Gleichsetzung mit Hitlerfaschismus
NRW-Linke: Spitzenkandidatin Demirel will DDR nicht als „Unrechtsstaat“ bezeichnen

Dortmund (nex) – Die Spitzenkandidatin der Linkspartei in Nordrhein-Westfalen, Özlem Demirel, ist nicht bereit, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen:

„Das Problem ist beim Begriff „Unrechtsstaat“, dass da ja auch immer eine Gleichsetzung passiert mit dem Hitlerfaschismus. Und diese Gleichsetzung finde ich halt tatsächlich schwierig. Auch wenn ich viele, viele Kritikpunkte habe, an dem, was in der DDR falsch war“, so Demirel im Interview mit dem WDR-Magazin WESTPOL. (Sonntag, 18.12.2016, 19:30 Uhr)

2010 hatten SPD und Grüne die Sondierungsgespräche über eine Rot-Rot-Grüne Koalition nach nur einer Runde für gescheitert erklärt, weil die NRW-Linke sich geweigert hatte, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen.

Im Hinblick auf mögliche Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen nach der NRW-Landtagswahl im Mai sagte Demirel, sie finde es „manchmal ein bisschen altbacken“ wenn mit der Linken über die DDR geredet wird.

„Ich würde Frau Kraft und Frau Löhrmann empfehlen, diese Frage nicht zu stellen, sondern die Fragen zu stellen, die den Menschen in Nordrhein-Westfalen unter den Nägeln brennen. Also, wem soll das denn was bringen?“ so Demirel weiter.

3,5-Liter-Sechszylinder-Bi-Turbo
600-PS-Ford-GT: Auslieferung an deutsche Kunden in erster Jahreshälfte 2017 geplant

0
Urla (nex) – Das erste serienmäßige Exemplar der Straßenversion des Ford GT ist heute im Multimatic-Werk (Markham/Ontario/Kanada) vom Band gerollt. Am Steuer: Raj Nair, Ford Executive Vice President, Global Product Development and Chief Technical Officer. Damit beginnt nun sukzessive die Auslieferung des exklusiven Ford Performance-Supersportwagens an die Kunden. „Dies ist für uns ein Meilenstein“, erklärte Nair. „2016 gab es für den neuen Ford GT zwei primäre Zielsetzungen: Erfolg bei den 24 Stunden von Le Mans und den Start der Auslieferung vor Jahresende. Wir haben beide Ziele erreicht“. Nair weiter: „Für alle, die an der Entwicklung und Produktion dieses grandiosen Autos beteiligt waren, einschließlich aller unserer Mitarbeiter und Lieferanten, ist dies ein Moment zum Feiern. Der neue Ford GT steht für unsere Innovationskraft – vor allem in Bezug auf Leichtbau, Aerodynamik und EcoBoost-Motortechnologie“. Die Auslieferung der ersten Ford GT-Kundenfahrzeuge in Deutschland ist für die erste Jahreshälfte 2017 geplant. Der neue Ford GT steht an der Spitze des High-Performance-Modellprogramms von Ford. Der Supersportwagen hat eine aerodynamisch ausgefeilte Kohlefaser-Karosserie und setzt neue Standards in puncto Leichtbau und EcoBoost-Motorentechnologie. Mit einer Leistung von mehr als 600 PS ist sein 3,5-Liter-Sechszylinder-Bi-Turbo das bisher stärkste EcoBoost-Serienaggregat überhaupt. Die Kraftübertragung an die Hinterräder übernimmt ein siebengängiges Ford PowerShift-Doppelkupplungsgetriebe. Hochmoderne, besonders leichte Verbundwerkstoffe kommen zum Einsatz. So besteht zum Beispiel die Sicherheitszelle ebenso wie die Karosserie aus Kohlefaser, die vorderen und hinteren Rahmenstrukturen werden aus Aluminium gefertigt. Ford hatte im August angekündigt, die ursprünglich auf zwei Jahre und 500 Exemplare geplante Produktionszeit des Ford GT um zwei Jahre zu verlängern. „Wir können gar nicht genug Exemplare des Ford GT bauen. Dennoch bemühen wir uns, die hohe Nachfrage zu erfüllen“, sagte damals Dave Pericak, Global Director, Ford Performance. „Der neue Ford GT-Supersportwaren soll zwar auch in Zukunft ein exklusives Fahrzeug bleiben, aber wir möchten natürlich auch unsere Kundschaft zufriedenstellen“, so Pericak. Der Ford GT wurde erstmals auf der North American International Auto Show im Januar 2015 enthüllt. Weniger als zwei Jahre später liefert Ford Performance jetzt die ersten Exemplare an Kunden rund um den Globus aus.
(Foto: Ford)

