Terror in Neuseeland
Tarrant war Radovan-Karadžić-Verehrer

Brenton Tarrant, der mutmaßliche Attentäter des Terroranschlags auf zwei Moscheen in Neuseeland, ist offenbar ein Bewunderer des verurteilten serbischen Kriegsverbrechers Radovan Karadžić.

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Christchurch (nex) – Brenton Tarrant, der mutmaßliche Attentäter des Terroranschlags auf zwei Moscheen in Neuseeland, ist offenbar ein Bewunderer des verurteilten serbischen Kriegsverbrechers Radovan Karadžić.

In einem von Tarrant in sozialen Medien veröffentlichten Video ist ein rechtsextremes Lied zu hören, welches Karadžić verherrlicht.

„Karadzic, du führst die Serben, zeigst ihnen, dass sie furchtlos sind“, so der Text des Liedes. Medienberichten zufolge sind auf den Waffen, die Tarrant während des Anschlags nutzte, die Namen der historischen serbischen Persönlichkeiten, die gegen die Osmanen gekämpft haben, zu sehen. Viele der Personen stehen auch im Zusammenhang mit der Schlacht um Wien 1683.

Ivica Dacic, Serbiens Außenminister, verurteilte am Freitag den faschistischen Terroranschlag und fügte hinzu: „Serbien hat nichts damit zu tun.“

„Wir verurteilen diese Art von Missbrauch, der den serbischen Interessen schadet, und wir werden jeden verhaften, der verdächtigt wird, diese Ansichten zu verfolgen“, sagte Dacic Reportern. Dacic drückte den Familien der Opfer der Anschläge sein Beileid aus und sagte, sie seien das Ergebnis eines globalen Übels, das mit einer gemeinsamen Front bekämpft werden müsse.

Der frühere Führer der bosnischen Serben im jugoslawischen Bürgerkrieg der 1990er Jahre, Radovan Karadzic, wurde im Jahre 2016 zu 40 Jahren Haft verurteilt, nachdem ihn der Internationale Strafgerichtshof der Vereinten Nationen für das frühere Jugoslawien (ICTY) des Genozids in Srebrenica für schuldig befunden hatte.

Das Gericht sah es damals als erwiesen an, dass Karadzic eine Terrorkampagne mit dem Ziel der ethnischen Säuberung eines Teils von Bosnien und Herzegowina organisiert hatte, indem er zwischen 1992 und 1995 orthodoxe Serben gegen muslimische Bosniaken und katholische Kroaten aufhetzte.

„Wir kommen nach Konstantinopel“

Vor dem Anschlag hat Tarrant zudem ein Manifest veröffentlicht, laut dem er den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, den Bürgermeister von London, Sadiq Khan und Bundeskanzlerin Angela Merkel töten wolle.

Das Manifest hat einen Abschnitt mit dem Titel „für Türken“, in dem Tarrant droht, alle Türken zu töten, die auf der europäischen Seite der Türkei und anderswo in Europa leben. Östlich des Bosporus dürften Türken jedoch weiterhin friedlich leben, so Tarrant in seinem mittlerweile gelöschten Manifest.

„Wir kommen nach Konstantinopel und werden jede Moschee und jedes Minarett in der Stadt zerstören. Die Hagia Sophia wird frei von Minaretten sein und Konstantinopel wird zu Recht wieder im Besitz von Christen sein“, so der Text weiter.

Der Tod von Erdogan werde einen Keil zwischen den „türkischen Invasoren, die derzeit unsere Länder besetzen“ und dem ethnisch europäischen Volk treiben sowie gleichzeitig die „Macht der Türkei“, einem „Hauptfeind Russlands“, in der Region schwächen und die NATO destabilisieren, so das Manifest.

Tarrant und drei Neuseeländer verübten am Freitag Anschläge auf zwei Moscheen in Neuseeland, bei denen mindestens 49 Menschen getötet und fast 40 verletzt wurden. Unter den Opfern befindet sich Medienberichten zufolge auch ein zweijähriges Kind.

 

 

 

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