Währungspolitik
Serbien: Zentralbank kündigt Handel mit Türkischer Lira an

Belgrad (nex) – Wie bereits Moskau im vergangenen Monat gab am Freitag nun auch die serbische Zentralbank die Einführung des Handels mit der Türkischen Lira bekannt. Als Starttermin wurde der erste Dezember genannt.

Wie die Bank auf ihrer Webseite mitteilte, hänge die Entscheidung, mit der Lira zu handeln, mit der für Serbien immer wichtiger werdenden Türkei als Außenhandelspartner zusammen.

Der Schritt werde die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Ländern weiter stärken und den Handel zwischen serbischen und türkischen Unternehmen erleichtern. Zudem werde er gemeinsame Projekte anregen.

Serbische Exporte in die Türkei sind in den ersten neun Monaten von 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16.8 Prozent auf 229.3 Millionen US-Dollar gestiegen. Die Importe stiegen um 17.8 Prozent auf 569.2 Millionen US-Dollar.

In den letzten Jahren ist zwischen der Türkei und Serbien eine Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen zu beobachten. Der jüngste Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im vergangenen Monat konzentrierte sich auf eine Reihe von Handelsabkommen.

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Türkei
Rohingya-Verfolgung: Erdogan kritisiert Gleichgültigkeit muslimischer Länder

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Ankara (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte am Freitag die Gleichgültigkeit muslimischer Länder gegenüber dem Leid der Rohingya-Muslime.

„Bedauerlicherweise interessieren sich die meisten muslimischen Länder nicht für das Leid der Rohingya-Muslime“, sagte Erdogan in seiner Rede im Präsidentenpalast in Ankara.

Erdogan kritisierte, dass sich die meisten muslimischen Staaten bei der jüngsten UN-Generalversammlung in New York nicht zu den Gräueltaten gegenüber den muslimischen Rohinya geäußert hätten. Iran, Pakistan, Indonesien, Bangladesch und die Türkei seien die einzigen Länder gewesen, so Erdogan weiter.

Er bekräftigte zudem seine Kritik an der Struktur des UN-Sicherheitsrats und empfahl eine Neugründung, in dem alle Glaubensgruppen und Ethnien vertreten sein sollten.

