EU-Türkei-Beziehungen
Türkischer Minister: „Die EU ist der Türkei zehnmal wichtiger als die USA“

Davos (nex) – Die Europäische Union spielt als Handelspartner eine zehnmal bedeutendere Rolle für die Türkei als die USA. Dies erklärte der stellvertretende türkische Ministerpräsident Mehmet Simsek am vergangenen Donnerstag in seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz. „Was die Türkei betrifft, ist die EU als Handelspartner zehnmal wichtiger als die USA“, betonte Simsek und wies darauf hin, dass die EU etwa 50, die USA lediglich rund fünf Prozent des Handels der Türkei ausmachten. „Deshalb ist die EU für uns wichtiger“, stellte er fest. Zu den Gerüchten über die Einführung des Protektionismus unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump sagte Simsek: „Protektionismus ist schlecht für die globale Wirtschaft. Er ist schlecht für die Wachstumsmärkte.“ Die Türkei sei darüber erfreut, dass die EU-Kommission grünes Licht für die Erweiterung der Zollunion gegeben habe. Diese umfasst die Ausweitung auf landwirtschaftliche Produkte und öffentliche Auftragsvergabe. „Dies könnte im Laufe eines Jahrzehnts das Handelsvolumen zwischen der Türkei und der EU mit Leichtigkeit von 150 Milliarden US-Dollar auf 300 Milliarden verdoppeln“, stellte der stellvertretende Vizepremier fest und fügte hinzu: „Das ist gut für die EU und die Türkei. Deshalb sind wir auch nicht beunruhigt über die verlautbarten protektionistischen Tendenzen.“  

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Terrorismus
Reina-Attentäter bereut Tat nicht: „Ich würde es wieder tun“

Istanbul (nex) – Der IS-Terrorist, der in der Neujahrsnacht den Anschlag auf den Istanbuler Edel-Nachtclub Reina verübt hat, hat gegenüber der Polizei erklärt, dass er seine Tat nicht bereue. „Ich würde es wieder tun“, habe der IS-Terrorist Abdulgadir Masharipow während seiner Vernehmung gesagt und hinzugefügt, dass er den Befehl zur Durchführung des Anschlags, bei dem 39 Menschen getötet und 65 weitere verletzt worden waren, über die App Telgram aus Raqqa erhalten habe. Masharipow wurde am vergangenen Dienstag im Istanbuler Landkreis Esenyurt gefasst. „Als ich in Silivri war, kamen Leute zu mir und sagten: ‚Du wirst überall gesucht. Das Kind wird für dich ein Hindernis darstellen, wir nehmen es mit‘, sagten sie. ‚Wir werden es dir zurückgeben, wenn du Istanbul verlässt‘“, soll Masharipow türkischen Medienberichten zufolge bei seiner Vernehmung gesagt haben. Wie die Behörden mitteilten, habe Masharipow um aktuelle Angaben über seinen Sohn gebeten. Sollte man sein Kind finden, wäre er bereit, der Polizei mehr Informationen über die IS-Verbindungen zu geben. Die Polizei teilte des Weiteren mit, dass das im Zuge der Anti-IS (Daesh)-Razzien konfiszierte Bargeld in Höhe von 197.000 Dollar nicht nur an Masharipows Wohnort entdeckt worden sei. Vielmehr sei es die Gesamtsumme des bei allen Razzien zusammen beschlagnahmten Geldes, so die Polizei weiter.

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Biologie
Neopalpa donaldtrumpi: Neue Mottenart wird nach US-Präsident benannt

