Lirakrise
Türkei: Lira steigt in einer Woche erneut über 5 Prozent

Nach einem Rekordanstieg in den letzten zwei Monaten, hat die türkische Lira in der letzten Woche gegenüber der amerikanischen Währung erneut erheblich zugelegt.

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Istanbul (nex) – Nach einem Rekordanstieg in den letzten zwei Monaten, hat die türkische Lira in der letzten Woche gegenüber der amerikanischen Währung erneut erheblich zugelegt.

Die türkische Währung gewann gegenüber dem US-Dollar über 5 Prozent an Wert, zum Schlusskurs der vergangenen Woche.

Bereits Anfang dieser Woche erreichte die Lira mit 5,48 (12.00 Uhr Ortszeit) ein 2-Monats-Hoch, während sie vergangene Woche bei 5,93 abschloss.

Der Wechselkurs des US-Dollars zur türkischen Lira begann die Woche bei 5,8420 und erreichte Mitte Donnerstag den Tiefststand von rund 5,50.

Wie die türkische Zentralbank berichtet, betrug der durchschnittliche Wechselkurs des US-Dollars zur türkischen Lira in den ersten beiden Oktoberwochen 6,04 und im vergangenen Monat 6,38.

Auch der Euro-Lira-Kurs war rückläufig, von 6,85 in der vergangenen Woche fiel der Euro gegenüber der Lira um 5,7 Prozent.

Entspannung nach Brunson-Freilassung

Politische Spannungen zwischen der Türkei und den USA lösten an den Finanzmärkten Sorgen aus, nachdem Trump damit drohte, den wirtschaftlichen Druck zu nutzen, um Brunsons Freilassung zu sichern.

Trump genehmigte im August in Folge der Inhaftierung eine Verdoppelung der Zölle auf türkisches Stahl und Aluminium. Die Türkei reagierte darauf mit einer Erhöhung der Zölle auf US-Autos, Alkohol und Tabakimporte.

Die türkische Währung Lira fiel darauf hin im August auf ein Rekord-Tief. Nach der Freilassung Brunsons erholte sich die Währung wieder und erreichte am heutigen Montag den höchsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit Monaten.

Die Lira war in den letzten Monaten in einen Abwärtstrend geraten, welcher durch die diplomatische Krise mit den USA nochmal verstärkt wurde.

US-Pastor Andrew Brunson saß wegen Terrorismus-Vorwürfen seit dem 7. Oktober 2016 in türkischer Haft und wurde am 23. Juli 2018 in den Hausarrest entlassen. Ein türkisches Gericht verurteilte den Pastor am vergangenen Freitag zu drei Jahren und 45 Tagen Gefängnis, er wird aber keine Haftstrafe absitzen. Das Gericht hat seine Haftzeit angerechnet und seinen Hausarrest und sein Reiseverbot beendet.

Während Brunson ursprünglich aus dem Bundesstaat North Carolina stammt, verbrachte er mehr als zwei Jahrzehnte in der Türkei, und im Weißen Haus erwähnte er seine Zuneigung zum Volk des Landes.

Bei einem Treffen mit Brunson im Weißen Haus, begrüßte US-Präsident Donald Trump die Entscheidung der türkischen Gerichte Brunson ausreisen zu lassen. Nun könne man in den türkisch-amerikanischen Beziehungen ein neues Kapitel eröffnen.

„Dies ist ein gewaltiger Schritt in Richtung einer Beziehung, die eine großartige Beziehung sein kann“, sagte Trump im Weißen Haus und begrüßte Pastor Andrew Brunson, der von einem türkischen Richter am 12. Oktober freigelassen wurde.

„Wir denkens über die Türkei heute ganz anders als gestern. Und ich denke, wir haben die Chance, der Türkei wirklich viel näher zu kommen und vielleicht ein sehr, sehr gutes Verhältnis zu haben“, fügte er hinzu.

In diesem Zusammenhang dankte Trump seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan für die Freilassung des Pastors.

„Ich möchte Präsident Erdogan für seine Hilfe danken!“ twitterte Trump am 13. Oktober.

Trump widersprach zudem Medienberichten, wonach es für die Freilassung des Pastors einen Deal zwischen der Türkei und den USA gab.

„Es gab keinen Deal mit der Türkei für die Freilassung und Rückkehr von Pastor Andrew Brunson“, so Trump

„Es gab jedoch eine große Anerkennung im Namen der Vereinigten Staaten, was zu guten, vielleicht sogar großartigen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei führen wird“, fügte er hinzu.

Unparteiisches Gerichtswesen

Als Antwort auf Trump sagte Erdogan, dass die Entscheidung der türkischen Justiz, Brunson freizulassen, unparteiisch war.

„Sehr geehrter Herr Präsident, wie ich immer wieder betone, hat die türkische Justiz eine unparteiische Entscheidung getroffen“, schrieb Erdoğan am 13. Oktober auf Twitter.

Erdogan hoffe zudem, dass die Türkei und die USA die Zusammenarbeit, insbesondere die „gemeinsamen Anstrengungen gegen terroristische Gruppen wie PKK, der DAESH (arabisches Akronym für den IS) und FETÖ“, fortführen würden.

Bereits vor der Freilassung Brunsons sagte Erdogan in einem Gespräch mit Reportern, dass die Türkei ein Rechtsstaat sei und Gerichtsentscheidungen für alle bindend seien.

„Ich bin nicht in der Lage, bei der Justiz zu intervenieren, da die Türkei ein Rechtsstaat ist“, sagte Erdogan am 10. Oktober gegenüber türkischen Journalisten an Bord der Regierungsmaschine, mit der er nach einer zweitägigen Reise nach Ungarn in die Türkei zurückkehrte.

Vertreter westlicher Medien und politischer Parteien hatten den türkischen Staatschef bereits mehrfach aufgefordert, den in der Türkei inhaftierten US-Bürger frei zu lassen. US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Mittwoch, Brunsons Freilassung sei für die türkisch-amerikanischen Beziehungen sehr wichtig. Auch US-Präsident Trump und sein Vize Pence hatten sich wiederholt für die Auslieferung des evangelikalen Pastors eingesetzt.

 

 

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