PKK-Terror
Terrorbekämpfung: Russland möchte Kooperation mit Türkei stärken

0
Moskau (nex) – Der russische Staatspräsident Wladimir Putin hat seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan mitgeteilt, dass sein Land für die Stärkung der Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror bereit sei. Dies teilte der Kreml am heutigen Samstag nach dem PKK-Terroranschlag in der zentraltürkischen Stadt Kayseri mit. Putin habe kurz nach dem Anschlag Erdogan angerufen, um ihm sein Beileid auszusprechen. Bei der Terrorattacke sind 13 Soldaten gestorben und 55 verletzt worden. Putin habe betont, dass die Antwort auf einen solchen Terroranschlag ein noch entschlossenerer Kampf gegen Terrorgruppen sein sollte. In einer nach dem Anschlag veröffentlichten Erklärung hat Erdogan den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausgesprochen und den Verletzten baldige Genesung gewünscht. Die Art und Ziele der Anschläge zeigten ganz klar auf, dass „das eigentliche Ziel der separatistischen Terrororganisation [PKK] es ist, der Türkei den Weg abzuschneiden, ihr ein Bein zu stellen und ihre Kraft und Energie in andere Bahnen zu lenken“, betonte er. „Wir werden gemeinsam mit unserem Volk in nationaler Einheit entschlossen gegen die Terrororganisationen kämpfen“, erklärte Erdogan und fügte hinzu, dass Anschläge auf Soldaten und Polizisten des Landes alle 79 Millionen Einwohner der Türkei ins Visier nähmen. „Wir wissen, dass diese Anschläge, denen wir ausgesetzt sind, nicht getrennt von den Ereignissen in unserer Region, vor allem den Entwicklungen in Syrien und Irak, ja, selbst von den wirtschaftlichen Prozessen betrachtet werden können“, so der türkische Präsident.

Auch interessant: 

Kurdischer Premierminister: PKK ist Quelle der Destabilisierung in der Region

 

USA
IS-Türkei-Öldeal: US-Regierung möchte Entschuldigung nun doch nicht mehr bestätigen

