Militäroffensive in Syrien
VW-Werk Türkei: Bulgarien nach Militäroffensive wieder im Rennen

Volkswagen hat die Planungen für eine neue Fabrik nahe Izmir in der Türkei gestoppt. Wie die Bild Zeitung unter Berufung auf eine Meldung der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, bewirbt sich Bulgarien wieder um die Milliarden-Investitionen des deutschen Autobauers. 

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Wolfsburg – Volkswagen hat die Planungen für eine neue Fabrik nahe Izmir in der Türkei gestoppt. Die türkische Militäroffensive im Norden Syriens schaffe ein Umfeld, in dem es kein Votum für den Standort Türkei geben könne.

Wie die Bild Zeitung unter Berufung auf eine Meldung der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, bewirbt sich Bulgarien wieder um die Milliarden-Investitionen des deutschen Autobauers.

Um sich den Zuschlag für das neue Werk zu sichern, sei Bulgarien bereit, die von Türkei-Präsident Recep Tayyip Erdogan (65) angebotenen Subventionen zu verdoppeln. „Wir haben einen Weg gefunden, dem Volkswagen-Konzern statt 135 Millionen Euro 250 bis 260 Millionen Euro anzubieten“, zitiert die Bild den bulgarischen Ex-Staatschef und Präsident des „Automobilclusters“ in Sofia, Rossen Plewneliew (55), der mit der FAZ sprach.

Demnach sei VW das Angebot unterbreitet worden, die Antwort stehe jedoch noch aus, so Plewneliew. Rechne man die Infrastruktur hinzu – etwa die Anbindung an die Schiene, an die Autobahn und die U-Bahn –, biete Sofia 800 Millionen Euro, damit VW die neue Fabrik in Bulgarien baue, berichtet Bild weiter.

Der türkische Einmarsch in Nordsyrien zwinge die Wolfsburger zu einer Neubewertung, berichtete das Handelsblatt am Dienstag.

Die Unterschrift unter den Verträgen werde es daher vorerst nicht geben. Wie die Deutsche Welle berichtete, bestätigte am Dienstag ein Unternehmenssprecher die Berichte: „Die endgültige Entscheidung für das neue Werk wurde vom Vorstand der Volkswagen AG vertagt.“

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