Balkan
Bosnische Schüler: „Wir lieben die Türkei sehr“

Sarajewo (nex/eurasia) – Das Yunus-Emre-Institut hat eine Sommerschule in der Türkei für Schüler und Studenten, die in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo Türkisch lernen, organisiert. Am Programm nehmen 46 Bosnier teil. Ankara stärkt damit den interkulturellen Dialog zur ehemals bedeutsamen osmanischen Provinz Bosnien. Das Yunus-Emre-Institut in Sarajewo organisierte dieses Jahr sein sechstes Sommerschul-Programm. Bosnische Schüler und Studenten erhalten die Möglichkeit, ihre erworbenen sprachlichen Fähigkeiten in der Türkei auszubauen. Laut dem Direktor des Kulturinstituts in Bosnien-Herzegowina, Mustafa Yildiz, partizipieren am Sprachprogramm insgesamt 540 Schüler und Studenten aus 46 verschiedenen Staaten. Gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu sagte er:
„Aus Bosnien-Herzegowina kommen 46 Schüler. Davon werden 30 direkt vom Yunus-Emre-Institut unterrichtet, weitere 16 studieren in Turkologie.“
Das türkische Institut übernimmt alle anfallenden Kosten. Yildiz fügte hinzu:
„Morgens werden die Schüler Türkisch-Kurse und andere Kurse zur türkischen Kultur, Literatur, Kunst und Geschichte besuchen können. Daraufhin werden für die Schüler nachmittags Stadttouren organisiert. An den Wochenenden organisieren wir Reisen in andere größere Städte, die von Interesse sind.“
Nisada Visca, eine Studenten am Yunus-Emre-Institut in Sarajewo, sagte auf Anfrage, sie sei bereits sehr gespannt auf die neuen Eindrücke aus der Türkei. „Wir lieben die Türkei sehr. Dort möchte ich mein Türkisch verbessern und die Möglichkeit wahrnehmen, das Land besser kennenzulernen.“ Die Studentin Nejra Sadzak äußerte mit Blick auf ihre Teilnahme an der Sommerschule in der Türkei:
„Ich werde mein Türkisch verbessern. Aber ich will auch das Leben und die Menschen besser verstehen lernen. Meinen Universitätsabschluss möchte ich in der Türkei machen.“
Die Sommerschule in der Türkei begann am 22. Juli und wird noch bis zum 28. August dauern. Die Studenten werden bei der Eröffnung der dritten Bosporus-Brücke präsent sein. Dort werden sie auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen, der sich mit ihnen über ihre Erfahrungen während ihres Besuchs in der Türkei unterhalten wird.  

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Vereint gegen Putschisten
Türkei: Wie Frauen den Putschversuch gegen Erdogan vereitelten

Izmir (nex) – In einem Land, das mit Stolz auf seine Heldinnen des Befreiungskriegs zurückblickt, war es nur natürlich, dass die Frauen eine zentrale Rolle bei den Anti-Putsch-Demonstrationen einnehmen würden. Ihre Geschichten des Kampfes und Überlebens bezeugen, wie wichtig ihr Einsatz im Kampf um die Demokratie in der männerdominierten Gesellschaft der Türkei war und ist. Als am 15. Juli Panzer über die Straßen rollten, wussten die Menschen sofort, dass ein Putschversuch im Gange war. Doch im Gegensatz zu den vorherigen Putschen, als die Leute die Konfrontation mit der Junta fürchteten, um sie mit ihrem Leben zu verteidigen, indem sie sich beispielsweise einfach vor einen Panzer stellten oder die Soldaten davon zu überzeugen versuchten, die Waffen niederzulegen. Safiye Bayat hatte nur einen Gedanken als Waffe dabei, nämlich dass die Soldaten eine unbewaffnete Frau nicht erschießen würden, als sie furchtlos auf die Soldaten zuging, die die Bosporus-Brücke in Istanbul eingenommen hatten. Die Brücke war einer der ersten Orte, die die Soldaten in Istanbul besetzt hatten, und Putschtruppen blockierten den Übergang von der asiatischen auf die europäische Seite der Stadt, indem sie Panzer und Lkw auf der belebten Straße abgestellt hatten. Bayats Aufnahmen mit der Sicherheitskamera gingen viral:
Es ist eine Frau mit Kopftuch und Rucksack zu sehen, die ganz alleine auf eine Gruppe Soldaten marschiert, denen sich die Anti-Putsch-Aktivisten entgegengestellt haben. Die Mutter zweier Kinder diskutiert mit den Soldaten, die wiederholt versuchen, sie wegzuschicken. Ein Soldat schlägt sie mit dem Gewehrkolben, und schließlich gibt einer von ihnen einen Schuss in ihre Richtung ab. Glücklicherweise streift die Kugel nur ihr Bein.
(Foto: iha)
(Foto: iha)
 „Ich war dort, um meine Brüder und Schwestern, mein Volk und mein Land zu verteidigen”, so die 34-Jährige gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu.
(Foto: AA)
(Foto: AA)
   