0
Germersheim (nex) – Ein US-amerikanischer Regierungsvertreter hat nicht bestätigt, dass die USA sich im vergangenen Jahr für die falsche Behauptung, die Türkei habe Ölhandel mit dem IS (Daesh) getrieben, nach Darstellung türkischer Regierungsvertreter entschuldigt hätten. Hochrangige türkische Diplomaten hätten der englischsprachigen Tageszeitung Daily Sabah eigenen Angaben zufolge am gestrigen Freitag berichtet, dass die CIA und US-Außenminister Kerry sich bei der Türkei entschuldigt hätten, nachdem der türkische Geheimdienst MIT Anfang des Jahres 2015 in einem Bericht die Behauptung widerlegt habe. Nach einer sorgfältigen Überprüfung der CIA-Dokumente hätten Mitarbeiter des türkischen Geheimdienstes MIT festgestellt, dass die in dem Dokument angegebenen geografischen Daten, die auf den Ort des vermeintlichen IS-Türkei-Öldeals hinweisen sollen, in Wahrheit eine Asphaltanlage in der südostanatolischen Stadt Kilis zeigten. Ein CIA-Sprecher wollte sich zu der Angelegenheit nicht äußern und wies Daily Sabah darauf hin, ihre Anfrage an das US-Außenministerium zu richten. Doch auch ein hochrangiges Mitglied des Außenministeriums vermied es, sich zu Details des diplomatischen Gesprächs äußern, erklärte jedoch, dass sich die Einschätzung der USA in dieser Frage nicht geändert habe: „Wie wir auch zuvor erklärt haben, lehnen die USA die Behauptung ab, dass die Türkei mit dem IS (Daesh) in Verbindung stehe, um Öl zu schmuggeln. Wir haben keinen Beweis entdeckt, der eine solche Anschuldigung stützt. Die Türkei spielt eine bedeutende Rolle in der Anti-IS (Daesh)-Koalition. Tatsächlich ist der Ölschmuggel des IS dank dem Einsatz der türkischen Regierung und den anderen Anti-IS-Koalitionsmitgliedern mit den Angriffen auf die Ölförderungsanlagen sowie die Transportinfrastruktur mit der Zeit zurückgegangen.“ Obwohl die Türkei Mitglied der von den USA angeführten Anti-IS (Daesh)-Koalition ist, kursieren in den internationalen Medien immer wieder Behauptungen, dass die Türkei Öl mit Hilfe des IS (Daesh) schmuggle. Mehrere US-amerikanische Medienkanäle hatten 2014 und Anfang des Jahres 2015 von dem vermeintlichen Deal berichtet. Als jedoch auch Russland infolge der Kampfjetkrise vom November 2015 die Türkei des Ölhandels mit dem IS (Daesh) beschuldigte, lehnten die USA die Vorwürfe kategorisch ab.

Auch interessant:

Kurden zu Putins Satellitenbildern: “Das sind kurdische LKWs auf dem Weg nach Ceyhun”

 

Strafmündigkeitsalter
Attentatsversuch eines 12-jährigen: Bosbach gegen Senkung des Strafmündigkeitsalters

Saarbrücken/Berlin (nex) – Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach hat sich vor dem Hintergrund des mutmaßlichen Attentatsversuchs eines 12jährigen Deutsch-Irakers in Ludwigshafen gegen eine Senkung des Strafmündigkeitsalters ausgesprochen. „Der Ludwigshafener Fall wird sicherlich dazu führen, dass erneut die Frage diskutiert wird, ob man das Strafmündigkeitsalter von jetzt 14 Jahren nicht doch auf zwölf Jahre herabsetzen müsste. Die Debatte führen wir schon seit langer Zeit, immer mit dem Ergebnis, es bei der jetzigen Regelung zu lassen, was ich auch für richtig halte“, sagte Bosbach der „Saarbrücker Zeitung“. Falls sich der Tatverdacht erhärte, heiße das ja nicht, dass der Junge sanktionslos davon komme, erklärte Bosbach. „Selbstverständlich werden die zuständigen Jugendbehörden Maßnahmen ergreifen müssen, die den Jungen daran hindern, weitere Taten zu begehen“.

Terrorismus
Erdogan: Anschlag auf Sicherheitskräfte ist Anschlag auf uns alle

Urla (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat sich zu dem Terroranschlag in Kayseri geäußert. Das Land werde von mehreren Terrororganisationen unter Beschuss genommen, betonte Erdogan und wies darauf hin, dass vor allem die „separatistische Terrororganisation“ alle ihre Möglichkeiten nutze. Die Art und Ziele der Anschläge zeigten ganz klar auf, dass „das eigentliche Ziel der separatistischen Terrororganisation es ist, der Türkei den Weg abzuschneiden, ihr ein Bein zu stellen und ihre Kraft und Energie in andere Bahnen zu lenken“, betonte er. „Wir werden gemeinsam mit unserem Volk in nationaler Einheit entschlossen gegen die Terrororganisationen kämpfen“, erklärte Erdogan und fügte hinzu, dass Anschläge auf Soldaten und Polizisten des Landes alle 79 Millionen Einwohner der Türkei ins Visier nähmen. „Wir wissen, dass diese Anschläge, denen wir ausgesetzt sind, nicht getrennt von den Ereignissen in unserer Region, vor allem den Entwicklungen in Syrien und Irak, ja, selbst von den wirtschaftlichen Prozessen betrachtet werden können“, so der türkische Präsident.

