Berlin – Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Armin Laschet (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Ukraine-Krieges zu verstärken.
Laschet sagte am Dienstag im rbb24 Inforadio, er sei froh, dass Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) das Gespräch mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow gesucht habe:
„Wir reden viel zu viel über militärische Lösungen, die aber den Krieg natürlich nicht beenden. Und deshalb finde ich es gut, dass jetzt auch Diplomatie mit Russland eine neue Qualität bekommen hat.“
Es sei eine frostige Begegnung gewesen, aber „man redet jedenfalls überhaupt wieder. Wie soll denn ein Krieg enden, bei dem Europa auch noch Einfluss nehmen will zugunsten der Ukraine, wenn man sich den Gesprächen verweigert?“
Genau das sei die Praxis bis zum vergangenen Freitag gewesen, so Laschet, „übrigens auch von vielen Medien, die jetzt plötzlich ihre Meinung geändert haben und sagen: ‚Ja, es war doch gut.‘. Ich habe immer nur Kritik an denen gehört, die Diplomatie gefordert haben. Und Diplomatie heißt, man läuft vielleicht 50 Mal vor die Wand, die Gespräche gehen nicht weiter.“
Aber nur so könne man eine europäische und deutsche Position gegenüber einem Angreifer wie Russland sichtbar machen, betonte Laschet. „Wenn nur die Amerikaner über die Zukunft Europas reden, dann hat das doch nichts mit europäischem Selbstbewusstsein zu tun.“
Nur bei Gesprächen trete auch zutage, „wer unhöflich auftritt, wer undiplomatisch auftritt, wer danach das Ganze ins Lächerliche zieht“. Das sei Russland gewesen, so Laschet:
„Die Legende, die Russland lange stricken konnte, weil Europa nicht bereit war, zu reden, die ist jetzt jedenfalls zerstört.“ Wenn jetzt darüber diskutiert werde, ob beim G20-Gipfel möglicherweise auch der russische Präsident Wladimir Putin teilnehmen sollte, dann wäre das der nächste Schritt. Auch auf so einem Gipfel müsse Klartext gesprochen werden, damit Russland merke, es „verliert in der gesamten Öffentlichkeit auch die Deutungshoheit.“
Es ist ein wichtiger und richtiger Schritt, dass Außenminister Wadephul seinen russischen Amtskollegen Lawrow bei der UN in New York getroffen hat. Und er hat Klartext gesprochen. Wir stehen an der Seite der Ukraine. Wir akzeptieren keine hybriden Attacken gegen Deutschland. Wir… https://t.co/Jwxz7xnkqK
— Armin Laschet (@ArminLaschet) September 26, 2026

