochinteressante Standorte zu bewerten sind. Als Beispiele stehen die Nürnberger Karolinenstraße mit 6.832 Passanten (Platz 16), die Ludgeristraße in Münster mit 6.717 Personen (Platz 18), die Simeonstraße in Trier mit 6.672 Besuchern (Platz 19), die Wiesbadener Kirchgasse mit 6.498 Passanten (Platz 24) oder die nur einen Rang dahinter liegende Grimmaische Straße in Leipzig (6.474).
„Schaut man sich die Ergebnisse der neuesten Zählung an, so zeigt sich, dass die großen Shoppingmeilen trotz des weiter wachsenden Onlinehandels immer noch mit ihrer Attraktivität und Vielfalt punkten können. Mit gut 472.000 gezählten Passanten lag das Ergebnis in diesem Jahr sogar leicht über dem Vorjahreswert. Aufenthaltsqualität, Einkaufserlebnis und Bummelcharakter üben nach wie vor eine große Anziehungskraft auf Kunden aus. Um dies auch zukünftig sicherzustellen, müssen die Städte und Einzelhändler aber wie bisher auf neue Herausforderungen reagieren und mit der Zeit gehen. Hierzu gehört es, die Vielfalt und Qualität der Einkaufsstraßen nicht nur zu erhalten, sondern wo möglich auch zu optimieren und an das neue Einkaufsverhalten der Kunden anzupassen“, fasst Christoph Scharf die Ergebnisse zusammen.
Muğla (nex) – Die Gendarmerie hat im Westen der Türkei Waffen und militärisches Gerät beschlagnahmt, von dem davon ausgegangen wird, dass es im Zusammenhang mit dem Putschversuch vom Wochenende zum Einsatz gekommen ist.
Lokalen Offiziellen zufolge sollen die Utensilien beim Sturm auf Erdoğans Urlaubshotel verwendet worden sein, hieß es am Montag. Die Ausstattung – darunter Sturmgewehre, Handfeuerwaffen, Granaten, Munition, Helme, Schutzausrüstung und Nachtsichtgeräte – wurden am Sonntag in einem Gehölz nahe dem Grand Yazici Marmaris Hotel bei Marmaris gefunden, wo der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Freitagabend zu Gast war.
Das Amt des Provinzgouverneurs erklärte, die Ausstattung wäre vom örtlichen Gendarmeriekommando sichergestellt worden. Derzeit wird immer noch nach den Angehörigen jener Einheiten gefahndet, die mit Unterstützung durch Helikopter das Hotel angegriffen hatten.
Erdoğan hatte zu diesem Zeitpunkt das Hotel bereits verlassen. Bei der Erstürmung kam es zu einem Feuergefecht, bei dem zwei Polizeibeamte getötet und sieben weitere verletzt wurden. Es ist noch unklar, ob das Gerät nach dem Angriff zurückgelassen wurde oder zum Zweck der Verwendung während des Angriffs gelagert worden war. Der Erklärung zufolge sollen auch zwei Leutnante der Luftwaffe am Sonntag in der Nähe des Fundortes festgenommen worden sein. Sie sollen noch im Besitz von Waffen gewesen sein.
Mehr als 6000 Personen, die Hälfte davon Militärs, wurden seit dem Scheitern des Putschversuches festgenommen. Ermittlungen wurden eingeleitet. Die Regierung verdächtigt das Netzwerk des seit 1998 in den USA lebenden, umstrittenen Predigers Fethullah Gülen, den Putschversuch organisiert zu haben. Gülen soll mithilfe seines Netzwerkes bereits seit den 1980er Jahren gezielt staatliche Institutionen unterwandert haben.
Anonyme Quellen aus dem Umfeld der Staatsanwaltschaft Istanbul erklärten, Gülen sei auch der Hauptverdächtige in zwei Untersuchungen, die vonseiten der Behörde derzeit geführt werden. In offiziellen Dokumenten wird in der Türkei auf die Bewegung des Predigers als „Fethullistische Terrororganisation – Parallelstaatsstruktur“ (FETÖ/PDY) Bezug genommen.