Auch interessant:

Tunesiens Ex-Präsident: „Terror will Türkei für ihren Erfolg bestrafen“

 

Terrorismus
Türkei: Sicherheitskreise gehen von PKK-Anschlag aus

Urla (nex) – Bei dem Autobombenanschlag am heutigen Samstagmorgen in der zentralanatolischen Provinz Kayseri sind mindestens 13 Soldaten getötet und weitere 48 verletzt worden. Dies teilte der Generalstabschef in einem Statement mit. Demnach habe der Anschlag um 8.45 Uhr Ortszeit einem Bus vor dem Campus der Erciyes-Universität gegolten, der Soldaten, die sich nicht im Dienst befanden, transportierte. Wie eine anonyme Quelle aus Sicherheitskreisen bestätigt haben soll, sei von einem Anschlag der Terrororganistion PKK auszugehen. Der Gouverneur von Kayseri Süleyman Kamci erklärte, dass es sich bei der Attacke um einen Selbstmordanschlag gehandelt habe. „Die Autobombe wurde von einem Selbstmordattentäter gezündet“, so Kamci. Die Verletzten wurden in die nächsten Krankenhäuser verbracht. Die Ermittlungen zu dem Fall seien laut den Behörden angelaufen. Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Veysi Kaynak verglich den heutigen Anschlag mit dem Doppelanschlag vom 10. Dezember, bei dem 44 Menschen getötet worden waren. RTÜK, die Regulierungsbehörde für den privaten Rundfunk in der Türkei, hat über die Explosion in Kayseri eine vorübergehende Nachrichtensperre verhängt, die laut der Behörde Livesendungen vor Ort, Aufnahmen während und nach der Explosion sowie Aufnahmen von Leichen mit einschließe.

Auch interessant:

Kurdischer Premierminister: PKK ist Quelle der Destabilisierung in der Region

   

"Sprengstoff für die Gesellschaft"
Gleiche Arbeit – weniger Lohn: Ausländer verdienen 21,5 Prozent weniger als Deutsche

Düsseldorf (nex) – Ausländische Arbeitnehmer verdienen 21,5 Prozent weniger als ihre deutschen Kollegen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vorliegt. So verdienten im Jahr 2015 deutsche Arbeitnehmer in Vollzeit im Durchschnitt 3141 Euro brutto monatlich. Ausländische Arbeitnehmer bekamen nur 2467 Euro monatlich, was 21,5 Prozent weniger ist. Der Gehaltsunterschied zwischen deutschen und ausländischen Arbeitnehmern betrug im Jahr 2000 nur 8,3 Prozent. Während in dieser Zeit das mittlere Einkommen der deutschen Beschäftigen um 32 Prozent stieg, konnten die Beschäftigten ohne deutschen Pass nur eine Steigerung von 13 Prozent erreichen. „Obwohl sich die Lage am Arbeitsmarkt verbessert hat, steigt kontinuierlich die Anzahl von Migranten, Jungen und Frauen, die extrem schlecht bezahlt werden“, sagte der Vize-Fraktionschef der Linken, Klaus Ernst, der Zeitung. Sie seien von jeder konjunkturellen Verbesserung abgehängt. Die Verfestigung der „sozialen Spaltung“ am Arbeitsmarkt sei „Sprengstoff für die Gesellschaft“. Frauen in Vollzeit erhalten der Antwort der Bundesregierung zufolge zu 28,4 Prozent einen Niedriglohn und damit deutlich häufiger als Männer, bei denen dies nur zu 16,1 Prozent der Fall ist. Als Niedriglohn gelten Einkommen, die nur zwei Drittel oder weniger des mittleren Einkommens betragen. Im Jahr 2015 lag diese Schwelle bei 2056 Euro brutto.

