Start Meinung Meinungsartikel Journalist: Die Liebe des Kosovo zu Europa ist nur einseitig

Meinungsartikel
Journalist: Die Liebe des Kosovo zu Europa ist nur einseitig

"Was die Kosovaren sprachlos lässt, ist die Tatsache, dass Serbien vor dem Kosovo die Visafreiheit erhalten hat. Wie kann dies möglich sein? Ein Land, das mehrere Kriege verursacht hat, wie in Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina und zuletzt noch im Kosovo. " Ein Kommentar.

(Foto: Wikimedia/Von Arild Vågen - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0,)
Teilen

Kosovo: Gefangen im eigenen Land!

Ein Gastbeitrag von Mustafë Mehmeti

Das Kosovo ist seit 2008 ein eigenes Land, das sich von der ehemaligen Jugoslawischen Republik abgespalten hat. Die Kosovaren ist ein Volk, das historisch immer an der Seite von Europa war und immer noch ist. Doch sie können nicht einfach in europäische Länder reisen. Gefangen im eigenen Land, so fühlen sich die Kosovaren.

Der Grund dafür ist, es gibt keine Visafreiheit für den Kosovo. Dies führt dazu, dass die Kosovaren lange vor den Botschaften in Pristina Schlange stehen müssen. Dabei ist es egal, ob es tropisch heiß ist oder die antarktische Kälte herrscht. Es ist von der europäischen Politik so gewollt.

Die Kosovaren haben eine große Diaspora, die überall in der Welt verstreut lebt. Am meisten in der EU, die für den Eintritt der Kosovaren ein Visum verlangen. Europa sollte doch eine Union der Bündnisse sein, in der die Nationen, der Glauben, die Freiheit und Gerechtigkeit fundamentale Werte sind. Obwohl dies alles vom Kosovo angeboten wird, zeigen die europäischen Länder, dass sie unter Xenophobie leiden, um nicht das Wort Rassismus zu verwenden, doch das ist ja offiziell im 21. Jahrhundert nicht aktuell.

Wer kein Visum hat, sollte mit dem kosovarischen Pass keine Ferien in Europa planen. Dies zu erhalten, ist mit großen Umständen verbunden: Es entstehen hohe Kosten sowie viel Papierkram, dazu benötigt man noch viel Zeit und gute Nerven. Und am Ende wird man nicht selten wegen dem bürokratischen Papierkram abgewiesen.

Die einzigen Länder, in die die Kosovaren ohne Visum reisen können, sind Länder an der Grenze zum Kosovo oder ferne Länder, darunter die Türkei. Die Liebe des Kosovo zu Europa ist nur einseitig, sie wird von den Europäern nicht erwidert. Eine abgewiesen Liebe, lohnt sich das noch?

Was die Kosovaren sprachlos lässt, ist die Tatsache, dass Serbien vor dem Kosovo die Visafreiheit erhalten hat. Wie kann dies möglich sein? Ein Land, das mehrere Kriege verursacht hat, wie in Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina und zuletzt noch im Kosovo.

Dabei gab es Hunderttausende von Toten und Schwerverletzten, es gab Vergewaltigungen usw. Und dieses Land hat das Recht erhalten, mit dem serbischen Pass überall auf europäischem Boden frei herumzulaufen. Dazu kommt, dass dies alles geschah, ohne die vielen verantwortlichen Kriegsverbrecher vor Gericht zu stellen und zu verurteilen!

Die europäischen Länder haben sich zur Priorität gesetzt, die Kosovaren mit Hausarrest zu bestrafen. Der Grund dafür ist den meisten nicht klar. Man stellt sich die Frage: Warum? Weil die politische Sprache immer strategisch ist, es ist keine Sprache der Gerechtigkeit, wie geworben wird, sondern die Sprache von einzelnen Interessen!

Wo sind die europäischen Werte? Eine Frage, die jeder im eigenen Land gefangene Kosovare den Politikern in Europa stellen würde. Doch statt einer ordentlichen Antwort bekommen sie eine demagogisch schlecht verpackte Antwort serviert.


Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


Mustafë Mehmeti
Freier Journalist
Viti, Kosovo

Facebook Kommentare