Dortmund (nex) – Eine kleine Motte mit gelblich-weißen Schuppen auf dem Kopf wurde nach dem Immobilienmagnaten und frisch vereidigten US-Präsidenten Donald Trump benannt. Die neue Spezies, die den Namen Neopalpa donaldtrumpi erhielt, lebt in Südkalifornien und im mexikanischen Baja California. Der Evolutionsbiologe Vazrick Nazari entdeckte die neue Art durch einen Vergleich und gab den Namen der neuentdeckten sogenannten Palpenmotte im Fachjournal ZooKeys bekannt. Das Insekt, das zunächst für die Mottenart Neopalpa neonata gehalten wurde, könne von Letzterer laut ZooKeys durch die gelblich-weißen Schuppen auf dem Kopf der erwachsenen Männchen unterschieden werden. Weitere Besonderheit der Motte: die männlichen Genitalien. Diese seien im Vergleich zu anderer Arten viel kleiner und gekrümmt. Für den Namen habe er sich wegen der Ähnlichkeit des Kopfes der Motte mit Trumps Frisur entschieden, schrieb Nazari in dem am Dienstag veröffentlichten Artikel. „Der Grund für diese Namenswahl liegt darin, die öffentliche Aufmerksamkeit stärker auf die Notwendigkeit, fragile Lebensräume in den USA zu schützen, zu lenken“, erklärte Nazari und wies darauf hin, dass es in den USA noch viele unentdeckte Arten gebe.

Militäroperation Schutzschild Euphrat
Syrien: Fünf türkische Soldaten sterben bei IS-Autobombenanschlag in al-Bab

Gazianetep (nex) – Bei einem Autobombenanschlag der Terrororganisation IS (Daesh) in der Nähe der von dieser gehaltenen nordsyrischen Stadt al-Bab wurden am heutigen Freitag während der Militäroperation Schutzschild Euphrat fünf türkische Soldaten getötet und neun weitere verletzt. Dies wurde aus türkischen Militärkreisen bekannt. Der Generalstab teilte mit, dass der Anschlag sich im nordöstlich von al-Bab gelegenen Dorf Suflaniyah ereignet habe. Die verletzten Soldaten seien sofort in Krankenhäuser in den südosttürkischen Städten Gaziantep und Kilis verbracht worden. Heute Morgen hatte das türkische Militär bekannt gegeben, dass in den vergangenen 24 Stunden im Zuge der Operation 23 IS (Daesh)-Terroristen in Nordsyrien außer Gefecht gesetzt worden seien. Die Türkei startete die Militäroperation Schutzschild Euphrat vor 150 Tagen, am 24. August, mit dem Ziel der Verbesserung der Sicherheitslage, Unterstützung der Koalitionskräfte und Eliminierung der Terrorbedrohung entlang der türkischen Grenze, bei der mit Panzern, Artillerie und Kampfjets der Türkei unterstützte Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) zum Einsatz kommen.

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Internationale Union Muslimischer Gelehrter
Muslimischer Gelehrter warnt Trump vor Hetze gegen Muslime

Doha (nex) – Der Generalsekretär der Internationalen Union Muslimischer Gelehrter (IUMS), Ali Al-Qaradaghi, hat den US-amerikanischen Präsidenten vor den Konsequenzen antimuslimischer und rassistischer Äußerungen gewarnt. Diese drohten, die amerikanische Gesellschaft zu polarisieren. Wenn Trump antimuslimische Maßnahmen ergreife, würden diese nach hinten losgehen, warnte al-Qaradaghi und erinnerte an das Schicksal von Adolf Hitler. Der IUMS-Chef, der nur wenige Stunden vor Trumps Amtseinführung via Twitter kommentierte, wies darauf hin, dass Trump nicht nur gegen Muslime gehetzt, sondern auch bei heiklen Themen, die die US-amerikanische Gesellschaft betreffen, die Stimmung noch weiter angeheizt habe. Er habe, so al-Qaradaghi weiter, Misstrauen zwischen den traditionellen Verbündeten Washingtons gesät. „Rassistische Propaganda gegen so genannten ‚islamistischen Terror‘ mag ihm zur Macht verholfen haben, später wird sie jedoch lediglich dazu dienen, die Amerikaner zu polarisieren“, unterstrich er und fügte hinzu: „Mit den Gefühlen der Öffentlichkeit zu spielen und rassistische Vorurteile wiederzubeleben werden Zerstörung zur Folge haben.“ Trump ist am heutigen Freitagnachmittag als 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt worden. Trump erklärte, das Motto der USA müsse in Zukunft heißen: „America first, America first“. „Wir werden die zivilisierte Welt gegen den radikalislamischen Terror vereinen und diesen vom Antlitz der Erde vollständig tilgen“, versprach er.