Terror in der Türkei
Türkei: Autobombe explodiert in Kayseri

0
Istanbul (nex) – Medienberichten zufolge fand am heutigen Samstagmorgen in der zentralanatolischen Provinz Kayseri, nur eine Woche nach dem tödlichen Terroranschlag der PKK-Splitterpartei TAK mit 44 Toten in Istanbul, eine Explosion statt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur IHA kam es um 8.45 Ortszeit zur Detonation, nachdem eine Autobombe in der Nähe eines Busses hochgegangen war. Zur Ursache der Explosion gab es von offizieller Seite bislang keine Erklärung. Ein weiterer Reporter vor Ort teilte dem Nachrichtensender NTV mit, dass sich unter den Fahrgästen im Bus auch Soldaten befunden hätten. Anschlagsort sei der Bereich vor dem Campuseingang der Erciyes-Universität gewesen. Krankenwagen seien nach dem Zwischenfall am Tatort eingetroffen.

USA
Kommentar: Donald Trump – Ein Trojanisches Pferd der kommenden Finanz-Militärdiktatur?

Von Ernst Wolff Mit Forderungen wie “Dry the swamp!” (“Legt den Sumpf trocken!”) präsentierte sich Donald Trump im US-Wahlkampf als entschlossener Gegner des US-Establishments. Millionen am System zweifelnde Amerikaner glaubten ihm und setzten darauf, dass er als Präsident der korrupten Elite des Landes endlich die Stirn bieten werde. Mittlerweile dürfte den Informierteren unter ihnen klar geworden sein, dass sie nicht nur einem Irrtum aufgesessen, sondern ganz bewusst hinters Licht geführt worden sind: Trump erweist sich seit seiner Wahl als trojanisches Pferd, das den Sumpf nicht etwa trockenlegen, sondern ihm ganz im Gegenteil zu noch größerer Macht verhelfen will. Und nicht nur das: Wer im Wahlkampf glaubte, mit Hillary Clinton entscheide man sich für die Fortsetzung der US-Kriegspolitik, mit Trump dagegen für ihr Ende, der reibt sich spätestens seit zwei Wochen ungläubig die Augen: Das Kabinett des 45. US-Präsidenten gleicht mit seinen Ex-Generälen und Wirtschaftsbossen eher einer Mischung aus südamerikanischer Militärjunta und der Führungsetage eines Wirtschaftskonzerns als den Kabinetten früherer Präsidenten. Ein solch offener Betrug am Wähler ist in den USA allerdings nichts Neues, und das hat seinen Grund: Spätestens seit dem Dezember 1913 wird die Richtung der US-Politik nämlich nicht vom Weißen Haus in Washington, sondern von der Wall Street und ihrer wichtigsten Organisation, der US-Zentralbank Federal Reserve, vorgegeben. Beide haben andere Vorstellungen von der Zukunft des Landes als der arbeitende Bürger. Hinter der US-Politik steht immer die Finanzindustrie Mit der Gründung der Federal Reserve im Jahre 1913 sicherte sich ein Kartell von US-Banken und ihren ultravermögenden Besitzern die Kontrolle über die US-Währung, den Dollar. Sie verwirklichte damit den Traum des Begründers der Rothschild-Dynastie, Mayer Rothschild (1773-1855), der einmal gesagt hat: „Gebt mir die Kontrolle über das Geld einer Nation und es interessiert mich nicht, wer deren Gesetze macht.“ Seit 1913 ist die Regierung der USA nicht mehr und nicht weniger als die politische Exekutive der Federal Reserve. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, dem amerikanischen Volk die Interessen der Finanzindustrie als die eigenen zu verkaufen – mit allen Mitteln. Bereits drei Jahre nach der Gründung der Federal Reserve ließ sich der demokratische Kandidat Woodrow Wilson mit dem Versprechen wählen, die USA aus dem in Europa tobenden Ersten Weltkrieg herauszuhalten. Einen Monat nach seiner Amtseinführung erklärte er Deutschland den Krieg. Warum? Weil die Großbanken der Wall Street milliardenschwere Kredite an England, Frankreich und Italien vergeben hatten und fürchteten, dass sie diese im Fall eines deutschen Sieges würden abschreiben müssen. Ähnliches gilt für den Zweiten Weltkrieg, bei dem es sich keinesfalls – wie in den meisten Geschichtsbüchern dargestellt – um eine Konfrontation zwischen Demokratie und Diktatur handelte. Zum einen hätten sich Hitlers Nationalsozialisten ohne Kredite der Wall Street niemals an der Macht halten können. Zum anderen stieß die auf dem Boden der USA entstandene und von der Wall Street finanzierte größte Wirtschaftsmaschinerie aller Zeiten zu Beginn der Vierziger Jahre an ihre nationalen Grenzen. D.h.: Die USA brauchten Märkte, um die Waren, die der heimische Markt nicht mehr aufnehmen konnte, abzusetzen. Hierzu war der Wall Street jedes Mittel recht – von der Teilnahme am Weltkrieg bis zum Abwurf von Atombomben. Auch die weiteren Kriege der USA – ob Korea, Vietnam, Afghanistan, Irak, Libyen oder Syrien – wurden im Interesse der US-Finanzelite geführt. Dasselbe gilt für die mit Hilfe der US-Geheimdienste durchgeführten Putsche in Asien, Afrika und Südamerika, die in keinem einzigen Fall, wie offiziell behauptet, der Abschaffung von Diktaturen dienten. Jüngstes Beispiel ist die Militärjunta in Ägypten: Sie kann sich nur auf Grund der finanziellen und militärischen Unterstützung der USA an der Macht halten. Im übrigen ist Saudi-Arabien, eine der rückständigsten Diktaturen der Erde, seit Jahrzehnten der engste Verbündete der USA im Nahen Osten. Das System hat sich längst verselbständigt Im Verlaufe ihrer über einhundertjährigen Geschichte hat sich die US-Finanzindustrie einen riesigen Apparat geschaffen, durch den sie ihre Macht über alle Bereiche der amerikanischen Gesellschaft ausübt. Sie beherrscht sämtliche Märkte, den militärisch-industriellen Komplex, die Medien und die Politik. Wahlen dienen innerhalb dieses Systems nur dazu, die amerikanische Bevölkerung in dem Irrglauben zu wiegen, sie habe ein Mitspracherecht bei der Gestaltung der eigenen Geschicke. Der in jedem Wahlkampf hochgespielte Konflikt zwischen Demokraten und Republikanern erweist sich bei näherem Hinsehen als seit Jahrzehnten wirksames Mittel, um kritische Strömungen innerhalb der Bevölkerung aufzufangen und so ein politisches Ausbrechen größerer Bevölkerungsteile zu verhindern. Genau dieser Mechanismus lässt sich im zurückliegenden Wahlkampf am Beispiel Bernie Sanders nachverfolgen: Wie inzwischen durch Wikileaks-Emails belegt, diente Sanders Wahlkampf von Anfang an dazu, solche Wähler zurückzuholen, die der Demokratischen Partei den Rücken kehren wollten und sie – nach seinem bereits vorher mit der Parteispitze vereinbarten Rückzug – der von Sanders im Wahlkampf heftig angegriffenen Hillary Clinton als „kleinerem Übel“ zuzuführen. Ähnlich wie Sanders setzte auch Donald Trump im „Wahlkampf“ auf eine durch die tiefe Unzufriedenheit der Bevölkerung ausgelöste Proteststimmung, nur dass er diese nicht wie Sanders in vermeintlich sozialistische, sondern in nationalistische Bahnen lenkte („Make America great again!