Heilpflanze Hanf
Forscher der Uni Rostock: „Cannabis zerstört Krebszellen“

Eine bedeutende Entdeckung im Zusammenhang mit der medizinischen Nutzung von Cannabis ist Forschern an der Uni Rostock gelungen. Demnach verlangsamen bestimmte Inhaltsstoffe der Hanfpflanze nicht nur das Wachstum von Krebszellen, sondern ermöglichen auch deren Zerstörung.

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Rostock (nex) – Cannabis ist für Politiker und Sicherheitsbehörden in den meisten Ländern der Welt immer noch Teufelszeug und der illegale Anbau, Besitz oder die Weitergabe der Pflanze kann immer noch Geld- oder sogar Freiheitsstrafen führen.

Nur in wenigen Ländern wie Marokko, Uruguay oder einigen Bundesstaaten der USA ist der Besitz von Cannabis unter bestimmten Umständen nicht mehr strafbar. Der Grund dafür ist neben Zweifeln daran, dass der Cannabiskonsum wesentlich schädlichere Auswirkungen als der Genuss legaler Rauschmittel wie Alkohol aufweise, vor allem auch, dass die Pflanze zahlreiche Wirkstoffe enthält, die sich unter anderem im medizinischen Zusammenhang sogar positiv auf den Organismus auswirken können.

Hatten bereits vor einigen Monaten britische Wissenschaftler nachweisen können, dass der Konsum von Cannabis das Tumorwachstum verlangsamen könne, hat nun, wie das Magazin „Forschung und Wissen“ berichtet, der Direktor des Instituts für Toxikologie und Pharmakologie der Uniklinik Rostock, Burkhard Hinz zusammen mit seinen Kollegen herausgefunden, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Cannabis-Pflanze, sogenannte Cannabinoide, dem Körper sogar dabei helfen können, Krebszellen zu zerstören.

Aus dem Beitrag der Forscher im Magazin „Biochemical Pharmacology“ geht hervor, dass die Zerstörung der Krebszellen durch ein bestimmtes Protein mit dem Namen ICAM-1 ermöglicht wird. ICAM-1 überziehe die Krebszellen und ermögliche so den körpereigenen Killerzellen des Immunsystems das Anheften an die Krebszellen. Die Killerzellen arbeiteten dann ganz normal und brächten die Krebszellen zum Platzen.

Allerdings gibt Hinz zu bedenken, dass sich die bisherigen Ergebnisse vorerst nur als solche der Grundlagenforschung darstellen. „Wir sind noch weit davon entfernt, das in die klinische Therapie umzusetzen“, wird er von „Forschung und Wissen“ zitiert. „Unsere Befunde sind jedoch ein weiteres Indiz dafür, dass Cannabinoide eine ganze Reihe potenziell therapeutisch nutzbarer Wirkungen vermitteln.“

Seit gut 25 Jahren wird weltweit an dem klinisch nutzbaren Potenzial von Cannabinoiden geforscht, und einige Ergebnisse seien auch bereits in die Praxis umgesetzt worden. So wird mittlerweile etwa der Hanfpflanzen-Wirkstoff Tetrahydrocannabinol in Kliniken zur Milderung von Erbrechen und Übelkeit im Rahmen einer Chemotherapie eingesetzt. Cannabidiol, ein weiterer Cannabis-Inhaltsstoff, der die Psyche im Gegensatz zu Tetrahydrocannabinol nicht beeinträchtige, sei zudem für die Behandlung spastischer Symptome bei Patienten mit multipler Sklerose zugelassen.

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