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Tansania
Sansibar: „Dr Izmir“ erwartet Erdogan

Sansibar-Stadt (nex) – Der bevorstehende Besuch des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Sansibar erinnert viele Menschen im tansanischen Archipel an ihre positive Beziehung zur Türkei. Viele Tansanier sehnen sich nach der Türkei – dem Land, in dem sie studiert haben. Nizar Abou Machano erzählt im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Anadolu, dass er vor 12 Jahren an der Fakultät für Pharmazie der Ege-Universität in der westtürkischen Küstenstadt Izmir seinen Abschluss gemacht habe. Der 38-Jährige erhofft sich vom Besuch Erdogans am kommenden Sonntag eine größere Zusammenarbeit zwischen der Türkei und dem ostafrikanischen Staat. Nach seiner Rückkehr in seine Heimat eröffnete Machano eine Apotheke und nannte sie Izmir. Heute betreibt er eine ganze Ladenkette. Sogar sein Autokennzeichen lautet „Dr Izmir“. Ayse Makame hat 2006 ihr Studium an der Osmangazi Universität in Eskisehir absolviert. Sie schildert im Interview mit Anadolu die herzlichen Gespräche, die sie mit ihren Freunden in Eskisehir zu führen pflegte. Den Geschmack von Kumpir (Backkartoffeln) habe sie nie vergessen. Sie habe versucht, selber welche zuzubereiten, aber leider ohne Erfolg. Sie schmeckten bei weitem nicht so köstlich wie die in Eskisehir, so Makame. „Ich habe meinen Freunden in der Türkei am 15. Juli geschrieben und die ganze Zeit für die Türkei gebetet“, erzählt sie. Am 15. Juli vergangenen Jahres hat der vereitelte Putschversuch in der Türkei stattgefunden, bei dem 248 Menschen getötet und über 2.200 verletzt worden sind. Sansibar ist ein halbautonomer Teilstaat von Tansania. Es war im 19. Jahrhundert die Hauptstadt des Sultanats Oman. Sansibar hat etwa eine Million Einwohner. Die kleine Insel im Indischen Ozean wird jedes Jahr von Tausenden Touristen besucht.

Studie
Mehr psychische Erkrankungen durch hohe Arbeitsbelastung

Düsseldorf (ots) – Leistungsdruck und Arbeitsverdichtung haben für eine Zunahme psychischer Erkrankungen in deutschen Betrieben gesorgt. Das geht aus einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor, die der „Rheinischen Post“ vorab vorliegt. Für die Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Infas im Frühjahr 2015 insgesamt 2009 Betriebsräte aller wichtigen Branchen befragt. Rund 60 Prozent der Arbeitnehmervertreter gaben dabei an, dass die Beschäftigten ihres Unternehmens massiv unter Zeitdruck und hoher Arbeitsintensität litten. Von hohem Verantwortungsdruck berichten 44 Prozent. In 77 Prozent der Betriebe haben Termindruck und hohe Arbeitsintensität nach Angabe der Befragten in der jüngeren Vergangenheit zu mehr gesundheitlichen Beschwerden bei Beschäftigten geführt, in jedem zweiten ist die Zahl der Überstunden gestiegen. In 72 Prozent der Firmen ist der Stress schon auf Betriebsversammlungen zur Sprache gekommen oder Gegenstand von Verhandlungen zwischen Arbeitnehmervertretung und Geschäftsführung. Als einen Hauptgrund für die gestiegene Belastung sieht das WSI eine zu geringe Personalstärke: 74 Prozent der Betriebsräte gaben demnach an, sie würden derzeit mit der Unternehmensführung über die zu geringe Personalausstattung sprechen.

