Syrienkonflikt
Türkei verweigert die Rückgabe Afrins an Assad

Die Türkei beabsichtigt nicht, sich in Afrin niederzulassen, will die Region aber auch nicht dem Regime vom syrischen Machthaber Assad übergeben.

Teilen

Ankara (tp) – Die Türkei beabsichtigt nicht, sich in Afrin niederzulassen, will die Region aber auch nicht dem Regime vom syrischen Machthaber Assad übergeben.

Die Türkei beabsichtige nicht, sich im nordsyrischen Afrin niederzulassen, wolle die Region aber auch nicht dem Regime vom syrischen Machthaber Assad übergeben. Es sei völlig unvorstellbar, dass Afrin wieder unter die Kontrolle des syrischen Regimes fallen werde, sagte der stellvertretende Premierminister Recep Akdag am vergangenem Donnerstag.

Der stellvertretende Premier Akdag erklärte in einem Interview mit der deutschen Tageszeitung „Die Welt“, dass die Türkei in Syrien zwei Ziele verfolge: Sicherheit für die Türkei, ihrer Grenzen sowie ein demokratisches Umfeld in Afrin, in der freie Wahlen stattfinden und eine nachhaltige Entwicklung gesichert ist, in der das syrische Volk davon profitieren kann. „Ein freies und demokratisches Syrien kann nur noch ohne Baschar al-Assad aufgebaut werden. Er hat viele seiner Mitbürger getötet und viel Leid und Elend in sein Land gebracht“, sagte Akdag.

Akdag unterstrich, dass die Türkei sich langfristig nicht in der Region Afrin niederlassen wolle und ihr einziges Ziel darin bestehe, die Sicherheit der Türkei im Kampf gegen die kurdische Terrororganisation PKK und ihren syrischen Flügel, die Volksverteidigungseinheiten (YPG), zu verteidigen und das Gebiet so schnell wie möglich dem syrischen Volk zu übergeben.

„Wir möchten Afrin der lokalen Bevölkerung zurückgeben, die für sich selbst entscheiden sollte. Es wurde ein lokaler Rat gewählt, der sich aus lokalen Vertretern zusammensetzt und Entscheidungen treffen soll. Darin sind auch Kurden vertreten“, erklärte Akdag weiter. Gleichzeitig betonte Akdag, dass die Türkei keinerlei Probleme mit den in Afrin zusammen lebenden Kurden, Arabern und Turkmenen habe.

Akdag erklärte des Weiteren, dass der kürzlich gegründete Gemeinderat mit 30 Mitgliedern unter Beteiligung von weit über 100 Notabeln der Region zustandekam.  Der Rat habe beschlossen, sich regelmäßig zu treffen und sich von Nichtregierungsorganisationen überwachen zu lassen. In ihrer ersten Amtshandlung entschied sich der Gemeinderat, die Entwaffnung der Öffentlichkeit voranzutreiben, die nicht in irgend einer Art mit den Polizeikräften in Zusammenhang stehen.

Damit wolle man kriminellen und terroristischen Organisationen die Basis entziehen, in Afrin ihr Unwesen zu treiben. Einig ist man sich im Gemeinderat auch, dass die Volksverteidigungseinheiten oder deren Vertreter in der Gemeinde nicht erwünscht sind, da ihre fortwährenden Angriffe darauf abzielen würden, die Gemeinschaft zu zerstören.

Auch interessant

– Buchrezension –
Klaus J. Bade – vom armen Jungen zum Pionier der Historischen Migrationsforschung

Prof. Klaus J. Bade hat die Migrationsforschung und den Migrationsdiskurs in Deutschland bestimmt wie kein anderer – pointiert, kritisch und mit Weitblick. In seinem neuen Buch nimmt er den Leser mit auf eine autobiografische Zeitreise.

Klaus J. Bade – vom armen Jungen zum Pionier der Historischen Migrationsforschung

Auch interessant

Merz: Iran-Krieg kostete Europa mehr als 100 Milliarden

Berlin - Der Konflikt im Nahen Osten und dessen wirtschaftliche Folgen für Europa sorgen für neue diplomatische Spannungen. Bei seinem Besuch in Südkorea hat...

Jüdischer Pulitzerpreisträger Benjamin Moser: Israel ist Palästina

London - Der renommierte US-amerikanische Autor und Pulitzer-Preisträger Benjamin Moser hat mit Aussagen über die historischen Grundlagen des Nahen Ostens internationale Aufmerksamkeit erregt. In einem...

Gastkommentar: Hartmanns Post über Elif Eralp ist „Rassismus pur“

Ein Gastkommentar von Kemal Bölge Der Umgang mit Elif Eralp zeigt, wie schnell politische Auseinandersetzung in persönliche Herabwürdigung und rassistische Anfeindungen umschlagen kann. Man kann unterschiedlicher...

Nach El-Sayed-Sieg: Auch Adam Hamawy zieht als muslimischer Abgeordneter in den Kongress ein

Washington – Nach dem Sieg von Abdul El-Sayed im Senatsrennen in Michigan hat ein weiterer Muslim bei den US-Zwischenwahlen einen Erfolg errungen: Der Demokrat...

Spätes Statement zu Gaza: Musikmanager Louis Walsh kritisiert U2 und Bono scharf

Dublin – Der renommierte irische Musikmanager und TV-Juror Louis Walsh hat die Weltband U2 und ihren Frontmann Bono für ihr zweijähriges Schweigen zu den...

Headlines

Bölge: Rassismus in der Mitte der Gesellschaft

Ein Gastkommentar von Kemal Bölge Wenn ein hessischer Minister Menschen mit Migrationshintergrund wegen ihrer Sprache verhöhnt, ist das mehr als...

Israels UN-Botschafter: Angriff auf Iran ging von den USA aus

New York – Nach der Wahlniederlage der Republikaner bei den Zwischenwahlen hat US-Vizepräsident JD Vance den Iran-Krieg als Grund...

Nach El-Sayed und Hamawy: Auch Muslimin Nabeela Syed siegt bei US-Wahlen

Springfield – Nach den Erfolgen von Abdul El-Sayed (US-Senat) und Adam Hamawy (US-Repräsentantenhaus) hat bei den Zwischenwahlen eine weitere...

Historischer Meilenstein in New Mexico: Deb Haaland wird erste indigene Gouverneurin der USA

Santa Fe / Washington – Bei den US-Gouverneurswahlen hat die Demokratin Deb Haaland Geschichte geschrieben. Die ehemalige US-Innenministerin setzte...

Meinung

Bölge: Rassismus in der Mitte der Gesellschaft

Ein Gastkommentar von Kemal Bölge Wenn ein hessischer Minister Menschen mit Migrationshintergrund wegen ihrer Sprache verhöhnt, ist das mehr als ein politischer Fehltritt. Vor ein paar...

Israels UN-Botschafter: Angriff auf Iran ging von den USA aus

New York – Nach der Wahlniederlage der Republikaner bei den Zwischenwahlen hat US-Vizepräsident JD Vance den Iran-Krieg als Grund genannt: „Der Grund, warum wir...

Geleceğin Cumhurbaşkanı: Hakan Fidan

Polat Karaburan Recep Tayyip Erdoğan, yarım asrı aşkın bir süredir Türkiye’nin siyasi hayatına yön veriyor. 1976 yılında merhum Necmettin Erbakan’ın siyasi hareketinde filizlenen bu yolculuk,...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...