Düsseldorf (ots) – Jonas Boldt, Manager von Bayer 04 Leverkusen, hat die Spekulationen um einen möglichen Transfer von Ömer Toprak (26) zu Borussia Dortmund beendet.
„Da läuft schon seit sechs Wochen nichts mehr“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Damit ist das Thema vom Tisch. Wir wollten ihn nicht verkaufen und sind glücklich, dass er hier bleibt.“
Überhaupt habe der Verein nur über einen Transfer verhandelt, weil Toprak den Wechselwunsch hatte und ein „verdienter Spieler“ sei. Der Wechsel sei vor allem geplatzt, weil der BVB nicht die vom Werksklub geforderte Summe bezahlen wollte. „Auch wenn Dortmund jetzt noch mit 25 Millionen um die Ecke kommt, ändert das nichts“, sagte Boldt.
„Was nächstes Jahr sein könnte, ist dann nicht mehr unsere Baustelle.“ Toprak kann im kommenden Jahr für die dann in einer Klausel festgeschriebene Ablösesumme von zwölf Millionen Euro wechseln.
Der Innenverteidiger spielt seit der Saison 2011/2012 in Leverkusen, wo er zum Abwehrchef und Vize-Kapitän avancierte. Er kommt auf 129 Bundesliga-Einsätze für den Werksklub (vier Tore).
Istanbul (nex) – Die FAA hatte für alle Flugzeuge aus der Türkei mit den USA als Zielort ein Flugverbot verhängt, nachdem eine Gruppe von Putschisten einen Regierungssturz durchführen wollten.
US-amerikanische Behörden hatten die Entscheidung mit Sorge über die Sicherheitsstandards am Flughafen Istanbul Atatürk begründet. Turkish Airlines, die als einzige türkische Fluggesellschaft die USA anfliegt, hatte daraufhin alle für den gestrigen Sonntag und heutigen Montag geplanten Flüge in die USA gecancelt.
Des Weiteren verhängte die Regierung für in den USA registrierte Luftfahrzeuge ein Flugverbot in die und aus der Türkei, aber da American Airlines, United Airlines und Delta Air Lines Istanbul nicht anfliegen, waren US-amerikanische Fluggesellschaften von dem Verbot nicht betroffen. Doch auch dieses Verbot wurde von der FAA aufgehoben.
Ein türkischer Sprecher erklärte am heutigen Montag, dass US-Behörden „eine Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen“ an den türkischen Hauptflughäfen durchgeführt hätten. Eine weitere anonyme Quelle teilte mit, dass ein Team der Transportsicherheitsbehörde am Istanbuler Flughafen die Überprüfung durchgeführt habe.
„Die türkischen Behörden arbeiten mit der US-Behörde zusammen, um annehmbare Standards und Wiederaufnahme der Flüge zu gewährleisten“, erklärte ein Sprecher der Turkish Airlines.
Die Reaktion der USA auf den Putschversuch vom vergangenen Freitag war einmalig. Andere Länder verhängten keine Flugverbote.
Türkische Akademiker prangerten den am vergangenen Freitag vereitelten Putschversuch an.
Urla/Izmir (nex) – In einem Statement erklärte der Türkische Interuniversitäre Rat, dass „wir den am Freitag vereitelten Versuch, die demokratisch gewählte Regierung der Türkei zu stürzen, aufs Schärfste verurteilen“.