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Syrienkrieg
Syrischer Arzt: „Wenn nichts unternommen wird, werden wir mit Sicherheit sterben“

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Aleppo: UN ruft zu 48-stündiger Feuerpause auf „Wenn nichts unternommen wird, werden wir mit Sicherheit sterben“, schreibt ein Arzt aus der syrischen Stadt dem britischen UN-Gesandten in einem Brief. Die Vereinten Nationen haben am Montag eindringlich zu einem 48-stündigen Waffenstillstand in Aleppo aufgerufen, wo Hunderttausende Einwohner wegen der andauernden Kämpfe eingekesselt sind. „Ich kann nicht oft genug betonen, wie kritisch die Situation in Ostaleppo ist“, erklärte der UN-Chef für humanitäre Angelegenheiten, Stephen O’Brien, im UN-Sicherheitsrat. Den Entwicklungshelfern müsse der Zugang in die Stadt zur Versorgung der Kranken und Bedürftigen gewährt werden, so O’Brien weiter, der die Einstellung der Feindseligkeiten und eine vorübergehende Aufhebung der Belagerung unterstützt. Der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft erklärte dem Rat, dass sein Land den Aufruf zum Waffenstillstand unterstütze, und wies darauf hin, dass Ostaleppo mit 300.000 Einwohnern von Regierungstruppen vollständig eingekesselt sei. „Wir können uns nicht hinter verschlossenen Türen verstecken, wir können nicht schweigen angesichts solcher Barbarei, Hunderte Zivilisten werden während Angriffen aus der Luft und vom Boden getötet und verletzt, Hunderttausende mehr leiden nun in einer sich immer mehr ausweitenden humanitären Krise“, erklärte der UN-Botschafter. Rycroft teilte mit, dass er am Vormittag einen Brief von einem Arzt aus dem Kinderkrankenhaus Aleppo erhalten habe, der schreibe, „wenn nichts getan wird, werden wir mit Sicherheit sterben“. Syrien wird seit fünf Jahren von einem Bürgerkrieg mit Hunderttausenden und Millionen Vertriebenen erschüttert, der in dem Land Ruinen hinterlässt und dessen Wiederaufbau womöglich Generationen dauern wird.

"Kein Ticket zum Open-Air-Festival"
Anschlag in Ansbach: IS-Terrorist befand sich in psychatrischer Behandlung

Wie die IS (Daesh)-Agentur Amaq am heutigen Montag mitteilte, habe ein IS (Daesh)-Kämpfer den Selbstmordanschlag auf das Musikfestival in Ansbach verübt, bei dem ein Dutzend Menschen verletzt wurden. „Er führte die Operation als Reaktion auf die Angriffe der Koalition aus, die den IS (Daesh) bekämpft“, heißt es weiter. Der Terrorist hatte in der Nähe des Musikfestivals in der bayerischen Stadt einen Sprengsatz gezündet. Nach Angaben der Behörden kam bei diesem bereits dritten Anschlag innerhalb einer Woche in Süddeutschland der Attentäter selbst ums Leben, zwölf weitere Menschen wurden verletzt. Der 27-Jährige hatte sich zwar in einer psychiatrischen Anstalt in Behandlung befunden, die Behörden erkannten jedoch bei dem gestrigen Anschlag terroristische Motive. Laut Polizei hatte der Attentäter das Open-Air-Festival zum Ziel, wurde jedoch nicht auf das Gelände gelassen, da er keine Eintrittskarte hatte und sprengte sich deshalb vor einer Weinstube in der Nähe der Veranstaltung in die Luft.