Laut der UN sind seit Ende August über 613.000 Rohingya aus ihrem Heimatland Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflohen. Die Aussagen der Flüchtlinge sind nach den Worten einer hochrangigen UN-Ermittlerin furchtbar und schockierend. Linnea Arvidsson, Leiterin eines vierköpfigen UN-Ermittlerteams für Menschenrechte, erklärte gegenüber Medien, dass die Gewalt gegen die Rohingya im Namen des Staates ausgeübt werde. Eine große Mehrheit sei bei Tötungen dabei gewesen. Fast die Hälfte der Interviewten habe ein getötetes oder vermisstes Familienmitglied zu beklagen. Wie aus dem Bericht des EU-Ermittlerteams hervorgeht, seien mehr als die Hälfte aller befragten Frauen Opfer von Vergewaltigung oder anderer Formen sexueller Gewalt gewesen. „Jeder hat irgendeine Art von Gewalt erlebt“, erklärte Arvidsson gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. „Entweder wurde sein Haus niedergebrannt oder ein Familienmitglied wurde umgebracht oder verschwand, oder er selbst wurde geschlagen.“ Die Teamleiterin, die einige Menschenrechtsverletzungen als „von der gravierendsten Art“ bezeichnet, betont, dass das, was sie in den persönlichen Interviews mit den Opfern zu hören bekommen habe, furchtbar und schockierend gewesen sei. „Wir sprechen hier von Gewalt, die von Vertretern des Staates ausgeübt wird, denn der Polizist und der Soldat in Uniform sind Vertreter des Staates“, so Arvidsson weiter. Die Ermittlerin verurteilte die andauernde Gewalt; die Behörden könnten nicht Zivilisten aus angeblichen Sicherheitsgründen oder wegen anderer operativer Ziele töten. „Kein Ziel kann solche Tötungen rechtfertigen“, unterstrich sie. Sie sehe für die Gewalt gegen die Rohingya sowohl ethnische als auch religiöse Gründe, erklärte sie. Auf die Frage, ob diese Gewalt als ein Genozid bezeichnet werden könnte, erwiderte Arvidsson, dass die Beantwortung dieser Frage eine sehr viel tiefer gehende Analyse erfordere. Sie wiederholte jedoch ihre Aussage, dass die Vorfälle in Myanmar höchstwahrscheinlich den Tatbestand der Verbrechen gegen die Menschlichkeit erfüllten. In UN-Berichten ist von Massenvergewaltigungen und sogar Tötungen von Kleinkindern und Babys die Rede. Helfer unterstützen die Not leidenden Menschen unter Einsatz ihres eigenen Lebens. “Wir haben unser Land verlassen, um unser Leben zu retten. Wir hatten keine Wahl”, so ein Flüchtling gegenüber der Hilfsorganisation „Aktion Deutschland Hilft“. In seiner Heimat Myanmar arbeitete er als freiwilliger Helfer, nun ist er selbst auf Unterstützung angewiesen: Die Gewalt in seinem Heimatland zwang ihn und seine Familie zur Flucht – ein Risiko, denn seine Frau ist im achten Monat schwanger: “Während unserer Flucht bettelte ich um Essen für sie”, berichtet Zakir. Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge hatte die Türkei im Oktober nach deren Zusage, die Rohingya-Flüchtlinge mit 50 Millionen US-Dollar unterstützen zu wollen, als “großzügiges humanitäres Geberland” bezeichnet. “Ich möchte darauf hinweisen, dass die Türkei nach wie vor ein großzügiges humanitäres Spenderland ist, in dem sich gleichzeitig auch das größte Flüchtlingslager der Welt befindet”, hatte UN-Flüchtlingskommisar Filippo Grandi gegenüber Medien in Genf erklärt. Der ständige UN-Vertreter der Türkei in Genf, Naci Koru, erklärte auf der Konferenz: “Im Rahmen des humanitären Hilfsprogramms planen wir mittelfristige Unterkünfte für 100.000 Menschen auf einem Gebiet von drei Millionen Quadratmetern, zwei Feldkrankenhäuser, 10 Gesundheits- und Familiengesundheitszentren, Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung, sowie Nahrungsmittelhilfe in Form von frischen Erzeugnisse für die Gemeinden.”

Türkei
Nach 20 Jahren: Iranischer Menschenschmuggler in Istanbul gefasst

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Istanbul (nex) – Ein Iraner, nach dem Ermittlungsbehörden seit 20 Jahren wegen Menschenschmuggels gefahndet hatten, konnte nach umfangreichen Bemühungen der Polizei endlich in der Türkei gefasst werden. Reza Hamid Lame alias „Ghost Baron“, der seit 17 Jahren auch per internationalem Haftbefehl von Interpol gesucht wurde, ging am Donnerstag der türkischen Polizei in die Falle. Die Ereignisse, die zu seiner Festnahme führten, begannen, als die kanadische Regierung eine Reihe von gefälschten Dokumenten, einschließlich Pässen und Aufenthaltsgenehmigungen, in Migrantenanträgen entdeckte und ihren Herkunftsort als ein Frachtunternehmen im Istanbuler Stadtteil Fatih ausmachte. Einheiten der Direktion für die Bekämpfung des Schmuggels handelten ausgehend von den von Kanada bereitgestellten Informationen gegen den Frachtkonzern und beschlagnahmten einen gefälschten spanischen Pass. Nachdem die Polizei erfahren hatte, dass die gefälschten Dokumente von zwei Personen namens „Reza“ und „Mehdi“ im Istanbuler Stadtteil Küçükçekmece ausgegeben worden waren, verfolgte die Polizei das Paar und fasste sowohl Lame als auch seinen Komplizen Mehdi Golichobeh innerhalb von 36 Stunden. Die Behörden beschlagnahmten bei den Durchsuchungen einen gestohlenen italienischen Pass, drei gefälschte Hologramme, die zu drei spanischen Pässen gehörten, und drei Telefone. Die Verdächtigen wurden anschließend zum Polizeipräsidium gebracht. Es habe sich herausgestellt, dass sie zweimal illegal in die Türkei eingereist seien und ihre Fingerabdrücke unter falschen Namen – Fatraei S. und Sayed Mojdaba F. – abgegeben hatten. Die Verdächtigen wurden im Zusammenhang mit Fälschungen und Menschenschmuggel in der Türkei, Kanada, Italien und Deutschland gesucht. Nach Lame wurde auch wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an einem Unfall im Zusammenhang mit Menschenhandel in Deutschland gesucht. Er sei an einer Schmuggelaktion beteiligt gewesen, bei der mehrere Migranten umkamen und 25 verletzt wurden.  

