Türkei
Türkischer Verteidigungsminister Akar kritisiert Griechenland scharf

Ein Gastkommentar von Kemal Bölge – kboelge@web.de
Der Disput zwischen der Türkei und Griechenland über die griechische Remilitarisierung der östlichen Ägäisinseln ist wieder voll entbrannt. Der türkische Verteidigungsminister Akar kritisierte Griechenland für die Remilitarisierung der ostägischen Inseln scharf. Das ist eine deutliche Warnung Ankaras an die Athener Regierung. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar kritisierte vor wenigen Tagen Griechenland wegen der Remilitarisierung von zahlreichen ostägäischen Inseln. Nach Akar habe Athen entgegen der Verträge von Lausanne und Paris 16 von insgesamt 23 Inseln in der Ägäis militärisch aufgerüstet. Akar sagte „Wir erwarten von Griechenland, dass es sich an internationales Recht, an unterschriebene Verträge und an gut nachbarschaftliche Beziehungen hält.“1 Zur Erklärung: Die vom Verteidigungsminister benannten Inseln dürfen nach seiner Ansicht keine Marinebasen, Militärflughäfen oder größere militärische Einheiten auf den Inseln stationieren. Um welche Inseln in der Ägäis geht es hierbei? In der nördlichen Ägäis um die Inseln Taşoz (Thasos), Semadirek (Samothraki), Limni (Limnos), Midilli (Lesbos), Sakız (Chios), Sisam (Samos), Ahikerya (Ikaria), İpsara (Psara) und Bozbaba (Agios Efstratios). Bei den anderen Inseln in der südlichen Ägäis handelt es sich um die sogenannten 12 Inseln (Dodekannes) sowie Rodos (Rhodos) und Meis (Kastelorizo), also insgesamt 14 Inseln. Die 12 Inseln gingen nach den Balkankriegen in italienischen Besitz über und mit dem Vertrag von Paris 1947 trat Italien die Inseln an Griechenland ab. Welche Art von militärischen Einrichtungen auf den genannten Inseln stationiert werden dürfen, ist in den internationalen Verträgen von Lausanne und im Fall der 12 Inseln (Dodekannes) im Vertrag von Paris geregelt. Im Vertrag von Montreux wurde 1936 das Meerengenstatut (Dardanellen und Bosporus) neu geregelt. Die Türkei erhielt die volle Souveränität über die Meerengen zurück und die Remilitarisierung des Meerengenbereichs wurde explizit erlaubt. Der Vertrag von Montreux enthält allerdings keinen Passus über den Status der ostägäischen Inseln. Griechenland hingegen argumentiert, durch den Vertrag von Montreux sei die Entmilitarisierungsvorschrift im Vertrag von Lausanne nicht mehr gültig. Die jetzige und die Vorgängerregierungen in der Türkei halten die Argumentation von Athen für nicht nachvollziehbar, da die Verträge von Lausanne und Paris mit der Konvention über die Meerengen nichts zu tun hätten. Eine kurze Lektüre der erwähnten Verträge zeigt auf, dass Griechenland sich nicht an internationale Konventionen hält, die es selbst abgezeichnet hat

Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


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Der Migrationsforscher Gerald Knaus hat vor der Reise von Kanzlerin Angela Merkel in die Türkei eine positive Bilanz des Abkommens mit der EU gezogen. Knaus gilt als Architekt des Flüchtlingsdeals mit der Türkei.

Migrationsforscher: Dank Flüchtlingsdeal 99,5 Prozent der Syrer in der Türkei geblieben

Beben in Elazig
Türkei: Zahl der Toten nach Erdbeben steigt auf 29

Elazig – Die Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben im Osten der Türkei ist nach Angaben der Behörden auf 29 gestiegen. Dem gestrigen Beben der Stärke 6,8 folgten bisher 462 Nachbeben, eines davon hatte die Stärke 5,4. Mehrere Gebäude stürzten ein. Die Behörden gehen davon aus, dass noch immer Menschen von Trümmern verschüttet sind. Wie die Katastrophenschutzbehörde AFAD mitteilte, gab es mindestens 1466 Verletzte. Bisher wurden 43 Verschüttete gerettet, darunter auch ein 2-jähriges Kind Der Osten der Türkei ist am Freitag von einem schweren Erdbeben getroffen worden. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde lag das Epizentrum im Osten der Türkei in Sivrice, der Provinz Elazig, etwa 600 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Ankara. Es soll sich um 20.55 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von zehn Kilometern ereignet haben.    

