Afganistan
Selbstmordanschlag: Afghanistan trauert um 81 Tote

Es wird befürchtet, dass der Angriff auf die schiitischen Hazara die konfessionelle Gewalt in Afghanistan noch verschlimmern könnte.

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Kabul (nex) – Afghanistan hat für den heutigen Sonntag eine Staatstrauer ausgerufen, nachdem am Tag zuvor bei einem doppelten Selbstmordanschlag, zu dem sich eine dem IS (Daesh) nahestehende Gruppe bekannt hat, 81 Menschen getötet wurden.

Nach Angaben des afghanischen Innenministeriums wurden über 200 Menschen verletzt; Menschen stehen vor den Krankenhäusern Schlange, um Blut zu spenden. Die Explosionen ereigneten sich während einer Demonstration Tausender Menschen, zumeist Mitglieder der schiitischen Minderheit der Hazara, die von der Regierung den Bau einer Stromtrasse für ihre Region in Zentralafghanistan forderten.

Die Taliban wiesen unverzüglich jegliche Verwicklung in den Anschlag von sich, während Kämpfer, die sich der in Syrien und Irak aktiven Terrororganisation IS (Daesh) verbunden fühlen, die Verantwortung übernahmen und darauf hinwiesen, dass die Hazara Ziel des Anschlags gewesen seien. Obwohl die Miliz einige ostafghanische Provinzen unter ihrer Kontrolle hat, hatte sie bislang nie einen Anschlag dieses Ausmaßes in der Hauptstadt verübt.

Alexei Jusupow, der Leiter der Nichtregierungsorganisation Friedrich-Ebert-Stiftung in Kabul, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, dass die konfessionellen Spannungen in dem Land sich weiter verschlimmern könnten, wenn sich bewahrheiten sollte, dass der IS (DAESH) hinter dem Anschlag gesteckt habe.

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani erklärte nach einem Treffen mit hochrangigen Militärs und den Führern der Hazaragemeinden, dass die Angreifer denken würden, „sie könnten uns spalten“.

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