Krebsmittel gepanscht
Apotheker aus Bottrop: Mitarbeiter ebenfalls Krebs-Präparate gestreckt

Köln (ots) – Der Apotheker Peter S. aus Bottrop, der Krebsmittel im großen Stil gepanscht haben soll, hatte möglicherweise Helfer. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ geht die Staatsanwaltschaft Essen dem Verdacht nach, dass Mitarbeiter des Apothekers ebenfalls Krebs-Präparate gestreckt haben. Dies legen die Funde einer Razzia im Labor des 47-jährigen Mannes Ende November 2016 nahe. Von den 117 beschlagnahmten Infusionsbeuteln waren laut den Ermittlern 66 mit geringeren Dosierungen hergestellt worden, doch nur 27 der Anti-Krebsmittel hatte der inzwischen angeklagte Peter S. selbst gestreckt. Oberstaatsanwältin Anette Milk betonte im Gespräch mit dem Blatt, dass sich „der Verdacht gegen Mitarbeiter bisher nicht erhärtet hat“. Vom kommenden Montag an muss sich der Angeklagte wegen Betrugs und versuchter Körperverletzung vor dem Landgericht Essen verantworten. Seine Verteidiger haben den Pharmakologen Professor Fritz Sörgel mit einem Gutachten zu den Analysemethoden der Sachverständigen der Staatsanwaltschaft beauftragt. In der Expertise heißt es: Die Laboruntersuchungen seien „nicht geeignet, den Nachweis einer Unterdosierung nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu belegen.“ Für die Berliner Anwälte Khubaib-Ali Mohammed und Andreas Schulz, die etliche Krebspatienten als Nebenkläger vertreten, steht neben der Frage „einer Amtshaftung, auch eine strafrechtliche Verantwortung behördlicher Funktionsträger auf dem Prüfstand“. Dabei geht es etwa um die Frage, warum eine Überprüfung des Zyto-Labors des Angeklagten durch eine Amtsapothekerin im Januar 2016 nicht zur Schließung führte. Diese hatte bei einer Begehung schwerwiegende Verstöße gegen die hygienischen Vorschriften bei der keimfreien Produktion der Krebsmittel festgestellt. Peter S. übersandte umgehend einen Verbesserungskatalog und durfte Ende Februar 2016 die Produktion von Krebspräparaten wieder aufnehmen.

Anschlag in Blagnac
Frankreich: Auto rast in Menschenmenge

Toulouse (nex) – Ein Autofahrer hat am Freitag in der Nähe von Toulouse in Südfrankreich seinen Wagen in eine Menschenmenge gesteuert. Wie die französische Polizei mitteilte, seien drei Studenten verletzt worden, einer von ihnen schwer. Der Mann habe „vorsätzlich gehandelt“ und sei bereits festgenommen worden.  Medienberichten zufolge handelt es bei den verletzten Personen  P um Studenten aus China. Der Fahrer habe nach der Tat „auf die Beamten gewartet“. Zu den Motiven machte die Polizei zunächst keine Angaben. Man gehe nicht von einem islamistischen Anschlag aus und prüfe „mögliche psychische Vorerkrankungen“. Er habe behauptet unter Schizophrenie zu leiden. https://twitter.com/NUNTIO_NEWS/status/929036478121947136    

