Syrien
Türkischer Außenminister: USA informierten uns vorab über Luftangriff

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Istanbul (nex) – Die USA haben die Türkei vor dem gestrigen Angriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt informiert. Dies teilte Medienberichten zufolge der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu gestern in der westtürkischen Stadt Antalya mit. Die USA hatten mit 59 Marschflugkörpern des Typs Tomahawk einen Luftangriff auf die Luftwaffenbasis al-Schairat durchgeführt. Dabei soll es sich, wie das Pentagon Medienberichten zufolge bestätigt habe, um jenen Flugplatz handeln, von dem aus am vergangenen Dienstag der mutmaßliche Giftgasangriff in Idlib begonnen habe. „Der US-amerikanische Botschafter zu Ankara, John Bass, setzte sich mit unserem Untersekretär Ümit Yalcin in Verbindung“, so Cavusoglu. Auch die anderen Mitglieder der Anti-IS-Koalition seien über den Luftschlag informiert worden, fügte der türkische Außenminister hinzu. Cavusoglu teilte weiter mit, dass er mit seinem deutschen und französischen Amtskollegen telefoniert habe. Den Zeitpunkt der Gespräche nannte er nicht. Auch sei zu dem russischen und dem US-Außenminister, Sergei Lawrow und Rex Tillerson, Kontakt aufgenommen worden. Cavusoglu forderte die sofortige Absetzung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Eine Übergansregierung müsse eingerichtet werden: „Dieses Regime sollte so bald wie möglich als Führung Syriens abgelöst werden“, sagte er und ergänzte: „Wenn er nicht gehen will, wenn keine Übergangsregierung eingerichtet wird, wenn er weiterhin humanitäre Verbrechen begeht, sollten die notwendigen Schritte zu seiner Absetzung unternommen werden.“ Sicherheitszonen für Zivilisten in Syrien seien so notwendig wie nie zuvor, erklärte Cavusoglu zum wiederholten Mal.

Über den Wolken
Air-Baby: Turkish Airlines-Crew hilft Kadiju auf die Welt

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Welcome, Baby! Eine Französin hat am gestrigen Freitag in einem Flugzeug der Turkish Airlines auf dem Weg von Conakry nach Istanbul mit der tatkräftigen Unterstützung der Kabinenbesatzung ihr Baby zur Welt gebracht. Die guineischstämmige Französin Diaby Nafi bekam kurz nach dem Abflug von der guineischen Hauptstadt Wehen. Die Kabinencrew unterstützte die Frau bei der Entbindung von dem Mädchen, das den Namen Kadiju bekam. Geburtshilfe ist ein Teil der Ausbildung von Flugbegleitern. „Die Mutter brachte ihr Baby im Stehen zur Welt, und andere Fluggäste halfen mit“, erzählte die Stewardess Bouthayna Inanir, die bei der Entbindung dabei war. Der Chef der Kabinencrew habe nach der Geburt Tränen der Freude vergossen, so Inanir weiter. Der Kapitän absolvierte eine Notlandung in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso in Westafrika. Mutter und Säugling wurden hier medizinisch versorgt, anschließend konnte der Flug nach Istanbul unter medizinischer Aufsicht der beiden, die sich guter Gesundheit erfreuten, fortgesetzt werden. Natürlich schossen sowohl die Fluggäste als auch die Begleiter eine Menge Fotos von der süßen Kleinen, die seit gestern in den sozialen Medien viral gehen.

Syrienkonflikt
Medwedew: USA einen Schritt von Zusammenstoß mit russischem Militär entfernt

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Moskau (nex) – Der russische Premierminister Dmitri Medwedew warnte am Freitag, dass die USA infolge der Raketenagriffe auf syrische Luftstützpunkte nur einen Schritt von einem Zusammenstoß mit dem russischen Militär entfernt seien. Medienberichten zufolge informierten U.S-Offizielle die russischen Streitkräfte vor den Luftangriffen, um Opfer unter russischen Soldaten zu vermeiden. Der Angriff galt US-Angaben zufolge der syrischen Regierung, die man für die Giftgasangriffe am vergangenen Dienstag mit über 100 Toten, die meisten unter ihnen Kinder, verantwortlich macht. Satellitenaufnahmen legen nahe, dass in dem getroffenen Militärflughafen Al-Schairat in der Nähe von Homs russische Spezialeinheiten und Militärhubschrauber stationiert waren. Die US-Angriffe seien illegal und die Vereinigten Staaten nur „einen Schritt von einer Konfrontation mit dem russischen Militär entfernt“, so Medwedew in einer Mitteilung in den sozialen Medien. Staats- und Regierungschefs zeigten sich nach dem Luftangriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt al-Schairat als Reaktion auf die Giftgasattacke solidarisch mit den USA, während Iran und Russland den Schritt als eine „Aggression“ verurteilte. Außerdem stoppte Russland bis auf Weiteres das Abkommen zur Vermeidung von Zwischenfällen im syrischen Luftraum.

