Kaukasus
Armenien möchte Berg-Karabach als Teil Aserbaidschans anerkennen

Armenien sei dazu bereit, die international anerkannten Grenzen Aserbaidschans zu akzeptieren, wenn die Rechte der Armenier in Berg-Karabach garantiert würden.

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Jerewan – Die Beziehungen zwischen den beiden ehemaligen Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan sind seit 1991 angespannt, als das armenische Militär Berg-Karabach, ein international als Teil Aserbaidschans anerkanntes Gebiet, und sieben angrenzende Regionen besetzte. Insgesamt geht der Konflikt jedoch über ein Jahrhundert zurück.

Armenien sei nun bereit, die Enklave Berg-Karabach als Teil Aserbaidschans anzuerkennen, wenn Baku die Sicherheit der armenischen Bevölkerung garantiere, so Premierminister Nikol Paschinyan in einer Mitteilung am Montag.

Nach einem kurzen Krieg im Jahr 2020 übernahm Aserbaidschan die Kontrolle über Gebiete, die zuvor von ethnischen Armeniern in und um die Bergexklave kontrolliert wurden, und sperrt seitdem regelmäßig die einzige Zugangsstraße, die Berg-Karabach mit Armenien verbindet und von der die Enklave finanziell und militärisch abhängig ist.

„Zu den 86 600 Quadratkilometern aserbaidschanischen Territoriums gehört Berg-Karabach“, sagte Paschinjan auf der Pressekonferenz weiter.

„Wenn wir uns richtig verstehen, dann erkennt Armenien die territoriale Integrität Aserbaidschans innerhalb der genannten Grenzen an, und Baku – die territoriale Integrität Armeniens auf 29.800 km².“

Armenien sei dazu bereit, die international anerkannten Grenzen Aserbaidschans zu akzeptieren, wenn die Rechte der Armenier in Berg-Karabach garantiert würden. Die Frage solle in Gesprächen zwischen den beiden Ländern erörtert werden.

„Armenien setzt sich weiterhin für die Friedensagenda in der Region ein. Und wir hoffen, dass wir in naher Zukunft zu einer Einigung über den Text des Friedensvertrags kommen und ihn unterzeichnen können“, sagte Paschinyan weiter.

Die armenischen Separatisten in Karabach reagierten auf Paschinyans Worte mit scharfen Worten. Artur Mosiyan forderte, Paschinyan die Hände abzuschlagen:

„Ich appelliere an alle Armenier, diese verräterische Hand so schnell wie möglich abzuhacken, sonst wird niemand mehr von uns übrig sein, weder Artsakh, noch Armenien, noch die Diaspora.“

Mosiyan ist Führer der „Armenische Revolutionäre Föderation“. Die Partei ist sowohl in Armenien als auch in Berg-Karabach und der Diaspora aktiv. Die ARF gilt als die größte und einflussreichste Organisation in der Armenischen Diaspora.

Die Armenisch Revolutionäre Föderation hat sich immer zu einem „freien, unabhängigen und vereinten Armenien“ bekannt. Der Begriff „vereintes Armenien“ bezieht sich auf die Grenzen Armeniens und umfasst Gebiete der Türkei.

Die 1890 in Tiflis gegründete ARF der Daschnaken, die für die Ermordung von Zehntausenden von türkischen und aserbaidschanischen Zivilisten verantwortlich gemacht wird, nutzte den Ersten Weltkrieg und die russische Oktoberrevolution von 1917, um unter dem Vorwand „revolutionärer Ideen“ ein Großarmenien zu gründen.

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