Yunus Emre Institut
Frankfurt: Ausstellung über Juden des Osmanischen Reiches

Anno 1493, ein Jahr nachdem Christoph Kolumbus Amerika entdeckt hatte, gründeten die Brüder David und Samuel Ibn Nahmias im Istanbuler Stadtteil Ortaköy die erste Druckerei des Osmanischen Reiches.

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von Kemal Bölge

Anno 1493, ein Jahr nachdem Christoph Kolumbus Amerika entdeckt hatte, gründeten die Brüder David und Samuel Ibn Nahmias im Istanbuler Stadtteil Ortaköy die erste Druckerei des Osmanischen Reiches.

Es waren sephardische Juden, die mit dem Edikt von Granada zwischen katholischer Taufe und Vertreibung wählen mussten. Am 2. August 1493 begann der Exodus von 150.000 spanischen Juden, die innerhalb weniger Monate ihre Heimat zwangsweise verließen. Etwa 100.000 fanden Zuflucht im Osmanischen Reich. Der osmanische Sultan Bayezid II. ließ ein Dekret veröffentlichen, in dem die spanischen Juden willkommen geheißen wurden. Auf Befehl des Sultans wurde eine Flotte nach Spanien entsandt, um die sephardischen Juden sicher ins Osmanische Reich zu bringen.

Multikulturelles Erbe des Osmanischen Reiches

Die Ausstellung unter der Überschrift „Sepharad – Spuren eines multikulturellen Erbes“ in den Frankfurter Römerhallen zeigt mehr als 70 ausgewählte Werke von den Nachfahren der einst aus Spanien geflohenen Juden. Zu sehen sind Fotografien, Skulpturen, Malerei, Keramik und Collagen von 30 türkisch-sephardischen Künstlern. Organisator der Exposition ist das Yunus-Emre-Institut aus Berlin und das türkische Generalkonsulat in Frankfurt. Eröffnung war am 1. Juni und läuft noch bis zum 14. Juni. Der Eintritt ist frei.

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