Weltweite Solidarität
Großbritannien: Syrer feiern Solidarität mit Türkei

Die syrische Gemeinde bringt ihre Dankbarkeit für die Unterstützung der Türkei zum Ausdruck. London (nex/aa) – Während man in Deutschland dem gescheiterten Putsch nachzutrauern scheint und vielmehr mit dem putschenden Militär symphatisiert, gingen nach dem Libanon, Bosnien, oder Palästina nun auch Syrer in Großbritannien in Solidarität mit dem türkischen Volk und Erdogan auf die Straßen. Die syrische und türkische Gemeinde Londons sind am gestrigen Sonntag zusammengekommen, um den vereitelten Putschversuch vom 15. Juli in der Türkei zu feiern. Die Veranstaltung im Nordlondoner Greenford wurde von der Gruppe Peace and Justice for Syria in Zusammenarbeit mit der Union Europäisch-Türkischer Demokraten London (UETD) ausgerichtet. Syrer mit türkischen Fahnen in den Händen beteten dafür, dass in dem Land weiterhin Friede und Wohlstand herrschen mögen. Auch für die Syrer wurden Bittgebete gesprochen, damit ihr Kampf für ihre und die Freiheit ihres Landes von Erfolg gekrönt werde. Der türkische Botschafter im Vereinigten Königreich, Abdurrahman Bilgic, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, dass alle zu einem „Demokratiefest“ zusammengekommen seien, um den vereitelten Putschversuch in der Türkei zu feiern. „Wir sind heute zu einem Demokratiefest mit unseren syrischen Geschwistern zusammengekommen“, so Bilgic. „Wir sind mit unserem Land eins und vereint. Hier in London spüren wir den Geist der Solidarität so wie in den Straßen in der Türkei mit all den Schönheiten und in allen Farben. Deshalb zeigen überall sowohl unsere Staatsbürger als auch die Mitglieder der weltweiten muslimischen Gemeinde ihre Solidarität, Gefühle und Unterstützung füreinander, indem sie auf ihren Schlaf verzichten – so wie unsere Geschwister in der Türkei auch.“ Muhammed Najjar von der Organisation Peace and Justice in Syria sagte, dass die Syrer für die Unterstützung der Türkei dankbar seien und, was auch immer geschehen möge, an der Seite des türkischen Volkes stehen würden. „Das syrische Volk sendet euch eine Botschaft der Liebe und Solidarität. Sie sagen: ‚Wir sind mit euch. Was immer euch passieren möge, wir sind mit euch.‘ Wir möchten nicht, dass das was in Syrien geschehen ist, der Türkei zustößt – Gott bewahre! Wir möchten nicht, dass auch nur ein Tropfen Blut auf die Straßen von Ankara oder Istanbul oder sonst wo in der Türkei fällt. Möge Gott euch alle segnen, möge Gott das türkische Volk segnen – sie haben dem syrischen Volk ihre Häuser, Herzen, Schulen, Krankenhäuser und all die anderen Einrichtungen geöffnet.“ Während der Veranstaltung wurde für die Opfer gebetet, die ihr Leben am 15. Juli bei der Verteidigung der Demokratie in der Türkei verloren.