Weiter hieß es: „Als eine aktive Stimme der Freiheit und Demokratie werden unsere Universitäten diesen gegen unseren Volkswillen und die Demokratie gerichteten Versuch niemals akzeptieren.“
Der Rat rief alle Universitäten, Akademiker und Studierende in der Türkei auf, „die Zukunft unseres Landes zu unterstützen und sich gegen den inakzeptablen, beschämenden Putschversuch gegen unser Volk, unseren Volkswillen und unsere etablierte Demokratie zu positionieren.“
Drahtzieher des vereitelten Putschversuchs sollen Anhänger des in den USA lebenden Fethullah Gülen sein, dem die Türkei vorwirft, seit Jahren für den Sturz der Regierung mithilfe seiner beim türkischen Staat angestellten Unterstützer zu kämpfen. Letztere sind hauptsächlich bei Militär, Polizei und Justiz beschäftigt.
Am vergangenen Freitag hat eine kleine Gruppe aus dem Militär versucht, die gewählte Regierung der Türkei zu stürzen. 161 Menschen wurden im Zuge des Putschversuchs getötet.
2.839 der Mitwirkung an dem Putsch verdächtige Angehörige der Streitkräfte wurden festgenommen sowie 20 putschistische Soldaten, einschließlich hochrangiger Militärs, bei dem Versuch des Regierungssturzes getötet.
Die Türkei beschuldigt Gülen, für den vereitelten Putschversuch verantwortlich zu sein und verlangt dessen Auslieferung an die Türkei.
Istanbul (nex/aa) – Auf dem Bild ist ein Mann zu sehen, der sich vor einen Panzer gelegt hat. Metin Dogan sagt, er sei zum Flughafen Atatürk geeilt, um die Demokratie zu verteidigen.
Unter den Bildern vom am vergangenen Freitag vereitelten Putschversuch in der Türkei, die sich in unser Gedächtnis einbrennen werden, befindet sich das Foto eines Mannes mittleren Alters, der am Flughafen Atatürk vor den Ketten eines Panzers liegt.
(Foto: AA)
Metin Dogan ist der Mann, der sich vor den Leopard-Panzer stellte und sich anschließend direkt vor dessen Ketten hinlegte.
Die Bilder, die an jene des Demonstranten auf dem Platz des Himmlischen Friedens erinnern, der sich während der im Jahre 1989 von Studierenden angeführten Demonstrationen in Peking vor einen Konvoi von Panzern stellte, verbreiten sich seit dem am vergangenen Freitag vereitelten Putschversuch weltweit und erhielten das Hashtag #TankMan.
Der 40-jährige Medizinstudent erzählte am heutigen Montag der Nachrichtenagentur Anadolu, wie er sich auf den Weg zum Flughafen machte, nachdem er in den Nachrichten von dem Putschversuch erfahren hatte. Er überzeugte jemanden, ihn auf dem Motorrad zum Flughafen mitzunehmen und fand dort eine unheimliche Atmosphäre vor.
„Ich schritt durch die Soldatenmenge und rief: ‚Ich bin ein türkischer Soldat, wessen Soldaten seid ihr denn?‘“, so Dogan weiter. „Der Panzer hielt an, aber ich brüllte sie weiter an. Ich war von Soldaten umzingelt. Plötzlich fuhr der Panzer wieder an, und ich legte mich direkt vor die rechte Kette des Panzers, der daraufhin wieder anhielt.”
Dogan war einer von Tausenden, die auf die Straßen von Istanbul, Ankara und anderen Städten strömten, um sich den schwerbewaffneten Soldaten in den Weg zu stellen.
Nach Angaben des Ministerpräsidenten Binali Yildirim am heutigen Montag wurden im Zuge des Putschversuchs 208 Menschen, darunter 145 Zivilisten, getötet.
Über 7.500 Personen wurden wegen des Verdachts der Verbindungen zum in den USA lebenden Fethullah Gülen festgenommen. Die Türkei wirft dem Prediger vor, seit Jahren für den Sturz der Regierung mithilfe seiner beim türkischen Staat angestellten Unterstützer zu kämpfen. Letztere sind hauptsächlich bei Militär, Polizei und Justiz beschäftigt.