Wirtschaft
Deutschland: Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent gestiegen

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Wiesbaden (ots) – Im September 2017 wurden von Deutschland Waren im Wert von 110,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 86,3 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im September 2017 um 4,6 % und die Importe um 5,5 % höher als im September 2016. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat August 2017 um 0,4 % und die Importe um 1,0 % ab. Die Außenhandelsbilanz schloss im September 2017 mit einem Überschuss von 24,1 Milliarden Euro ab. Im September 2016 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz + 23,7 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Außenhandelsbilanzüberschuss im September 2017 bei 21,8 Milliarden Euro. Unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+ 25,4 Milliarden Euro), Dienstleistungen (- 2,5 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+ 5,6 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (- 3,1 Milliarden Euro) schloss – nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank – die Leistungsbilanz im September 2017 mit einem Überschuss von 25,4 Milliarden Euro ab. Im September 2016 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 23,5 Milliarden Euro ausgewiesen. In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im September 2017 Waren im Wert von 65,0 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 57,6 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber September 2016 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 3,3 % und die Importe aus diesen Ländern um 4,7 %. In die Länder der Eurozone wurden im September 2017 Waren im Wert von 40,8 Milliarden Euro (+ 4,2 %) geliefert und Waren im Wert von 38,1 Milliarden Euro (+ 3,7 %) aus diesen Ländern bezogen. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im September 2017 Waren im Wert von 24,2 Milliarden Euro (+ 1,7 %) exportiert und Waren im Wert von 19,5 Milliarden Euro (+ 6,8 %) von dort importiert. In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im September 2017 Waren im Wert von 45,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 28,7 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber September 2016 nahmen die Exporte in die Drittländer um 6,5 % zu, die Importe von dort stiegen um 7,1 %.

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Während deutsche Urlauber dieses Jahr die Türkei als Urlaubsziel boykottieren und den diesjährigen Sommer im Regen verbringen müssen um damit angeblich den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf Grund von Menschenrechtsverletzungen zu einem Rücktritt zu bewegen, hat das deutsche Traditionsunternehmen Siemens in der Türkei heute einen Multimilliarden-Deal an Land gezogen.

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Berlin
DBB-Vorstandswahl: Rainer Wendt unterstützt eigenen Kandidaten nicht

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Düsseldorf (ots) – Ernst G. Walter, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DpolG) für den Bereich Bundespolizei, wird bei seiner Kandidatur für den Vorsitz des Deutschen Beamtenbundes (DBB) nicht von Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, unterstützt. „Nach anfänglicher Euphorie seinerseits – ,wir werden arbeiten und gewinnen‘ – änderte Wendt leider plötzlich seine Meinung“, sagte Walter der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Wendt habe ursprünglich auch Ambitionen für die Bundesleitung des DBB gehabt. Aber das habe sich leider durch die Causa Wendt erledigt, sagte Walter der Redaktion. Stattdessen soll Wendt sogar Walters Kontrahenten Ulrich Silberbach unterstützen. „Nun, er meinte, er stünde bei seinem langjährigen Freund im Wort und müsse deshalb weiter zu ihm halten. Das muss ich respektieren“, sagte Walter. Der DBB wählt auf dem Gewerkschaftstag vom 19. bis 21. November in Berlin seinen neuen Vorstand. Zur Wahl des Vorsitzenden stehen Ernst G. Walter (DpolG) und Ulrich Silberbach (komba-Gewerkschaft). Walter wäre der erste Polizist, der den DBB führen würde. Der DBB hat mehr als 1,3 Millionen Mitglieder.