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Syrienkrieg
Vater der toten Zwillinge: Erdogan ist unsere einzige Hoffnung

Ankara (nex) – Ein am Boden zerstörter Vater, dessen Zwillingsbabys bei der Giftgasattacke vom vergangenen Dienstag im nordsyrischen Idlib getötet wurden, hat in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Anadolu die Türkei und deren Staatspräsidenten, Recep Tayyip Erdogan, als seine einzige Hoffnung bezeichnet. Die neun Monate alten Zwillinge von Abdulhamid al-Youssef, das Mädchen Aya und der Junge Ahmed, wurden zu einem weiteren herzzerbrechenden Sinnbild syrischer Kinder, die in dem blutigen, mittlerweile sechs Jahre währenden Konflikt gefangen sind.
(Foto: AA)
Bei dem Giftgasangriff im nordwestsyrischen Chan Scheichun wurden vor drei Tagen 100 Menschen getötet und weitere 500 verletzt. Abdulhamid erlitt dabei einen unvorstellbaren Schaden: Er verlor nicht nur seine Zwillinge, sondern seine Frau und weitere 13 Verwandte bei der Attacke.
(Foto: AA)
Der junge Mann, der auf seinem Handy Fotos seiner Zwillinge zeigte, betonte, dass er hoffe, dass die Welt nun das Ausmaß der dramatischen Notlage in Syrien begriffen habe.

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Giftgasangriff in Syrien: Türkei öffnet Grenzen für Opfer

Syrienkonflikt
Erdogan: US-Luftschläge in Syrien nicht ausreichend

Hatay (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat am heutigen Freitag nach der Giftgasattacke des syrischen Regimes im nordsyrischen Idlib zu weiteren Schritten aufgerufen. Erdogan, der bei einem Auftritt in der südtürkischen Provinz Hatay sprach, wies darauf hin, dass „die Zeit für ergebnisorientierte Schritte zum Schutze des syrischen Volkes“ gekommen sei. Wenn er auch die amerikanischen Luftschläge auf Ziele des syrischen Regimes begrüße und als wichtig erachte, seien diese dennoch nicht ausreichend, so der türkische Präsident. „Nach all den Ereignissen wird es unvermeidbar, dass jeder seine Positionen neu überdenkt“, unterstrich er. Die USA haben am heutigen Freitagmorgen mit 59 Marschflugkörpern des Typs Tomahawk einen Luftangriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt al-Schairat durchgeführt. Dabei soll es sich, wie das Pentagon Medienberichten zufolge bestätigt habe, um jenen Flugplatz handeln, von dem aus am vergangenen Dienstag der mutmaßliche Giftgasangriff begonnen habe. Die Marschflugkörper seien von zwei Kriegsschiffen im östlichen Mittelmeer aus abgeschossen und hätten die Luftwaffenbasis gegen 4.45 Ortszeit getroffen. Ziel seien nach Angaben des Pentagon Flugzeuge, Hangars, Treibstofflager, Munitionsbunker, Luftabwehrsysteme und Radaranlagen gewesen.

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Schweden
Stockholm: LKW rast in Menschenmenge – TV berichtet von Toten

Stockholm (nex) – Im Zentrum von Stockholm rast ein LKW in eine Menschenmenge. Medienberichten zufolge seien mehrere Menschen verletzt. Die Polizei warnt vor einem Terroranschlag. Ein schwedischer Radiosender berichtet von mindestens drei Toten. Laut „Bild“ berichtet das schwedische Fernsehen von Schüssen, die gefallen seien. Schwedischen Medien zufolge fuhr der LKW in ein Kaufhaus.    

Türkei
Israel entsendet erstmals muslimische Diplomatin

Ankara (nex) – Das israelische Außenministerium hat am vergangenen Mittwoch Rascha Atamni zur ersten Botschaftssekretärin in der türkischen Hauptstadt Ankara ernannt. Atamni ist damit die erste muslimische Diplomatin Israels.