2019-nCoV
China: Coronavirus erreicht muslimische Autonomieregion Xinjiang

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Urumtschi – Das Wuhan-Coronavirus hat Xinjiang erreicht, wo China mindestens eine Million uigurische Muslime inhaftiert hat. Aufgrund der schlechten sanitären Zustände, mangelnder Hygiene und beengten Lebensbedingungen in den Lagern, befürchten Beobachter, dass die Gefangenen der Infektion hilflos ausgeliefert sind. Laut Menschenrechtsorganisationen existieren in der Region 465 solcher Lager mit über einer Million Gefangenen. Wie Radio Free Asia (RFA) und The Wall Street Journal unter Berufung auf lokale Gesundheitsbehörden berichten, habe es bereits zwei Opfer in der Region gegeben. Omir, ein ehemaliger Insasse eines Lagers in Karamay, Nord-Xinjiang, erklärte dem britischen Nachrichtensender BBC im Jahr 2018, dass er sich mit 45 anderen Menschen ein Zimmer teilen und sie abwechselnd schlafen mussten, weil es so wenig Platz gab. „Das Essen war schlecht, es gab nicht genug Stunden zum Schlafen und die Hygiene war grauenhaft. In einem Raum von 16 Quadratmetern befanden sich fast 20 Personen. In jedem Zimmer gab es einen Plastikeimer für eine Toilette. Jeder Gefangene hatte zwei Minuten am Tag Zeit die Toilette zu benutzen, und der Eimer wurde nur einmal am Tag geleert“, so die Kasachin Sayragul Sauytbay, die im März 2018 aus einem Lager geflohen war, in einem Interview mit der Haaretz.  „Das Leben von Millionen von Menschen steht auf dem Spiel“, so Dolkun Isa, der Präsident der Exilgruppe des Weltkongresses der Uiguren, gegenüber der RFA.

Coronavirus: Tote durch Lungenkrankheit steigen

Die Zahl der weltweiten Infektionen mit dem Coronavirus steigt weiterhin an. Die „South China Morning Post“ berichtete am Samstagmorgen von landesweit 1112 bestätigten Fällen in 29 Provinzen. Mittlerweile wurden neben China Fälle in Südkorea, Thailand, Taiwan, Japan und den USA gemeldet. In Frankreich ist bereits eine dritte Infektion bestätigt worden. Alle drei Patienten hätten sich zuvor in China aufgehalten und seien in Krankenhäusern isoliert worden. Wie das kommunistische Parteiorgan „Volkszeitung“ am Samstag berichtete, hat die chinesische Hauptstadt Peking aus Angst vor einer Einschleppung des neuartigen Virus ihren Busverkehr mit den Provinzen gestoppt. Die Unterbrechung der Busverbindungen in die Provinzen oder nahegelegenen Städte gelte von Sonntag an, um die Ausbreitung der Lungenkrankheit einzudämmen.    

Türkei
Starkes Erdbeben erschüttert Türkei

Elazig – Ein heftiges Erdbeben der Stärke 6.8 hat am Freitagabend den Osten der Türkei erschüttert. Laut der Katastrophenschutzbehörde AFAD soll das Zentrum im Bezirk Sivrice in der Provinz Elazig gelegen haben. Laut dem türkischen Innenminister Süleyman Soylu gibt es bisher vier Todesopfer. Über 100 Gebäude seien stark beschädigt. Das seismologische Zentrum Kandilli in Istanbul hat die Stärke mit 6,5 angegeben. Laut türkischen Medien sind Menschen in Panik auf die Straßen gerannt. https://twitter.com/mirlivamka2/status/1220782358309351426 https://twitter.com/mirlivamka2/status/1220781236244885512