Global SatShow
Satellitenproduktion: Türkei unterzeichnet Abkommen mit Airbus

Istanbul (nex) – Der amerikanische Raumfahrtkonzern SpaceX wird zwei neue türkische Satelliten starten, sagte der türkische Minister für Transport, maritime Angelegenheiten und Kommunikation Ahmet Arslan am gestrigen Donnerstag. Die Satelliten Turksat 5A und Turksat 5B sollen von der Falcon 9-Rakete gestartet werden, so Arslan weiter. Falcon 9 ist eine zweistufige Rakete, die von SpaceX für den zuverlässigen und sicheren Transport von Satelliten entworfen und hergestellt wurde. Die Türkei unterzeichnete während der derzeitig noch stattfindenden Global SatShow in Istanbul einen Vertrag mit Airbus Defence and Space (Airbus D&S) für die Produktion der beiden Satelliten. Bei Letzterem ist SpaceX ein Unterlieferant. Airbus hatte im Oktober das beste Angebot zur Herstellung der Satelliten gemacht. Turksat 5A bis 2020 und Turksat 5B sollen bis 2021 einsatzbereit sein. Die Satelliten würden eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Türkei im Telekommunikationssektor spielen, sagte Arslan und fügte hinzu, dass sie von türkischen Ingenieuren und heimischen Ressourcen hergestellt würden.

Airbus-Vize Nicolas Chamussy betonte, dass die türkische Luft- und Raumfahrtindustrie von dieser Produktion profitieren werde.

Turksat 5B würde in Einrichtungen in Ankara gebaut, und türkische Institutionen wie das Verteidigungsunternehmen Aselsan sollen an dem Projekt mitwirken, sagte Chamussy. Der in Südafrika geborene SpaceX-Chef Elon Musk befindet sich seit Mittwoch in Ankara. Bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist der Abschuss der neuen Satelliten besprochen worden. Des Weiteren wurde die bevorstehende Produktion des ersten türkischen Autos, die neueste Generation von Akkus, Wind- und Sonnenenergie, aber auch Verkehrsprobleme in Ballungsräumen und das Graben von Verkehrstunneln erörtert.

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Der in Deutschland für Häme und Spott sorgende Plan der Türkei, ein eigenes Auto herzustellen, scheint bereits im vollen Gange zu sein.

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"Sozialer Gerechtigkeit"
Riexinger: „Millionärssteuer“ auch bei Milliarden-Plus des Staates unverzichtbar

„Kurswechsel zu mehr sozialer Gerechtigkeit nötig“ Osnabrück (ots) – Linken-Chef Bernd Riexinger hält trotz des von der Steuerschätzung festgestellten Milliarden-Spielraums eine „Millionärssteuer“ für unverzichtbar. „Die Steuermehreinnahmen werden für die vor uns liegenden Aufgaben nicht reichen“, sagte Riexinger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er forderte „massive Investitionen in den sozialen Zusammenhalt“. Die Jamaika-Parteien würden daran gemessen, welchen Stellenwert sozialer Wohnungsbau, Bildung, Gesundheit und eine sozial-ökologische Energiewende künftig bekomme. „Wir brauchen auch bei den Steuern einen Kurswechsel zu mehr sozialer Gerechtigkeit. Das bedeutet untere und mittlere Einkommen endlich wirklich zu entlasten“, sagte Riexinger. Im Gegenzug müssten Spitzenverdiener und Superreiche über höhere Steuern, insbesondere mit einer Vermögenssteuer als Millionärssteuer, wieder mehr zur Finanzierung des Gemeinwohls herangezogen werden.

Analyse
Kommentar: Was macht die türkische Wirtschaft so stark?