“) und dabei immer wieder den „Kampf gegen das Establishment“ beschwor. Viele oberflächliche Beobachter nahmen deshalb an, der zum Milliardär aufgestiegene Baulöwe wolle den „Sumpf in Washington“ tatsächlich trockenlegen. Eine solche Wandlung allerdings ist in etwa so realistisch wie die Quadratur des Kreises: Sie würde bedeuten, dass die US-Finanzindustrie nach einhundert Jahren unumschränkter Diktatur tatenlos zusähe, wie ihr mit parlamentarischen Mitteln die Macht aus den Händen genommen wird… Trumps Amtszeit wird vom Niedergang der USA bestimmt Inzwischen entpuppt sich Donald Trump als ein Präsident, der sich bei seiner Machtausübung stärker als jeder seiner Vorgänger auf die Finanzindustrie und das Militär stützen will. Das ist kein Zufall, denn Trump übernimmt das Amt in einer Zeit monumentaler Probleme, die sich kontinuierlich verschlimmern und mit unerbittlicher Logik auf einen Crash des Finanzsystems und das Ende der weltweiten Dollar-Herrschaft hinauslaufen. Seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im Gefolge der Subprime-Hypothekenkrise wird das globale Finanzsystems nur durch ein historisch nie dagewesenes Ausmaß an Manipulation durch die Federal Reserve und andere Zentralbanken am Leben erhalten. Seit 2008 sind zweistellige Billionenbeträge an Geld gedruckt und weltweit von den Zentralbanken mehr als 670 Mal die Zinsen gesenkt worden. Diese Maßnahmen haben nicht etwa, wie angeblich beabsichtigt, zur Erholung der Realwirtschaft geführt. Die Gelder sind fast ausschließlich in die Finanzspekulation geflossen und haben riesige Blasen an den Anleihe-, Aktien- und Immobilienmärkten erzeugt. Konservative Anleger sind auf Grund der Niedrigzinsen stärker denn je ins Risiko gegangen, zahlreiche systemrelevante Großbanken in aller Welt werden nur noch künstlich über Wasser gehalten, das System ist zerbrechlicher als je zuvor. Bei Staatsschulden von knapp 20 Billionen US-Dollar warten auf die arbeitende Bevölkerung der USA auch nicht die von Trump versprochenen gut bezahlten neuen Arbeitsplätze, sondern Austeritätsprogramme mit drastischen Kürzungen aller Art. Sobald die Inflation stärker auf die Realwirtschaft durchschlägt, wird sich die Tatsache, dass 60% der Amerikaner nicht mehr als 1.000 Dollar Rücklagen haben, bitter rächen. Wenn Trump, wie angekündigt, dann auch noch mit Steuererleichterungen für die Ultrareichen aufwartet, wird es in den USA zu schweren sozialen Auseinandersetzungen kommen. Genau dann wird sich zeigen, warum das US-Establishment, das lange Zeit auf Hillary Clinton gesetzt hatte, in der Endphase des Wahlkampfes umgeschwungen ist und Trump den Vorzug gegeben hat: Zur Niederschlagung der durch die gegenwärtige Entwicklung des Finanzsystems unvermeidlichen sozialen Explosion wird zunächst eine Regierung gebraucht, die von den wahren Schuldigen an der Wall Street ablenkt und dem Volk Sündenböcke in Form von Minderheiten vorwirft – wofür Trump sich im Wahlkampf unter anderem durch seine Ausfälle gegen Muslime empfohlen hat. Sollte das nicht funktionieren, wird eine Regierung im Stil südamerikanischer Diktaturen gebraucht, die die soziale Frage mit Gewalt löst – also ein Kabinett wie das von Donald Trump, in dem der Bereich der „nationalen Sicherheit“ direkt in den Hände von Militärs gelegt wurde.  
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches “Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“, erschienen im Tectum-Verlag, Marburg. Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.