Türkei
Türkisch-Deutsche Universität: Merkel und Erdogan eröffnen neuen Campus

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Istanbul – Bei ihrem offiziellen Staatsbesuch in der Türkei nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auch an der Eröffnung des neuen Campus der Deutsch-Türkischen Universität in Istanbul teil. Erdogan äußerte am Freitag die Hoffnung, dass die Türkisch-Deutsche Universität in Istanbul ein Symbol der Freundschaft zwischen den beiden Ländern sein wird. „Wir werden die Türkisch-Deutsche Universität weiterhin in jeder Hinsicht unterstützen“, betonte Erdogan bei der offiziellen Eröffnungsfeier des neuen Campus der Universität in Istanbul mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Erdogan betonte, die Türkei sei zu einer Drehscheibe für internationale Studierende geworden. Die Zahl der ausländischen Studierenden sei auf 172.000 gestiegen. Er fügte hinzu, dass die Bemühungen um die Gründung einer türkisch-japanischen Universität für Wissenschaft und Technik sowie einer türkisch-italienischen Universität fortgesetzt würden. Merkel ihrerseits sprach sich dafür aus, die wissenschaftliche Zusammenarbeit Deutschlands mit der Türkei weiter auszubauen. Nicht nur zum Erwerb von Fachkenntnissen – es finde auch ein kultureller Austausch statt, der für beide Länder bereichernd sei. Bei dieser Zusammenarbeit würden neue Wege der Wissenschaft eingeschlagen und so Fortschritte erzielt. Und die Studenten lernten nicht nur für sich selbst, sondern bereicherten auch die beiden Länder, berichtet TRT Deutsch.  Die Bundeskanzlerin ging in ihrer Rede auch auf die Aufnahme von mehr als zwei Millionen syrischen Flüchtlingen in der Türkei ein. „Das ist eine Leistung, die gar nicht hoch genug geschätzt werden kann und Anerkennung verdient.“ Türkisch-Deutsche Universität 2008 gegründet Gegründet wurde die Türkisch-Deutsche Universität (TDU) bereits 2008 auf Basis eines bilateralen Regierungsabkommens. Die TDU ist eine staatliche türkische Einrichtung, in einem Konsortium beteiligt sind aber auch 38 deutsche Hochschulen. So hat jeweils eine deutsche Uni die Koordination für eine der fünf Fakultäten der TDU übernommen, die Freie Universität Berlin etwa für die Rechtswissenschaftliche Fakultät. Im Herbst 2013 startete der Lehrbetrieb, jetzt wurde der Campus in Istanbul fertiggestellt, berichtet der Tagesspiegel. Auf dem im Istanbuler Stadtteil Beykoz fertiggestellten TDU-Campus sollen einmal 5000 Studierende „lernen und forschen“, so der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), der gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, die TDU seit 2008 mit bislang rund 28 Millionen Euro gefördert habe. Aktuell seien es rund 2500 Studierende.

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– Kongress in Ankara – Polit-Analyst Önsoy: Berlin und Ankara sollten sich nicht wie konkurrierende Rivalen verhalten

Organisiert durch das Forschungszentrum für türkisch-deutsche Studien (HÜTAI) an der Hacettepe Universität in Ankara, findet am 12. und 13. November unter Teilnahme des deutschen Botschafters Martin Erdmann sowie namhaften Vertretern deutscher Stiftungen und Organisationen, der 1. Internationale Kongress für türkisch-deutsche Studien statt.

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Gigafabrik Grünheide
Tesla-Werk: IG Metall fürchtet Aushebelung von Arbeitnehmerrechten