Von Klaus Jurgens Vor kurzem korrigierte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), die in London zu Hause ist, ihre Wirtschaftsprognose für die Türkei. Nach oben – sie geht nunmehr von einem 5.1 prozentigem Anstieg für das laufende Jahr 2017 aus, verglichen mit 3.2 Prozent in 2016. In ihrem Bericht vom 7. November dieses Jahres wurden die ökonomischen Daten für die 37 Staaten bewertet, in denen die EBRD aktiv ist. Das Durchschnittswachstum für 2017 liegt bisher bei 3.3 Prozent, also auch hier ein klares „Plus“ für die Türkei mit ihren 5.1 Prozent. Für 2018 schätzt die Bank, dass es moderater zugeht – 3.5 Prozent sind angesagt. Allerdings sind diese etwas schlechteren Zahlen noch mit Vorsicht zu genießen; auch für das laufende Jahr musste die EBRD ihre ursprünglichen Werte, die im Mai herausgegeben wurden, sehr stark nach oben anpassen. Es gibt also noch viel Luft, um vielleicht die 5.1 Prozent vom Jahr 2017 auch im Folgejahr verbuchen zu können. Der Bericht erwähnt vor allem die clevere Politik der türkischen Zentralbank und eine ebenso gut vorausgeplante Investitions-Stimulus-Politik der Regierung in Ankara – beides führt natürlich zu vermehrter Investitionstätigkeit. Aber auch gesamtwirtschaftlich im ganzen EBRD-Raum müssen nicht nur einzelstaatliche Faktoren mit einbezogen werden: Sergei Guriev, Chef-Ökonom bei der EBRD, stellt fest, dass eine langfristige Machbarkeit des Wachstums sichergestellt werden kann, wenn notwendige Reformen angepackt werden. Darüber hinaus sei das Exportvolumen angestiegen, das Investitionsklima im generellen Sinne im EBRD Raum wieder positiv und auch der Rohstoffmarkt mittels stabilerer Preise helfe den Marktwirtschaften, wieder gesündere Wachstumsresultate einzufahren. Türkische Mittelschicht Garantie für wirtschaftlichen Erfolg, Stabilität Kommentatoren sollten aber noch etwas anderes berücksichtigen: Die Türkei hat in den letzten 15 Jahren etwas sehr bemerkenswertes geschafft – Stück für Stück wurde das Interesse an unternehmerischer Tätigkeit inmitten der türkischen Bevölkerung geweckt, was im Gegenzug zum Erblühen einer sehr starken Mittelschicht führte. Der Staat begann, sich eher nur noch diskret einzumischen und ließ unternehmerischem Esprit in wirtschaftspolitischen Fragen oft den Vorrang. Zusammen mit einer großen Privatisierungswelle wurde die gesamte türkische Ökonomie umgebaut und in eine richtig funktionierende, moderne Marktwirtschaft geformt. Die Türkei entwickelte sich in den letzten 15 Jahren zu einem Hersteller von Top-Produkten in allen Bereichen, seien es Textilien oder elektronische Endprodukte. Forschungsgelder wurden erhöht, Unternehmer ermutigt, auch einmal ein Risiko einzugehen. Arbeitskräfte werden viel besser ausgebildet und der Verbraucher ist es jetzt gewohnt, für einen fairen Preis die beste Qualität angeboten zu bekommen. Und genau diese Mischung aus besonnener Regierungspolitik und starkem Mittelstand machte eine wenn auch ökonomisch eher konservativ ausgerichtete, aber langfristig umso erfolgreichere Wirtschaftsentwicklung erst möglich, die auch so manche globale Krise bestens überstand. Jetzt sagt auch die EBRD ein Wachstum von über fünf Prozent voraus – anscheinend übertrifft die Türkei wieder einmal alle Erwartungen. Für mich als Beobachter, der die meisten der letzten 15 Jahre vor Ort mit dabei war, nicht überraschend, sondern einfach nur hoch erfreulich.

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Klaus Jurgens – London School of Economics Postgraduate Degree Government. Vormals Uni-Dozent Ankara, Schwerpunkt BWL und KMU. Über zehn Jahre vor Ort Erfahrung Türkei. Zur Zeit wohnhaft in Wien. Politischer Analyst und freiberuflicher Journalist.