„Die Türkei ist eine wichtige Alliierte des jüdischen Staates. Die beiden Länder pflegen starke wirtschaftliche Beziehungen zueinander. Im Juni vergangenen Jahres unterzeichneten sie nach einer sechsjährigen Eiszeit ein Versöhnungsabkommen“, schreibt die israelische Tageszeitung „Times of Israel“.
(Foto. Screenshot)
Atamni stammt aus der zentralisraelischen Stadt Baqa el-Gharbiya, die sich innerhalb der Grenzevon 1967, der sogenannten Grünen Linie zwischen Israel und dem Westjordanland, befindet. Die 31-Jährige ist nicht die erste arabische Diplomatin Israels. Die arabische Christin Rania Joubran, Tochter des Richters Salim Joubran am Obersten Gericht, arbeitete von 2006 bis 2009 für das Außenministerium, verließ es jedoch kurz bevor sie nach Kairo entsandt werden sollte. Das Land beschäftigt auch männliche muslimische wie christliche Diplomaten. Atamni studierte Psychologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. In einem auf der Webseite des Außenministeriums geposteten Blogbeitrag gibt sie an, ihre diplomatischen Kompetenzen im Kollegialmodell des UN Clubs vertieft habe.

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Ruhrgebiet
Ärger um Fehler in Städte-Studie

Ruhrgebiet (ots) – Bei einer Untersuchung zu abgehängten Regionen in Deutschland ist dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung ein peinlicher Fehler unterlaufen, der zwei Ruhrgebietsstädten mächtig zu schaffen machte. Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtete, hat das Bonner Institut Bevölkerungsdaten der unter 15-Jährigen und der über 75-Jährigen vertauscht. In der Folge waren Gelsenkirchen und Oberhausen fälschlicherweise als zwei von bundesweit fünf Großstädten mit „besonders schlechten Lebensverhältnissen“ identifiziert worden. Das Institut räumt den Fehler in einer E-Mail ein, die der WAZ vorliegt. In Oberhausen und Gelsenkirchen wird ein großer Imageschaden durch die Falschdarstellung beklagt. Oberhausens Oberbürgermeister Daniel Schranz (CDU) sagte der WAZ: „So etwas darf nicht passieren.“ Er forderte eine Entschuldigung. Auch Herne war in der Untersuchung, die die Bundesregierung nach einer Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion in Auftrag gegeben hatte, als abgehängte Stadt ausgewiesen worden – daran ändert die Korrektur des Instituts aber nichts.

Giftgasangriff in Syrien
Syrischer Außenminister: Giftgas kam aus der Türkei

Damaskus (nex) – Nach dem Giftgasangriff in der Provinz Idlib hat der syrische Außenminister Walid Muallem mitgeteilt, dass die chemischen Substanzen aus der Türkei nach Syrien gebracht worden seien. Das berichtet das russische Nachrichtenportal „Sputnik“.

Demnach seien die Kampfstoffe über die Türkei nach Syrien, vor allem nach Ost-Aleppo, gebracht worden. Damaskus habe bereits die Vereinten Nationen darüber in Kenntnis gesetzt, so „Sputnik“ weiter.

„Die al-Nusra und der IS lagern chemische Substanzen in Städten und Ortschaften“, habe al-Muallem am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Damaskus mitgeteilt. „Die syrische Regierung hat die Uno über die chemischen Substanzen informiert, die vom türkischen Territorium aus für die Terroristen in Ost-Aleppo geliefert wurden“, zitiert ihn „Sputnik.

Bei dem Giftgasangriff, für den das Assad-Regime verantwortlich gemacht wird, sind Medienberichten zufolge 100 Menschen getötet und mehr als 400, zumeist Frauen und Kinder, verletzt worden. Die syrische Armee wies diese Vorwürfe zurück.

Wie „Sputnik“ weiter berichtet, waren laut Außenminister al-Muallem die ersten Meldungen über die Chemieattacke schon mehrere Stunden vor dem ersten Angriff der syrischen Luftwaffe auf das Munitionslager der Terrorgruppierung al-Nusra-Front in der Region eingegangen. Ankara hat sich bislang nicht zu den Behauptungen geäußert.

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Giftgasangriff in Syrien
Röttgen kritisiert Außenministerium: „Inakzeptabler Freiraum für Giftgasverbrecher“

Düsseldorf (nex) – Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen (CDU), hat die Haltung von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) zu den Giftgas-Angriffen in Syrien scharf kritisiert. „Die Reaktion des Auswärtigen Amtes zu den Giftgas-Verbrechen in Idlib ist nicht angemessen“, sagte Röttgen der „Rheinischen Post“. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum das Auswärtige Amt nicht ausspreche, dass die Indizien eindeutig zu Lasten des syrischen Regimes sprächen. Stattdessen fordere das Auswärtige Amt völlige Klarheit über die Sachlage. „Das ist besonders angesichts der Verweigerung von Syrien und Russland bei der Aufklärung unrealistisch und gibt den Giftgasverbrechern einen inakzeptablen Freiraum.“ Man müsse sich nicht unwissender stellen als man sei.