Berlin – Die IG Metall sieht die Arbeitnehmerrechte in der geplanten Teslafabrik in Grünheide (Oder-Spree) in Gefahr. So übt die Gewerkschaft deutliche Kritik an der Gesellschaftsform, die der US E-Autobauer für seine Gigafabrik wählt. Die angestrebte „europäische Aktiengesellschaft“ – kurz SE – nutze eine Gesetzeslücke im deutschen Mitbestimmungsrecht. Es liege ein klarer Missbrauch der Rechtsform „europäische Aktiengesellschaft“ vor, so Rudolf Luz vom Vorstand der IG Metall. Dabei gelte das sogenannte Vorher-Nachher-Prinzip. Da die Gesellschaft offensichtlich auf Vorrat in Düsseldorf ohne Mitbestimmungsstrukturen gegründet worden sei, bestehe auch zukünftig keine Möglichkeit, eine Beteiligung der Arbeitnehmerseite – zum Beispiel durch Betriebsräte – im Aufsichtsrat des Brandenburger Standorts juristisch durchzusetzen. Die IG-Metall fordere Tesla darum auf, die deutsche Mitbestimmung zu respektieren. Auf Nachfrage des RBB heißt es von Tesla, man werde sich selbstverständlich an das geltende Arbeitsrecht halten. Der Konzern werde darüber hinaus – Zitat – wettbewerbsfähig vergüten und sich durch besondere Prämien von Konkurrenten abheben. Brandenburgs Landesregierung begrüßt diese Ankündigung von Tesla. Nur durch die Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen sei es möglich, die nötigen Fachkräfte für das Werk zu bekommen. Was die angestrebte Rechtsform angeht heißt es in einer Mitteilung der Staatskanzlei: wie bei jeder unternehmerischen Ansiedlung im Land Brandenburg sei die Einhaltung geltender Arbeitnehmerrechte erforderlich.

Merkel-Besuch
Migrationsforscher: Dank Flüchtlingsdeal 99,5 Prozent der Syrer in der Türkei geblieben

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Berlin – Der Migrationsforscher Gerald Knaus hat vor der Reise von Kanzlerin Angela Merkel in die Türkei eine positive Bilanz des Abkommens mit der EU gezogen. Knaus gilt als Architekt des Flüchtlingsdeals mit der Türkei, berichtet die tagesschau.  „Wenn wir genauer hinsehen, dann bemerken wir eine erstaunliche Zahl: dass im letzten Jahr 99,5 Prozent der Syrer in der Türkei, die dort als Flüchtlinge leben, in der Türkei geblieben sind“, so Knaus im ARD-Morgenmagazin am Freitag. Die Türkei habe allein drei Mal so viele Syrer aufgenommen wie die gesamte EU und sei seit 2014 das Land mit den meisten Flüchtlingen weltweit. Weil „ihre Kinder zu Hunderttausenden in türkische Schulen gehen und Zugang zum Gesundheitssystem haben“, hätten sich kaum Syrer auf den Weg über das Mittelmeer gemacht Das sei mithilfe der finanziellen Unterstützung der EU möglich gewesen: 2016 seien der Türkei sechs Milliarden Euro zugesagt worden, und entgegen Behauptungen der türkischen Regierung sei das Geld auch geflossen, betonte Knaus. Im Rahmen des Flüchtlingsabkommens zwischen der Türkei und der EU vom März 2016 sagte die EU sechs Mrd. Euro als Hilfe zur Verbesserung der Lebensbedingungen syrischer Flüchtlinge in der Türkei zu, habe bis Juni 2019 jedoch nur 2,22 Mrd. Euro ausgezahlt, so der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Neben den finanziellen Zusagen seien auch andere Zusagen nicht erfüllt worden: „Es gab keine Erweiterung der Zollunion, und auch kein neues Kapitel der EU-Beitrittsverhandlungen“, kritisierte Cavusoglu. „Schon allein aus den Gründen (…) hätten wir unsere Grenzen öffnen können“, sagte der Minister. Trotz aller Kritik sei die Türkei aber für eine Fortsetzung des Abkommens. Während die Türkei sich an das Flüchtlingsabkommen halte, habe die EU die im Flüchtlingsabkommen zugesagten Gelder noch immer nicht vollständig gezahlt.

„Wir halten uns an das Abkommen und nehmen alle Flüchtlinge zurück, die zurückgeschickt werden. Was ist mit der EU?“, sagte Cavusoglu der BILD.

Bereits Ende 2016 habe die EU versprochen die ersten drei Milliarden Euro der insgesamt zugesagten sechs Milliarden Euro zu zahlen, Ende 2018 sollten drei weitere Milliarden folgen.