Hinweise an die Polizei Duisburg
Deutschland: Mit der Hitze kommen die Exhibitionisten

Duisburg (nex/ots) – Mit der anhaltenden Hitze in Deutschland treten auch dieses Jahr wieder die onanierenden Exhibitionisten zum Vorschein. Allein in Duisburg seien am Wochenende drei Exhibitionisten im Stadtgebiet unterwegs gewesen. Die zunehmende Pornografisierung der Gesellschaft und die dadurch bedingte Abstumpfung steigert Experten zufolge die Anzahl sexuell unzufriedener Menschen. Vielen Studien ist zu entnehmen, dass Jugendliche zuerst im Netz mit der Sexualität in Kontakt kommen, was zu teils erheblichen Defiziten wie beispielsweise völlig falschen Vorstellungen von ihr führt – insbesondere im Verhalten gegenüber Frauen. Bereits am Freitag (22.7.), kurz nach 8 Uhr, habe sich ein Unbekannter in schamverletzender Weise einer Frau (26) auf dem Parkplatz eines Supermarktes auf der Günterstraße in Hochemmerich gezeigt. Der Mann sei etwa 25 bis 30 Jahre alt und circa 170 bis 180 Zentimeter groß gewesen. Er habe kurze braunblonde Haare gehabt und eine kurze Hose mit schwarzbraunen Schuhen getragen. Der Oberkörper sei unbekleidet gewesen. Am Samstag (23.7.), gegen 17.30 Uhr, habe ein Unbekannter vor einer Frau (50) auf der Kohlenstraße in Baerl onaniert. Der Mann habe vor einem dunkelfarbenen Ford älteren Baujahrs gestanden. Die 50-Jährige sei auf einem Fahrrad unterwegs gewesen und schnell weitergefahren. Der Exhibitionist sei etwa 180 Zentimeter groß gewesen, habe kurze dunkle Haare gehabt und sei dunkel bekleidet gewesen. Ein unbekannter Mann habe am Montag (25.7.), um 00.40 Uhr, gegen die Fensterscheibe eines Krankenhauslabors auf der Gerrickstraße in Mittelmeiderich geklopft. Als eine Angestellte (48) aufmerksam geworden sei, habe der Unbekannte seine Hose heruntergezogen und vor der Frau onaniert. Der Mann sei etwa 30 Jahre alt und circa 175 Zentimeter groß gewesen. Er sei schlank gewesen, habe kurze dunkle Haare und einen Kinn- und Lippenbart gehabt. Bekleidet sei er mit einer hellen Jogginghose und einer dunklen Joggingjacke gewesen. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0203-2800 entgegen.

Vereitelter Terror-Putsch
Türkei: Erdogan möchte allen Parteivorsitzenden danken

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Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Vorsitzenden einiger Parteien in der Türkei in den Präsidialpalast in Ankara eingeladen, um ihnen seinen Dank für ihre entschlossene Haltung gegen den Putschversuch vom 15. Juli auszudrücken. Wie eine Quelle aus dem Präsidialamt am gestrigen Sonntag mitteilte, wird sich der Präsident auch die Anregungen und Vorschläge der Parteichefs anhören. Die anonyme Quelle berichtete, dass der türkische Präsident dem Vorsitzenden der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt (AKP), Binali Yildirim, der Republikanischen Volkspartei (CHP), Kemal Kilicdaroglu, und der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP), Devlet Bahceli, folgenden Brief gesendet habe: „Der bewaffnete Putschversuch der Terrorgruppe FETÖ mit dem Ziel, den demokratischen Staat, seine verfassungsmäßige Ordnung, die Grundrechte und Freiheiten und die Republik der Türkei zu vernichten, wurde durch den mutigen Widerstand unseres Volkes, das seine Demokratie vehement verteidigt hat, vereitelt.“ In dem Brief werde betont, dass dieselbe entschlossene Haltung nun auch von allen politischen Parteien in der Türkei erwartet werde: „Das türkische Volk hat durch seine entschlossene Haltung gegen den Putschversuch auf alle unsere Behörden eine große Verantwortung auferlegt und erwartet nun von den politischen Parteien, dass sie in dieser extrem kritischen Zeit, in der wir solidarisch miteinander sein müssen, diese Verantwortung wahrnehmen.“    

Sicherheitsdebatte
Amoklauf in München: Stahlknecht fordert Bundeswehr-Einsatz im Innern