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Business
Türkei: Izmir zieht immer mehr Investoren aus Japan an

Izmir (nex) – Nach Angaben der staatlichen Entwicklungsagentur Izmir (IZKA) hatten in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres 2.237 ausländische Unternehmen in Izmir einen Standort. Dieser deutliche Anstieg sei dem natürlichen Hafen und hohen Lebensstandard der westtürkischen Millionenmetropole zu verdanken. Immer beliebter wird Izmir auch unter japanischen Großunternehmen. „Japanische Unternehmen können bequem Izmir als eine Drehscheibe für den Transport ihrer Produkte in den Nahen Osten und nach Nordafrika nutzen“, erklärte Pigeon Corp-Chef Norimasa Kitawaza. Er wies darauf hin, dass auch Izmirs hochqualifizierte Arbeitskräfte der Anlass war, hier zu investieren. So befinden sich der Lebensmittelkonzernriese Nippon Ham, Automobilzulieferer Denso Corp, Yanmar Corp sowie Ajinomoto, der vor Kurzem ein Lebensmittelunternehmen von Yildiz Holding gekauft hat, in Izmir. Auch der japanische Chemiekonzern Sun hat im Landkreis Aliaga 30 Millionen Dollar in eine Fabrik für Verpackungsdruckfarbe investiert. Inci Holding, eine der größten Konglomerate der Ägäisregion, hat mit dem japanischen GS Yuasa Corp einen Vertrag zur Stärkung der Zusammenarbeit in Forschung, Entwicklung und Koproduktion von Autobatterien unterzeichnet.

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Hacker-Attacken
Russlandbeauftragter: „Cyber-Angriffe auch in Deutschland nicht ausgeschlossen“

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Russlandbeauftragter Erler warnt Moskau vor Folgen von Hacker-Attacken Osnabrück (nex) – Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), hat dazu geraten, sich zur Abwehr russischer Hacker-Attacken nicht nur auf technische Maßnahmen zu beschränken, sondern auch politisch in Moskau aktiv zu werden. Erler sagte in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, auch der neue US-Präsident Donald Trump räume inzwischen ein, dass an den Geheimdienstberichten über Hacker-Aktivitäten im US-Wahlkampf etwas dran sei. Solche Angriffe seien besorgniserregend und auch für die Bundesrepublik nicht auszuschließen. Deutschland verstärke deshalb jetzt zu Recht die Anstrengungen, solche Attacken abzuwehren. „Wir alle wissen aber, dass das hundertprozentig nicht möglich ist, so dass man auch politische Kontakte nutzen muss, um den Russen klarzumachen, welche Folgen Hacker-Attacken haben könnten. In den USA war das zum Beispiel die Ausweisung von Diplomaten.“

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Abgasskandal
EU-Abgasausschuss: Diesel-Problematik war Mitgliedstaaten bereits seit 2004 bekannt

Der Berichtsentwurf kritisiert zudem die „mangelnde fachliche Kompetenz in den Kommissionsdienststellen“. Arbeitsgruppen zu neuen Kontrollverfahren seien zu mehr als der Hälfte mit Teilnehmern aus der Autobranche besetzt gewesen. „Der Abgasskandal war ein Weckruf für uns. Viele Mitgliedstaaten haben geschlafen“, sagte Jens Gieseke (CDU), Berichterstatter im Abgasuntersuchungsausschuss des EU-Parlamentes, der Zeitung. Als die Verstöße öffentlich wurden, seien die ertappten Hersteller nicht bestraft worden. „Die gesetzlichen Regelungen sind da. Abschalteinrichtungen sind verboten“, erklärte Gieseke. Allerdings habe die EU-Kommission kein Instrument zur Kontrolle entwickelt und weder Kommission noch Mitgliedstaaten hätten Verstöße sanktioniert. In einem Empfehlungsentwurf des Ausschusses wird gefordert, Fahrzeug-Tests nach Vorbild der USA zu verschärfen. Der Ausschuss verweist dazu auf „die US-amerikanische Praxis zufälliger Prüfungen von Fahrzeugen, die unmittelbar aus der Produktion kommen oder sich im Fahrbetrieb befinden“. Der Forscherverbunds ICCT, der den Abgas-Skandal bei VW aufgedeckt hat, kritisiert, dass manche Autobauer auch bei Abgasmessungen im Verkehr weiter vorbereitete Prototypen einsetzen wollten. Das Papier soll im April dem Europäischen Parlament vorgelegt werden.