„Jetzt haben wir 2020, und wir haben noch immer nicht die ersten drei Milliarden Euro vollständig erhalten“, so Cavusoglu.

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Im Vergleich zu der Situation in Griechenland, gleichen laut der griechischen Journalistin Liana Spyropoulou, die Flüchtlingslager in der Türkei 5-Sterne-Hotels.

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“A Very Stable Genius”
Neues Buch: Trump setzte für Erdogan Netanjahu unter Druck

Washington – Ein kürzlich veröffentlichtes Buch über die Außenpolitik des US-Präsidenten Donald Trump enthüllt neue Details darüber, wie er angeblich Premierminister Benjamin Netanjahu unter Druck gesetzt hat, einen türkischen Staatsbürger, der in Israel wegen Schmuggels für die Hamas festgehalten wurde, freizulassen. Trump habe die Freilassung des türkischen Staatsbürgers im Rahmen einer Vereinbarung mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zur Freilassung des zu der Zeit in der Türkei inhaftierten amerikanischen evangelischen Pastors gefordert. Die Freilassung der 27-jährigen türkischen Staatsbürgerin Ebru Özkan, im Juli 2018, erfolgte Berichten zufolge einen Tag nach einem Telefongespräch zwischen Trump und Netanjahu, bei dem das Thema besprochen worden sei. In ihren neuem Buch „A Very Stable Genius“ beschreiben die Reporter Carol Leonnig und Philip Rucker der Washington Post genau, wie sich der Deal für ihre Freilassung entwickelt hat und beleuchten die Beziehungen zwischen Trump, Netanjahu und Erdogan. Dem Buch zufolge sprach der türkische Staatschef den amerikanischen Präsidenten bei einem NATO-Gipfel in Brüssel im Juli 2018 an und bat ihn, Israel dazu zu drängen, Özkan freizulassen. Sie war einige Wochen zuvor bei der Ankunft in Israel verhaftet und des Schmuggels von Geld und einem Mobiltelefon an Hamas-Mitglieder angeklagt worden war. Im Gegenzug versprach Erdogan Trump die Freilassung von Andrew Brunson, einem amerikanischen Pastor, der in der Türkei verhaftet worden war. Trump und Erdogan hätten den Deal mit einem „Faustgruß“ abgeschlossen. Wenige Tage später überbrachte Trump demnach die Bitte des türkischen Präsidenten an Netanjahu. „Am 14. Juli, während Trump das Wochenende in seinem Golfresort in Schottland verbrachte, beschloss er mitten in einer Runde, Netanjahu anzurufen“, schreiben die Autoren. „Seine Helfer brachten ein sicheres Telefon. Trump habe den israelischen Premierminister gebeten Özkan freizulassen. Netanjahu gestand, dass er nichts über die Frau wusste. Özkan wurde beschuldigt, eine relativ kleine Summe – mehrere hundert Dollar – geschmuggelt zu haben. Laut israelischen Berichten fand ihr Prozess vor einem Militärgericht in den Medien wenig Beachtung. Das mag der Grund sein, warum Netanjahu von der Bitte des amerikanischen Präsidenten überrascht war. Er habe sich bereit erklärt, die Sache zu prüfen und ihre Freilassung zu beschleunigen. Bereits am nächsten Tag sei Özkan freigekommen und wurde in Istanbul von Reportern empfangen. Sie habe sich dort auch bei Erdogan bedankt, so das Buch. Im Oktober 2018 wurde dann auch Brunson aus türkischer Haft entlassen

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Der US-amerikanische Pastor Andrew Brunson hat am späten Freitagabend die westtürkische Stadt Izmir in einem Flugzeug verlassen und befindet sich auf dem Weg nach Deutschland.