Halle (ots) – Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hat nach dem Amoklauf von München seine Forderung nach einem Einsatz der Bundeswehr bei akuten Terrorlagen im Inland bekräftigt. „Ein starker Rechtsstaat muss alle Mittel einsetzen, um die Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten“, sagte er der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung. Der vorbeugende Einsatz von Soldaten bei der Terrorabwehr sei bereits 2012 vom Bundesverfassungsgericht gebilligt worden. „Dies muss nun konkret umgesetzt werden“, so Stahlknecht. „Dazu sind auch gemeinsame Übungen von Polizei und Bundeswehr notwendig.“

Falschaussagen in Reisehinweisen
Berlin: Falsche Hinweise zum Ausnahmezustand der Türkei

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Ankara (nex) – Das Außenministerium der Republik Türkei ist am Samstag Ungenauigkeiten in Reise- und Sicherheitshinweisen des deutschen Auswärtigen Amtes entgegengetreten, die einen Tag zuvor auf dessen Internetseite veröffentlicht worden waren. Diese Hinweise, so das Ministerium, „enthalten unwahre Informationen über den nach dem Putschversuch in der Türkei verhängten Ausnahmezustand“. So wird unter anderem suggeriert, dass türkische Einwanderer in Deutschland, sobald sie in die Türkei einreisen würden, mit einem Einzug zum Militärdienst rechnen müssten. Dem AA zufolge, so wurde behauptet, könnte „die Notstandsregelung für Personen, die neben der deutschen auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzen, unter Umständen Reisebeschränkungen oder die Einberufung zum türkischen Militärdienst bedeuten“. Das Ziel der Verhängung des Ausnahmezustandes sei nicht die Beschränkung der Grundfreiheiten, sondern die schnellere und effektivere Bekämpfung der „Fethullistischen Terrororganisation“ (FETÖ). Der landesweite Ausnahmezustand in der Türkei am 21. Juli 2016 wurde gemäß Artikel 120 der Verfassung und Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe b des Gesetzes zum Ausnahmezustand verhängt. Dieses enthalte keine Sonderregelung über die Einberufung zum Militärdienst oder die Rückstellung vom Militärdienst. Beschränkungen bezüglich der Reisen ins Ausland gelten nur für die Staatsbediensteten. Das Außenministerium werde darauf hinwirken, dass die Reise- und Sicherheitshinweise, die „unzutreffende und irreführende Informationen“ enthielten, entsprechend korrigiert würden.

Afganistan
Selbstmordanschlag: Afghanistan trauert um 81 Tote

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Kabul (nex) – Afghanistan hat für den heutigen Sonntag eine Staatstrauer ausgerufen, nachdem am Tag zuvor bei einem doppelten Selbstmordanschlag, zu dem sich eine dem IS (Daesh) nahestehende Gruppe bekannt hat, 81 Menschen getötet wurden. Nach Angaben des afghanischen Innenministeriums wurden über 200 Menschen verletzt; Menschen stehen vor den Krankenhäusern Schlange, um Blut zu spenden. Die Explosionen ereigneten sich während einer Demonstration Tausender Menschen, zumeist Mitglieder der schiitischen Minderheit der Hazara, die von der Regierung den Bau einer Stromtrasse für ihre Region in Zentralafghanistan forderten. Die Taliban wiesen unverzüglich jegliche Verwicklung in den Anschlag von sich, während Kämpfer, die sich der in Syrien und Irak aktiven Terrororganisation IS (Daesh) verbunden fühlen, die Verantwortung übernahmen und darauf hinwiesen, dass die Hazara Ziel des Anschlags gewesen seien. Obwohl die Miliz einige ostafghanische Provinzen unter ihrer Kontrolle hat, hatte sie bislang nie einen Anschlag dieses Ausmaßes in der Hauptstadt verübt. Alexei Jusupow, der Leiter der Nichtregierungsorganisation Friedrich-Ebert-Stiftung in Kabul, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, dass die konfessionellen Spannungen in dem Land sich weiter verschlimmern könnten, wenn sich bewahrheiten sollte, dass der IS (DAESH) hinter dem Anschlag gesteckt habe. Der afghanische Präsident Aschraf Ghani erklärte nach einem Treffen mit hochrangigen Militärs und den Führern der Hazaragemeinden, dass die Angreifer denken würden, „sie könnten uns spalten“.