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Merkel-Besuch
Türkischer Außenminister: EU hält sich nicht an die Vereinbarungen

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Ankara -Neben den finanziellen Zusagen seien auch andere Zusagen nicht erfüllt worden: „Es gab keine Erweiterung der Zollunion, und auch kein neues Kapitel der EU-Beitrittsverhandlungen“, kritisierte Cavusoglu. „Schon allein aus den Gründen (…) hätten wir unsere Grenzen öffnen können“, sagte der Minister. Trotz aller Kritik sei die Türkei aber für eine Fortsetzung des Abkommens. Während die Türkei sich an das Flüchtlingsabkommen halte, habe die EU die im Flüchtlingsabkommen zugesagten Gelder noch immer nicht vollständig gezahlt.

„Wir halten uns an das Abkommen und nehmen alle Flüchtlinge zurück, die zurückgeschickt werden. Was ist mit der EU?“, sagte Cavusoglu der BILD.

Bereits Ende 2016 habe die EU versprochen die ersten drei Milliarden Euro der insgesamt zugesagten sechs Milliarden Euro zu zahlen, Ende 2018 sollten drei weitere Milliarden folgen.

„Jetzt haben wir 2020, und wir haben noch immer nicht die ersten drei Milliarden Euro vollständig erhalten.“

Im Rahmen des Flüchtlingsabkommens zwischen der Türkei und der EU vom März 2016 sagte die EU sechs Mrd. Euro als Hilfe zur Verbesserung der Lebensbedingungen syrischer Flüchtlinge in der Türkei zu, habe bis Juni 2019 jedoch nur 2,22 Mrd. Euro ausgezahlt, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Darüber hinaus wurden Visaliberalisierung für türkische Staatsbürger, die in die Schengen-Staaten der EU reisen, Gespräche über die Aktualisierung des Handelsabkommens der Zollunion und ein erneutes Bekenntnis zum Beitrittsprozess der Türkei versprochen. Laut Cavusoglu seien bisher keine der Zusicherungen erfüllt worden. „Es gab keine Erweiterung der Zollunion, und auch kein neues Kapitel der EU-Beitrittsverhandlungen“, kritisierte Cavusoglu. „Schon allein aus den Gründen (…) hätten wir unsere Grenzen öffnen können“, sagte der Minister. Trotz aller Kritik sei die Türkei aber für eine Fortsetzung des Abkommens. Mit über 3,6 Millionen Syrern beherbergt die Türkei die meisten Flüchtlinge aus dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land. Nach den Worten des türkischen Innenministers Süleyman Soylu habe die Türkei für die Beherbergung von Flüchtlingen bislang mehr als 40 Milliarden US-Dollar ausgegeben.

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Kriminalität
Bundesländer rüsten Polizisten zunehmend mit Elektroschockern aus

Als Reaktion auf Angriffe gegen Polizisten investieren die Bundesländer zunehmend in eine bessere Ausrüstung der Beamten und beschleunigen Gerichtsverfahren bei Gewalt gegen Amtsträger. Das hat eine Abfrage der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Donnerstag) bei allen 16 Innen- und Justizministerien der Länder ergeben. Demnach gehören Bodycams – in der Regel an der Schulter getragene Minikameras – mittlerweile in sieben Bundesländern fest zur Ausstattung der Polizisten. Drei weitere Länder rüsten gerade auf, in fünf laufen Testprojekte. Elektroschocker, sogenannte Taser, kommen in acht Ländern zum Einsatz: In Hessen, Rheinland-Pfalz und demnächst im Saarland bereits im regulären Betrieb, in fünf weiteren Ländern in Probephasen. Darüber hinaus sind in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg bei den Staatsanwaltschaften Sonderdezernate eingerichtet worden, die sich ausschließlich mit Verfahren wegen Gewalt gegen Amtsträger wie Polizisten, Rettungskräfte oder Jobcenter-Mitarbeiter beschäftigen. Viele Bundesländer haben derweil Priorisierungsverfahren eingeführt, damit solche Fälle so schnell wie möglich behandelt werden. Nach dem aktuellen Lagebild des Bundeskriminalamts gab es 2018 rund 80.000 Attacken gegen Polizeibeamte. Das entspricht einer Steigerung um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Ein Mann hat gestern im Jobcenter in Rottweil eine Mitarbeiterin mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Der arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Weiß, fordert einen besseren Schutz für Mitarbeiter in Jobcentern und Arbeitsagenturen.

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